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Samira0112

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2026

Skurril, roh und unfassbar fesselnd

The Devils
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Am Anfang war es ein wenig schwierig reinzukommen. Acht Charaktere, ständig wechselnde Perspektiven und dieses epische Setting machen es einem nicht leicht. Ich brauchte etwas Zeit, um mich zurechtzufinden, ...

Am Anfang war es ein wenig schwierig reinzukommen. Acht Charaktere, ständig wechselnde Perspektiven und dieses epische Setting machen es einem nicht leicht. Ich brauchte etwas Zeit, um mich zurechtzufinden, aber genau das hat sich am Ende auch gelohnt, weil sich alles nach und nach entfaltet.

Der Schreibstil ist unfassbar fesselnd und schafft etwas, das ich so selten erlebe. Trotz der brutalen und düsteren Atmosphäre liegt eine gewisse Leichtigkeit über allem. Es ist blutig, rau und oft erschreckend, aber gleichzeitig so unterhaltsam, dass es sich nie erdrückend anfühlt.

Besonders hängen geblieben ist für mich der Humor. Er ist vulgär, düster, stellenweise obszön und genau dadurch so skurril, dass ich immer wieder schmunzeln musste. Dieses Zusammenspiel aus Gewalt und Humor gibt der Geschichte eine ganz eigene Dynamik.

Die Charaktere wirken unglaublich ausgearbeitet und entwickeln sich auf eine Weise, die sich echt anfühlt. Vor allem das langsame Zusammenwachsen hat mir richtig gut gefallen. Dieser Found Family Aspekt ist so wunderbar umgesetzt und macht viele Momente noch intensiver. Auch zwischenmenschlich gibt es einige Überraschungen. Es entwickelt sich sogar mehr als eine Lovestory, darunter auch eine sapphic, womit ich zu Beginn nicht gerechnet hätte.

Das Worldbuilding hat mich ebenfalls überzeugt. Es fühlt sich vertraut an, weil es ein mittelalterliches Europa widerspiegelt, aber gerade die Veränderungen innerhalb der Kirche bringen spannende neue Strukturen rein und eröffnen Raum für Gesellschaftskritik, ohne dass es zu komplex wird.

Die Handlung selbst ist im Kern eine Mission, die immer wieder aus dem Ruder läuft. Genau das macht sie so spannend, weil nichts wirklich glatt läuft und man ständig neue, durch ihre Skurrilität interessante Wendungen bekommt.

Ich habe das Hörbuch gehört und durch die Länge ist es ein fester Teil meines Alltags geworden. Umso schwerer fiel es mir, es loszulassen. Das Ende passt unglaublich gut zur Geschichte und hat meine Vorfreude auf die nächsten Bände nur noch verstärkt. Ich freue mich jetzt schon darauf, wieder in diese Welt zurückzukehren.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Eine leise aber starke Reise

The Empress of Salt and Fortune: (Die Chroniken von Chih)
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Ich wusste wirklich nicht, was mich bei dieser Geschichte erwartet und genau dieses Gefühl hat mich durch das ganze Buch begleitet. Es ist leise und gleichzeitig so eindringlich, fast alles passiert zwischen ...

Ich wusste wirklich nicht, was mich bei dieser Geschichte erwartet und genau dieses Gefühl hat mich durch das ganze Buch begleitet. Es ist leise und gleichzeitig so eindringlich, fast alles passiert zwischen den Zeilen und genau da hat es mich am meisten berührt. Ich hatte oft das Gefühl, etwas nicht ganz greifen zu können und trotzdem hat es eine starke Wirkung hinterlassen.

Der Schreibstil ist besonders, aber nicht kompliziert. Man muss aufmerksam lesen und sich darauf einlassen, dass nicht alles direkt erklärt wird. Einige Stellen wollte ich direkt noch einmal lesen, weil sie so viel Tiefe hatten. Die Erzählweise gibt der Geschichte etwas sehr Intimes, fast so, als würde man selbst zuhören, wie Erinnerungen weitergegeben werden.

Besonders schön fand ich die Darstellung von Chih mit neutralen Pronomen und wie selbstverständlich das eingebunden wurde. Auch die Namen und Orte fühlen sich unglaublich lebendig an und tragen so viel Atmosphäre in sich. Alles wirkt durchdacht und gleichzeitig ein wenig geheimnisvoll.

Das Ende hat mich dann komplett überrascht. Ich habe es nicht kommen sehen und war trotzdem sofort überzeugt davon. Es ist kraftvoll, berührend und irgendwie auch tröstlich. Ich hatte wirklich Tränen in den Augen und musste danach erst einmal kurz innehalten.

Dieses Buch fühlt sich an wie eine Geschichte, die man nicht nur liest, sondern die direkt nachhallt. Es ist besonders, still und voller Bedeutung und ich bin jetzt schon so gespannt, wie es weitergeht. Es ist wirklich beeindruckend, was Nghi Vo in der Kürze des Buches geschaffen hat. 🥹

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Dieses Buch hat mich gebrochen

The sword of Kaigen: Eine theonitische Kriegsgeschichte
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Nach „Blood Over Bright Haven“ wusste ich, dass ich mehr von M. L. Wang lesen muss und „The Sword of Kaigen“ hat mich komplett gebrochen. Der Schreibstil ist unfassbar eindringlich, präzise und brutal ...

Nach „Blood Over Bright Haven“ wusste ich, dass ich mehr von M. L. Wang lesen muss und „The Sword of Kaigen“ hat mich komplett gebrochen. Der Schreibstil ist unfassbar eindringlich, präzise und brutal ehrlich. Dieses Buch verlangt volle Konzentration und genau das macht es so intensiv. Nichts daran ist beiläufig, alles sitzt.

Was mich am tiefsten getroffen hat, ist wie sehr dieses Buch Empathie lehrt. In dieser Form habe ich das noch nie erlebt. Die Geschichte ist extrem charakterfokussiert, die Figuren sind tief, vielschichtig und erschreckend menschlich. Die Charakterentwicklung ist so eindrücklich, dass sie weh tut. Besonders berührt hat mich, dass die Protagonistin eine Mutter ist, mitten im Geschehen, mit einer Vergangenheit, die sie nicht loslässt. Die zweite Perspektive ist ihr vierzehnjähriger Sohn. Erzählt wird aus der dritten Person im Duo POV und emotional wirkt das enorm.

Das Worldbuilding ist komplex und dicht. Das Glossar und das Namenverzeichnis waren sehr hilfreich, gerade weil sich Namen je nach Anrede verändern. Das Magiesystem hat mich anfangs leicht an Avatar erinnert, auch wenn ich es nie gelesen oder geschaut habe. Es ist außerdem stark ausgearbeitet und sehr greifbar. Die Kampfszenen sind genial geschrieben, klar, bildhaft und unglaublich intensiv.

Dieses Buch hat mich zum Weinen gebracht wie kein anderes. Je näher ich dem Ende kam, desto mehr habe ich mich gefragt, wie das alles noch aufgehen soll und als es dann da war, ergab es einfach Sinn. Genau so musste diese Geschichte enden. Die zweite Hälfte ist extrem intensiv. Themen wie Krieg, Propaganda und Patriarchat prägen alles. Ich bin ohne Vorwissen gestartet und bin sehr froh darüber. Ich mag es nicht zu sagen, dass ein Buch das beste ist, das ich je gelesen habe, aber wenn, dann ist es dieses. Eine klare Empfehlung für alle, die Fantasy lieben, wenn sie politisch, komplex, charaktergetrieben und brutal sein darf.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Intensiv, gefühlvoll und mitreißend erzählt

Dunkle Schwingen, Goldenes Herz
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Dieses Buch war für mich einfach unfassbar schön. Eine Märchenadaption, die sich vertraut anfühlt und trotzdem genug eigene Wege geht, um durchgehend spannend und eigenständig zu bleiben. Genau diese Mischung ...

Dieses Buch war für mich einfach unfassbar schön. Eine Märchenadaption, die sich vertraut anfühlt und trotzdem genug eigene Wege geht, um durchgehend spannend und eigenständig zu bleiben. Genau diese Mischung hat mich komplett abgeholt. Der Schreibstil ist wunderschön beschreibend und sehr bildhaft und erzeugt eine greifbare Atmosphäre, die mich sofort in die Geschichte gezogen hat. Besonders gefallen hat mir der starke Fokus auf die Charaktere. Ihre Gedanken, Zweifel und Entwicklungen stehen klar im Mittelpunkt und machen alles unglaublich nachvollziehbar.

Es war so erfrischend, eine Romantasy aus der Sicht eines Mannes zu lesen, vor allem weil Lust hier keine Rolle spielt. Die Verbindung entsteht langsam über emotionale Nähe, Vertrauen und eine zunächst ganz harmlose Freundschaft. Die Beziehung fühlt sich dadurch sehr ehrlich und natürlich an und hebt sich deutlich von vielen anderen Geschichten ab. Der Protagonist ist sensibel, ruhig und feinfühlig, was perfekt zur Atmosphäre des Buches passt. Die Nebencharaktere sind sehr unterhaltend und fügen sich organisch in die Geschichte ein. Die düstere Stimmung, besonders durch die Monster, die nachts im Wald lauern, hat mir unglaublich gut gefallen und sorgt für eine konstante Spannung.

Die Verbindung der Protagonisten baut sich ganz sanft und langsam auf, nichts wirkt überstürzt. Der emotionale Höhepunkt war extrem intensiv und hat mich vor allem auf den letzten Seiten vollkommen mitgerissen. Die Kapitel haben eine perfekte Länge und machen süchtig, sodass man kaum aufhören kann zu lesen. Erzählt wird aus der dritten Perspektive, was hier perfekt zur Geschichte passt. Auch die nebensächliche Auseinandersetzung mit Sexualitat zur damaligen Zeit fand ich schön und passend eingebaut. Nach dem Beenden saß ich erst einmal mit tränennassen Augen und einem Lächeln da und musste meine Gefühle sortieren. Ein wunderschönes Buch mit Tiefe und genau so möchte ich Romantasy lesen. Ein beeindruckender Debütroman, der Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Eine intensive und schmerzhafte Neuerzählung

Medea
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„Medea“ von Rosie Hewlett war für mich ein absolutes Jahreshighlight und ein Buch, das mich emotional komplett aufgewühlt hat. Selten hat mich eine Geschichte so viele Gefühle gleichzeitig spüren lassen ...

„Medea“ von Rosie Hewlett war für mich ein absolutes Jahreshighlight und ein Buch, das mich emotional komplett aufgewühlt hat. Selten hat mich eine Geschichte so viele Gefühle gleichzeitig spüren lassen Wut, Trauer, Eifersucht, Mitleid und eine tiefe, schmerzhafte Verbundenheit zu einer Figur. Die Erzählweise ist grandios, dauerhaft spannend und dabei stark charakterfokussiert. Alles fühlt sich eindringlich und nachvollziehbar an, sodass man Medeas Schmerz, ihre Hoffnung und ihre innere Zerrissenheit nicht nur versteht, sondern selbst erlebt.



Ich kannte Medeas Geschichte vorher nicht und war vollkommen ahnungslos, wie sich alles entwickeln würde, was die Lektüre noch intensiver gemacht hat. Die komplexen Beziehungen und Dynamiken wirkten erschreckend zeitlos, denn obwohl es sich um historisches Fantasy handelt, könnten viele dieser Machtverhältnisse genauso gut in der heutigen Welt existieren. Dieses Buch zeigt eindrucksvoll, dass ein Charakter nicht sympathisch sein muss, um Mitgefühl auszulösen.



Die Geschichte baut über Seiten hinweg eine stille, beklemmende Spannung auf, die sich schließlich in einem der emotional intensivsten Höhepunkte entlädt, die ich je gelesen habe. In den letzten Kapiteln musste ich immer wieder innehalten und tief durchatmen. Rosie Hewlett schreibt mit einer Schönheit, die weh tut, jedes Wort trägt Gefühl und Rhythmus in sich. Medea erscheint in ihrer ganzen Macht, ihrem Schmerz und ihrem Schrecken erschütternd vollkommen.



Das ist kein einfaches Retelling, sondern eine Richtigstellung im Namen aller Frauen. Feministisch, düster, ergreifend und eine Geschichte, die mich bitterlich hat weinen lassen und die mich nie wieder loslassen wird.

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