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Veröffentlicht am 05.02.2026

Unter der Brücke

Schatten von Potsdam
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Unter der Potsdamer Glienicker Brücke treibt ein Toter im Wasser. Paula Osterholz und Henry Wullitzer treffen schon früh am Fundort ein und werden sogleich mit schwierigen Bedingungen konfrontiert, denn ...

Unter der Potsdamer Glienicker Brücke treibt ein Toter im Wasser. Paula Osterholz und Henry Wullitzer treffen schon früh am Fundort ein und werden sogleich mit schwierigen Bedingungen konfrontiert, denn hinter der Leiche verbirgt sich niemand anderer als der neunzehnjährige Marinus Jaunich, Sohn eines einflussreichen Unternehmers und gleichzeitig Golffreund des Polizeipräsidenten. Nichts darf an die Öffentlichkeit dringen, Paula und Wullitzer sollen sich zurückhalten, während Jaunich Senior selbst Informationen einholt. Als auch eine Freundin des Toten verschwindet, klingeln bei dem bestens eingespielten Ermittlerduo die Alarmglocken.

Die besondere Schreibweise, den Leser gleich zu Beginn an den Ort des Geschehens mitzunehmen und dem Täter zusehen zu lassen, ist raffiniert eingesetzt und lässt ein gewisses Maß an Verständnis aufkommen, welches sich sonst niemals eingestellt hätte. Diese Sicht wird auch weiterhin beibehalten und drückt dem Krimi einen unverwechselbaren Stempel auf. Obwohl alle Details offenliegen, bleibt die Handlung durchwegs auf hohem Niveau spannend, was wirklich bemerkenswert ist. Die Details zur Jugendclique aus einem noblen Berliner Vorort wirken erschreckend glaubwürdig, die Ereignisse in der Nacht nicht ganz, faszinieren mich als Leser aber trotzdem, denn der Erzählbogen wird insgesamt schlüssig gespannt. So ist man stets neugierig, wie die weitere Entwicklung aussehen könnte und bekommt zwischendurch noch interessante Neuigkeiten zu einigen Ereignissen aus dem Privatleben von Paula und Wullitzer. Schlussendlich werden die Umstände rund um den leblos im Wasser treibenden Jaunich lückenlos geklärt, für Paula jedoch ist noch keine Entwarnung in Sicht – es heißt also: „Warten auf die Fortsetzung!“

Ein dritter, gut angelegter Fall für das überaus authentische Team der Mordkommission Potsdam, die Reihe empfehle ich gerne weiter.

Veröffentlicht am 02.02.2026

Ratten

Die Witwe
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Ein Toter in einem schmuddeligen Bordell – was soll Serienmörderjäger DS Washington Poe da ausrichten? Aber nicht umsonst werden er und die sehr spezielle Analytikerin Tilly Bradshaw hinzugezogen, um diesen ...

Ein Toter in einem schmuddeligen Bordell – was soll Serienmörderjäger DS Washington Poe da ausrichten? Aber nicht umsonst werden er und die sehr spezielle Analytikerin Tilly Bradshaw hinzugezogen, um diesen Fall aufzuklären. Rasante Ermittlungen sorgen wieder für ein großartiges Lesevergnügen.

Ein skurriler Gerichtstag wird zum ungünstigsten Zeitpunkt unterbrochen, um Poe und Bradford zu „entführen“. Der Mord an einem Freudenhausbesucher erweckt Aufmerksamkeit, warum ist der ehemalige Pilot hier „abgestürzt“? Bald sind Ermittler von FBI und MI5 dem Täter auf der Spur und Tilly erkennt Verbindungen zu einem ehemaligen Bankraub, bei dem nichts gestohlen, dafür aber eine Ratte am Tatort hinterlassen worden ist. Und auch nun ist es eine Ratte, welche erste Hinweise liefert. Chaotisch und gerade deshalb so genial, verläuft die Suche nach der Wahrheit, denn Washington und Tilly sind alles andere als normale Kriminalisten. Gewitzt und klug nähert man sich den tatsächlichen Gegebenheiten an, muss nicht nur einmal den Kurs wechseln und sich aus einer Sackgasse manövrieren. Großartige Charakterzeichnungen und ein eloquenter Schreibstil lassen das Ausheben des Rattennestes zum wahren Vergnügen werden.

Eine bestens durchdachte Handlung, welche verstrickt dargestellt wird und schlussendlich lückenlos aufgelöst wird. M. W. Craven ist stets Garant für Spannung auf hohem Niveau, daher auch diesmal eine Leseempfehlung!


Veröffentlicht am 01.02.2026

Herzen zum Osterfesst

Anbandelt
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Kurz vor dem Osterfest, welches man im Südburgenland noch groß feiert, wandern die Damen vom Klub der Grünen Daumen durch den örtlichen Wüstengarten. Aber anstelle von seltenen Pflanzen sehen sie einen ...

Kurz vor dem Osterfest, welches man im Südburgenland noch groß feiert, wandern die Damen vom Klub der Grünen Daumen durch den örtlichen Wüstengarten. Aber anstelle von seltenen Pflanzen sehen sie einen leblosen Körper zwischen den dornigen Sträuchern. Angestachelt von neuer Abenteuerlust, kommen sie einem möglichen Mord auf die Spur und treffen dabei auf Geschichten über eine Kommune aus den 1970er-Jahren. Zudem eröffnet Hilda kurzerhand eine energische Demo vor dem in der Ortsmitte gelegenen Supermarkt und ahnt nicht, dass ihr Seniorenherz bald höher schlagen wird.

Bunt und abwechslungsreich wie das Titelbild unterhält uns auch dieser Gartenkrimi bestens, erzählt interessante Details von „menschenfressenden“ Pflanzen, österlichen Bräuchen und längst vergangenen Künstlergruppen, welche auf wahren Begebenheiten fußen. Die illustre Damenrunde im Klub hat allerhand zu tun, der Schreck über den Herrn mit kaltem Herzen sitzt tief. Aber Kontrollinspektorin Marlies wird in ihren Ermittlungen rüde eingeschränkt, setzt man ihr doch aus Wien einen interimistischen Chef vor die Nase, der sie mit seinem machohaften Gehabe zum kaffeekochenden Weiberl degradieren möchte.

Das burgenländische Flair wird, wie immer, großartig eingefangen, die mundartlichen Dialoge passen perfekt ins Bild und werden selbstverständlich per Fußnote ins Hochdeutsche übertragen, sodass auch Leser von weiter weg keinen Schmäh versäumen. Der Humor kommt ebenso wenig zu kurz wie der Alkohol, der besonders in der Gastwirtschaft vom Dunkel Tom ohne Ende fließt und besonders schön ist die Erkenntnis, dass auch in fortgeschrittenem Alter noch Herzerl aus den strahlenden Augen lachen können.

Ein rundum gelungener Gartenkrimi, mit allem, was das Leserherz begehrt – originelle Figuren, Lokalkolorit und Weitsicht bis nach Spanien, ein Schreibstil voller Wortwitz und nicht zuletzt ein spannender Kriminalfall. Ein „Muss“ für Freunde des sonnigen und mörderischen Burgenlands!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2026

Flutkatastrophe

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Im Karwendel wütet ein Sturm, die Regenmassen lassen die Flüsse über ihre Ufer treten, alle Einsatzkräfte sind mobilisiert, um zu helfen. So auch Alexa Jahn, Oberkommissarin der Kripo Weilheim, die am ...

Im Karwendel wütet ein Sturm, die Regenmassen lassen die Flüsse über ihre Ufer treten, alle Einsatzkräfte sind mobilisiert, um zu helfen. So auch Alexa Jahn, Oberkommissarin der Kripo Weilheim, die am Telefon zahllose Meldungen aufnimmt und Einsätze koordiniert. Vermisste werden gesucht, Verletzte geborgen, schließlich stößt Alexa in einer Schlucht auf einen Toten, der ist aber eindeutig kein Unfall-, sondern ein Mordopfer. Und auch auf österreichischer Seite ist es nicht langweilig: eine Gruppe Jugendlicher ist auf eine Berghütte gefahren und pflegt keinen Kontakt mehr zu den Angehörigen. Chefinspektor Krammer wird von einem einflussreichen Elternpaar beauftragt, umgehend Ermittlungen anzustellen.

Kurzweilig wie gewohnt, geht es auch beim nunmehr sechsten Fall für Jahn und Krammer zu, Anna Schneiders bildreicher Schreibstil erweckt die Flutkatastrophe zu erschreckend realem Leben. Auf anschauliche Weise schildert die Autorin die Arbeit sämtlicher Hilfsorganisationen und verquickt Szenen ungezügelter Naturgewalt mit authentischer kriminalpolizeilicher Arbeit. Komplizierte Zusammenhänge müssen entwirrt werden, kursiv gedruckte Abschnitte geben dem Leser immer wieder zusätzliche Informationen, welche Alexa und Krammer (noch) nicht zur Verfügung stehen. Aber es wären nicht die beiden Besten an der deutsch-österreichischen Grenze, würden sie nicht selbst herausfinden, was hinter den Rätseln steckt. Dazu gibt es einige Aufregung um Alexas treuen Hund Oskar, der natürlich ebenfalls nicht fehlen darf. Einige private Einzelheiten kommen wieder zur Sprache, lenken aber in keiner Weise vom Geschehen ab, im Gegenteil dadurch wirken die handelnden Figuren umso menschlicher und glaubwürdiger. Nach spannenden Stunden, in denen kaum geschlafen und gegessen wird, finden sämtliche Handlungsstränge einen erfolgreichen und überzeugenden Abschluss, die Reihe selbst aber hoffentlich noch lange nicht.

Lebendige Bilder von erschreckenden Ereignissen halten Betroffene und Leser gleichermaßen in Atem, auch diesen – in sich abgeschlossenen – Fall kann ich mit gutem Gewissen allen Krimifans empfehlen. Die gesamte Reihe von Anfang an verspricht aber garantiert noch mehr Spaß!

Veröffentlicht am 26.01.2026

Geheimnisse auf der Insel

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Auf einer kleinen privaten Insel der einflussreichen Familie Waldner soll Cecilia (Lia) als Housesitterin fungieren. So hält sie sich zusätzlich zu ihren Online-Nachhilfestunden finanziell über Wasser ...

Auf einer kleinen privaten Insel der einflussreichen Familie Waldner soll Cecilia (Lia) als Housesitterin fungieren. So hält sie sich zusätzlich zu ihren Online-Nachhilfestunden finanziell über Wasser seit ihre Mutter gestorben ist. Dass sie ein Geheimnis hütet, wissen ihre Freunde nicht, welche sie übers Wochenende geladen hat, und auch diese spielen nicht mit offenen Karten. Ein listiges Katz-und-Maus-Spiel nimmt seinen Lauf.

Aus abwechselnden Blickwinkeln und mit etlichen Rückblenden im Handlungsverlauf erfährt der Leser diese spannende Geschichte aus Cecilias Leben. Als dieses eine böse Wendung nimmt, ist Nick, ihr Freund aus Kindertagen, eine wichtige Stütze. Allerdings ist er nicht sehr erfreut darüber, dass Lia plötzlich mit dem schnöseligen Millionärserben aus der Familie Waldner ausgeht. Hat sie sich tatsächlich in den arroganten jungen Mann verliebt oder stecken andere Beweggründe dahinter? Viele Erzählstränge müssen miteinander verflochten werden, etliche lose Enden miteinander verknüpft, bis es zu einem passenden Schluss kommen kann. Spannende Szenen wecken die Neugierde und den Wunsch zum Miträtseln, die raffinierte Strategie, einzelne Geschehnisse mehrfach aus unterschiedlichen Sichtweisen zu erzählen, geht voll auf. So wiederholen sich einige Episoden mit größerem Abstand und lassen jeweils ein weiteres Puzzlestück an den richtigen Platz fallen. Die wenigen beteiligten Figuren sind lebendig charakterisiert, die idyllische Privatinsel ein perfekter Schauplatz für allerlei Geheimnisse.

Psychologische Spielchen, Macht und Wissen im Schlagabtausch, Entscheidungen, die je nach Betrachtungsweise gut oder schlecht sein können – von der Housesitterin kann man so Einiges lernen. Leseempfehlung!