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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2026

Obsession

Tödliches Angebot
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Wer träumt nicht von einem wunderschönen Haus in einer perfekten Lage? Allerdings würden die wenigsten über Leichen gehen - im Gegensatz zu Margo, der von einer Obsession getriebenen Protagonistin des ...

Wer träumt nicht von einem wunderschönen Haus in einer perfekten Lage? Allerdings würden die wenigsten über Leichen gehen - im Gegensatz zu Margo, der von einer Obsession getriebenen Protagonistin des Romans "Tödliches Angebot" von Marisa Kashino.



Optisch gesehen, ist das Cover ein Hingucker, auch wenn es mir selbst nicht so gut gefällt. Denn die Mischung aus Pink und Rot ist für mein Empfinden ziemlich gewöhnungsbedürftig. Dafür hat mich die äußere Aufmachung in einem anderen Punkt beeindruckt. Die erstrebenswerte Immobilie steht im Fokus - und im Zeichen eines Blutbads.



Aufgrund des angenehmen Schreibstils fällt der Einstieg in die Handlung sehr leicht, und man verfolgt das kommende Geschehen mit angehaltenem Atem. Trotz einiger Längen in der Mitte kann man nicht mit der Lektüre aufhören - und wird mit einem unerwarteten Ende belohnt. Genauso muss es sein.



Im Gegensatz zu manchen anderen Lesenden hat mich das Gendern nicht gestört. Im Gegenteil. Wir leben nicht mehr in der Welt von gestern - und das sollten wir nach außen zeigen.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Männer und Frauen

Der tiefe Grund
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Mit dem Regio-Krimi "Der tiefe Grund" legt Anna Johannsen den zweiten (und letzten?) Teil aus ihrer Reihe "Ein Fall für Lea Nielsen" vor, der einen kurzen Einblick in Berufs- und Privatleben einer ehrgeizigen ...

Mit dem Regio-Krimi "Der tiefe Grund" legt Anna Johannsen den zweiten (und letzten?) Teil aus ihrer Reihe "Ein Fall für Lea Nielsen" vor, der einen kurzen Einblick in Berufs- und Privatleben einer ehrgeizigen jungen Oberkommissarin in einer von Männern dominierten Welt erlaubt.


Das Cover zeigt einen Feldweg, irgendwo im NIrgendwo. Der Titel ist gut gewählt, er lässt keine klare Deutung zu und lädt zum Grübeln ein.


Der zweite Fall für Lea Nielsen bietet gute, spannende Unterhaltung für zwischendurch. Anna Johannsen schildert die langwierigen komplizierten Ermittlungsarbeiten in einem komplexen Fall, wobei aktuelle politische Themen aufgegriffen werden. Die taffe Oberkommissarin Lea Nielsen ist mir ans Herz gewachsen, sie sieht sich mit vielen privaten und beruflichen Herausforderungen konfrontiert. Nach und nach erfährt man mehr über ihren persönlichen Background und kann ihr Denken und Handeln immer besser verstehen.


Alles in allem hat mir diese Lektüre gut gefallen. Sie bietet angenehme, leicht lesbare, spannende Unterhaltung für zwischendurch. Über eine weitere Fortsetzung würde ich mich freuen.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Wahrheit oder Lüge?

Sophie L.
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Selten hat mich ein auf Social Media gehypter Bestseller so sehr beeindruckt wie der raffiniert gestrickte Psychothriller "Anna O.", den der Schriftsteller Matthew Blake im vergangenen Jahr vorgelegt hat. ...

Selten hat mich ein auf Social Media gehypter Bestseller so sehr beeindruckt wie der raffiniert gestrickte Psychothriller "Anna O.", den der Schriftsteller Matthew Blake im vergangenen Jahr vorgelegt hat. Aus diesem Grunde konnte und wollte ich mir sein zweites Buch "Sophie L." nicht entgehen lassen.

Das Cover ist angelehnt an den Bestseller "Anna O.". Das in Schwarz-Weiß-Tönen gehaltene Cover ist schlicht gehalten, erzielt aber eine enorme Wirkung. Man sieht nur ein offenes Auge, das auf eine weibliche Person hindeutet. Was mag sich hinter dieser rätselhaften Darstellung verbergen? Der in Druckbuchstaben gesetzte Titel steht für Sophie Leclerc, eine gebürtige Französin, die im Mittelpunkt eines rätselhaften Geschehens im Hotel in Paris steht. Ein absoluter Hingucker ist der in einem knalligen Lila-Ton leuchtende Farbschnitt des Print-Exemplars, der auf die in der gleichen Farbe gestalteten Buchstaben L abgestimmt ist.

Die komplexe Handlung springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, wobei alle Rückblenden in das Jahr 1945, direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von besonderem Interesse sind. Das Geschehen wird aus mehreren Perspektiven vermittelt. Zu Wort kommen viele interessante Frauengestalten. Josephine und Sophie stehen für die Vergangenheit, sie waren beste Freundinnnen, die sich in den Wirren des Zweiten Weltkriegs aus den Augen verloren haben und im Hotel Lutetia in Paris wieder aufeinander treffen. Während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg war Josephine in der Resistance aktiv, sie hat die Aufmerksamkeit von Nationalsozialisten auf sich gezogen, um an streng vertrauliche Informationen im Austausch für sexuelle Gefälligkeiten zu kommen, auch wenn sie in der Öffentlichkeit als Nazi-Liebchen gebrandmarkt worden ist. Während dieser Zeit hat Josephine hat eine Schuld auf sich geladen, mit schweren Folgen für das Schicksal von Sophie, eine Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz. In der Gegenwart bekennt sich die demente Künstlerin Josephine zum Mord an Sophie, was sie mit ihrem Leben bezahlen muss, zum Entsetzen ihrer Enkeltochter Dr. Olivia Finn, die als Gedächtnisexpertin in einem Krankenhaus in London arbeitet und sich auf die Suche nach der Wahrheit - und dem Mörder ihrer Großmutter macht.

Matthew Blake arbeitet mit subtilen Andeutungen, die alle Lesenden mit vielen ungeklärten Fragen zurücklassen. Alles bleibt wie im Nebel, die miteiander verwobenen Handlungsstränge lassen kein klares Bild zu. Nach und nach kristallisieren sich gewissen Anhaltspunkte für eine der Tat verdächtige Person und ihre möglichen Beweggründe hinaus, aber das Ende bleibt überraschend. Hat dieses Buch das Potential, ein weiterer Bestseller zu werden? Was mich betrifft, möchte ich diese schwierige Frage mit einem klaren "Ja" beantworten. Matthew Blake erzählt eine bewegende, komplexe Geschichte, die von Wahrheit und Lüge erzählt und die Aussagekraft von menschlichen Erinnerungen in Frage stellt. Unbedingt lesenswert!

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Tödliches Spiel

The Woman in Suite 11
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Seit langer Zeit zählt die britische Schriftstellerin Ruth Ware zu meinen liebsten Autorinnen, wenn es um packende Psychothriller geht. Ihre literarischen Werke sind für mich ein absolutes Must Read, und ...

Seit langer Zeit zählt die britische Schriftstellerin Ruth Ware zu meinen liebsten Autorinnen, wenn es um packende Psychothriller geht. Ihre literarischen Werke sind für mich ein absolutes Must Read, und ihrem neuen Roman "The Woman in Suite 11" habe ich geradezu entgegenfiebert.

r Das Cover ist in grünlich schimmernden Farbtönen gehalten und ruft gewisse Erinnerungen an den Bestseller "The Woman in Cabin 10" wach. Wieder darf der Betrachter einen spektakulären Ausblick von einem Balkon genießen. Wieder ist es ein luxuriös anmutendes, aber trügerisches Setting, voll von versteckten Gefahren unter der glänzenden Fassade. Der deutsche Titel entspricht dem englischen Original. Er ist auf das Wesentliche reduziert, das bewusste Zurückhalten von Informationen weckt die Neugierde der Leser
innen.

Wenn man so wil, hat die britische Schriftstellerin Ruth Ware die Messlatte für fesselnde Psychothriller sehr hoch gehängt. Nachdem ich ihren Roman "The Woman in Cabin 10" geradezu inhaliert hatte, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung dieser Reihe um die investigative Journalistin Laura Blacklock, die sich durch Ermittlungen auf eigene Faust in lebensgefährliche Situationen manövriert. Im direkten Vergleich halten ich den zweiten Band für etwas schwächer als den ersten Band, der mit einem außergewöhnlichen Setting auf einem Kreuzfahrtschiff punktete. Auf hoher See durfte und konnte Laura Blacklock keine Unterstützung durch Dritte erwarten, sie war völllig auf sich allein gestellt während ihrer Suche nach der Wahrheit - und ihrem Kampf um das nackte Überleben. Nichtsdestotrotz hat mich die Fortsetzung gefangen genommen, die Laura Blacklockein zweites Mal in den Mittelpunkt rückt. Ihre traumatischen Erlebnisse hat sie in einem Buch verarbeitet, sie hat Europa hinter sich gelassen und lebt mit ihrem Mann Jonah und ihren zwei Söhnen in den USA. Beruflich gesehen, möchte sie nach einer längeren Pause neu durchstarten; um so mehr freut sie sich über die unerwartete Einladung zu der Eröffnung eines Luxushotels, verbunden mit der Hoffnung auf ein Exklusiv-Interview mit dem geheimnisumwitterten Hotelbesitzer Marcus Leidmann. Vor Ort kommt es zu einem denkwürdigen Wiedersehen mit Menschen, die ihre dunkelsten Stunden an Bord miterlebt haben, was für ein gewisses Unbehagen sorgt und düstere Vorahnungen eines kommenden Unheils heraufbeschwört.

Ruth Ware ist ein gut konstruierter, verhaltener Psychothriller mit unerwarteten Wendungen gelungen, welcher gute Unterhaltung und subtile Spannung auf ienem konstant hohen Niveau garantiert. Von der ersten Seite an war ich von meiner Lektüre gefesselt, und ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Mit angehaltenem Atem verfolgt man die seltsamen Vorgänge in dem hermetisch abgeschottenen Resort, die ausnahmslos aus der subjektiven Perspektive von Laura Blacklock geschildert werden. Laura Blacklock ist eine gutgläubige und naiv anmutende Protagonistin, verletzlich und stark zugleich, wenn sie in ein mörderisches Spiel verwickelt und ein zweites Mal zum Kämpfen gezwungen wird. Kennntnisse des Romans "The Woman in Cabin 10" sind nicht zwingend erforderlich, wichtige Informationen werden in geraffter Form vermittelt. Dennoch würde ich allen Leser*innen die Lektüre ans Herz legen. Denn sie lohnt sich unbedingt"

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Im Wald

Je tiefer der Wald
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Mit dem schockierenden Psychothriller "Kleine Engel" hat Daniel Kohlhaas mich das Fürchten gelehrt. Seit dieser Zeit behalte ich ihn im Augen. Denn ich halte ihn für einen vielversprechenden Schriftsteller, ...

Mit dem schockierenden Psychothriller "Kleine Engel" hat Daniel Kohlhaas mich das Fürchten gelehrt. Seit dieser Zeit behalte ich ihn im Augen. Denn ich halte ihn für einen vielversprechenden Schriftsteller, der es durchaus mit renommierten Bestseller-Autoren wie Sebastian Fitzek aufnehmen kann. Nun legt er mit seinem neuen Roman "Je tiefer der Wald" nach, der einen ungeklärten, rätselhaften Vermisstenfall in den Mittelpunkt rückt.

Das Cover fällt aus dem Rahmen des Üblichen. Man konzentriert sich auf das verschwommene Profil eines Kindes. Assoziationen mit dem in einem Wald spurlos verschwundenen Mädchen sind durchaus erlaubt. Der Titel ist gut gewählt, er gibt Rätsel auf und regt zum Nachdenken an.

Dieser Psychothriller ist ganz anders als erwartet. Daniel Kohlhaas erzählt eine schockierende Geschichte. Ein Kleinkind verschwindet während eines Ausflugs, die Eltern sehen sich in einem Alptraum gefangen. Die verzweifelte (und vergebliche) Suche bringt sie an physische und psychische Grenzen. Zehn Jahre lang verharren sie in ihrem Schmerz, ihre Beziehung hält den Belastungen nicht stand. Als ein unbekanntes Mädchen aufweist, das starke Ähnlichkeit mit der vermissten Leni aufweist, reißen die alten Wunden wieder auf - und streng gehütete Geheimnisse kommen ans Tageslicht.

Dieses Buch sprengt Grenzen. Es ist von einem leisen, melancholischen Grundton durchzogen, der Fokus liegt weniger auf der Aufklärung eines Verbrechens als auf seiner psychologischen Aufarbeitung. Daniel Kohlhaas rührt an Tabus, wenn er "Regretting Motherhood" thematisiert. Seine literarischen Figuren sind instabile Charaktere, überwältigt und überfordert, geprägt von unbewältigten, traumatischen Erfahrungen. Sehr empfehlenswert!Wal

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