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Veröffentlicht am 21.02.2026

Origineller Roman mit Schwächen

Die Bienen
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Die Honigbiene Flora 717 entspricht nicht der Norm, sie ist zu groß, in den Augen der Bienen im Stock zu hässlich, und. geboren als Hygienearbeiterin kann sie Dinge, die sie nicht können dürfte, zum Beispiel ...

Die Honigbiene Flora 717 entspricht nicht der Norm, sie ist zu groß, in den Augen der Bienen im Stock zu hässlich, und. geboren als Hygienearbeiterin kann sie Dinge, die sie nicht können dürfte, zum Beispiel kann sie sprechen.

Eine Biene als Protagonistin, ein Bienenstock als Handlungsort, das ist schon sehr besonders und originell. Als Leser:in lernt man so einiges über das Leben der Honigbienen. Das Zusammenleben im Stock funktioniert nur, weil jede Biene ihre Aufgabe hat und weiß, was sie tut. Da Flora anders ist, wird ihr Misstrauen entgegengebracht, da sie aber durch ihre vielen Fähigkeiten, die Arbeit, zu der sie eingeteilt wird, gut meistert, bekommt sie dennoch eine gewisse Anerkennung. Doch dann passiert Flora 717 etwas, das gegen alle Regeln verstößt, sie legt ein Ei, und muss nun, um sich und ihr Ei zu schützen, besonders kreativ sein.

Da Flora verschiedene Aufgaben übertragen bekommt, bekommt man als Leser:in auf ihren Spuren einen guten Einblick in ein Bienenvolk, lernt sogar die Königin und verschiedene Legenden kennen, fliegt mit Flora hinaus in die Welt, lernt andere Insekten kennen, die ihren Weg kreuzen, vor allem diejenigen, die der Horde angehören, den Feinden der Bienen, vor allem Wespen und Spinnen, erfährt aber auch, wie die menschliche Zivilisation auf den Stock auswirkt, zum Beispiel, während und nach der Heimsuchung, also, wenn der Imker sich am mühsam erarbeiteten Honig bedient, den Bienen Teile ihres Vorrates stiehlt, aber auch, wie sich Technik und Umweltverschmutzung auswirkt. Einige Szenen wirken sehr brutal, aber in der Natur passieren solche Dinge.

Was mich sehr gestört hat, war, dass die Bienen sehr vermenschlicht wurden, ich bin sicher, dass der Roman auch anders funktioniert hätte, besonders der religiöse Part und das Huldigen der Männlichkeit, also der Drohnen, fand ich überzogen. Die Überraschung, die nicht nur Flora sondern auch die Leser:innen bezüglich Floras letztem Ei erleben, konnte ich mir noch einigermaßen erklären, auch wenn es nicht explizit so erwähnt wurde, schöner wäre es gewesen, wenn die Autorin eine deutliche Erklärung geliefert hätte, so ist es doch fragwürdig.

Leider konnte mich der Roman auch nicht packen, stellenweise hat er mich sogar eher gelangweilt. Klar gab es die eine oder andere spannende Szene, wenn etwa fremde Tiere in den Stock eindringen, aber auch das hat nur relativ kurz gewirkt. Am Ende hatte ich mir von dem Roman mehr erwartet.

Der Roman hat gute und schlechte Seiten, es ist interessant, in einen Bienenstock blicken zu können, und eine Biene auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Allerdings wurden in meinen Augen die Bienen zu sehr vermenschlicht, und leider konnte mich der Roman auch nicht wirklich packen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 02.02.2026

Ließ mich zwiegespalten zurück

Die Mäusekönigin
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Während des Vietnamkrieges, der 1975 beendet wurde, haben die USA das Entlaubungsmittel Agent Orange eingesetzt, das mit dem Dioxin TCDD verunreinigt war. Noch heute leidet die vietnamesische Bevölkerung ...

Während des Vietnamkrieges, der 1975 beendet wurde, haben die USA das Entlaubungsmittel Agent Orange eingesetzt, das mit dem Dioxin TCDD verunreinigt war. Noch heute leidet die vietnamesische Bevölkerung darunter, neben auftretenden Spätfolgen werden immer noch missgebildete Kinder geboren. Viele dieser Kinder werden in speziellen Heimen betreut.

Nhi ist eine von ihnen, sie wurde ohne Beine geboren. Wie alle muss auch sie mit 18 Jahren das Heim verlassen und zu ihrer Familie zurückkehren.

Bao ist eine kleine Maus, die ihre Familie verloren hat, und von Nhi aufgenommen wurde. Nhi hat nämlich ein spezielles Talent, sie kann mit Tieren sprechen. Natürlich begleitet Bao sie in das Dorf ihrer Familie. Wie sich herausstellt, lebt nur noch Hien, Nhis Großtante, außerdem hat sich das Dorf auf Schlangenzucht spezialisiert. Für Nhi wird eine Arbeit gefunden, die sie leisten kann, wirklich akzeptiert wird sie aber nicht.

Eigentlich hatte ich anhand von Titel und Cover etwas ganz anderes erwartet, eine Art Märchen, nicht aber einen Roman mit so viel Realitätsbezug, so hatte ich zunächst ein bisschen Probleme im Roman anzukommen, konnte aber relativ schnell umswitchen. Märchenhaft ist an dem Roman wenig, obwohl es ein, zwei Versatzstücke gibt, die zu Märchen passen, wie zum Beispiel Nhis spezielles Talent. Alles andere ist sehr realistisch, ein gut Teil gesellschaftskritisch und auch nicht ohne Grausamkeiten.

Ich gestehe, dass ich bisher nichts darüber wusste, dass Agent Orange sich auch heute noch so gravierend auswirkt. Sicher bin ich da nicht die einzige, weswegen ich das Thema wichtig finde, das man auch in einem Roman verarbeiten kann, wobei ich finde, dass es hier manchmal ein bisschen untergeht.

Ich habe schon andere Werke des Autors gelesen, der Roman passt schon dazu, allerdings hat er mir, im Gegensatz zu den anderen Werken weniger gut gefallen. Das lag vor allem daran, dass er für mich nicht spannend war, und ich ein bisschen die Lust verlor, ihn zu lesen.

Erzählt wird aus Baos Perspektive, was ich recht ansprechend finde. Dazwischengestreut sind immer wieder einmal verschiedene Dokumente, wie Briefe oder Medienberichte. Letzteres macht den Roman interessanter, und wirft auch die eine oder andere Frage auf. Leider sind mir die Protagonist:innen nicht wirklich nahe gekommen, vielleicht wäre Nhis Perspektive zwischendurch günstiger gewesen, um ihr näher zu kommen.

Etwas schockiert hat mich das Ende, ich bin immer noch nicht sicher, ob ich es gutheißen kann. Ich kann aber verstehen, wie es dazu gekommen ist.

Der Roman ist kein Märchen, wie ich es eigentlich erwartet hatte, sondern hat einen starken Realitätsbezug, das Thema, das hier berührt wird, halte ich für wichtig, der Roman konnte mich aber leider nicht packen, und auch die Charaktere kamen mir wenig nahe. So ließ er mich letztlich zwiegespalten zurück, daher vergebe ich durchschnittliche 3 Sterne.

Veröffentlicht am 21.11.2025

Der Kriminalfall entwickelt sich in eine Richtung, die mir nicht gefällt

Über die Toten nur Gutes
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Mads Madsen ist Trauerredner. Eines Tages stirbt Patrick, Mads bester Freund aus Kindertagen einen unschönen Tod, und bittet Mads auf nicht alltäglichen Wegen darum, seine Trauerrede zu schreiben. Bei ...

Mads Madsen ist Trauerredner. Eines Tages stirbt Patrick, Mads bester Freund aus Kindertagen einen unschönen Tod, und bittet Mads auf nicht alltäglichen Wegen darum, seine Trauerrede zu schreiben. Bei Mads kommen viele Erinnerungen hoch, aber er fragt sich auch, wie es Patrick seit damals erging, und möchte auch gerne wissen, warum Patrick so starb, wie er starb. Er stellt Fragen, und sticht damit in ein Wespennest.

Ein Trauerredner ist wirklich ein sehr origineller Ermittler in einem Kriminalroman. Dazu war mir Mads schnell sympathisch. Neben ihm spielt auch seine Familie, besonders sein Vater, bei dem er noch lebt, sowie sein jetziger bester Freund, der Bestatter Fiete, eine große Rolle. Natürlich darf auch die Polizei in einem Krimi nicht fehlen, Hauptkommissarin Luisa Mills ist alles andere als erfreut davon, dass Mads ebenfalls in Patricks Todesfall ermittelt.

Der Roman hat mich zunächst schnell gepackt, vor allem auch, weil immer wieder Humor mitschwingt, für den in besonderem Maße Mads Vater Fridtjof zuständig ist. Es schwingen aber auch immer wieder leisere Töne mit, immerhin geht es hier auch um Trauer. Trauer, die auch Mads Famiie zur Genüge kennt.

Die Charaktere sind noch relativ oberflächlich gezeichnet, das könnte sich im Rahmen der Reihe aber noch ändern. Manche, wie Mads Vater, sind etwas skurril, andere, wie ein Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens, geheimnisvoll. Gar nicht mochte ich die Antagonisten, da hätte schon ein bisschen Graufärbung gut getan.

Leider hat sich der Roman bezüglich der Auflösung in eine Richtung entwickelt, die mir nicht so gut gefallen hat, vor allem auch für den ersten Band einer Reihe war mir das zu heftig, das hat ihn mir ab einem bestimmten Punkt mehr und mehr verleidet, was ich ausgesprochen schade finde. Ganz nachvollziehen, warum Mads so tief in den Fall einsteigt, wie er es tut, konnte ich außerdem auch nicht. Trotzdem bin ich auf den zweiten Band gespannt, werde der Reihe also auf jeden Fall noch eine Chance geben, schon, weil mir die Charaktere gefallen.

Ein Trauerredner als Ermittler, diese originelle Idee hat mich direkt angesprochen. Der Roman punktet außerdem mit seinen Charakteren und seinem Humor. Leider hat er mich bei der Auflösung verloren, trotzdem werde ich der Reihe noch eine Chance geben.

Veröffentlicht am 21.11.2025

Nicht der beste Band der Reihe

Seemannsgrab für Norderney
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Im Norddeicher Hafenbecken wird durch Zufall eine Leiche entdeckt, und da man bei dem Toten eine Visitenkarte Jan de Fries‘ findet, zieht Hauptkommissarin Doro Oldenburg den Anwalt hinzu, dieser kann ...

Im Norddeicher Hafenbecken wird durch Zufall eine Leiche entdeckt, und da man bei dem Toten eine Visitenkarte Jan de Fries‘ findet, zieht Hauptkommissarin Doro Oldenburg den Anwalt hinzu, dieser kann den Toten aber nicht identifizieren. Noch während die Untersuchungen des Fundortes laufen, wird eine weitere Leiche vor Norderney gemeldet, dieses Mal ist es ganz eindeutig Mord. Jan, der mit nach Norderney gefahren ist, wird dort sehr offensiv als Komparse für einen Film angeheuert, was sich letztlich als gut für die Ermittlung herausstellt.

Der Roman ist der bereits der zwölfte Band der Reihe um Jan de Fries, ich selbst habe zwar noch nicht alle, aber doch schon einige davon gelesen. Sie spielen alle entlang der Nordseeküste, dieses Mal zum größten Teil auf Norderney. Dass dort gerade ein historischer Film gedreht wird, macht die Geschichte zusätzlich interessant. Dirk Trost hat selbst als Komparse bei einem solchen Film mitgewirkt, so dass er auch ein bisschen aus dem Nähkästchen erzählen kann. Der Film und die an ihm Mitwirkenden spielen eine große Rolle, so dass schnell klar wird, dass der Täter/die Täterin in diesem Umfeld zu finden sein könnte.

Dieses Setting hat mir, trotzdem es die Örtlichkeiten sehr begrenzt, gut gefallen. Norderney spielt dabei zwar auch ein Rolle, allerdings eine eher unspezifische, da man auf Grund des recht schlechten Wetters und der Filmsituation nur relativ wenig über die Besonderheiten der Insel erfährt.

Leider fand ich Jan de Fries in diesem Roman unsympathischer als sonst, was auch daran liegen könnte, dass seine Neugierde in diesem sehr begrenzten Rahmen besonders unangenehm wirkt. Und natürlich muss er sich auch wieder selbst in Gefahr bringen, das ist zwar ein Merkmal jedes Bandes der Reihe, aber auch das wirkt auf mich dieses Mal noch aufgesetzter als bei manchem der anderen Bände. Dazu kommt noch, dass mir solche Situationen in Krimis, vor allem in Reihen, nur noch ein müdes Gähnen entlocken. Gibt es wirklich Krimikenner:innen, die das mögen, womöglich sogar spannend finden? Ich finde es inzwischen so viel besser, wenn Autor:innen auch einmal darauf verzichten, speziell eben in Reihen, wo eigentlich klar ist, dass bestimmte Personen safe sind. Ich möchte das einfach nicht mehr in fast jedem Krimi lesen müssen, zumal es sehr selten ist, dass es nicht aufgesetzt wirkt.

Auch die Auflösung konnte mich, auch wenn sie nicht unlogisch ist, nur bedingt überzeugen, da habe ich, auch in dieser Reihe, schon bessere gelesen. Ein Pluspunkt für mich, sind die Personen und der Hund aus Jans Umfeld, die hier alle mehr oder weniger Einfluss auf das Geschehen haben, manchmal leider auch ein bisschen zu sehr zur rechten Zeit am rechten Ort sind.

Obwohl ich es mag, dass hier ein Filmdreh mit im Mittelpunkt steht, hat das sehr begrenzte Setting dem Roman leider nicht gut getan, auch weil die Eigenarten des Protagonisten hier eher unangenehm wirken. Auch die Auflösung hat mir nicht so richtig gefallen. Punkten kann vor allem wieder das Umfeld des Protagonisten.

Veröffentlicht am 27.10.2025

Band 2 hat leider nicht ganz gehalten, was mir Band 1 versprochen hatte

Die Buchreisenden - Eine Tür aus Silber und Lügen
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Nach den Ereignissen im letzten Band haben Adam und Elisa wenig Zeit zum Trauern, denn es gilt immer noch weitere Türen zu finden und die dazugehörigen Schlüsselsätze. Da auch die Libronauten auf dieser ...

Nach den Ereignissen im letzten Band haben Adam und Elisa wenig Zeit zum Trauern, denn es gilt immer noch weitere Türen zu finden und die dazugehörigen Schlüsselsätze. Da auch die Libronauten auf dieser Suche sind, ist keine Ruhephase möglich.

Ganz so gut wie der erste Band hat mir der zweite nicht gefallen, das lag auch an der Hektik, die die Geschehnisse mehr und mehr annahmen, was auch dazu führte, dass die Charaktere oberflächlicher wirkten als im Vorgängerband, aber auch an den immer brutaleren Handlungen der Antagonistenseite. Manches ist auch etwas verwirrend aufgebaut, und nicht immer ganz klar.

Andererseits hat man hier im Abschlussband natürlich auch viele Fragen beantwortet bekommen, zum Beispiel die, wo Adam überhaupt herkam, der ja keine Erinnerung an sein Sein vor den Libronauten hatte, und natürlich auch, was sich hinter den Türen verbirgt, und warum. Letzteres hätte ich mir ein bisschen spannender vorgestellt, aber, was sich daraus entwickelt, ergibt dann zumindest einen langen, spannenden Showdown.

Es gibt wieder mehrere Reisen in Bücher, wobei mir dabei nur die erste wirklich gut gefallen hat. Hier konnte ich mir die Welt und ihre Bewohner gut vorstellen, vielleicht auch, weil ich diese erst kürzlich mit einem anderen Buch besucht habe. Von der zweiten Reise, in eine Welt, die ich eigentlich gut kenne und mag, war ich etwas enttäuscht, denn das spezielle Setting fand ich eher langweilig, und außer einem, nicht unwichtigen Charakter, gab es keine Überschneidungen mit den bekannten Personen.

Gut gefallen haben mir das Ende und vor allem der Epilog. Bis dahin hatte ich allerdings noch den einen oder anderen Moment, wo mir die Geschichte nicht ganz logisch vorkam, manches schien eher dem Plot geschuldet, und musste dann so sein, zum Beispiel, wenn man sich anschaut, welche Buchcharaktere mit den Schlüsselsätzen bedacht wurden.

Für mich konnte Band 2 leider nicht ganz halten, was mir Band 1 versprochen hatte. Schade.

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