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Veröffentlicht am 20.02.2026

Düstere Magie, hohe Opfer und eine Familie voller Geheimnisse

House of Blight
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House of Blight von Maxym M. Martineau hat mich deutlich mehr überzeugt, als ich nach dem ersten Eindruck erwartet hätte. Das Cover sprach mich zunächst wenig an. In der Hand wirkt das Buch jedoch stimmiger ...

House of Blight von Maxym M. Martineau hat mich deutlich mehr überzeugt, als ich nach dem ersten Eindruck erwartet hätte. Das Cover sprach mich zunächst wenig an. In der Hand wirkt das Buch jedoch stimmiger als auf dem Bildschirm. Inhaltlich hat es mich schnell gepackt.

Die Geschichte startet kompakt und ohne lange Vorrede. Das Magiesystem wird früh eingeführt und verständlich erklärt. Im Mittelpunkt steht eine seltene Heilmagie, die jedes Mal Lebenszeit kostet. Dieser Preis verleiht der Handlung von Anfang an Gewicht. Im Vergleich zu sehr ausführlich erzählten Fantasy Reihen wirkt der Einstieg straffer. Das sorgt für Tempo und einen direkten Zugang zur Welt.

Atmosphärisch setzt der Roman klar auf Gothic Elemente. Ein unheimliches Anwesen, eine mächtige Familie mit eigenen Regeln und eine bedrohliche Seuche bestimmen das Setting. Die Stimmung ist dicht und stellenweise beklemmend. Gleichzeitig bleibt Raum für Figurenentwicklung und zwischenmenschliche Spannungen.

Die Protagonistin Edira überzeugt durch Entschlossenheit und Eigenständigkeit. Sie kennt die Folgen ihrer Magie und trifft bewusste Entscheidungen. Ihre Motivation ist nachvollziehbar, ihre Loyalität glaubwürdig. Besonders stark sind die Szenen, in denen sie Motive hinterfragt und sich nicht einschüchtern lässt.

Die Dynamik innerhalb der herrschenden Familie sorgt für anhaltende Spannung. Macht, Misstrauen und verborgene Interessen prägen die Beziehungen. Niemand ist eindeutig einzuordnen. Das hält die Geschichte lebendig.

Die Liebesgeschichte setzt auf Slow Burn und Wortgefechte. Nicht jede romantische Szene wirkt vollkommen rund, doch insgesamt fügt sich die Beziehungsebene in die Handlung ein, ohne sie zu dominieren.

Im letzten Drittel zieht das Tempo deutlich an. Die Ereignisse spitzen sich zu, ohne in einem harten Cliffhanger zu enden. Gleichzeitig wird klar, dass die Geschichte weitergeht.

House of Blight lebt von Atmosphäre, moralischen Konflikten und einem Magiesystem mit echten Konsequenzen. Themen wie Opferbereitschaft, Loyalität und Macht stehen im Zentrum. Wer Gothic Romantasy mit magischen Schwüren, erzwungener Nähe und einer geheimnisvollen Familie mag, findet hier eine dichte, stimmungsvolle Geschichte.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Ein Abschluss

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Ich habe die Geschichte von Evelyn und Silvia schon sehr gern gelesen. Deshalb war ich neugierig auf Hannah. Und ich war sofort wieder drin.

Der Roman springt zwischen 1945, 1989 und 2023. Das funktioniert ...

Ich habe die Geschichte von Evelyn und Silvia schon sehr gern gelesen. Deshalb war ich neugierig auf Hannah. Und ich war sofort wieder drin.

Der Roman springt zwischen 1945, 1989 und 2023. Das funktioniert erstaunlich gut. Ich mochte vor allem die Gegenwartsebene mit Hannah. Ihre Auseinandersetzung mit dem Vater hat für mich die größte Kraft. Diese Mischung aus Wut, Neugier und alter Sehnsucht hat mich sehr beschäftigt. Ich konnte Hannah gut verstehen, auch wenn ich sie manchmal gern geschüttelt hätte.
Die Vergangenheit ist stark erzählt, hätte an manchen Stellen für meinen Geschmack noch mehr Tiefe vertragen. Die Szenen im Forsthaus mit der Malerin Wilma und der eigenwilligen Haushälterin haben mich besonders berührt. Das Leben in der frühen DDR, die Enge, die politischen Erwartungen, der Wunsch nach eigener Kunst, das alles wirkt erstaunlich greifbar.

Das verschwundene Bild, das sich durch alle drei Bücher zieht, spielt hier eine leisere Rolle, als ich erwartet hatte. Das fand ich dann doch etwas schade. Trotzdem hat mich die Geschichte gepackt. Ich habe viele Passagen einfach in einem Rutsch gelesen.

Für mich ein stimmiger Abschluss dieser Familiengeschichte, wenn auch nicht ganz so eindringlich wie der erste Band, aber nah dran.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Wärme zwischen Kochtopf und Erinnerung

Das Restaurant der verlorenen Rezepte (Die Food Detectives von Kyoto 1)
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Kein klassischer Krimi! Hier geht es um Gerichte, Erinnerungen und um die Frage, ob ein Geschmack Vergangenes zurückholen kann.

Das Kamogawa Diner in Kyoto trägt kein Schild, es gibt auch keine Speisekarte. ...

Kein klassischer Krimi! Hier geht es um Gerichte, Erinnerungen und um die Frage, ob ein Geschmack Vergangenes zurückholen kann.

Das Kamogawa Diner in Kyoto trägt kein Schild, es gibt auch keine Speisekarte. Wer es findet, sucht mehr als Essen. Im hinteren Teil arbeitet eine kleine Detektei. Vater Nagare, früher Polizist, und seine Tochter Koishi nehmen besondere Aufträge an. Menschen wollen ein Gericht wiederfinden, das sie mit einer wichtigen Person oder einem Wendepunkt verbinden. Der Ablauf wiederholt sich in sechs Episoden. Erst das Gespräch mit Koishi, dann Nagares Recherche. Zwei Wochen später steht das rekonstruierte Gericht auf dem Tisch. Mit dem ersten Bissen kommen Gefühle zurück, die lange verdrängt waren.

Besonders nah ging mir die Geschichte einer älteren Frau, die Jahrzehnte später noch einmal den Eintopf kosten möchte, den sie bei einem Heiratsantrag gegessen hat. Damals ist sie einfach gegangen. Als sie das Gericht erneut probiert, wird deutlich, dass es nie nur um das Essen ging.

Beim Lesen bekommt man Hunger. Udon, Sushi, Tonkatsu oder einfache Hausgerichte werden so anschaulich beschrieben, dass ich zwischendurch am liebsten selbst gekocht hätte. Hungrig sollte man dieses Buch nicht beginnen.

Ein rot getigerter Kater streift durch jedes Kapitel und sorgt für leise, warme Momente, genauso wie auch die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Ruhig, eingespielt, mit trockenem Humor.

Ein kleiner Abzug, weil das Muster der Fälle ähnlich bleibt und manche Wendung absehbar ist. Trotzdem habe ich die Geschichten wirklich gern gelesen. Am Ende blieb vor allem Appetit - auf japanisches Essen. Und auch auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Misstrauen im eigenen Zuhause

Das Signal
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Ein neues Buch von Ursula Poznanski, für mich jedes Mal ein absoluter Pflichtkauf. Ich habe wirklich alle ihre Bücher gelesen. Und ich muss gestehen, dieses hier ist für mich bisher das schwächste.

Der ...

Ein neues Buch von Ursula Poznanski, für mich jedes Mal ein absoluter Pflichtkauf. Ich habe wirklich alle ihre Bücher gelesen. Und ich muss gestehen, dieses hier ist für mich bisher das schwächste.

Der Einstieg hat mich sofort gepackt. Viola wacht im Krankenhaus auf und erfährt, dass sie bei einem Unfall ihr Bein verloren hat. Ab da kippt ihr ganzes Leben. Zurück im Haus außerhalb von Wien fühlt sie sich nicht wie in Sicherheit, sondern wie unter Beobachtung. Ihr Mann wirkt überfürsorglich, engagiert eine Pflegerin, die mehr kontrolliert als hilft. Also beginnt Viola, selbst zu kontrollieren. Mit kleinen Trackern und viel Misstrauen.

Die Atmosphäre ist dicht, dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt, mochte ich sehr. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen, wie so oft bei Poznanski. Trotzdem hat sich vor allem der Mittelteil gezogen. Einige Wendungen waren vorhersehbar, manches wirkte konstruiert.
Was mich aber diesmal wirklich gestört hat, war die Glaubwürdigkeit. In der Situation, in der sich Viola befindet, hätte man andere Unterstützung. Nach einer Amputation gibt es medizinische Begleitung, Reha, Therapeutinnen und Therapeuten, soziale Anlaufstellen. Vieles davon spielt kaum eine Rolle. Auch ihr Verhalten erschien mir stellenweise nicht nachvollziehbar. Ich hätte anders gehandelt.

Viola selbst ist eine interessante Figur, mit Ecken und einer eigenen Vergangenheit. Adam blieb für mich dagegen etwas blass. Da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, um ihre Beziehung besser zu verstehen.

Trotz meiner Kritik habe ich das Buch gern gelesen. Es hat Spannung, eine beklemmende Stimmung und starke Momente. Aber im Vergleich zu ihren anderen Romanen fehlte mir hier das gewisse Etwas. Deshalb solide "nur" Sterne.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Picasso, Politik und tödliche Geheimnisse

Die Verschwörung
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„Die Verschwörung“ hat mich sofort gepackt. Ein Van-Gogh-Empfang in London, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und schon geht es um Mord, Beutekunst und einen verschwundenen Picasso. Kunstgeschichte ...

„Die Verschwörung“ hat mich sofort gepackt. Ein Van-Gogh-Empfang in London, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und schon geht es um Mord, Beutekunst und einen verschwundenen Picasso. Kunstgeschichte wird hier plötzlich richtig spannend und treibt die Handlung voller Gier, Gewalt und politischer Machtspiele voran.

Der Mord an der Oxford-Professorin Charlotte Blake ist der Auslöser. Zunächst sieht alles nach einem Serienmörder aus, doch Blake suchte nach einem im Zweiten Weltkrieg geraubten Picasso. Gabriel Allon mischt sich ein. Als Restaurator und Ex-Geheimdienstchef kennt er sich in Europa bestens aus. Seine Spur führt von London über Oxford nach Cornwall und weiter auf den Kontinent.

Besonders interessant ist, wie Silva die Kunstwelt mit Finanzgeschäften, Politik und Cyberkriminalität verknüpft. Hacker brechen selbst in gesicherte Systeme ein, was die Geschichte überraschend nah an die Realität rückt. Die Kapitel sind kurz, die Perspektivwechsel halten die Spannung hoch, und Allon wirkt trotz seiner Fähigkeiten menschlich. Rückblicke auf sein Privatleben machen den Einstieg auch für Neueinsteiger leicht.

Warum nur vier Sterne? Manche politischen Nebenhandlungen ziehen sich etwas in die Länge und bremsen die Picasso-Jagd. Trotzdem bleibt die Spannung bis zum Ende hoch.

Ein Politthriller, der Kunst, Intrigen und europäische Schauplätze spannend verbindet. Sehr unterhaltsam. Vier von fünf Sternen.

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