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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2018

Spannung pur

Im Kopf des Mörders - Kalte Angst
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Ein mit einer Fliegenmaske Verkleideter dringt nachts in Wohnungen ein und bringt bis auf einen Zeugen alle anderen Hausbewohner um. Diese Zeugen erhalten den Auftrag es den anderen zu erzählen.
Ja, aber ...


Ein mit einer Fliegenmaske Verkleideter dringt nachts in Wohnungen ein und bringt bis auf einen Zeugen alle anderen Hausbewohner um. Diese Zeugen erhalten den Auftrag es den anderen zu erzählen.
Ja, aber wer sind die anderen? Nicht nur Max Bischoff und sein Kollege Böhmer stehen vor einem Rätsel, sondern auch der Leser. Diese kryptischen Hinweise helfen bei den Ermittlungen der Kripo und Vermutungen der Leser nicht wirklich weiter. Darum bleibt in diesem Thriller die Spannung auch während des ganzen Romans auf einem sehr hohen Level.
Dabei hat Arno Strobel den Leser noch zusätzlich unter Druck (jedenfalls habe ich es so empfunden) gesetzt, indem er mittels kursiver Schrift die nächsten Mordbeschreibungen hervorgehoben hat. Streckenweise war ich vor dem Umblättern richtig kribbelig, ob auf der nächsten Seite wieder kursive Schrift erscheint und somit noch ein weiterer Mord(e) geschieht. Ein Zeichen dafür, wie hoch die Spannung von mir empfunden wurde.
Dabei war mir ehrlich gesagt nicht unbedingt die Hauptfigur Max am sympathischsten, sondern sein Kollege Bischoff. Der war nämlich nicht nur Arbeitskollege, sondern auch Freund. Er versucht Max, der trotz einer Auszeit wegen traumatischen Erlebnissen aus dem vorherigen Fall psychisch noch immer nicht stabil ist und zu kämpfen hat, zu unterstützen. Max erlebt immer wieder Rück- und Ausfälle. Doch Bischoff weist ihn auf seine Fähigkeiten und Stärken hin, hinterfragt Handlungsweisen und macht auf Fehler aufmerksam, ohne ihn anzuschwärzen. Das nenne ich Freundschaft!
Das Ende und mit ihm die Aufklärung der Mordserien kam für mich dann doch etwas überraschend. Auf alle Fälle implementiert das Ende auch eine Fortsetzung der Ermittlungen um Max Bischoff, was mich sehr freut.
Ich habe mich jedenfalls wunderbar unterhalten gefühlt, vergebe 4,5 Lese-Sterne und spreche eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Thriller-Fans aus.

Veröffentlicht am 11.10.2017

kommt einem Märchen nahe

Winterengel
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Anna Härtel ist, durch den früehn Tod ihres Vaters, frühzeitig für den Familienunterhalt verantwortlich. Denn ihr Vater hat nur Schulden hinterlassen, so dass die Familien-Glasbläserei verkauft werden ...

Anna Härtel ist, durch den früehn Tod ihres Vaters, frühzeitig für den Familienunterhalt verantwortlich. Denn ihr Vater hat nur Schulden hinterlassen, so dass die Familien-Glasbläserei verkauft werden musste. Zum Glück hat er Anna aber frühzeitig in diesem Handwerk angelernt. Mit selbst entworfenen Glasengeln versucht sie nun den Lebensunterhalt für sich, ihre Mutter und ihre kleine Schwester Elisabeth zu bestreiten. Doch als sie in der Vorweihnachtszeit wieder einmal versucht ihre Engel auf dem Markt von Spiegelberg zu verkaufen, wird sie von einem gut gekleideten Herrn angesprochen und das Abenteuer ihres jungen Lebens beginnt....
Mit diesem Buch habe ich mich unheimlich gut unterhalten gefühlt. Anna, die Hauptfigur des Romans, muss man einfach mögen. Selbst noch nicht ganz erwachsen übernimmt sie die Aufgabe der Ernährerin, stellt eigene Wünsche und Bedürfnisse hinter die der anderen. Aber als sich ihr die Chance bietet ihre kleinen Engel Königin Viktoria von England zu präsentieren und zu verkaufen, nimmt sie allen Mut zusammen und macht sich auf die weite Reise nach England.
Wenn die Geschehnisse für den Leser auch vorhersehbar sind (wie im Märchen ist am Ende alles gut), so ist mir das Lesen doch sehr kurzweilig vorgekommen. Ergreifend fand ich gegen Ende den Brief des holländischen Glasmachers DeVries.
Von mir bekommt das Buch 4 wohlverdiente Lese-Sterne.

Veröffentlicht am 19.07.2017

wunderbar ergreifender Schicksalsroman

Solange die Hoffnung uns gehört
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Anna Kluger ist in Frankfurt ein gefeierter Opernstar bis die braune Welle mit ihrem Judenhass an die Macht kommt…
Dieses Buch hat sich wunderbar gelesen. Die Lesezeit war unheimlich kurzweilig. Die Charaktere ...

Anna Kluger ist in Frankfurt ein gefeierter Opernstar bis die braune Welle mit ihrem Judenhass an die Macht kommt…
Dieses Buch hat sich wunderbar gelesen. Die Lesezeit war unheimlich kurzweilig. Die Charaktere insbesondere der von Anna sind glaubhaft, lebensecht und liebenswert beschrieben. Man muss Anna einfach mögen. Selbstlos kämpft sie um das Überleben ihrer Tochter, auch wenn dies die Trennung bedeutet und sie daran fast zerbricht. Es muss in der damaligen Zeit furchtbar für die jüdische Bevölkerung gewesen sein. Nirgends durften sie hin, alles war ihnen verboten und dann schwebte ja auch immer die Deportierung in eines der Vernichtungslager.
Ich fand die Beschreibung ihres täglichen Rituals > das jüdische Lied „Jankele“< gemeinsam zu singen total ergreifend, da sie das ja auch während der Trennung beibehalten wollten. Jeder für sich und in Gedanken doch vereint.
Bei Ruth habe ich ein wenig das Heimweh nach Frankfurt, nach ihrer Mutter und ihrer Heimat in den Beschreibungen vermisst. Aber ihre schwesterliche Liebe zu Walter finde ich gut beschrieben, wie auch deren Wachstum im Laufe der Jahre.
Zum Schluss kamen mir dann doch noch die Tränen. Warum? Das sollte jeder, der sich für Schicksalsromane und deutsche Geschichte interessiert, selbst lesen. Diesem Buch spreche eine 100%ige Weiterempfehlung aus. Von mir gibt’s 4 Lesesterne.

Veröffentlicht am 03.02.2026

geht unter die Haut

Da, wo ich dich sehen kann
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Maja ist neun, als Frank, ihr Vater, im Zorn Mutter Emma umbringt. Für Maja beginnt ein neuer Alptraum. Als ihre Mutter noch lebte, musste sie immer wieder den Streit ihrer Eltern miterleben. Doch jetzt, ...

Maja ist neun, als Frank, ihr Vater, im Zorn Mutter Emma umbringt. Für Maja beginnt ein neuer Alptraum. Als ihre Mutter noch lebte, musste sie immer wieder den Streit ihrer Eltern miterleben. Doch jetzt, nach dem Tod der Mutter, macht sie sich Vorwürfe. Schließlich hat sie immer ihrem Vater beigestanden. Hätte sie ihre Mutter retten können, wenn sie sich nicht so verhalten hätte?
Ich habe das Buch sehr langsam gelesen, immer wieder beiseitegelegt. Es waren für mich einfach zu viele Emotionen, die da hochgekommen sind. Nicht weil ich ähnliches erlebt habe. Es sind die eindringlichen Ausführungen der Autorin, die mich ergriffen gemacht haben. Dabei fand ich es von Jasmin Schreiber sehr gut vermittelt, wie die kleine Maja mit ihren Alpträumen zu kämpfen hat. Maja spricht von Ranken, die sie zu ihrer Mutter in die Erde ziehen wollen und ihr dabei die Luft zum Atmen nehmen. Doch die Autorin fasst die Auswirkungen dieser Gewalttat noch viel weiter. Die Eltern von Emma, ihre beste Freundin Liv, alle wissen nicht, wie sie mit dem Verlust und vor allem mit der traumatisierten Maja umgehen sollen. Beide Großelternteile, väter- wie mütterlicherseits, wollen für Maja da sein und bringen das junge Mädchen damit in noch größere Bedrängnis. Mit den Zeichnungen von Maja, den Amtsschreiben um den Sorgerechtsstreit der Großeltern wird ein rundes Bild geschaffen. Was mir aber besonders gefallen hat, sind die schwarz grundierten Kapitel. Ich habe sie für mich „was wäre, wenn“ bezeichnet. Ein Gedankenspiel, das im Nachhinein das Verbrechen nicht verhindern kann. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

spannende Verwicklungen, lesenswert

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Cecilia ist eines – chronisch pleite. Als Online-Nachhilfelehrerin und als Housesitterin versucht sie sich über Wasser zu halten. Im Moment arbeitet sie gerade für die steinreiche Familie Waldner, die ...

Cecilia ist eines – chronisch pleite. Als Online-Nachhilfelehrerin und als Housesitterin versucht sie sich über Wasser zu halten. Im Moment arbeitet sie gerade für die steinreiche Familie Waldner, die unter anderem auf Ostsee eine Insel mit glamourösem Haus ihr Eigen nennen. Mit dem Sohn der Familie, Johannes Waldner verbindet sie mehr als berufliches Interesse…
Angangs habe ich mich mit Cecilia, von ihrem Schuldfreund Nick liebevoll Lia genannt, nicht anzufreunden können. Sie kam mir wie eine junge Frau, die sich vom Leben treiben lässt, die nicht zu viel Energie in den Lebensunterhalt stecken und einfach das Leben genießen will, vor. Doch weit gefehlt. Lia hat einen Plan und der ist teuflisch. In den wird der Leser über gezielte Rückblenden und damit Einblicke in Cecilias bisheriges, trauriges Schicksal eingebunden. Jedoch macht die Autorin das wohldosiert, so dass sich Spannung bei mir eingestellt hat. Nicht mit allen Entscheidungen dieser intelligenten jungen Frau konnte ich mich anfreunden und doch habe ich langsam Sympathien für sie entwickelt. Lias einziger Halt sind ihre beiden Freunde Nick, der schon seit Schulzeiten dazu zählt und Ying, die ihr die Housesittingstelle vermittelt hat. Doch nichts in diesem Thriller ist so wie es scheint und so hat mich das Ende dann auch kalt erwischt. Von mir gibt’s 4,5 Lese-Sterne für das wirklich wendungsreiche, spannende Buch.

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