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Veröffentlicht am 03.02.2026

"Gärten sind Orte, wo die Zeit stillsteht und das Herz Frieden findet." – Unbekannt

Geheime Gärten in Paris
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Paris ist laut, pulsierend und immer irgenwdie ein bisschen zu viel von allem . Doch es gibt sie wirklich, die kleinen verwunschenen Winkel und Ecken, die fast wie aus dem Märchen gefallen wirken. Elli ...

Paris ist laut, pulsierend und immer irgenwdie ein bisschen zu viel von allem . Doch es gibt sie wirklich, die kleinen verwunschenen Winkel und Ecken, die fast wie aus dem Märchen gefallen wirken. Elli Ioannou lädt mit ihrem Buch "Geheime Gärten in Paris" dazu ein, diese üppig blühenden Schatzkästchen zu finden, ihre Gartenpforten zu öffnen und einfach das andere Paris kennen- und liebenzulernen.

Das Hardcoverbuch in pastelligem Grün mit Goldfolienprägung sowie einer harmonischen Stanzung lockt mit geheimnisvoll umrankten Säulen und einem stilvollen Foto zu einer Entdeckungsreise. Es steckt eine unglaubliche Dynamik im ersten optischen Eindruck, sodass direkt das Gefühl entsteht, das Buch in die Hände nehmen zu müssen und es zu erspüren.

Üppiges Grün rankt an den Hauswänden empor, knorrige Äste wirken wie die Heimat von Feen und Trollen, im Hinterhof plätschert leise das Wasser aus einem versteckten Brunnen, üppige Rosen verströmen ihren betörenden Duft, verschlungene Wege führen scheinbar ins Nichts, lauschige Plätze laden zum Verweilen ein und bieten so die Möglichkeit, blühende Orgien in weiß, rosa oder orange zu genießen.

Das alles könnte so wunderschön sein, wenn die Farben auf den Fotos leuchten würden. Denn statt auf mattgestrichenem Fotopaier, das dem Buch noch zusätzlich Glanz und Glamour verleihen könnte, sind die Aufnahmen auf herkömmlichen Buchpapier gedruckt. Die Farben verlieren somit ihre Strahlkraft und dadurch wirken die Gärten wie an einem tristen Regentag. Alles erscheint dunkler und grauer und die wundervollen Gärten erscheinen kontrastarm und farblos. Die emotionale Wirkung von Tonwert-, Farb- und konzeptionellen Kontrasten verpufft quasi und die breite Palette von natürlichen Tönen kommt nicht zur Geltung.

Schade, denn die kleine Gartenparadiese sind eine so wertvolle Entdeckung, die Paris noch zauberhafter machen.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Familie: Wir haben vielleicht nicht alles , was wir wollen. Aber zusammen sind wir alles, was wir brauchen

Morgensonnenglück
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Nach jahrelangem Schweigen der einzelnen Familienmitglieder steht eine zukunftsträchtige Zusammenkunft an. Hollys Großvater hat den Familienrat einberufen, um seinen Enkelinnen das Gut zu übergeben. Doch ...

Nach jahrelangem Schweigen der einzelnen Familienmitglieder steht eine zukunftsträchtige Zusammenkunft an. Hollys Großvater hat den Familienrat einberufen, um seinen Enkelinnen das Gut zu übergeben. Doch wie bringt man alle unter einen Hut, wenn so viel Ungesagtes einen Keil zwischen alle getrieben hat ? Es ist keine Zeit mehr für Streit und Neid und es gilt, ab sofort nicht nur die sprichwörtlichen Zügel in die Hand zu nehmen...


Als "Wohlfühlroman mit einem Hauch Gilmore Girls" beworben, weckt der neue Roman von Petra Schier Begehrlickeiten. Und ja, die gemütliche Atmosphäre auf dem Gut in der Eifel wird von ihr schön transportiert, aber schlagfertige Dialoge, echte Romantik und frühlingshafte Vibes suchen die Leser:innen vergebens.

Vielmehr wirkt es so, als wolle die Autorin auf Teufel komm raus genau diese Attribute zwanghaft erfüllen und genau das merkt man ihrer Geschichte auch an. Alle Figuren reisen mit emotionalem Gepäck an und treffen nach einer gefühlten Ewigkeit des Schweigens aufeinander. Die Lebensgeschichten sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht , die Geschwister werden mehr oder weniger immer noch durch das Familienoberhaupt fremdbestimmt. Die Fäden werden noch sehr straff gehalten und trotzdem brechen Kinder und Enkelkinder aus dem vorgegebenen Rahmen aus, um die Möglichkeit zu nutzen, verpasste Chancen zu ergreifen und alte Wunden heilen zu lassen.

Manche Dialgoe wirken zu bemüht und erwecken den Anschein, als wären sie Wort für Wort abgewogen und ihren Figuren in den Mund gelegt. Bei Ruth hingegen wäre weniger mehr gewesen und ihre ruppige, oft sehr verletzende Ausdrucksweise führt daszu, dass sich die Leser:innen von ihr distanzieren.

Esotherik, Mobbing, starke Mutter-Tochter- und Schwesterndynamik, Familiengefüge und neue Chancen sowie second-chance-Liebe werden thematisch im bunten Kessel gerührt und am Ende haben sich alle lieb. Es ist alles zu glatt, zu unaufgeregt und es fehlt ein bisschen Kleinstadtvharme mit Frühlingszauber.

Der Roman wird sicherlich eine große Fangemeinde finden, es bleiben jedoch nur neutrale 3 Sternchen

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Berührt leider nicht mein Herz

Wo der Himmel uns berührt
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New Mexiko ist ein Ort der Sehnsucht und der Hoffung auf einen Neubeginn. Für Schneiderin Cassie scheint es aber gerade alles andere als gut zu laufen, denn ein Unfall und die damit einhergende Verletzung ...

New Mexiko ist ein Ort der Sehnsucht und der Hoffung auf einen Neubeginn. Für Schneiderin Cassie scheint es aber gerade alles andere als gut zu laufen, denn ein Unfall und die damit einhergende Verletzung setzt sie für Wochen schachmatt. Wie gut, dass Brandon DuBarko eine Lösung weiß. Während sich zwischen Cassie und Brandon zarte Bande knüpfen, steht noch etwas im Raum, das Brandon daran hindert, eindlich seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen....


"Wo der Himmel uns berührt" ist ein historischer Roman von Tracie Peterson, der sich mit den Themen Verlust, Schuld, Rache und Erlösung auseinandersetzt. Die Geschichte ist stark christlich geprägt und vermittelt eine klare Glaubensbotschaft, die stellenweise sehr präsent und für manche Leser:innen etwas überfordernd wirken kann. Insgesamt fügt sie sich jedoch überwiegend harmonisch in die Handlung ein.

Cassie Barton wird als vernünftig und unabhängig charakterisiert. Zwar lebt sie über weite Strecken selbstständig, während sie um ihren Vater in einer von Eisenbahnbau, politischer Unruhe und revolutionären Aktivitäten geprägten Stadt trauert, doch wirkt ihr Verhalten nicht durchgehend konsequent. Mehrfach zeigt Cassie wenig gesunden Menschenverstand: Sie schließt ihre Tür nicht ab, geht aus christlicher Nächstenliebe mit einem Mann essen, der sie zuvor bedroht hat, und trifft Entscheidungen, die ihre Unabhängigkeit eher infrage stellen. Ihre Charakterentwicklung ist zudem stark an andere Figuren gebunden, sodass sie stellenweise passiv und abhängig erscheint, anstatt eigenständig zu handeln.

Dennoch ist Cassie insgesamt eine liebenswerte und warmherzige Person. Ihre schriftstellerischen Ambitionen sind charmant dargestellt, und ihr Weg hin zur Veröffentlichung dürfte viele Leserinnen und Leser interessieren. Brandon wirkt hingegen wie ein geheimnivollser Held, jedoch ohne Supermannkostüm. Seine schwierige Vergangenheit verleiht ihm Tiefe, und mit fortschreitender Handlung wächst das Verständnis für seine inneren Konflikte. Als Paar wirken Cassie und Brandon stimmig und sympathisch, ihre Liebesgeschichte ist sanft und zurückhaltend erzählt.

Die historische Kulisse von Santa Fe, geprägt von drohendem Krieg und realen geschichtlichen Ereignissen, bildet einen überzeugenden Hintergrund für die Handlung. Die Verknüpfung dieser historischen Entwicklungen mit den persönlichen Schicksalen der Figuren ergibt ein rundes Gesamtbild, das insbesondere Fans inspirierender historischer Romane ansprechen dürfte.

Kritisch zu betrachten ist Brandons Handlungsstrang, insbesondere ein Gespräch mit seinem Pastor über seine Familiengeschichte. Auch wenn diese Darstellung möglicherweise dem historischen Kontext entspricht, kann sie aus heutiger Sicht als opferbeschuldigend oder opferbeschämend wahrgenommen werden und hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck.

Zudem ist es wichtig zu erwähnen, dass der Roman sensible Themen behandelt. Dazu gehören häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie zwei Tötungsszenen – eine vorsätzliche und eine aus einer Reaktion heraus. Leserinnen und Leser, die auf solche Inhalte sensibel reagieren, sollten dies im Vorfeld berücksichtigen.

Die in Kursivschrift verfassten Tagebuchseiten sind in sehr kleiner Schrift gedruckt, was das Lesen – insbesondere in den Abendstunden – anstrengend machen kann und schnell zu Ermüdung der Augen führt.

Der Roman bietet eine authentische historische Atmosphäre, eine nette Liebesgeschichte und eine sehr deutliche christliche Botschaft. Wer ruhige, glaubensorientierte historische Romane mit romantischen Elementen und realem geschichtlichem Hintergrund schätzt, wird dieses Buch garantiert mögen - mein Herz hat es leider nur bedingt berührt.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Nomen est Omen - knapp an der Lesepleite vorbeigeschrammt

Pleiten, Pech und Papa
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Aus ist es mit der Ruhe, denn nach der Flutkatastrophe im Ahrtal steht Papa mit seinen wenigen Habseligkeiten vor Carmens Haustür. Eine WG mit Papa und ihrem Freund kann sich die Mittfünzigerin jetzt auf ...

Aus ist es mit der Ruhe, denn nach der Flutkatastrophe im Ahrtal steht Papa mit seinen wenigen Habseligkeiten vor Carmens Haustür. Eine WG mit Papa und ihrem Freund kann sich die Mittfünzigerin jetzt auf Anhieb nicht wirklich vorstellen. Als wäre das alles schon nicht herausfordernd genug, lädt Papa kurzerhand seine Jugendliebe zum Auffrischen der Erinnerungen ein und heckt auch die ein oder andere Idee aus, die vielleicht erst noch etwas genauer überdacht werden müsste. Zwischen Kunst und Krempel, Hitzewallungen nd Tielkühlkost versucht Carmen nicht nur den Überlick zu behahlten, sondern auch den Sinn des Lebens zu finden...


Bisher hat Kristina Hortenbach mit witzigen Verbalduellen, frechen Pointen und schrägen Szenen in ihren Romanen punkten können. Doch mit "Pleiten, Pech und Papa" schrammt sie knapp an einer Lesepleite vorbei.Die Gags zünden nicht wirklich, denn sie sind ein schlapper Aufguss von Altherrenwitzchen, Klamauk aus den 1980er-Jahren und lassen den gewohnten Wortwitz vermissen.

Auch kann sich die Handlung nicht entscheiden in welche Richtung sie eigentlich laufen möchte: Flutkataspohe im Ahrtal, Menopause, Sinnfindung in der Lebensmitte, Jugendliebe und neue (Lebens-)Wege treffen aufeinander und verursachen ab und zu ein richtiges Tohuwabohu, das nicht nur den Schlamm- & Wassermassen im Katasprohengebiet geschuldet ist.

Hortenbach möchte ein sympathisches Plädoyer für mehr Toleranz gegenüber Liebe im Alter und Frauen in der Lebensmitte halten, jedoch gelingt es ihr nur bedingt, einen "erfrischenden Famlilienroman", wie auf dem Klappentext angekündigt, zu Papier zu bringen.

Es scheint vielmehr, als habe sie einen Sponsorenverteag mit einem Direktvertreiber von Tiefkühlkost abgeschlossen, denn häufig taucht der Name dieses Unternehmens im Buch auf. Dabei hat es die Autorin doch gar nicht nötig, durch Schleichwerbung auf ihre Geschichte aufmerksam zu machen.

Auch sind mache Sequenzen im Buch an den Film "Sein letztes Rennen" mit Dieter Hallervorden angelehnt, sodass die Handlung nicht neu ist und vielen Leseden bekannt vorkommt.

Alles in allem ein netter Zeitvertreib, der schnell gelesen, aber auch genauso schnell wieder vergessen ist. Schade, denn Kristna Hortenbach kann es wesentlich besser.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Der Reiseführer jetzt als Reisebildband

New York - Atlas des Geheimen
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New York wird häufig als „die Stadt, die niemals schläft“ beschrieben. Trotz dem Lärm und dem Trubel existieren jedoch zahlreiche ruhige, ungewöhnliche und wenig bekannte Orte, die dem hektischen Großstadtbild ...

New York wird häufig als „die Stadt, die niemals schläft“ beschrieben. Trotz dem Lärm und dem Trubel existieren jedoch zahlreiche ruhige, ungewöhnliche und wenig bekannte Orte, die dem hektischen Großstadtbild eine andere Facette hinzufügen. Der Reisebildband „New York – Atlas des Geheimen“ widmet sich genau diesen verborgenen Seiten und zeigt, dass die Stadt unendlich viele Gesichter hat.

Das Buch lädt dazu ein, die bekannten Wege zu verlassen und New York jenseits von Leuchtreklamen, gelben Taxis und belebten Straßenschluchten zu entdecken. Vorgestellt werden kleine und große Besonderheiten, die oft im Alltagstrubel übersehen werden: ungewöhnliche Fassadendetails historische Relikte, vergessene Orte oder überraschende Begegnungen mit der Natur mitten in New York. So finden sich unter anderem Hinweise auf verschwundene Siedlungen, kunstvolle Art-déco-Elemente, einen versteckten Wasserfall oder die letzten Gaslaternen der Stadt.

Text und Bild passen gut zusammen, um ein entschleunigtes New-York-Erlebnis zu vermitteln. Die Auswahl der Motive schafft bewusst Momente der Ruhe und zeigt, dass sich auch in einer scheinbar schlaflosen Stadt stille Entdeckungen machen lassen.

Inhaltlich greift der Bildband auf den bereits erschienenen Reiseführer „Verborgenes New York“ zurück. Leserinnen und Leser, die diesen kennen, werden viele der vorgestellten Orte wiedererkennen, nun jedoch in neuer, ausführlicherer Gestaltung und mit stärkerem Fokus auf die visuelle Umsetzung.

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