Packend, spannend, überraschend und sehr unterhaltsam
Die WitweDS Washington Poe will die Gerichtsverhandlung um den verlangten Rückbau seiner Schäferhütte im Lake District National Park genießen, diesmal als Beschuldigter, nicht als Zeuge, und mit der brillanten ...
DS Washington Poe will die Gerichtsverhandlung um den verlangten Rückbau seiner Schäferhütte im Lake District National Park genießen, diesmal als Beschuldigter, nicht als Zeuge, und mit der brillanten Analytikerin Tilly Bradshaw an seiner Seite als Verteidigerin, doch unvermittelt werden beide abgerufen, um den Tod eines Hubschrauberpiloten in einem verlassenen Bordell in Carlisle aufzuklären. Da in Carlisle ein Wirtschaftsgipfel mit hochrangigen Teilnehmern bevorsteht, sind auch der MI5 und das FBI, vertreten durch Agent Melody Lee, beteiligt. Lee hat Poe als Ermittler angefordert, weiß sie doch vom vorhergehenden Fall um den Kurator, dass Poe keine Angst hat, jemandem auf die Füße zu treten, Politik ihn nicht kümmert und er sich von niemandem aufhalten lässt, wenn er sich in eine Ermittlung verbissen hat.
M. W. Craven schreibt aus Poes Perspektive lebendig, bildhaft und mit trockenem Humor, Poes Dialoge, besonders seine Gespräche mit der bei Aufregung immer noch sozial unbeholfenen Tilly, sind oft witzig und sehr unterhaltsam. Alle Charaktere werden authentisch und vielschichtig dargestellt, ihre Motive sind psychologisch glaubhaft.
Poes Hintergrund und Tillys Entwicklung, sein abgelegenes Heim in Cumbria, seine befreundete, noch krankgeschriebene Vorgesetzte DI Flynn werden angesprochen, das rekapituliert den Stand der Dinge für Leser, die bereits Bücher der Reihe kennen und macht Neueinsteiger neugierig auf die Vorgängerbände.
Die unerschütterliche Freundschaft und grandiose Zusammenarbeit von Poe und Bradshaw hat mir viel Spaß gemacht, Tilly gleicht Poes fehlendes technisches Wissen aus und beschafft Informationen schnell und fraglos, er kann sich hundertprozentig auf sie verlassen. Und Poe stärkt Tillys soziale Kompetenz und ihr Selbstvertrauen.
Ich habe die spannenden Ermittlungen und ihre oft überraschenden Ergebnisse fasziniert verfolgt, Poes unerschrockene Hartnäckigkeit und Akribie bewundert, mit der er jeder noch so kleinen Spur nachgeht, obsessiv alle Fragen beantwortet haben will. Craven hat einen clever konzipierten und gut recherchierten Thriller geschrieben, der mich mit seiner Komplexität und vielen unerwarteten Wendungen gefesselt und bis zum Schluss bestens unterhalten hat.