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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2026

Spannender Elsass-Krimi mit kleinen Schwächen

Elsässer Verfehlungen
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„Elsässer Verfehlungen“ aus dem Piper Verlag punktet schon optisch: Das bunte Cover mit den farbenfrohen Fachwerkhäusern am Fluss ist ein echter Hingucker und vermittelt sofort die richtige Stimmung für ...


„Elsässer Verfehlungen“ aus dem Piper Verlag punktet schon optisch: Das bunte Cover mit den farbenfrohen Fachwerkhäusern am Fluss ist ein echter Hingucker und vermittelt sofort die richtige Stimmung für einen Regionalkrimi.

Der Einstieg hingegen wirkt etwas holprig. Die beiden Frauenfiguren – die Ex und die aktuelle Partnerin des Protagonisten – fand ich eher seltsam und unnötig kompliziert, was den Lesefluss zu Beginn etwas bremst.

Sobald der eigentliche Kriminalfall an Fahrt gewinnt, zeigt das Buch jedoch seine Stärken. Die Ermittler sind sympathisch, die Atmosphäre stimmig, und der Flammkuchenwettbewerb bringt eine charmante, regionale Note ins Geschehen. Die Spannung ist solide, allerdings habe ich recht früh durchschaut, worauf die Handlung hinausläuft. Dadurch wirkte das Ende für mich leider wenig überraschend und etwas enttäuschend.

Insgesamt ein unterhaltsamer Krimi mit schönem Setting und guten Figuren, aber erzählerischen Schwächen am Anfang und einem vorhersehbaren Finale. 4 Feensternchen

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Eiskalt, emotional, irisch – ein Krimi, der unter die Haut geht

Schneesturm
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⭐️⭐️⭐️⭐️ (4 von 5 Sternen)

Tríona Walshs Schneesturm ist ein atmosphärisch dichter Inselkrimi, der mich beim Lesen regelrecht hat frieren lassen. Die Geschichte spielt auf der windumtosten Insel Inishmore, ...

⭐️⭐️⭐️⭐️ (4 von 5 Sternen)

Tríona Walshs Schneesturm ist ein atmosphärisch dichter Inselkrimi, der mich beim Lesen regelrecht hat frieren lassen. Die Geschichte spielt auf der windumtosten Insel Inishmore, wo ein tagelanger Schneesturm die Bewohner von der Außenwelt abschneidet. Kein Schiff, kein Helikopter – ganz im Stil von Agatha Christie sind alle Verdächtigen auf engem Raum gefangen, und die Kälte kriecht durch jede Seite.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, emotional glaubwürdig und oft in Bewegung – nass vom Laufen, vom Niederknien, vom Leichenbergen. Die Ermittlerin Cara ist vielschichtig und trägt ihre eigene Geschichte mit sich. Besonders schön fand ich, wie der Name Daithí erklärt wird – ausgesprochen „Daaah-hie“ – und wie die Sprache den irischen Dialekt spiegelt, der auf Inishmore gesprochen wird: Connacht Irish, der westirische Zweig des Irischen.

An einer Stelle sagt Caras Sohn, er habe „Garda-Kram“ gemacht – was das genau bedeuten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht, denn mit der Polizei hat er nichts zu tun. Vielleicht war das einfach ein flapsiger Ausdruck, der offenbleiben darf.

Das Ende ist gelungen, vor allem die lange, spannungsgeladene Auflösung mit echten Highlights. Es gab ein paar Längen, aber ich war so gefangen, dass ich sie kaum bemerkt habe. Ein paar Dinge fand ich leider unplausibel – aber der Lokalkolorit, die Atmosphäre und die emotionale Tiefe machen das mehr als wett.

Ich gebe 4 von 5 Sternen – wegen kleiner Schwächen, aber mit großer Hochachtung für die Stimmung, die Figuren und das frostige Setting.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

„Kulinarisch, atmosphärisch, solide – aber nicht Luc Verlains stärkster Fall“

Rue de Paradis
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Rue de Paradis, Luc Verlains fünfter Fall, war nicht mein erster Krimi der Reihe. Vielleicht liegt es genau daran, dass ich diesmal etwas kritischer war: Die Vorgänger fand ich spannender und dichter erzählt. ...

Rue de Paradis, Luc Verlains fünfter Fall, war nicht mein erster Krimi der Reihe. Vielleicht liegt es genau daran, dass ich diesmal etwas kritischer war: Die Vorgänger fand ich spannender und dichter erzählt. Trotzdem hat mir der Band insgesamt gefallen — nur eben auf eine ruhigere, weniger packende Art.

Sehr schön fand ich wieder das Privatleben, das Alexander Oetker geschickt in die Handlung einwebt. Lucs schwangere Frau, die Frage, ob er rechtzeitig zur Geburt seiner Tochter kommt, und sein schwerkranker Vater, der ihm trotz allem zur Seite steht, geben der Geschichte Wärme und Menschlichkeit. Dazu ein Chef, der konsequent alles falsch macht, und ein Bürgermeister, der beim ersten Hochwasser stolz verkündet, sein Haus trotze den Fluten — aber eben nur beim ersten Mal. Genau diese ironischen Momente machen den Charme der Reihe aus.

Das Cover passt wunderbar zur Stimmung des Buches und fängt das Setting perfekt ein. Auch das Lokalkolorit ist wieder gelungen: Essen, Atmosphäre, südfranzösisches Lebensgefühl — das sitzt. Der Krimi selbst spielt fast wie in einem abgeschlossenen Raum, was grundsätzlich spannend ist, aber hier zu ein paar Längen führt.

Die Handlung ist solide, aber nicht so fesselnd wie in früheren Fällen. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Messlatte durch die Vorgänger höher gelegt habe. Dennoch: Die Mischung aus Atmosphäre, Kulinarik und persönlichen Momenten hat mich gut unterhalten.

Fazit: Ein schöner, atmosphärischer Verlain-Krimi mit starken Nebenfiguren und viel südfranzösischem Flair, aber nicht der spannendste Band der Reihe. Für mich klare vier Sterne.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

„Einfühlsame Zeitreise ins Jahr 1967 – aber kaum Krimispannung“

Badisches Gold
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Badisches Gold von Eva Klingler ist für mich weniger ein Krimi als ein warmherziger, fein beobachteter Roman über das Jahr 1967. Wer klassische Spannung oder einen packenden Ermittlungsstrang erwartet, ...

Badisches Gold von Eva Klingler ist für mich weniger ein Krimi als ein warmherziger, fein beobachteter Roman über das Jahr 1967. Wer klassische Spannung oder einen packenden Ermittlungsstrang erwartet, wird hier eher nicht fündig. Der Reiz des Buches liegt ganz woanders: in der Zeit selbst.

Die Autorin verwebt historische Ereignisse, gesellschaftliche Stimmungen und kleine Alltagsdetails so empathisch, dass ich mich in eine Epoche versetzt fühlte, die ich selbst nicht miterlebt habe. Genau diese Einflechtungen haben das Buch für mich besonders gemacht. Die Figuren sind liebevoll, glaubwürdig und mit viel Gespür gezeichnet — das war für mich eindeutig die Stärke des Romans.

Was mir allerdings gefehlt hat, war das Lokalkolorit. Zwar werden Straßennamen, Viertel und Orte in Karlsruhe erwähnt, doch für mich blieb das Flair eher blass. Die Geschichte hätte — trotz des Schauplatzes — fast überall im süddeutschen Sprachraum spielen können. Gerade bei einem regionalen Verlag hätte ich mir mehr Atmosphäre und ein stärkeres Gefühl von „Karlsruhe“ gewünscht.

Trotzdem: Die ruhige Erzählweise, die gut ausgearbeiteten Charaktere und der empathische Blick auf das Jahr 1967 haben mich überzeugt. Auch ohne echte Krimispannung ist Badisches Gold ein lesenswerter Roman — nur eben in einer anderen Kategorie, als der Klappentext vermuten lässt.

Fazit: Ein atmosphärischer, warmherziger Roman mit starken Figuren und einem spannenden historischen Setting. Für mich solide vier Sterne.

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