Als ich Alisik zum ersten Mal zur Hand nahm war ich irgendwie überhaupt nicht angetan. Ich konnte mit einem Buch im Comic-Stil nicht so recht etwas anfangen. Jetzt habe ich diesen Comic noch einmal zur ...
Als ich Alisik zum ersten Mal zur Hand nahm war ich irgendwie überhaupt nicht angetan. Ich konnte mit einem Buch im Comic-Stil nicht so recht etwas anfangen. Jetzt habe ich diesen Comic noch einmal zur Hand genommen und anscheinend war es der richtige Zeitpunkt dafür. Mir hat er wirklich gut gefallen.
Die Zeichnungen empfand ich als sehr ansprechend und stimmig. Sie verbreiten, bei aller Schwere, der Geschichte, irgendwie eine Weichheit, die mich gefesselt hat, die aber die düstere Atmosphäre der Geschichte zum Glück nicht vertreiben konnte.
Jede einzelne Figur ist sehr liebevoll und detailreich ausgearbeitet. Sie alle blieben mir auch nach dem lesen noch im Gedächtnis. Seien es Ottilie in ihrem wunderschönen Rollstuhl, Spitzhut oder Hitzkopf, dem die Flammen aus dem Kopf schlagen. Auch Alisik selber ist eine wunderschöne junge Frau, die viel zu früh ums Leben gekommen ist. Und genau darum dreht sich dieser Comic. Alisik wacht urplötzlich auf dem Friedhof auf und versucht nun herauszufinden, wie sie mit der Situation umgehen soll.
Herbst ist der ersten Band einer vierteiligen Dark-Romance-Mystery-Serie, die ich bestimmt weiter verfolgen werde. Von mir gibt es 4 Sterne für meinen ersten Comic-Roman.
Der Roman von Marc Levy ist spannend, aber auch sehr anspruchsvoll. Es geht um Landesverrat, Intrigen und ein großes Geheimnis. Die Geschichte ist teilweise fast schon verwirrend, denn Levy lässt den Leser ...
Der Roman von Marc Levy ist spannend, aber auch sehr anspruchsvoll. Es geht um Landesverrat, Intrigen und ein großes Geheimnis. Die Geschichte ist teilweise fast schon verwirrend, denn Levy lässt den Leser genauso im Dunkeln tappen, wie es die Hauptpersonen Suzie Backer und Andrew Stillmann tun.
Beide Charaktere sind sehr spannend ausgeführt und werden mit einer Tiefe beschrieben, die den Leser an die Figuren fesselt. Und das, obwohl sie beide nicht sonderlich sympathisch sind. Suzie ist zwar eine starke Frau, ihr fehlt aber irgendwie das weibliche. Selbst die etwas intimeren Szenen mit Andrew machen sie irgendwie nicht weich und verletzlich. Sie ist und bleibt, sowohl für Andrew, als auch für den Leser distanziert und unnahbar.
Andrew hat viel Schweres im Leben durchgemacht und ist kurz davor, oder vielleicht auch mittendrin, den Lebensmut zu verlieren. Die spannende Geschichte, in die er hier verwickelt wird, gibt ihm aber seinen Lebensmut zurück. Man merkt richtig, wie er sich Tag für Tag ins Leben zurück kämpft.
Die Geschichte insgesamt ist extrem spannend und der Spannungsbogen wird die meiste Zeit extrem hoch gehalten. Dabei passieren keine großartigen Dinge, die Welt explodiert nicht, oder sowas. Nein, man deckt nach und nach die Geheimnisse des Schneemädchens auf und wird in eine Welt aus Lügen, Korruption und Machtspielen verwickelt. Dabei ist an keiner Stelle sicher, wer Freund und wer Feind ist. Der Leser sollte sich lieber, genau wie Andrew und Suzie, nicht zu sicher sein, dass er weiß, wer zu den Guten gehört.
Der Sprecher, Herbert Schäfer, wird auf der Rückseite des Hörbuches als „unverwechselbar im Ton und dennoch angenehm zurückhaltend im Vortrag“ beschrieben. So kann man das durchaus sagen. Mir persönlich hat diese zurückhaltende Erzählweise nicht so gut gefallen, da es meiner Meinung nach das Tempo dieses Romans deutlich ausbremst. Stellenweise fand ich es recht langweilig, obwohl die Geschichte eigentlich nicht langweilig ist. Von daher muss ich gestehen, dass ich eher nicht wieder zu diesem Sprecher greifen würde.
Bereits nach wenigen Seiten hatten Spotz und sein Autor, Rob Harrell mich in den Bann der Geschichte gezogen. Dieses Buch ist meine erster Comic-Roman und ich muss sagen, dass ich diese Verknüpfung der ...
Bereits nach wenigen Seiten hatten Spotz und sein Autor, Rob Harrell mich in den Bann der Geschichte gezogen. Dieses Buch ist meine erster Comic-Roman und ich muss sagen, dass ich diese Verknüpfung der Geschichte mit den Comic-Bildern sehr genossen habe. Die Bilder fügen sich stimmig in den Text ein, ergänzen diesen oder ersetzen diesen zum Teil. Ganz ganz wunderbar gemacht!
Spotz und seine Freunde, Kevin und Joe, sind so wundervoll beschrieben, dass man sie direkt vor sich sieht. Natürlich sind auch hier die Zeichnungen sehr hilfreich. Auch wenn Spotz ein Troll ist und von sich selber sagt, dass er, wie alle Trolle, etwas langsam im Denken ist, so hat er doch das Herz am rechten Fleck. Er setzt sich für andere ein, selbst wenn die ihn, wie Prinz Roquefort, ständig piesacken. Nachdem der gute König Kastanius von fiesen Schnupfwieseln entführt wurde und Prinz Roquefort den Thron bestiegen hat, wird es für Spotz und die anderen Trolle wirklich unangenehm. Was macht man? Man schreitet zur Tat. Unterstützt von Kevin und Joe macht sich Spotz auf den Weg, den König zu retten. Dabei erleben die 3 Freunde lustige, spannende Abenteuer und wachsen über sich hinaus.
Rob Harrell hat einen wunderbaren Wortwitz an den Tag gelegt und ich musste oft herzlich lachen. Das einzige Manko ist, dass ich manchmal das Gefühl hatte, dass die Kinder, für die dieses Buch geschrieben ist (das Buch wird ab 9 Jahren empfohlen) die Witze gar nicht verstehen, weil sie z. B. die Wörter nicht kennen. So ist Kevin, dessen Eltern im Baugewerbe tätig sind (Kevin entstammt nämlich der Linie der drei kleinen Schweinchen – ihr versteht?) hin und weg von der strukturalen Integrität des Hexenhäuschens. Ich denke nicht, dass ein 9jähriger etwas mit dem Begriff „strukturale Integrität“ anfangen kann. Und so könnte ich noch mehr Beispiele nennen, bei denen ich dachte: Das verstehen die Kinder gar nicht. Dafür ziehe ich einen Stern ab.
Die drei kleinen Schweinchen… das hat mir übrigens sehr gut gefallen. Immer wieder wird Bezug genommen auf bekannte Märchen. So kommt das Hexenhäuschen aus Hänsel und Gretel ebenso vor, wie die Prinzessin auf der Erbse oder andere bekannte Märchen. Dies fügt sich nahtlos in die Geschichte ein und erscheint überhaupt nicht fehl am Platze.
Die Geschichte an sich punktet mit einer Mischung aus absurden, lustigen, manchmal schon ekligen (schließlich ist unser Held ein Troll) Episoden, die aber durchzogen sind von wirklich lehrreichen Überlegungen, wie z. B. wie geht man eigentlich mit Trollblut und den damit verbundenen Zornausbrüchen um oder damit, wenn man ständig gepiesackt wird. Spotz ist zwar ein Außenseiter, aber auf seine Freunde kann er sich immer verlassen (auch wenn Kevin vor Angst schlottert, so hält er doch fest zu ihm). Egal, wie klein man ist, und wie sehr man von hochnäsigen Mitschülern gemieden wird, in jedem von uns steckt ein Held. Eine schöne Aussage, wie ich finde!
Von mir bekommen Spotz und seine Freunde 4 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.
Puh… diese Rezension fällt mir schwer. Nicht, weil mir das Buch nicht gefallen hätte. Es hat mir sogar richtig gut gefallen, aber irgendwie weiß ich nicht so recht, wie ich meine Gedanken in Worte fassen ...
Puh… diese Rezension fällt mir schwer. Nicht, weil mir das Buch nicht gefallen hätte. Es hat mir sogar richtig gut gefallen, aber irgendwie weiß ich nicht so recht, wie ich meine Gedanken in Worte fassen soll.
Ich fange mal mit der Sprecherin, Julia Fischer, an. Ich finde, dass sie eine sehr angenehme Stimmfarbe und Betonung hat, so dass ich der Geschichte gerne gelauscht habe. Sie schafft es, den Sommer, die Menschen und die Natur irgendwie mit ihrer Stimme auszudrücken. Alles erschien irgendwie weich und warm. Ich fühlte mich eingehüllt.
Die Geschichte ist zunächst recht unspektakulär. Fast hat man das Gefühl, dass gar nichts passiert, denn es kommt keine Spannung auf. Und trotzdem passiert so viel in dieser Geschichte. Es sind Kleinigkeiten, die sich zu einem Puzzle zusammenfügen. Unaufgeregt, aber trotzdem mitreißend. Marita habe ich bewundert. Sie traut sich, ohne richtige Sprachkenntnisse in ein fremdes Land, Frankreich, zu reisen und einen alten Mann zu betreuen. Ganz selbstverständlich fügt Marita sich sofort in die Abläufe auf dem Gut und damit in den Alltag ein. Gerade dieses unaufgeregte Verhalten von Marita hat mir gut gefallen. Ich sehe eine Frau in der Mitte des Lebens vor mir, die sich traut eine neue Situation anzugehen und kein großes Gewese darum macht.
Die drei (oder vier) Männer in Maritas Leben, Francois, Lucien, Georges und zuhause in Husum, Knut, sind alle wunderbar gezeichnet. Sie alle haben ihre Eigenheiten, die sie unverwechselbar machen und die Marita auf ihre eigene Art umgarnen (Knut und Francois), sie ignorieren bis schikanieren (Georges) oder sie quasi links liegen lassen um dann plötzlich in ihrem Verhalten umzuschwenken (Lucien). Lucien war die einzige Figur, die ich nicht so gut verstanden habe. Seinen Sinneswandel in Bezug auf Marita empfand ich nicht als nachvollziehbar.
Insgesamt schafft es Marie Matisek dem Leser oder Hörer, die Cote d Azur nahe zu bringen. Man riecht förmlich den Lavendelduft, der auf dem Gut allgegenwärtig ist. Die Figuren, Landschaften, kleinen Städtchen… allem haucht die Autorin Leben mit ihrer wirklich wunderbaren Art zu schreiben, ein.
Von mir eine klare Hörempfehlung und 4 Sterne. Eine Feder ziehe ich ab, weil zum Lieblingsbuch ein bisschen mehr Spannung nicht geschadet hätte.
Dieses Buch lag schon lange auf meinem SuB und nachdem ich gerade „Das strömende Grab“ von Robert Galbraith verschlungen habe, in dem es auch um eine Sekte ging, habe ich mich an diese Reihe erinnert und ...
Dieses Buch lag schon lange auf meinem SuB und nachdem ich gerade „Das strömende Grab“ von Robert Galbraith verschlungen habe, in dem es auch um eine Sekte ging, habe ich mich an diese Reihe erinnert und sie endlich angefangen.
„Die Sekte – Es gibt kein Entkommen“ ist ein Thriller, der etwas Zeit gebraucht hat, um richtig in Gang zu kommen. Der Einstieg ist eher ruhig, fast nüchtern, und die Spannung entwickelt sich zunächst nur langsam, wobei der Prolog durchaus einen Ausblick darauf gibt, dass es dramatisch werden wird.
Die Protagonistin Sofia Baumann habe ich zu Beginn als sehr naiv und gutgläubig empfunden. Ihr Wunsch nach Zugehörigkeit macht sie anfällig für die Versprechungen der Gemeinschaft. Sie weiß nach ihrem Studium nicht, wo sie im Leben steht und was sie beruflich machen will, was sich als gutes Einfallstor für Franz Oswald herausstellen wird.
Gerade Sofias anfängliche Unbedarftheit wirkt jedoch realistisch und trägt dazu bei, nachvollziehbar zu machen, wie leicht Menschen in sektenähnliche Strukturen hineingezogen werden können. Mit der Zeit wird deutlich, wie sehr Sofie zwischen Zweifel, Anpassung und innerem Widerstand schwankt.
Nicht ganz durchdrungen habe ich, warum ihre Freundin, die zum Auftaktvortrag der Sekte mit ihr gemeinsam geht, nicht stärker in die weitere Handlung einbezogen wird. Man sollte doch meinen, dass eine beste Freundin sich wundert, wenn jemand plötzlich den Kontakt total abbricht und stärker versucht, diesen wieder herzustellen.
Franz Oswald war sehr glaubwürdig dargestellt. Dadurch, dass wir zwischen den Kapiteln immer wieder Einblicke in seine Jugend nehmen können, baut sich seine Geschichte nach und nach auf. Der Leser weiß von Tag 1 an, dass Oswald kein guter Mensch ist und sehr mit vorsicht zu genießen. Durch die Rückblicke bekommen wir aber einen Eindruck, wie schlimm er ist. Spannend war es, zu lesen, wie sehr sich sein Inneres und sein äußeres Auftreten unterscheiden. Nur auf dem Landsitz, wo ihm niemand entkommen kann, zeigt er immer wieder sein wahres Gesicht.
Besonders gelungen fand ich die Darstellung der Mechanismen, mit denen Menschen in die Fänge einer Sekte geraten. Mir ist es nach wie vor unbegreiflich, wie man sich auf so etwas einlassen kann – und genau hier zeigt sich die Stärke des Romans. Zunächst wirkt alles harmlos, fast normal. Solange Sofia noch hätte gehen können, schien Vieles nicht wirklich problematisch. Merkwürdig, aber nicht extrem problematisch. Als es schließlich wirklich schlimm und auch sehr gefährlich wird, hat Franz Oswald bereits dafür gesorgt, dass niemand mehr gehen kann. Dieses perfide Vorgehen ist erschreckend konsequent und gut nachvollziehbar dargestellt.
Der Schreibstil von Mariette Lindstein baut die Geschichte langsam auf, bleibt dabei aber durchgehend bildhaft. Szenen, Stimmungen und Machtverhältnisse werden dem Leser sehr klar vor Augen geführt. Mit zunehmender Seitenzahl wird die Geschichte immer spannender. Es geschehen Dinge, bei denen man als Außenstehender fragt, warum die Leute nicht versuchen zu fliehen. Die Autorin schafft es aber sehr gut, die Machtverhältnisse so darzustellen, dass man nachvollziehen kann, wie Oswald es immer wieder schafft, Einzelne dazu zu bringen, für ihn die schmutzige Arbeit auszuführen. Sei es aus Angst, oder einem eigenen Machtempfinden heraus. Das ist nämlich auch sehr spannend, wie Menschen sich verändern, wenn sie plötzlich Macht zur Verfügung gestellt bekommen. Dieser Teil der Geschichte ist für mich extrem realistisch dargestellt.
Aus meiner Sicht handelt es sich um einen soliden Auftakt für eine Reihe, der sich am Anfang etwas schneller hätte entwickeln dürfen, aber bei der ich durchaus neugierig bin, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird. Ich vergebe 3 Sterne.