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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2022

Die Superkraft der Menschen

Wie wir Menschen die Welt eroberten
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Yuval Noah Harari ist hier ein wundervolles Buch gelungen. Der Schreibstil ist locker, leicht und ideal für Kinder. Die Geschichte der Menschheit wird hier unterhaltsam und kurzweilig rüber gebracht. Obendrein ...

Yuval Noah Harari ist hier ein wundervolles Buch gelungen. Der Schreibstil ist locker, leicht und ideal für Kinder. Die Geschichte der Menschheit wird hier unterhaltsam und kurzweilig rüber gebracht. Obendrein ist es dabei auch noch lehrreich. So wird über verschiedene Tier- und Menschenarten aus früheren Zeiten aufgeklärt und dann Stück für Stück gezeigt mit welchen Entdeckungen und Erfindungen der Mensch die Welt für sich eroberte. Die Superkraft des Menschen ist nämlich sein Einfallsreichtum und die Gabe sogar mit Fremden an etwas zusammenzuarbeiten. So wird erzählt wie Menschen nicht nur erste Stämme, Religionen, sondern auch Unternehmen gründeten. Auch an die eigene Fantasie wird hier appelliert. So wird darauf aufmerksam gemacht, dass aus der Vergangenheit nicht alles wissenschaftlich belegt ist und oft ein "Was war wohl gewesen?" gesponnen. Die Zeichnungen sind auch ein echter Hingucker. Einfach top!

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Veröffentlicht am 30.08.2022

Spannende indische Mythologie

Aru gegen die Götter - Teil 1
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In der Geschichte geht es um das 12-jährige Mädchen Aru, das durch ein kindliches Missgeschick eine antike Öllampe entzündet. Dadurch erweckt sie den Schläfer. Ein Wesen, das das Ende der Welt einläuten ...

In der Geschichte geht es um das 12-jährige Mädchen Aru, das durch ein kindliches Missgeschick eine antike Öllampe entzündet. Dadurch erweckt sie den Schläfer. Ein Wesen, das das Ende der Welt einläuten soll. Es gibt jedoch einen Weg dies zu verhindern, doch dazu muss sie mit ihrer göttlichen Schwester Mini den Weg ins Totenreich wagen.

Alleine schon das Cover ist ein echter Hingucker. Die Farben sind sehr satt und auffällig. Der Tiger springt einen förmlich an. Auch der Klappentext versprach eine spannende und rasante Story und genau das bekommt man. Die Geschichte lebt von vielen unterschiedlichen Figuren und einer bunten, mythologischen Welt. Dabei ist die Geschichte jedoch nie zu überladen, sondern genau richtig für Kinder (ab 10 Jahren). Auch Erwachsene können hier jedoch ihren Spaß haben. Es ist ein tolles, sehr fantasievolles Buch für Leser fast jeden Alters.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Verliebt in Yacana, das Sternen-Lama

Astrologica
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Im Wohnzimmer sitzen und sich ins Weltall träumen: Genau dieses Gefühl vermittelt das Buch. Es liest sich wie eine fantastische Reise voller Mythen und Legenden und ist dabei traumhaft bebildert.

Bei ...

Im Wohnzimmer sitzen und sich ins Weltall träumen: Genau dieses Gefühl vermittelt das Buch. Es liest sich wie eine fantastische Reise voller Mythen und Legenden und ist dabei traumhaft bebildert.

Bei Erscheinen der Leseprobe bemängelten einige die Vermischung von Astrologie und Astronomie. Dazu passt für mich folgendes Zitat: „Trotzdem haben Astronomie und Astrologie denselben Ursprung: die Faszination für den Nachthimmel. Sie sind wie Geschwister, manchmal streiten sie sich, aber gehören zusammen.“ Tatsächlich ist die klare Trennung beider Bereiche, wie wir sie heute kennen, ein vergleichsweise modernes Phänomen, und warum das so ist, wird im Buch anschaulich und einleuchtend erklärt.

Insgesamt liegt der Schwerpunkt jedoch deutlich auf der Mythologie. Fantasievoll und farbenprächtig werden die Mythen hinter den einzelnen Tierkreiszeichen erzählt. Es folgt eine Reise durch die Legenden unseres Sonnensystems, weiter zu interkulturellen Sternensagen bis hin zu verschiedenen Entstehungsgeschichten rund um die Astrologie. Im Zentrum stehen dabei vor allem die römische Mythologie, die Inka- und Maya-Kultur, aber auch viele weitere finden ihren Platz.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist hochwertig verarbeitet, liegt angenehm in der Hand und begeistert mit intensiven Farben und wundervollen Illustrationen. Der Text ist flüssig, kurz und prägnant geschrieben, genau richtig für ältere Kinder. Ich glaube, ich hätte dieses Buch als Kind geliebt. Und auch als Erwachsene bereitet es mir große Freude. Ganz besonders ins Herz geschlossen habe ich die Legende von Yacana, dem Sternen-Lama. Ich liebe alles daran.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Die Wahrheit hinter dem Glanz

Letzter Akt
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Langsam und poetisch erzählt. Wenig Spannung, dafür viel Entschleunigung bis hin zu einem dramatischen letzten Akt, der alles umstürzt.

Obwohl das Buch mit rund 200 Seiten recht kurz ist, habe ich lange ...

Langsam und poetisch erzählt. Wenig Spannung, dafür viel Entschleunigung bis hin zu einem dramatischen letzten Akt, der alles umstürzt.

Obwohl das Buch mit rund 200 Seiten recht kurz ist, habe ich lange dafür gebraucht. Ich hatte etwas anderes erwartet: mehr schillernde Theater- und Künstlerszene und weniger ruhige Momente hinter den Kulissen. Tatsächlich geht es vielmehr um die Stille zwischen dem Glanz, um wahre Identität und das, was vom Leben bleibt, wenn die Maske fällt. Das funktioniert durchaus, ist aber ein anderer Ansatz, als ich zunächst vermutet hatte.

Der Roman ist in drei Teile beziehungsweise Akte gegliedert. Wir lernen die Schauspielerin Dora kennen, die sich von dem Künstler Victor angezogen fühlt. Er lebt eher zurückgezogen und getrennt von seiner Familie, mit gelegentlichen Besuchen seiner neunjährigen Tochter. Dora hingegen, in Deutschland geboren, führt ihr Leben in London, weit entfernt von ihren Wurzeln. Auch ihre Schauspielkarriere hat sie immer weiter von ihrer Herkunft entfernt. Wurde sie anfangs noch als „die Deutsche“ besetzt, änderte sich das mit wachsendem Bekanntheitsgrad.

Abschnitt für Abschnitt nähern wir uns Doras Jugend in den 1980er-Jahren. Eine Zeit, in der sie vieles verdrängt hat. Eine Zeit, die sie selbst als Ursprung ihrer Liebe zur Schauspielerei bezeichnet. Doch eigentlich geht es mehr um das Freilegen alter Wunden. Victor hilft ihr dabei, wenn auch auf ungewöhnliche Weise. Ein Porträt, das er von ihr malt, erweist sich als Spiegel ihrer Seele und führt sie zu der Begegnung mit einer Person, über die sie lange nicht mehr nachgedacht hat.

Der Titel „Letzter Akt“ bleibt auch nach dem Lesen mehrdimensional in seiner Bedeutung. Zwischendurch musste ich mich ein wenig zwingen weiterzulesen, da die Erzählung sehr ruhig ist und wenig passiert. Vor allem der Mittelteil wirkt etwas zäh. Gegen Ende jedoch fühlt sich der Rückblick in die 80er beinahe wie ein Schnitt an. Innerhalb der Geschichte verschmilzt dieser Abschnitt jedoch mit Victors Gemälde. Sein Bild wird zu einem Manifest jener Vergangenheit.

Damit ist es kein Buch, das durch Spannung oder Humor fesselt. Vielmehr ist es ein ruhiger, nachdenklicher Roman mit Mut zu leisen Tönen. Ein Roman, der seinen vollständigen Sinn erst zum Ende hin entfaltet und noch lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Gutes Debüt mit deutlichen Schwächen

Nightweaver
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Am Anfang war ich begeistert: düster, atmosphärisch, abenteuerlich, mysteriös. Dieses Gefühl hielt auch eine ganze Weile an. Bis zu einem für mich zentralen Logikproblem bei der Entwicklung der ...

Am Anfang war ich begeistert: düster, atmosphärisch, abenteuerlich, mysteriös. Dieses Gefühl hielt auch eine ganze Weile an. Bis zu einem für mich zentralen Logikproblem bei der Entwicklung der gesamten Piratenfamilie zu Dienern. Für derart rebellische Figuren gab es mir schlicht zu wenig Widerstand. Da ich das Leben am Hof der Nightweaver jedoch zunächst sehr spannend fand, sah ich darüber hinweg.

Die Welt dieses Fantasy-Spektakels ist insgesamt extrem düster und brutal. Die Gewalt wird sehr explizit geschildert, ohne Umschreibungen oder Andeutungen. Das sollte man wissen, für empfindlichere Gemüter ist das definitiv nichts.


Problematisch wurde für mich vor allem der Mittelteil, der stellenweise fast soapig wirkte. Vermutlich der erwähnte "Downton-Abbey-Anteil". Da ich die Serie selbst nie gesehen habe, kann ich hier nur mutmaßen. Der erhoffte "Fluch-der-Karibik-Vibe" war leider nur am Anfang und zum Ende hin wirklich präsent. Das eigentliche Piratenleben wurde mir insgesamt zu wenig beleuchtet.

Aster als Hauptfigur gefiel mir nur durchschnittlich gut, was vor allem am Schreibstil lag. Statt ihre Gefährlichkeit und ihren Ruf über Handlungen und Szenen zu zeigen („show, don’t tell“), wird sehr häufig wiederholt, dass sie eine Piratin ist und eine Neigung zur Gewalt hat. Das wirkte auf mich eher behauptet als erlebbar. Allgemein fehlte mir Tiefe bei den Charakteren und ihren Entwicklungen. Es wirkte häufig eher konstruiert, als organisch durch die Handlung angetrieben.

Grundsätzlich ist das Buch stark erzählerisch angelegt. Das Worldbuilding gefiel mir dabei durchaus, auch wenn ich verstehen kann, dass genau das viele Leser:innen abschreckt. Es wird viel zur Lore der verschiedenen Wesen erklärt, ebenso wie zum politischen Aufbau der Welt. Von der Grausamkeit her fast ein Game of Thrones. Die Wesen in ihrer Vielfalt ein bunter Mix aus vampirähnlichen Kreaturen und einer Angels vs. Demons-Atmosphäre. Das System an sich fand ich spannend genug, um mich darauf einzulassen, allerdings erfordert es konzentriertes Lesen. Hinzu kommt eine große Anzahl an Figuren, von denen ich einige beim Lesen eher „ausgeblendet“ habe, was später zu kleineren Verständnisproblemen führte.

Insgesamt haben mir vor allem Anfang und Ende sehr gut gefallen. Auf den erzählerischen Stil, die explizite Gewalt und den soapigen Mittelteil muss man sich einlassen können. Als Neuinterpretation mythologischer Motive ist das Buch für mich durchaus gelungen. Wegen des sehr langatmigen Mittelteils (insbesondere der vielen oberflächlichen Beziehungsdynamiken, die mich persönlich eher langweilen) vergebe ich 3,5 Sterne. Aufgerundet auf 4.

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