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Veröffentlicht am 05.02.2026

Konnte nicht überzeugen, schade.

Empire of Whispers and Shadows
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„Empire of Whispers and Shadows“ von Ursa Jaumann ist Band eins einer Dilogie, die uns in eine japanisch inspirierte, von einem Monarchen regierte und von Plagen heimgesuchte Welt entführt. Uns in gefährliche ...

„Empire of Whispers and Shadows“ von Ursa Jaumann ist Band eins einer Dilogie, die uns in eine japanisch inspirierte, von einem Monarchen regierte und von Plagen heimgesuchte Welt entführt. Uns in gefährliche Prüfungen und Intrigen, in eine Geschichte voller Tod und Leidenschaft trägt.
Seit die alten Götter vor knapp 200 Jahren ausgelöscht wurden, herrscht der Gottkaiser über das Reich, das nur noch dank ihm und seiner mystischen Kräfte existiert. Damit das Volk sicher bleibt, werden Gezeichnete eliminiert, bevor sie zu einer Bedrohung werden können, oder von seiner sorgsam erwählten Schattenarmee exekutiert. Denn, so heißt es, jene mit einem Sternenmal hätten Teile seiner Macht gestohlen …

Saya wird im Haus des Flüsterns und der Schatten zu einer Waffe ausgebildet – sieben Prüfungen trennen sie jetzt noch von der Chance, eine Assassine des Kaisers zu werden. Dann muss sie zehn Jahre überstehen, bis sie endlich frei sein, ihre eigenen Pläne verfolgen und Rache an all jenen nehmen kann, denen sie dieses Schicksal zu verdanken hat.
Dass ihr gerade Teno als Partner zugeteilt wird, um die letzten Aufgaben zu absolvieren, treibt die junge Kriegerin an die Grenzen ihrer Selbstbeherrschung, ist er doch der erste Name auf ihrer Todesliste. Teno, der ihre Zieheltern verraten hat. Teno, der ihren Weg aus Gewalt und Verlust, aus Schmerz und Einsamkeit geebnet hat …

Nach einem interessanten Prolog verfolgen wir die Handlung aus wechselnder Perspektive, was uns die gegenwärtige Situation sowie die sich im Verlauf wandelnden Gefühle, gewonnenen Erkenntnisse und individuellen Ziele näherbringt. Teno, der seine Ausbildung absolvieren will, um zu bekommen, was ihm zusteht, ist von der Aussicht, mit einer zierlichen Frau, die ihn hasst, zusammenarbeiten zu müssen, nicht begeistert. Aber sie loszuwerden ist gegen die Regeln … Und schon bald wird beiden klar, dass ihnen nicht nur die Zeit im Nacken sitzt …
Wir erhalten einen vorstellbaren Eindruck von Mingoku – Hauptstadt und Sitz des Gottkaisers. Jaumann bedient sich japanischer Begrifflichkeiten und Gebaren, lässt die Straßen genauso detailliert aufleben wie die etlichen Kampf- und Fluchtszenen. Dennoch konnte mich der Assassinen-Aspekt nicht überzeugen. Saya, die sich Gewissen und Mitgefühl, ihren Glauben, bewahrt hat, agiert mehrfach impulsiv und zögernd, unbedacht. Im Verlauf werden ihre Vergangenheit und ihr persönlicher Umgang mit ihren Taten zwar feinfühlig aufgegriffen, bestärken jedoch den Eindruck, dass sie zu gelähmt für dieses Dasein ist. Tenos Präzision und Kalkül hingegen werden relativ schnell von den Gefühlen zu seiner Mitstreiterin torpediert. Nichtsdestotrotz unterhält die Rivals-to-Lovers-Romance mit spritzigen Schlagabtauschen, einer knisternden, wenn auch vorhersehbaren Anziehung und offenen Gesprächen.

Zugegeben: Wirklich viel Gutes kommt nicht mehr. Meiner Meinung nach verliert sich die Story viel zu oft in Nebensächlichkeiten, in Monologen, Abwägen und Lücken, was Interesse und Spannung vehement erstickt. Das komplette Worldbuilding bleibt flach – sowohl den fantastischen, den politischen als auch den mythologischen Aspekt betreffend. Auch Nebenfiguren fungieren lediglich als Schemen. Ebenso enttäuschend und wirr: die Aufgaben, die Saya und Teno von ihren MeisterInnen zugespielt bekommen (sollten). Hierzu erhaschen wir knappe Erwähnungen, manchmal eine unkoordinierte Suche nach Hinweisen und abrupte Zeitsprünge, die es schwer machen, (in diesem Bereich) den Überblick zu behalten.
Leider muss ich auch sagen, dass ich „Empire of Whispers and Shadows“ insgesamt nicht fesselnd oder atmosphärisch geschrieben fand. Der Stil war sehr einfach gehalten und abgesehen von den Details, die das Setting hervorhoben, fehlte es mir an Relevanz, Fokus, Struktur und Klarheit. Viele Worte, die kaum etwas preisgeben. Selbst die kleinen Spannungsspitzen, zarte Überraschungsmomente oder der Hauch von Misstrauen täuschen nicht über Langatmigkeit und Längen hinweg.
Eine Geschichte, die ohne Frage auf einer interessanten Idee basiert, jedoch nicht überzeugen konnte.

Außerdem empfehle ich dem Verlag eine zweite Korrekturrunde, um fehlende oder doppelte/falsche Worte auszumerzen.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Kurzweilig, seicht – vorhersehbare YA-Romantasy

Wicked Souls (Bd. 1)
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Auf Carolyn Smythe wartet ein neuer Lebensabschnitt: Mit dem Adeptenjahr will sie sich einen Studienplatz am Institut für Moderne Magie sichern. Unter Euphorie und Vorfreude mischt sich jedoch auch Unbehagen ...

Auf Carolyn Smythe wartet ein neuer Lebensabschnitt: Mit dem Adeptenjahr will sie sich einen Studienplatz am Institut für Moderne Magie sichern. Unter Euphorie und Vorfreude mischt sich jedoch auch Unbehagen – immerhin war es ihr bisher nur bei ihrer bunt gemischten Familie möglich, sie selbst zu sein. Zudem ist Lyn davon überzeugt, dass jedeR an der Universität ihren Namen kennt … und damit liegt sie gar nicht so falsch.
Zum Glück findet die Junghexe ruckzuck Anschluss, freundet sich mit ihrer Mitbewohnerin an, lebt sich in den Korridoren der Einrichtung ein und kann sogar ihr Traumpraktikum in der magischen Auffangstation antreten! Jetzt muss Lyn nur noch ihren vermaledeiten Fluch loswerden.
Dass sie dafür gleich zwei potenzielle, äußerlich nahezu identische, charakterlich komplett verschiedene Anwärter im Visier hat, macht die Situation um einiges komplizierter. Denn jedes Herzflattern und Schmetterlingskribbeln endet in einer mehr oder weniger peinlichen Katastrophe. Und nur der Kuss der wahren Liebe kann den Bann, geboren aus einem Missverständnis, gesprochen aus Eifersucht, brechen.
Neben Pauken, Arbeit, Festivitäten und Jungs hat Lyn eigentlich keine Zeit, sich zusätzlich über die mysteriösen Einbrüche im Institut den Kopf zu zerbrechen. Aber auch die liebgewonnene Auffangstation – Schutz und Raum für zahlreiche verletzte, bedürftige und seltene Wesen – ist von den Vorkommnissen betroffen …

„Verhexte Prophezeiungen“ ist der Auftakt der romantischen Young-Adult-Fantasy-Dilogie „Wicked Souls“. Wer die zweiteilige Serie „Hunting Souls“ gelesen hat, kennt Katrinas zauberhafte Schwester Carolyn, um die sich hier alles dreht, bereits. Wichtig ist, dass diese beiden Storys nicht aufeinander aufbauen, sondern unabhängig voneinander lesbar sind.

Erzählt wird hauptsächlich aus der Sicht der Hexe, durch die wir in den Alltag der Schule und in die Welt der Magie eingeführt werden. Gerade zu Beginn geben diese Informationen der Handlung Kontur, wobei das Worldbuilding insgesamt eher oberflächlich bleibt. Recht schnell wird klar, dass Lyns Unsicherheiten nicht einzig auf ihr neues Umfeld zurückzuführen sind, sondern sie seit einem gravierenden Ereignis mit sich und ihren Kräften hadert – on top nun der nervige Fluch. Diese Details sowie Einblicke in ihr Aufwachsen sorgen dafür, dass Carolyns Verhalten und ihr Wunsch, zumindest in Sachen Liebe normal zu sein, greifbar wird.
Im späteren Verlauf lässt uns Gabriel hin und wieder an seinen Gedanken und Empfindungen teilhaben – seine Kindheit, seine Familie, so ganz anders als Lyns. Gabriels Perspektiven machen deutlich, dass der vermeintlich desinteressierte und gleichgültige Zwilling ganz anders ist, als er alle glauben machen will. Während ihrer gemeinsamen Arbeit bei Dr. Harper, zwischen hitzigen Diskussionen und lockeren Neckereien, kommen sich Gabriel und Carolyn näher. Und obwohl sich die Hexe vehement dagegen sperrt, sie felsenfest an Sebastian und sich glaubt, schiebt sich immer öfter das Bild des „falschen Bruders“ vor ihr inneres Auge …

Tina Köpkes Stil ist einfach und leicht. Vorstellbar kamen Setting und die verschiedenen Szenarien, die größtenteils eher seicht inszeniert waren, zur Geltung. Die Autorin fokussiert sich vornehmlich auf Lyn, den Fluch und die Lovestory(s), hingegen werden die Einbrüche lediglich sporadisch erwähnt, bis sie gegen Ende wirklich Beachtung samt einer schlüssigen – jedoch nicht überraschenden – Auflösung erhalten. Die Spannungskomponente und die romantische Entwicklung waren sehr vorhersehbar und ziemlich flach. Ebenfalls störend: Dass sich Lyn vegan ernährt, haben die LeserInnen wahrscheinlich nach zwei Erwähnungen begriffen. Außerdem mangelte es einigen Vorbehalten (bspw. gegenüber Gabriel) und Gefühlsregungen (bspw. für Sebastian) an einer Basis, an Gründen. Woher kam die Überzeugung für, woher die harsche Abneigung gegen einen der Brüder?
Dafür bindet Köpke wichtige Themen ein, wie die grenzenlose Ausbeutung von Tieren/Artensterben oder das systematische Einstampfen von nachhaltigen/sozialen Projekten/Forschungen. Besonders gefielen mir die Augenblicke in der Auffangstation, jene, in denen die Smythes integriert waren, Gabriels Fähigkeiten und die Freundschaften, die sich knüpften. Um Alice und Saskia wiederzutreffen, werde ich auch Band 2 der Dilogie lesen, wobei die Story theoretisch rund abgeschlossen war. Wären da nicht die letzten Sätze, die neue Probleme ankündigen …

„Verhexte Prophezeiungen“ ist kurzweilig, süß und bietet nette, wenn auch unspektakuläre Unterhaltung. Im Vergleich zur „Hunting Souls“-Dilogie fehlte es dieser Geschichte meiner Meinung nach an Schwung, Spannung und Witz.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

The hype is real – but is it worth it?

Woman Down
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Nach einiger Zeit Stille war wohl jeder Fan gespannt auf News von Colleen Hoover – immerhin hat der Verlag die Veröffentlichung ziemlich groß aufgebauscht und auch die Buchbeschreibung inklusive einzelner ...

Nach einiger Zeit Stille war wohl jeder Fan gespannt auf News von Colleen Hoover – immerhin hat der Verlag die Veröffentlichung ziemlich groß aufgebauscht und auch die Buchbeschreibung inklusive einzelner ,LeserInnenstimmen' trieb die Erwartungshaltung in die Höhe …



The hype is real – but is it worth it?



Ich habe „Woman Down“ als Hörbuch gehört – hervorragend gesprochen von Marlene Rauch. Aufwendig beworben mit Aussagen wie „für alle Fans von ›Verity‹“, „grandioser Romantic Thriller“ oder »Wohl das Abgründigste, was ich je geschrieben habe.« war ich immer in vorfreudiger Erwartung auf einen dramatischen Plottwist, verfolgte die Storyline gebannt in der Hoffnung auf eine Wendung und wartete auf den Nervenkitzel. Nun … Ich warte noch?!

Dabei war die Geschichte um eine eigentlich erfolgreiche, jedoch nach einem Shitstorm in ihrem Schreiben gelähmte und verunsicherte Autorin insgesamt nicht schlecht. Um zurück zu ihrer alten Stärke zu finden und endlich ein überfälliges Manuskript zu beenden, flüchtet sich Petra Rose in eine abgeschiedene Hütte inmitten der Natur. Als plötzlich ein Detective vor ihrer Tür auftaucht, traut Petra ihren Augen nicht. Denn Nathaniel Saint erinnert sie an den Protagonisten ihres aktuellen Projekts und wird augenblicklich zu ihrer Muse, zu einem Quell der Inspiration. Was als Recherchearbeit beginnt, als Pusch für ihre Kreativität, wird zu einem leidenschaftlichen Rollenspiel … das unerwartete Ausmaße annimmt.


CoHos Stil ist wie gewohnt sehr klar, eindringlich und bildreich. Es war leicht, sich in Petra und ihren Struggle hineinzuversetzen; die Befangenheit, die der Gedanke, erneut in die Öffentlichkeit zu treten, in ihr auslöst, und die Belastung, die die Schreibkrise für Petras Karriere und ihre finanzielle Situation bedeutet, nachzuvollziehen.

Rege bringt Hoover den Wandel der Branche zur Sprache, den Stress des AutorInnendaseins, den immerwährenden Druck, Ansprüche zu erfüllen, und Kritiken standzuhalten. Mit der Zeit – heißt mit den Trends und der gewünschten/geforderten Social-Media-Präsenz – zu gehen. Gerade Letzteres sorgt zwar einerseits für einen persönlicheren Kontakt zu LeserInnen/Fans, bietet andererseits jedoch eine gewisse Angriffsfläche, während zugleich die Anonymität des Internets die Hemmungen für Hass und Hetze schmälert.

Wir bekommen somit einen ziemlich guten und authentischen Einblick in die alltäglichen Probleme der Menschen, die uns mit ihrer feingeschliffenen Fantasie unterhalten. Trotz des Vorwortes könnten einige Erwähnungen und Aussagen darauf hindeuten, dass „Woman Down“ Parallelen zu Colleen selbst aufweist …

Zurück zur Story: In Nathaniels Nähe empfindet Petra Aufregung und Kribbeln, kann sich dem Reiz, in die Rolle ihrer Fiktion zu schlüpfen, nicht entziehen, und das ist es doch, was Petra wollte … Die Schriftstellerin ist so im Flow wie schon lange nicht mehr, die Ideen sprudeln über – dank des attraktiven Cops, seiner Berufserfahrung und seiner Offenheit ist sie davon überzeugt, einen realistischen Romantik-Thriller auf Papier bannen zu können.

Durch verschiedene Einblicke in das Leben der Protagonistin wird sie zu einer greif- und nahbaren, nicht fehlerfreien Person. Die eine oder andere Nebenfigur brachte Abwechslung und viele Dialoge waren interessant. Im Gegensatz zu der abrupten Vertrautheit zwischen Petra und Saint, der sich ohne Zögern, ohne Abwägen auf dieses ‚Experiment‘ einlässt.

Hier fehlte es mir beidseitig an Glaubwürdigkeit, und auch später wirkt alles eher überstürzt und oberflächlich. Weder eine romantische Anziehung noch Prickeln, keine Gefühle oder größere Spannungen sind zu vernehmen. Selbst die kleinen Überraschungen, die die LeserInnen aus dem Konzept bringen könnten, schienen regelrecht eingeworfen. Die Handlung vergeht ruckzuck, (relevante) Ereignisse bleiben rar und es mangelt kontinuierlich an Tiefe, Entwicklung, Intensität und Emotionen. Ehrlich gesagt haben mich auch die letzten Kapitel nicht vom Hocker gehauen, war doch die Auflösung in weiten Teilen vorhersehbar.


Wie gesagt: Letztlich ist „Woman Down“ nicht schlecht – weder die Idee noch den Stil betreffend –, doch im Vergleich zu den medial bewusst hoch geschürten Erwartungen blicke ich eher unbefriedigt auf diese Geschichte, die meiner Auffassung nach weit entfernt ist von einem Thriller, zurück.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Weder sonderlich romantisch noch fantastisch oder gar aufregend

Kingdom of crystal Hearts
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„𝐊𝐢𝐧𝐠𝐝𝐨𝐦 𝐨𝐟 𝐜𝐫𝐲𝐬𝐭𝐚𝐥 𝐇𝐞𝐚𝐫𝐭𝐬“ führt uns auf den Kontinent Brillant, der aus vier Reichen besteht und von einer Königin regiert wird, deren Grausamkeit und Härte ihr vorauseilen. Anlässlich des 20. Geburtstages ...

„𝐊𝐢𝐧𝐠𝐝𝐨𝐦 𝐨𝐟 𝐜𝐫𝐲𝐬𝐭𝐚𝐥 𝐇𝐞𝐚𝐫𝐭𝐬“ führt uns auf den Kontinent Brillant, der aus vier Reichen besteht und von einer Königin regiert wird, deren Grausamkeit und Härte ihr vorauseilen. Anlässlich des 20. Geburtstages ihres Sohnes reist Rhaella nun durch das Land – hält dekadente Feierlichkeiten und protzige Festivitäten ab, während große Teile des Volkes, die Gemeinen, hungern und verzweifeln, täglich unzählige Menschen in den Minen sterben, um dem Adel zu noch mehr Macht und Reichtum zu verhelfen. Die Rebellion sieht jetzt den Zeitpunkt gekommen, dem Schrecken ein Ende zu bereiten, das Volk endlich von der Regentin und dem unbeteiligten, gleichgültigen Thronfolger zu befreien.
Veränderung muss her, ein Wandel, bevor noch weitere Leben enden …

Elodie Cabot lebt seit jeher in Granat, dem Armutsviertel von Karmenit, und ist seit dem Verlust ihrer Eltern Teil des Widerstands. Nachdem auch ihre geliebte Schwester verschwand, wurde die Wut der jungen Jägerin, ihr Rachedurst, ihr Wunsch nach Vergeltung mit Händen greifbar. Ihr Part beim Attentat auf die Königin war klar, doch alles kam anders. Plötzlich teilt sich Elodie unter dem Namen Lady Magnolia Burbon mit der Regentin eine Kutsche, pilgert mit ihr von Reich zu Reich, schläft in den weichsten Betten und speist exzellent. Über ihr das Damoklesschwert, immer die Angst im Nacken, als einfache Gemeine enttarnt, als Hochverräterin gehängt zu werden. Nur ihrer Zofe ist es zu verdanken, dass Elodie als Adelsmitglied – wenn auch unkonventioneller, vorlauter Art – vernommen wird. Bis die Vorsicht schwindet … und die Ereignisse eine dramatische Wendung nehmen …

♡ »𝐈𝐡𝐫 𝐤𝐨𝐞𝐧𝐧𝐭 𝐦𝐢𝐜𝐡 𝐬𝐜𝐡𝐥𝐚𝐠𝐞𝐧, 𝐈𝐡𝐫 𝐤𝐨𝐞𝐧𝐧𝐭 𝐦𝐢𝐜𝐡 𝐛𝐫𝐞𝐜𝐡𝐞𝐧.
𝐀𝐛𝐞𝐫 𝐠𝐥𝐚𝐮𝐛𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭, 𝐝𝐚𝐬𝐬 𝐈𝐡𝐫 𝐦𝐢𝐜𝐡 𝐣𝐞𝐦𝐚𝐥𝐬 𝐛𝐞𝐡𝐞𝐫𝐫𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐰𝐞𝐫𝐝𝐞𝐭.« ♡

Positiv hervorheben möchte ich den Stil von Sina Brings, der insgesamt wirklich schön – heißt: bildreich, klar und gefühlvoll – war. Schnörkellos werden wir durch die Geschichte geführt, sehen die Missstände des Kontinents, spüren den Schrecken der Bevölkerung, wenn Rhaellas Name fällt. Unrecht und Leid ziehen sich unterschwellig durch die Seiten, Angst und Gewalt.
Elodie, die uns durch die Erzählung führt, wirkt in vielen Momenten wie eine starke Persönlichkeit. Auch ihre Situation – begonnen in ihrer verlustreichen Vergangenheit über ihren Platz in der Rebellion, ihren Feuereifer, den Sturz der Herrschenden, wenn auch blutig, einzuleiten, bis hin zu ihrer jetzigen verqueren Position – war nachvollziehbar dargelegt. Jedoch mangelte es u. A. an einer griffigen Ausarbeitung dem Romance-Plot und dem männlichen Loveinterest betreffend.
Denn Rafe Tharendor von Eldorin – auffällig durch seinen Blick, intensiv und dunkel – ist mehr Statist als tatsächlich integriert, was nicht an seiner Wortlosigkeit liegt. Woher also die romantischen Gefühle kamen oder wie die Magie in dieser Welt funktioniert, bleibt lediglich eine Ahnung. Denn auch in Sachen Worldbuilding konnte der Romantasy nicht überzeugen. Dafür kam es, wie zu erwarten, zu einer expliziten Szene. Ob ich diese, im Angesicht der Umstände und der vorherrschenden Stimmung, Rafes allgegenwärtiger Distanz, so passend fand? Eher nicht. Ich kann diesem „Hauptsache Spice“ nichts abgewinnen. Hier wäre der Aufbau einer glaubhaften und nachvollziehbaren emotionalen Verbindung oder Einblicke in die Edelsteinmagie weitaus relevanter gewesen.

Zusätzlich irritiert der Stillstand, in den die Handlung zügig abdriftet. Wiederholende Informationen, kreisende Gedanken, immer gleiche Abläufe und sich ähnelnde Formulierungen sowie Elodies Gefühlswirrwarr – hin- und hergerissen zwischen Zukunfts- bzw. Todesangst, der Zuneigung für den stummen Prinzen und dem Zweifel ob ihrer Tat – sorgen trotz der relevanten Punkte, die Brings einfließen lässt, für Eintönigkeit. Dabei erwacht in der vermeintlichen Lady, während sie Stunde um Stunde mit Rafe und Medicus Renauld verbringt, etwas, das sie den Hass auf den Adel, die Verteufelung einer gesamten Gesellschaftsschicht, hinterfragen lässt.
Dass die Atmosphäre durchweg beklemmend ist, Misstrauen durch die Seiten fließt, eine unbestimmte Vorsicht, untermalt die Zustände von Brillant und die Anspannung der Hochverräterin. Auch die einen oder anderen (vielleicht vorhersehbaren) Wendungen und Gänsehaut verursachenden Momente gibt es im Verlauf, aber leider traf auch das viel zu rasche Ende nicht meinen Geschmack.

„Kingdom of crystal Hearts“ ist ein solider, wenn auch oft zäher und unspektakulärer Roman, in dem die Autorin mit Rafes Handicap Aufmerksamkeit für stumme Menschen/Gebärdensprache generiert und einige wichtige, aktuelle Themen anschneidet – sei es die weitverbreitete Armut, die dem Überfluss der Oberen gegenübergestellt wird, der Versuch, gegen Ungerechtigkeiten aufzubegehren, und die Tatsache, dass wir letztlich alle gleich sind.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Solide Neuerzählung einer starken, unterschätzten Frau der Mythologie.

The Witch's Heart - Das Verhängnis
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Als großer Fan unterschiedlicher Mythologien und Freundin von frischen Adaptionen kam ich natürlich nicht um „The Witch's Heart – Das Verhängnis“ herum. Auch die Sage um Angrboda ist für mich keine Unbekannte ...

Als großer Fan unterschiedlicher Mythologien und Freundin von frischen Adaptionen kam ich natürlich nicht um „The Witch's Heart – Das Verhängnis“ herum. Auch die Sage um Angrboda ist für mich keine Unbekannte und so fiel es mir leicht, mich in den diversen Verstrickungen, Gegebenheiten und Beziehungen zurechtzufinden. Erschwert hat mir das Dranbleiben jedoch Genevieve Gornichecs Stil, der einerseits detailreich und atmosphärisch, andererseits sehr ausschweifend und öfter holprig war. Daran änderte auch nichts der zarte Tonfall und die eindringliche, merklich bemühte Beleuchtung von Angrbodas Innerem.
Zwar kamen die Kulisse und das typisch nordische, harsche Feeling wunderbar zur Geltung, die Handlung selbst verlor sich mMn aber in einer wankelmütigen Erzählweise, in wenig greifbaren Reaktionen wie auch in einem zu einfachen, weichen Ende.
Ebenfalls nicht optimal ist die Gliederung, die keine Kapitel, sondern lediglich drei große Teile umfasst. Zogen sich der erste und letzte Abschnitt aufgrund des Gefühls von Ziellosigkeit und Stillstand, bringt der zweite „Spaß“, Spannung(en) und Offenbarungen, wirft die LeserInnen in ein emotionales Chaos, schockiert mit grausamen Sequenzen und überrascht mehrfach.

Soll nicht heißen, dass die restliche Geschichte ausschließlich einer zähflüssigen, schwermütigen Masse gleichkommt – denn auch hier gab es stellenweise berührende und starke Passagen, eine deutliche Veränderung, ein Umschwung. Es gab Liebe und Verrat, Tragik und Verlust. Eine Mutter, die kämpft. Die sucht. Sich befreit. Abwechslung bringen neben der Kulisse weitere Figuren wie Loki – der in seiner Rolle als Täuscher und Lügner aufgeht, unberechenbar und unterschätzt –, Hel und Skadi, eine getreue, loyale Freundin. Fenrir und Jörmungandr, Ragnarök und die den nordischen Gottheiten angedachte Mentalität – egoistisch, selbstherrlich, machthungrig – wirkten zudem der Authentizität zuträglich.

Alles in allem ist „The Witch's Heart – Das Verhängnis“ eine gute Interpretation einer der seltener betrachteten Mythen und ein Roman, der von dem Schmerz einer Frau erzählt, die sich weigerte, sich zu fügen, die immer wieder aufgestanden ist, Opfer brachte und bis zum Schluss gegen Unterdrückung und Ausgrenzung kämpfte. Keine Story für zwischendurch, keine, die vom ersten Satz an fesselt, sondern eine, die ihre Tragweite subtil offenbart, mit Höhen, die mitreißen, und Tiefen, die es lohnt, zu überwinden.

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