Profilbild von LeseEule35

LeseEule35

Lesejury Star
offline

LeseEule35 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LeseEule35 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2017

Was wäre wenn...

Fast so was wie Liebe
0

Fast so was wie Liebe - Autorin Bina Kratsch, erschienen 01. Mai 2017 Verlag: Wortreich, als Taschenbuch und E-Book

Eine zarte Liebesgeschichte der wirklich anderen Art. Der Buchtitel „Fast so was wie ...

Fast so was wie Liebe - Autorin Bina Kratsch, erschienen 01. Mai 2017 Verlag: Wortreich, als Taschenbuch und E-Book

Eine zarte Liebesgeschichte der wirklich anderen Art. Der Buchtitel „Fast so was wie Liebe“ beschreibt den Inhalt schon sehr gut. Es zeigt sich, dass nicht jede große Liebe eine Chance bekommt. Ist es Schicksal oder fehlender Mut, der sie an uns vorbeiziehen lässt? Es bleibt die Frage: Was wäre wenn?

Das Herz ist ein Betrüger! „Friedrich Schiller – aus Maria Stuart“

Eine Liebe - ein Leben
So lange Habe ich Dich nicht gesehen, nicht gerochen, nicht gespürt. Ich vermisse Deine Augen, die funkeln wie die Sterne in einer Sommernacht. Deine Haut ist so zart wie Karamell und süss wie Schokolade. Der Duft Deiner Haare ist so betörend wie du in dieser Nacht. Deine Bewegungen sind so sinnlich, dass der Boden an den Stellen, an denen Du ihn berührst, erglüht.
Eine Liebe – ein Leben

Mit diesem Gedicht fängt eigentlich alles an oder endet irgendwie auch alles zwischen den Hauptprotagonisten Nicola Karner und Mark Tanninger. Die Handlung spielt in Österreich, zwischen Salzburg und Ischgl.

Mark und Nicola zwei wunderschöne Namen, die für eine Einheit stehen, die einmal hätten sein können, sehr viel Ähnlichkeit, sehr viel Humor, der anzieht und der verbindet. Eine Liebe, die zur falschen Zeit, vielleicht auch am falschen Ort entstand. Viellicht aber auch durch die Ähnlichkeit der Charaktere scheiterte, vor allem in Bezug auf zu wenig Mut, sein Gefühle zu offenbaren. Das Gedicht zeigt allerdings, wieviel Emotionen in diesen Moment, in diesem damaligen, einmaligen Moment vorhanden war. So beschreibt die Psychologin im Buch beide Charaktere und hierzu ist gar nicht mehr viel hinzuzufügen, denn es wird alles sehr treffend gesagt.

Zum Inhalt:
Damit hat Nicola nicht gerechnet. Sie schickt ein altes Liebesgedicht eines früheren Verehrers zu einer Literaturzeitschrift und wird prompt zu einem Wettbewerb der schönsten Liebesgedichte eingeladen. Verfasser Mark ist zunächst wenig begeistert – auch für ihn ist die Sache längst abgeschlossen. Den Hauptpreis hätte er aber schon gerne. So feiern die zwei in einem Tiroler Alpenhotel ein wenig erfreutes Wiedersehen. Die Tatsache, dass beide glücklich verheiratet sind, macht es nicht einfacher. Natürlich sind sie nicht die Einzigen, die am Gewinn interessiert sind. Drei Liebesgedicht stehen einander gegenüber. An jedem hängt mehr als Worte sagen können. Ist die Liebe eine unveränderte Größe oder wandelt sie sich im Fluss der Zeit?

Die Geschichte fühlt sich sehr authentisch an, denn wer stellt sich denn nicht mal die Frage „Was wäre wenn gewesen“. Tiefgründig wird das hier hinterfragt und auch aufgezeigt, welche Einflüsse beim Handeln eine Rolle spielen und auch damals entscheidet waren. Und manchmal weiß man erst gar nicht oder erkennt es erst später, zu was es eigentlich gut gewesen war.Einfühlsam, amüsant, mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus wird hier die Story wiedergegeben.

Der Schreibstil ist locker, leicht, witzig, spritzig und stellenweise sehr amüsant. Die einzelnen Kapitel werden hauptsächlich aus der Ich-Perspektive von Nicola wiedergegeben, aber auch Mark kommt ein paar Mal selbst zu Wort. Diese Art gefällt mir sehr gut, so bekommt man in beide Gedankenstränge einen besseren Einblick, obwohl ich mir manchmal gewünscht hätte, dass Mark noch ein wenig mehr hätte von sich preisgeben dürfen. Den Start der Handlung fand ich kurz verwirrend, man musste sich ja erst einmal zu recht finden und Orten was eigentlich geschehen war und viele Nebencharaktere werden erwähnt. Durch die einzelnen Rückblicke wird das Wirrwarr dann aber gelichtet und man kann wieder folgen und versteht auch den Beginn. Der lockere und sarkastische Schreibstil lässt einen sooft schmunzeln und regt wunderbar das Kopfkino an.
Aber auch ernste Themen kommen nicht zu kurz und hemmen den Lesefluss nicht. Die Autorin lässt immer nebenher auch die anderen Gedicht mit einfließen, dass gefällt mir sehr gut. Ich mochte beide Hauptcharakter und auch die kleine Marie sehr. Das Ende passt sehr zur gesamten Handlung und lässt es dadurch auch so wirklich werden, alles andere wäre ein Traum gewesen und hätte das ganze Bild zerbrochen, auch wenn man sie ein anderes happy End gewünscht hatte, aber so passt es sehr gut.

Ich vergebe vier von fünf Sternen, aber mit einer straken Tendenz zu fünf Sternen. Es hat nicht viel gefehlt dazu. Die Rückblicke hätten etwas kürzer gefasst werden, denn die eigentlichen Erklärungen werden in der Gegenwart erläutert und die vielen Nebencharaktere lockern die Handlung zwar auf und machen auch was liebeswertes daraus, hätten aber nicht unbedingt alle da sein müssen. Und wäre Mark noch leicht mehr selbst zu ort gekommen, wäre es perfekt gewesen. Ansonsten fühlte ich mich wunderbar unterhalten und es war ein ganz tolles Lesevergnügen.

Auszug meiner absoluten Lieblingsstelle im Buch:
„Ein wenig verbittert trabe ich also alleine zu meinem Auto und finde diesmal kein Gedicht, sondern Mark auf meiner Motorhaube vor. Verschmitzt lächelt er mcih an. Du dachtest, ich bin gefahren, nicht wahr? ... Leb wohl, Schönheit. Ein Hauch von Kuss fliegt über meine Handoberfläche und zwingt mich zu einem Lächeln. Leb wohl, alter Prinz, sage ich und werfe ihm eine Kusshand zu. Du warst immer meine Lieblingsprinzessin, sagt er noch und sieht mir tief in die Augen. Die mit Abstand verrückteste, aber auch die lustigste. Vielen Dank, antworte ich und lächle. Als er sich umdreht und geht, überwältigt mich die Erinnerung an diesen großartigen Mann und ich kann nicht anders, als seinen Namen zu rufen. Sofort macht er kehrt und wir fallen uns in die Arme. Er hält mich fest. Sehr, sehr fest, wie ich finde. Sein Geruch ist wahnsinnig männlich und ich weiß jetzt wieder, warum ich mich damals so sehr in ihn verliebt hatte. Alles an ihm erinnert mich an damals und ist doch heute ganz neu. Das gleiche Leben, eine andere Zeit.“

Mein Fazit: Eine wunderschöner Roman mit Tiefe zu leichte Lesevergnügen und anregend zum denken, vielleicht auch an vergangene Zeiten. Für alle die sich die oben gestellte Frage stellen, sollten das Buch unbedingt lesen!

Zitat: Glücklich zu sein bedeutet ganz einfach, sein Leben so glücklich wie nur möglich zu leben.

Veröffentlicht am 16.02.2026

Der Plan war ein anderer...

Mein Jahr mit Dir
0

„Mein Jahr mit Dir“ ist die Romanvorlage zum Netflix-Film „My Oxford Year“. Diese Tropes sind im Buch zu finden: Enemies to Lovers, Slowburn, Forced Proximity Romeo & Julia.

Vor jedem neuen Kapitel ...

„Mein Jahr mit Dir“ ist die Romanvorlage zum Netflix-Film „My Oxford Year“. Diese Tropes sind im Buch zu finden: Enemies to Lovers, Slowburn, Forced Proximity Romeo & Julia.

Vor jedem neuen Kapitel gibt es einen lyrischen Exkurs einer englischen Literatur lange vor unserer Zeit. Ich mag dieses englische Feeling, Universität, gebildete Charaktere mit ihrem ganz besonderen Charme und in einer Zeitepoche mit eingebunden, die schon so lange vorbei ist, aber die englische Sittsamkeit und literarische Geschichte wieder hervorbringt. Und das alles zur einer höchst modernen Zeit. Ella, eine junge amerikanische Frau hat es nach Oxford geschafft und möchte dort ein Jahr lang englische Sprache und Literatur studieren. Nebenbei engagiert sie sich für die Politik ihres Landes und ist mitten in einem Wahlkampf dabei, auch wenn der Ozean beide Länder trennt. Sie trifft in ihrer ersten Vorlesung auf andere interessante Charaktere und auch ihr zukünftiger Professor ist ihr kein Unbekannter. Ella weiß was sie will, sie ist entschlossen, klug und neugierig. Spaß haben darf jeder, nur verlieben muss nicht sein, schließlich ist ihre Zeit begrenzt und sie will alles kennenlernen was nur möglich ist. Es endet in einem Epilog.

Der Roman schreitet zwar zunächst langsam voran, macht für mich dann jedoch einen enormen Sprung und auch die besondere Erzählweise bei diesem Sprung ist zunächst ungewöhnlich. Dennoch ist es mitreißend, tiefgründig und poetisch. Die Literatur spielt eine große Rolle und auch die verschiedenen Sichtweisen etwas zum empfinden. Auch gibt es eine unvorhergesehene Wendung, die die Geschichte neu betrachten lässt und einen anderen Touch gibt. Es ist schmerzlich, emotional und mitnehmend, auch wenn mich nicht alles so ergreifen konnte, wie ich gedacht hätte. Die Dynamik ist dennoch anziehend und einnehmend. Die Gefühle sind greifbar, auch wenn ich mir hier mehr gewünscht und mehr spürbare Energie und Romantik gewünscht hätte. Aber diese plätschert ganz leise daher und auf anderen Umwegen. Den Film selbst kenne ich nicht, würde ich mir sicherlich ansehen, wenn es dazu kommt, aber es ist für mich kein Muss und selten kann mich beides gleichermaßen überzeugen.

Eleanor Duran, 24, aus Ohio ist eine bewundernswerte und stake junge Frau. Sie hat früh gelernt für sich einzustehen, selbstständig zu sein, ehrgeizig und hilfsbereit. Sie hat eine gewisse Vorstellung von ihrem Leben, auch wenn fast alles anders kommt als geplant, aber das Leben kann man nun mal nicht planen, es hat seinen ganz eigenen Rhythmus.

Jamie Davenport, ist ein junger Mann, mit festem Ziel vor Augen und gewiss nicht einschätzbar. Nach außen wirkt er anders, als viele meinen und er hält sich privat stark im Hintergrund. Doch er ist gezeichnet und möchte niemanden verletzen. Seine Familie ist ein wunder Punkt.

Der Schreibstil ist angenehm, bewegend, mit sehr gutem Humor besetzt und lyrisch untermauert, dennoch jederzeit modern. Die Kapitellängen sind unterschiedlich lang. Die Dialoge und Erzählungen sind zart humorvoll bis schmerzlich treffend, gefühlvoll, emotional und tiefsinnig ehrlich, so dass die gesamte Gefühlspalette genutzt wird, doch leider nicht immer on Point so rüberkommt.
Dazwischen gibt es tiefgreifende Momente, nachdenkliche, aber auch romantische Augenblicke. Ella erzählt ihre Geschichte aus alleiniger Sicht in der Ich-Perspektive. Natürlich kommt die andere Sicht hierbei nicht zu kurz, auch wenn es Ella´s Geschichte ist, dennoch hätte ich mir hier ab und an einen Perspektivenwechsel gewünscht.
Die Klappbroschur ist wunderschön gestaltet, mit feinen und kleinen Details.

Mein Fazit: Ein ehrlicher und berührender Roman, auch wenn er nicht an allen Stellen für mich durchweg transparent und mitnehmend war. Der Ausflug nach Oxford und die feine englische Annehmlichkeit zur Literatur hat mir ansonsten gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2026

Cupcakes, Brote und andere süße Naschereien...

Ein Sugarloaf-Valentinstag
0

Es geht direkt hinein in die Handlung und in die Sugarloaf Bakery, in der Lily gerade in die Verkaufsgeheimnisse eingearbeitet wird. Sie ist vorübergehend zurück in ihrer kleinen Heimatstadt im englischen ...

Es geht direkt hinein in die Handlung und in die Sugarloaf Bakery, in der Lily gerade in die Verkaufsgeheimnisse eingearbeitet wird. Sie ist vorübergehend zurück in ihrer kleinen Heimatstadt im englischen Honeywell. Es ist zwar nicht Lilys Traumvorstellung von einem Job, aber es hält sie über Wasser und überbrückt ihr die Zeit bis zu etwas Neuem. Auch der Valentinstag steht vor der Tür und prompt läuft ihr ihr Ex-Freund Stephen in die Arme, für dessen Freundin sie auch noch Gebäck verziehen soll. Ein Wort ergibt das andere und plötzlich gibt sie vor auch wieder in festen Händen zu sein. Ihr bester Freund Jack fällt ihr da nur zur Hilfe ein, aber der findet es auch noch recht amüsant und bringt lIly nicht gerade heraus aus dieser verzwickten Situation. Und eigentlich will sie auch ihren Ex zurück. Es beginnt eine zuckersüße Verwirrung und die Gefühle werden auch ordentlich durchmischt.

Honeywell ist eine typische Kleinstadt, so wie man sie liebt, vor allem mit eigenwilligen, lebhaften und neugierigen Charakteren. Die einzelnen Szenen, die Dialoge und bildlichen Vorstellungen sind sehr gut und humorvoll herausgearbeitet und machen stetig neugierig auf den Fortgang der Story. An manchen Stellen hätte es gerne auch noch mehr in die Tiefe gehen können. Es erstreckt sich über wenige Tage und ist ein kurzweiliges Leseabenteuer.

Lily Carson (31), ist in einer liebevollen Familie aufgewachsen. Ihr gewohntes Umfeld befindet sich eigentlich in London, doch der Verlust ihres Jobs hat sie vorerst nach Hause zurückkehren lassen. In der Bäckerei fügt sie sich ihrem alternden und etwas altmodischen Chef und versucht das Beste für das Geschäft herauszuholen. Sie ist eine offene Person, liebt Humor und hat eine herrliche sarkastische Ader an sich. Mit ihrem besten Freund Jack hat sie schon so einiges erlebt und sie hofft, dass er ihr aus dieser Miesere helfen kann.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, es ist locker, leicht, zum schmunzeln, mit einem Hauch von Ironie zwischen den Zeilen und man fühlt sich direkt bei jeder Szene mit vor Ort. Es ist erfrischend direkt und mit einem schönen Gefühl versetzt. Die einzelnen Szenen, die Dialoge und bildlichen Vorstellungen sind sehr gut dargestellt und machen stetig neugierig auf den Fortgang der Story. Die einzelnen Kapitel habe eine unterschiedliche Leselänge. Lily erzählt ihre Geschichte in der Ich-Perspektive.
Das Buchcover passt passt zuckersüß zum Inhalt.

„Wenn man über jemanden spricht, den man kaum kennt, muss man seinen Verstand benutzen. Wenn man über jemanden spricht, den man fast so gut kennt wie sich selbst, spürt man ihn einfach, ohne sein Wesen in Worte fassen zu müssen.“

Mein Fazit: Es ist eine sehr süße und kurzweilige Geschichte rund um den Valentinstag und mit ganz viel Small-Town-Charme.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2026

Ein Wettbewerb, der die Gemüter scheidet...

Eine Sugarloaf-Verwechslung
0

Es geht direkt hinein in die Handlung zu Abby, die sich in der Sugarloaf-Bakery um einen Job als Bäckerin und Konditorin bewirbt. Inzwischen ist etwas Zeit ins Land gegangen und Lily hat mit ihrer Freundin ...

Es geht direkt hinein in die Handlung zu Abby, die sich in der Sugarloaf-Bakery um einen Job als Bäckerin und Konditorin bewirbt. Inzwischen ist etwas Zeit ins Land gegangen und Lily hat mit ihrer Freundin Isabella die Bäckerei in Honeywell übernommen und ein kleines Café mit integriert. Die Bäckerei ist wieder geöffnet und es braucht neue Ideen, dass Geschäft attraktiv zu halten. Für Abby ist es ebenfalls eine Rückkehr nach Hause, sie ist in Honeywell aufgewachsen und ihre Eltern benötigen dringend ihre Hilfe. Um nicht zu vereinsamen, meldet sie sich bei einer Dating App an und landet ein Desaster nach dem anderen. Durch unglückliche Umstände trifft sie auf den Bäcker Chris und verbringt Zeit mit ihm. Ein Backwettbewerb bringt nicht nur ganz Honeywell in Aufruhr, auch die Gefühle wirbeln ordentlich durcheinander.

Honeywell ist eine typische englische Kleinstadt, so wie man sie liebt, vor allem mit eigenwilligen, lebhaften und neugierigen Charakteren. Die einzelnen Szenen, die Dialoge und bildlichen Vorstellungen sind sehr gut und vor allem humorvoll herausgearbeitet und machen stetig neugierig auf den Fortgang der Story. Auch merkt man den Zusammenhalt der Bewohner und alle, die sich um die kleine Bäckerei herum versammeln. Die Handlung ist von kurzer Dauer, zieht sich aber unmerklich über ein paar wenige Monate. Was mir gefehlt hat, war etwas mehr Romantik und das typische Gefühl des verliebt seins. Dafür gab es dramatische Augenblicke und jede Menge Einmischung. Was mir sehr gut gefiel, war die Einbindung der familiären Ereignisse und ihr Umgang mit der Thematik.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, es ist locker, leicht, zum schmunzeln, mit einem Hauch von Ironie zwischen den Zeilen und man fühlt sich direkt bei jeder Szene mit vor Ort. Es ist erfrischend direkt und mit einem leichten Gefühl versetzt. Die einzelnen Szenen, die Dialoge und bildlichen Vorstellungen sind sehr gut dargestellt und machen stetig neugierig auf den Fortgang der Story. Die einzelnen Kapitel haben eine unterschiedliche Leselänge. Abby erzählt ihre Geschichte in der Ich-Perspektive. Das Buchcover passt passt zuckersüß zum Inhalt.

Mein Fazit: Es ist eine abermals sehr süße und kurzweilige Geschichte rund um die Sugarloaf-Bakery und ihren urigen Bewohnern von Honeywell.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2026

Eine Bachelorette auf Umwegen zu sich selbst findend

Plötzlich Bachelorette
0

Plötzlich Bachelorette ist der erste Roman der Autorin für mich. Ich mag ihre Art und ihren Ideenreichtum eine Geschichte zu erzählen und fühlte mich sehr wohl beim kennenlernen der Story. Dies ist die ...

Plötzlich Bachelorette ist der erste Roman der Autorin für mich. Ich mag ihre Art und ihren Ideenreichtum eine Geschichte zu erzählen und fühlte mich sehr wohl beim kennenlernen der Story. Dies ist die komplett überarbeitete Neuauflage von "Ein Erbe zum Verlieben" (2019 erschienen) von Nadine Stenglein.

Anna´s Oma Rose und ihre beste Freundin Ruby haben sich etwas verrücktes ausgedacht. Anna soll etwas Bachelorette spielen, so den Mann fürs Leben finden und endlich auch wieder zu sich selbst. Ihr Ex-Mann Robert hat sie nämlich verändert und ihr den Glanz genommen. Zudem lässt er nichts aus, um sie immer wieder zu demütigen und klein zu halten.
Dabei ist Anna ein herzensguter und doch sonst positiver Mensch. Aber mit den Jahren hat sie ihr Lachen, ihre Verrücktheit, ihren Glanz, ihr Selbstbewusstsein verloren und ist immer mehr zu der unsichtbaren grauen Maus geworden, die sich unsicher und ungeliebt fühlt. Durch ihre gute Art, lässt sich Anna leider aus- und benutzen und vergisst darüber sich selbst, ihre Bedürfnisse, ihre Träume, ihre Ziele und Sehnsüchte. Doch sie lässt sich auf ein Abenteuer mit 10 Männern ein und erlebt so manches Chaos und auch Abenteuer. Ihr neues Umfeld zeigt ihr was in ihr steckt und so langsam findet Anna wieder zu sich und sogar darüber hinaus. Nebenher hat sie immer wieder mit Robert zu kämpfen und auch mit ihren Kollegen von der Schule. Doch wie und ob Anna nun ihren Traummann findet, müsst ihr schon selbst lesen.
Beschreibung eines Mannes zu Anna: „Du bist tapsig, lachst gern, verzeihst gern das Gesicht, will taff sein, bist es auch hin und wieder, bist unsicher, innerlich gewiss stark, versuchst, deine weiblichen Kurven zu kaschieren, bist ängstlich und möchtest doch auf Safari gehen, und du tust es auch. Vor allem bist du unglaublich vielfältig, eben erfrischend.“

Die Geschichte von Anna und ihren Männern ist wunderbar chaotisch, humorvoll, regt zum Nachdenken an über sich selbst sowie das Umfeld und enthält auch süße romantische Momente. Zudem gefällt mir die Tiefe, die in dem nicht zu langen Roman steckt und somit eine Verbundenheit zu einigen Charakteren schnell herstellt und natürlich auch Antisympathien. Ein wirklich schöner und mal anderer Roman über den alltäglichen Wahnsinn, Träume, Ziele, verpasste Chancen, Familie, neue Freunde und die Liebe.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, locker und leicht zu lesen. Man liest sich schnell durch die unterschiedlich langen Kapitel, welche nur durch eine kleinen Titel gekennzeichnet sind..Die Handlung wird aus der alleinigen Sicht von Anna wiedergegeben. Die Charaktere sind in ihrer Tiefe und Menge alle sehr gut und genügend herausgearbeitet worden, auch ihre jeweiligen Eigenarten stechen gut heraus. Kompliment an die Autorin, dass sie bei der Fülle an männlichen Darstellern, nie den Überblick verloren hat. Wenn man als Leser einmal verstanden hat, wer nun wer ist, kam man auch nicht mehr durcheinander und konnte sie schnell an ihren Egos erkennen und zuordnen.
Bei der Top-Ten gefiel mir besonders Luca, Marvin und Cole.

Ich hätte mir an manchen Stellen etwas mehr Romantik oder noch mehr Momente mit Anna und ihrem letzten Auserwählten gewünscht, so dass es nicht so schnell voran geht und es dadurch noch glaubwürdiger erscheint.

„Bleib, wie du warst und nun bist, und vergiss da dazwischen … Du bist wieder du und noch mehr.“

Mein Fazit: Ein süße Bachelorette, die den Männern nach der Reihe den Kopf verdreht und wieder zu sich selbst findet. Ein liebe- und humorvoller Roman auch mit nachdenklichen Momenten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere