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Veröffentlicht am 23.02.2026

genetische Identität

Real Americans
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Das Cover ist ästhetisch und beeindruckend, es hat mich sofort angesprochen, ebenfalls der kurze, prägnante Titel, auch wenn dieser nicht viel über den Inhalt verrät. Der Roman begleitet eine chinesisch-amerikanische ...

Das Cover ist ästhetisch und beeindruckend, es hat mich sofort angesprochen, ebenfalls der kurze, prägnante Titel, auch wenn dieser nicht viel über den Inhalt verrät. Der Roman begleitet eine chinesisch-amerikanische Familie über mehrere Generationen und über verschiedene zeitliche Epochen von China bis nach Amerika. Die einzelnen Teile werden aus der Perspektive von Lily, dann von ihrem Sohn Nick erzählt und zum Schluss rückblickend aus der Sicht von Lilys Mutter May. Inhaltlich ist man als Leserin somit zuerst in den aktuelleren Geschehnissen involviert und erfährt am Ende die Hintergrundgeschichte, wie alles begann und wohin die Reise hätte gehen können oder sollen, wenn alles nach Plan verlaufen wäre.
Man braucht als Leser
in Zeit um sich in die Familiengeschichte einzulesen und in die unterschiedlichen historischen und zeitlichen Dimensionen hineinzuversetzen, man kann nicht durch die Kapitel rauschen, ohne nachzudenken und mitzufühlen. Es geht um zentrale Themen wie Identität und Zugehörigkeit. Was macht es aus „echte Amerikaner“ zu sein und warum ist es gesellschaftlich so wichtig? Gesellschaftliche Normen, Rasse und Herkunft und der „American Dream“ stehen im krassen Gegensatz zueinander. Geld beeinflusst, wer sich durchsetzt und wer es leichter hat im Leben. Am meisten beeindruckt hat mich der wissenschaftliche Aspekt, den schon Lilys Mutter May und ihre Forschungskolleg*innen damals verfolgten, wenn auch noch mit einfacheren Methoden, so haben sie dennoch einen Meilenstein in der Genforschung und in der Veränderung von Erbgut ermöglicht. Wie dies etisch vertretbar ist, ist ein weiterer Diskussionspunkt, der zwar nur kurz angeschnitten wird, der aber im Nachhinein zum Weiterdenken anregt. Dürfen nur die gesunden, starken, perfekten Menschen überleben? Geht dadurch nicht die Vielfalt verloren? Wir sind weit mehr als die Summe unserer Teile. Wie weit können wir wirklich frei Entscheidungen treffen oder sind wir nicht immer in gewisser Weise beeinflusst? Die Gabe die Zeit anhalten zu können, finde ich beeindruckend. Die Zeit anzuhalten und die Zeit kontrollieren zu können.

Veröffentlicht am 13.02.2026

Waschbär mit Tollwut

Wir Freitagsmänner
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Der Roman ist in thematische Kapitel eingeteilt mit aussagekräftigen Überschriften, sodass man sich beim Lesen auf das jeweilige Thema einstellen kann. Der Schreibstil ist locker, humorvoll, aber trotzdem ...

Der Roman ist in thematische Kapitel eingeteilt mit aussagekräftigen Überschriften, sodass man sich beim Lesen auf das jeweilige Thema einstellen kann. Der Schreibstil ist locker, humorvoll, aber trotzdem steckt eine Prise Wahrheit in den Aussagen. Man hat nicht das Gefühl, einen Roman über das Älter werden von Männern und ihre Midlife Krisen und Wechseljahresbeschwerden zu lesen, es fühlt sich eher an, wie ein Gespräch unter Freunden. Im Zentrum des Geschehens steht Henri, ein Mittfünfziger, bei dem sich erste Beschwerden einstellen und ihn dann dazu verleiten, sein gesamtes Lebenskonstrukt zu reflektieren, die momentane Situation in Frage zu stellen und zaghaft mit den ersten einschneidenden Veränderungen zu beginnen. Seine Ehe ist geschieden, die Kinder sind erwachsen, er begibt sich auf Dating-Plattformen und begegnet eher zufällig einer Mental-Coach-Frau, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Interessant finde ich ihre Sichtweise das Leben als Woche zu betrachten und Henri sieht sich hier selbst schon bei Freitag angelangt, ohne konkrete Pläne für das bevorstehende Wochenende. Es besteht nicht mehr genügend Zeit, um alles zu verändern und auszuprobieren, aber dennoch noch ausreichend Zeit, um vieles nachzuholen und zu ändern. Zu Beginn war die Grundstimmung melancholisch, nachdenklich, mit der Zeit ändert sich die Stimmung und wird hoffnungsvoller und positiver in der gesamten Lebenseinstellung. Insgesamt lässt sich der Roman leicht und flüssig lesen, er ist pointiert und unterhaltsam, hat aber auch ein paar wenige ernste Momente. Er besteht hauptsächlich aus Alltagsanekdoten kombiniert mit Fragen nach dem Lebenssinn, Krankheit, Freundschaft, Beziehung und hat eine gewisse Selbstironie.

Veröffentlicht am 06.02.2026

unter Druck

Skala des Bösen
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Rechtsanwältin Lena hat ihren schwierigsten Fall zu lösen, bei dem ihre Familie plötzlich verschwunden ist und sie herausfinden sollte, wer dahinterstecken könnte. Zudem wird sie selbst als Verdächtige ...

Rechtsanwältin Lena hat ihren schwierigsten Fall zu lösen, bei dem ihre Familie plötzlich verschwunden ist und sie herausfinden sollte, wer dahinterstecken könnte. Zudem wird sie selbst als Verdächtige gehandelt, indem jemand gegen sie agiert, ihr Leben manipuliert und die Polizei und ihr Umfeld sich auf sie eingeschworen hat.
Der Roman startet mit der Beschreibung einer scheinbar heilen Welt der Familie, die dann plötzlich komplett aus den Fugen gerät. Es geht um Verdachtsmomente, Intrigen und Beschuldigungen und zudem kämpft Lena gegen einen unbekannten Täter, der sie allerdings gut zu kennen scheint, auch ihre Ängste und ihre Schwächen und diese ausnutzt. Die Kapitel sind kurz und mit vielen Wendungen und Verdachtsmomenten, was zum zügigen Weiterlesen verleitet. Lena selbst wirkt zuerst ausgeglichen und gefestigt, wird aber mit der Zeit immer mehr gebrochen, labil und verzweifelt, man kann dies als Leser*in mitfühlen. Man spürt beim Lesen auch das juristische Backgroundwissen des Autors, das stark einfließt. Das Ende finde ich überraschend und für mich etwas unerwartet.

Veröffentlicht am 06.02.2026

gesellschaftskritischer Roman

Niemand hat es kommen sehen
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Der Kriminalroman knüpft inhaltlich an den vorigen Teil „Zwischen euch verschwinden“ an, sodass man beim Lesen das Gefühl hat, irgendetwas fehlt oder ist nicht ganz stimmig, wenn man den ersten Teil nicht ...

Der Kriminalroman knüpft inhaltlich an den vorigen Teil „Zwischen euch verschwinden“ an, sodass man beim Lesen das Gefühl hat, irgendetwas fehlt oder ist nicht ganz stimmig, wenn man den ersten Teil nicht kennt. Ich würde empfehlen, den vorigen Teil vorab zu lesen, denn ich hatte dies auch übersehen und dadurch ein paar inhaltliche Verständnisschwierigkeiten, da nicht alles wiederholt oder aufgefrischt wird. Zuerst hat man das Gefühl, es geht um eine verschwundene Frau, indem Maria ohne Erinnerung, was passiert ist, in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Sie wird verdächtigt, beschuldigt, das gesamte Dorf spekuliert und es entstehen Gerüchte und daraus Beschuldigungen. Marias Schweigen wird zugleich als Schuldeingeständnis interpretiert und sie rutscht von der Opferrolle in die Täterinnenrolle. Ich finde es spannend zu sehen, welche gesellschaftliche Dynamik sich entwickelt und auch die unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Personen sind interessant zu lesen. Der Kriminalroman ist vielschichtig aufgebaut und kommt ohne große oder brutale Szenen aus, er ist vielmehr ein gesellschaftskritischer Roman.

Veröffentlicht am 05.02.2026

die Idylle trügt

Dunkle Schatten über Småland
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Der zweite Band der Reihe mit Kommissarin Luna Bofink und ihrem Team ist inhaltlich abgeschlossen und kann auch als Einzelteil gelesen werden, allerdings hat man mehr Lesespaß, wenn man den ersten Teil ...

Der zweite Band der Reihe mit Kommissarin Luna Bofink und ihrem Team ist inhaltlich abgeschlossen und kann auch als Einzelteil gelesen werden, allerdings hat man mehr Lesespaß, wenn man den ersten Teil auch schon gelesen hat. Warum haben die gefundenen Knochen komische Spuren? Dier Erzählweise ist langsam, beschreibend, mit dem typischen schwedischen Flair aus Landschaftsbeschreibungen und Krimi. Ab dem Fund der menschlichen Knochen ändert sich die Stimmung allerdings und es wird spannend, die auch weiterhin hochgehalten wird. Man hat als Leserin das Gefühl, dass jeden Moment wieder etwas passieren könnte. Der grausige Fund passt so gar nicht in die Urlaubsidylle, daher arbeitet das Ermittlungsteam auf Hochdruck, um den Fall schnell zu lösen. Man erfährt aber auch nebenbei viel über die Charaktere, sowohl über das Ermittlungsteam, aber auch über die Bewohnerinnen, das mag ich persönlich gerne, denn es gibt dem Buch eine persönliche Note.