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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2026

Wohlfühlroman für zwischendurch

Der Sommer, der uns blieb
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In "Der Sommer, der uns blieb" von Greta Herrlicher blicken drei ehemalige Freunde auf eine gemeinsame Vergangenheit zurück, die von einem einschneidenden Ereignis überschattet wird. Zwischen Rückblicken ...

In "Der Sommer, der uns blieb" von Greta Herrlicher blicken drei ehemalige Freunde auf eine gemeinsame Vergangenheit zurück, die von einem einschneidenden Ereignis überschattet wird. Zwischen Rückblicken in ihre Jugend und der Gegenwart stellt sich die Frage, ob ihre Verbindung stark genug ist, um alte Wunden und Geheimnisse zu überwinden.

Vornweg: Schon rein optisch ist das Buch ein echtes Highlight. Der Farbschnitt und die Illustrationen im Innenteil sind wirklich besonders und haben mir sehr gut gefallen. Inhaltlich klang die Geschichte für mich ebenfalls vielversprechend, gerade mit Blick auf die angedeuteten Geheimnisse . Für mich blieb jedoch vieles eher an der Oberfläche . Auch die Figuren konnten mich nicht vollständig überzeugen. Die drei Freunde boten für mich wenig Identifikationspotenzial, einige ihrer Entscheidungen wirkten fragwürdig, und besonders Martin blieb mir bis zum Ende eher suspekt. Zudem wurde die enge Freundschaft in den Rückblicken für mich nicht ganz greifbar, während mir die Entwicklungen in der Gegenwart stellenweise etwas zu glatt und unrealistisch erschienen.

Positiv hervorheben möchte ich jedoch die wechselnden Perspektiven, die verschiedenen Zeitebenen und die kurzen Kapitel. Das sorgt für einen flüssigen Lesefluss und eine gewisse Grundspannung, die einen gut durch das Buch trägt.

Alles in allem ist „Der Sommer, der uns blieb“ ein leicht zu lesender Wohlfühlroman mit sommerlicher Atmosphäre, der sich gut für zwischendurch eignet, für mich inhaltlich jedoch nicht ganz die Tiefe erreicht hat, die ich mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Stark erzählt, ernüchternd verbunden

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Alena Schröder erzählt in „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Hannah und Marlen, zwei starken Frauen und ihrem Leben. Die Geschichte spielt dabei auf zwei Zeitebenen: Hannah lebt in Berlin ...

Alena Schröder erzählt in „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Hannah und Marlen, zwei starken Frauen und ihrem Leben. Die Geschichte spielt dabei auf zwei Zeitebenen: Hannah lebt in Berlin im Jahr 2023 und plötzlich taucht ihr Vater wieder auf. Gleichzeitig wird von Marlen erzählt, die 1945 in Güstrow bei der Malerin Wilma unterkommt. Die Geschichte wird verbunden durch ein Kunstwerk auf Leinwand. Bei „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ handelt es sich um den dritten Teil der Familientrilogie rund um Hannah und Evelyn Borowski, den man aber auch ganz ohne Vorwissen gut folgen kann.

Vorneweg: Der Schreibstil, die abwechselnden Perspektiven, die unterschiedlichen Charaktere und der durchweg hohe Spannungsbogen haben mir sehr gut gefallen. Ich hatte das Buch in kürzester Zeit durch und bin begeistert von Schröders Fähigkeit eine rundum spannende Geschichte zu entspinnen. Eher im Hintergrund ist in diesem Roman der geschichtliche Kontext – man erfährt nur am Rande vom Massensuizid in Demmin und der Besatzung durch Russland. Für mich ist es aber dennoch gelungen und passend zum Buch.

(Hinweis: Spoilerwarnung) Was mich leider etwas ernüchtert hat war das Ende und die Auflösung des Zusammenhangs von Hannah und Marlen: Hier hatte ich mir tatsächlich eine engere Verbindung gewünscht – an sich sind es für mich nun jeweils zwei in sich gute Geschichten, deren Verbindung im abschließenden Epilog hingegen konstruiert und etwas zufällig wirkt. Auch die Frage rund um die Bedeutung des Kunstwerks für Hannah, das sie ja bereits vorher aufwendig gesucht hat, bleibt für mich etwas offen.

Alles in allem ein Buch, dass sich bis zum Ende sehr spannend liest – und mich dann allerdings in der Auflösung doch eher enttäuscht hat.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Seichte Sommerlektüre

Au revoir und tschüss
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Gudrun Lochte erzählt in „Au revoir und tschüss“ von Caro, die allein in den Süden Frankreichs für eine Sprachschule reist und dort nicht nur das französische Leben genießt, sondern sich auch mit ihrem ...

Gudrun Lochte erzählt in „Au revoir und tschüss“ von Caro, die allein in den Süden Frankreichs für eine Sprachschule reist und dort nicht nur das französische Leben genießt, sondern sich auch mit ihrem eigenen Leben, vor allem mit ihrer schwierigen Ehe mit Holger, auseinandersetzt.

Der Einstieg ins Buch ist sehr gelungen: Die Geschichte liest sich locker und leicht. Gerade die Beschreibungen der Stimmung in Südfrankreich und auch des Essens haben mir gut gefallen und machen Lust auf Urlaub. Insgesamt ist das Buch sehr flüssig geschrieben.

Inhaltlich war mir die Geschichte allerdings etwas zu oberflächlich und zu klischeehaft. Einige Ereignisse wirkten auf mich zudem recht konstruiert (z. B. die "zufälligen" Begegnungen mit Armand oder auch das "zufällige" Aufeinandertreffen mit ihrem Sohn).

Alles in allem ist „Au revoir und tschüss“ eine leichte Sommerlektüre in einem schönen Setting mit angenehmem Schreibstil. Perfekt für den Urlaub, für mich persönlich aber mit etwas zu wenig Tiefe.

Veröffentlicht am 20.05.2026

Unterhaltsamer, aber sehr überspitzter Roman

Yesteryear
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In "Yesteryear" erzählt Caro Claire Burke von Natalie Heller Mills, die im Internet das perfekte Familienleben inszeniert: idyllische Farm, glückliche Kinder, harmonische Ehe. Doch hinter der makellosen ...

In "Yesteryear" erzählt Caro Claire Burke von Natalie Heller Mills, die im Internet das perfekte Familienleben inszeniert: idyllische Farm, glückliche Kinder, harmonische Ehe. Doch hinter der makellosen Fassade beginnen Risse sichtbar zu werden und plötzlich steht die Frage im Raum, was passieren würde, wenn dieses scheinbar perfekte Leben tatsächlich gelebt werden müsste.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht genau, wo ich anfangen soll, weil dieses Buch wirklich viel ist: Der Schreibstil ist pointiert, sarkastisch, zynisch und teilweise gnadenlos überspitzt. Gleichzeitig entwickelt die Geschichte eine enorme Spannung, sodass ich das Buch nur ungern aus der Hand gelegt habe. Gerade die Darstellung von Social Media, Inszenierung und dem Druck, ein bestimmtes Bild nach außen aufrechtzuerhalten zu Beginn des Buches, fand ich spannend und stellenweise auch ziemlich treffend. Allerdings wurde es mir an manchen Punkten (vor allem gegen Ende) doch zu abstrus und überdreht. Überspitzung passt grundsätzlich zum Stil des Buches, aber manche Entwicklungen wirkten für mich irgendwann sehr weit weg von jeder Realität. Auch die Figuren haben bei mir eher Distanz ausgelöst: Die Protagonistin blieb für mich komplett unsympathisch und ich konnte kaum eine ihrer Entscheidungen und Verhaltensweisen nachvollziehen. Das Ende bringt nochmal viele Wendungen mit sich, fast schon zu viele. Einige Twists haben mich überrascht, andere wirkten auf mich eher etwas überladen.

Alles in allem ist „Yesteryear“ ein bissiger und unterhaltsamer Roman über Selbstinszenierung und das Tradwife-Phänomen, der mich aber auch ziemlich zwiegespalten zurückgelassen hat. Auf die geplante Verfilmung (Anne Hathaway hat sich die Filmrechte gesichert) bin ich allerdings schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Zwischen Meeresrauschen und Erinnerungen verliert sich die Geschichte

Unter Wasser
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In "Unter Wasser" erzählt Tara Menon die Geschichte von Marissa, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht und dort eine enge Freundschaft zu Arielle aufbaut. Zwischen Meeresrauschen ...

In "Unter Wasser" erzählt Tara Menon die Geschichte von Marissa, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater nach Thailand zieht und dort eine enge Freundschaft zu Arielle aufbaut. Zwischen Meeresrauschen und Korallenriffen entsteht eine intensive Verbindung. Bis eine Naturkatastrophe alles verändert und Marissa Jahre später in New York mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und hatte dabei stellenweise Schwierigkeiten mit den Wechseln zwischen den Zeitebenen. Für mich hätte die Geschichte an manchen Stellen etwas klarer und stringenter erzählt sein dürfen. Gerade zu Beginn habe ich relativ lange gebraucht, um richtig in die Handlung hineinzufinden. Besonders spannend fand ich dann den letzten Teil des Buches rund um die Katastrophe und deren Auswirkungen. Dort entwickelte die Geschichte für mich endlich die Intensität, die ich mir bereits früher erhofft hatte. Davor plätscherte die Handlung für mein Empfinden etwas zu lange vor sich hin.

Auch die vielen Beschreibungen rund um Meeresbiologie und Tierwelt waren nicht immer ganz mein Thema. Wer sich dafür begeistert, wird daran vermutlich deutlich mehr Freude haben, für mich war es stellenweise etwas zu ausführlich und dadurch etwas langatmig. Die Figuren blieben für mich insgesamt eher auf Distanz, wodurch mir die emotionale Verbindung etwas gefehlt hat. Manche Hintergründe und Details hätte ich gerne noch ausführlicher kennengelernt, um stärker mitzufühlen.

Alles in allem ist „Unter Wasser“ ein Roman mit starken Naturbildern und einem intensiven letzten Drittel, der mich insgesamt aber etwas zwiegespalten zurückgelassen hat.

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