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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2026

Es war einmal eine Kindheit auf dem Dorf

Es geschah auch kein Unfug ...
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„...Menschen sterben. Tiere sterben. Das ist ganz normal. Das gehört zum Leben dazu. Aber diesmal hat es die Schildkröte im Kindergarten erwischt. Über Nacht…“

Mit diesen Zeilen beginnt die erste Geschichte. ...

„...Menschen sterben. Tiere sterben. Das ist ganz normal. Das gehört zum Leben dazu. Aber diesmal hat es die Schildkröte im Kindergarten erwischt. Über Nacht…“

Mit diesen Zeilen beginnt die erste Geschichte. Natürlich wird sie gemeinsam beerdigt. Danielas Bruder Woffe aber weiß, dass der Panzer nicht verrottet. Und den will er haben. Damit fängt ein nächtliches Abenteuer an.
In der zweiten Geschichte erlebt sie mit ihrer Zwillingsschwester Wackel ein ganz besonderes Abenteuer, denn sie will herausfinden, ob die Erde wirklich rund ist. Ich mag den Humor.

„...Mir macht das nichts aus, denn Kleinsein hat auch Riesenvorteile. Zum Beispiel, wenn man durch eine enge Luke in den Hühnerstall kriechen will und dabei nicht stecken bleibt…“

Es geht immer wieder um eine Kindheit auf den Dorf. Die Eltern waren beschäftigt. Die Kinder hatten viel Freiheit und die haben sie genutzt.

„...Es gab so vieles, was mich unendlich langweilte. Regentage zum Beispiel. An diesen öden, schnöden Tagen, wo man nur drinnen spielen konnte und sich mit Freunden traf, denen es genauso langweilig war…“

Genau darum geht es in der letzten Geschichte. Bei Spielen im Haus kommt es schnell zu Missverständnissen.
Das Buch ist sehr schön illustriert. Die farbigen Bilder passen zur Handlung.
Die Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Sie spiegeln eine Zeit, die noch gar nicht so lange vorbei ist.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Ally muss sich entscheiden

Körbchen mit Bergblick
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„...Momentan habe ich keinen Job, ich muss meine Kröten zusammenhalten…“

Alice, genannt Ally, war längere Zeit als freiberufliche Künstlerin, sprich Musical – Sängerin, auf dem Traumschiff unterwegs. ...

„...Momentan habe ich keinen Job, ich muss meine Kröten zusammenhalten…“

Alice, genannt Ally, war längere Zeit als freiberufliche Künstlerin, sprich Musical – Sängerin, auf dem Traumschiff unterwegs. Nun hat sie Urlaub, bevor sie sich einen neuen Job suchen muss.
Die Autorin hat eine humorvolle Gegenwartsgeschichte geschrieben. Der Schriftstil ist leicht und locker. Die Ich – Erzählerin kommt sympathisch rüber.
In Hamburg wohnt Ally in einer WG. Dort erwarten sie zwei Überraschungen. Becky wird zu ihren Freund an die See ziehen. Und der Hausbesitzer plant eine Grundsanierung. Das bedeutet Leben im Lärm und Dreck.
Kurzerhand fährt Ally zu ihrer Mutter nach Lenggries. Die ist Tierärztin und betreibt außerdem eine Tierpension. Da nach dem Tode des Vaters die Arbeit allein auf den Schultern der Mutter lastete, braucht sie auf ärztliches Anraten dringend eine Auszeit. Deshalb bittet sie ihre Tochter, sich um die Pension zu kümmern und Dr. Niklas Brunner, dem angestellten Tierarzt, zur Hand zu gehen. Bevor Ally in das Musikgeschäft eingestiegen ist, hat sie Tierpflegerin gelernt. Das ist allerdings schon eine Weile her.

„...Ich habe keine blasse Ahnung, welche Aufgaben auf mich warten. Deshalb habe ich mich für praktische Kleidung entschieden…“

Damit beginnt sie ihren ersten Arbeitstag. Niklas Brunner erweist sich als konservativ, pflichtbewusst und distanziert.
In der Pension sind momentan nur zwei Katzen. Ally ist klar, dass sie dringend mehr Mieter brauchen, wenn sie finanziell auf die Dauer über die Runden kommen wollen. Da sie sich schnell in die beiden Katzen verliebt hat, macht ihr die Arbeit viel Spaß. Sie hat eine Menge an Einfällen, was sie verändern könnte. Zwei Männer helfen ihr dabei auf unterschiedliche Art. Beide kennt sie aus der Jugendzeit.
Gut gefällt mir, dass auch ernste Themen angesprochen werden. So erklärt Dr. Brunner, warum manche Tiere eingeschläfert werden müssen.

„...Diese genetische Erkrankung ist nicht heilbar. Weder durch Medikamente noch durch Operationen…“

Es handelt sich dabei um die negativen Folgen unverantwortlicher Zuchtversuche.
Insgesamt hat die Geschichte einen heiteren Grundton. Land und Leute werden sehr bildhaft beschrieben. Auch die Arbeiten, die Ally verrichtet, werden gut dargestellt. Natürlich geht logischerweise nicht alles glatt.
Wie aber stellt sich Ally ihre Zukunft vor? Die Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Die Personen werden gut charakterisiert. Dadurch werden auch Entwicklungen nachvollziehbar.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Berührende Geschichte

Bennis Weg zur Inklusion / Mord kann nicht jeder. Ein Kriminalfall mit Handicap aus Tutzing
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„...Heute will er auf jeden Fall pünktlich sein, weil er mit seinen liebsten Menschen verabredet ist. Sein Bruder Leo und Amy, seine Freundin, haben ihn überredet, mit nach Tutzing zu fahren, um dort Bennis ...

„...Heute will er auf jeden Fall pünktlich sein, weil er mit seinen liebsten Menschen verabredet ist. Sein Bruder Leo und Amy, seine Freundin, haben ihn überredet, mit nach Tutzing zu fahren, um dort Bennis Geburtstag mit Amys Familie zu feiern…“

Den Zeilen ist zu entnehmen, dass sich Benni auf die Begegnung freut. Außerdem hofft er in Tutzing auf einen neuen Job, denn im Café, in dem erarbeitet, wird er von einer Mitarbeiterin gemobbt.
Die Autorin hat einen berührenden Roman geschrieben, der auch Elemente eines Krimis enthält. Die Geschichte wird aus der Sicht von Benni erzählt. Dementsprechend ist der Schriftstil einfach, denn Benni hat eine leichte geistige Behinderung.
Benni ist sehr empathisch. Er geht von sich aus auf Menschen zu, bekommt dabei aber ab und an Probleme, weil er Distanzen verletzt.
Die Kaffeerunde in Tutzing erweist als problematisch. Benni kennt außer Leo und Amy niemand. Schnell stehen die Konflikte zwischen den Personen im Mittelpunkt. Die Veranstaltung endet abrupt. Benni bekommt von Amy einen Schlüssel, um bei seiner Mutter Maja zu übernachten. Die jedoch verlässt die Wohnung zusammen mit der Hündin Bella. Benni steht nun allein da. Xaver, der neue Ehemann, nimmt ihn nicht für voll.
Als Benni einer alten Dame helfen will, ihre verschwundene Enkelin zu finden, steht die Polizei vor ihm. Er wird aktenkundig. Das sollte sich noch als fatal erweisen, obwohl die alte Dame die Situation klar stellt.
Benni weiß, was er will, ist aber in oftmals überfordert. Das liegt auch daran, dass er seine Defizite verschweigt. So kann er nicht Lesen und Schreiben, sich aber Sprachbilder gut einprägen.
Als die tote Hündin gefunden wird, beginnt die Suche nach Maja. Für Xaver und die Polizei gehört Benni zu den Verdächtigen. Der macht sich jedoch auf den Weg, um selbst Spuren zu finden. Dabei geht er ziemlich logisch und konsequent vor. Dass er Menschen ohne Scheu anspricht, hilft ihm. Natürlich kann er seine Beobachtungen nicht immer richtig einordnen, aber wer kann das schon.
Eine Schlüsselstelle war für mich ein weiteres Gespräch mit der alten Dame. Hier geht er feinfühlig auf deren Sorgen ein, baut sie auf und zieht daraus Schlussfolgerungen für sein eigenes Leben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Benni geht aus der Geschichte gestärkt hervor. Er weiß nun, dass er seine Fähigkeiten verbessern kann und ist dazu bereit.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Eine Vater - Sohn - Geschichte

Der Junge, der auf ein Haus stieg
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„...Von hier oben ist die Welt viel übersichtlicher. Alles wirkt geordneter, weniger chaotisch. Erst jetzt, mit dreizehn, kapiere ich, was Papa damals gemeint hat, als er zum ersten Mal vom Gleitschirmfliegen ...

„...Von hier oben ist die Welt viel übersichtlicher. Alles wirkt geordneter, weniger chaotisch. Erst jetzt, mit dreizehn, kapiere ich, was Papa damals gemeint hat, als er zum ersten Mal vom Gleitschirmfliegen schwärmte…“

Mit diesen Zeilen beginnt ein Jugendbuch mit Tiefgang. Die Geschichte wird zum großen Teil im Rückblick erzählt. Der Junge auf dem Dach reflektiert die Beziehung zu seinem Vater.
Der Vater liebt Extremsportarten und ordnet denen auch sein Leben unter. Viktor ist eher ängstlich. Lange kämpft er mit Höhenangst. Deshalb wundert es ihn auch, warum die beim Aufstieg auf das Dach ausblieb.

„...Seine größte Freude ist es, mich von irgendwelchen Aktionen zu überzeugen, die Mama zu gefährlich findet…“

Und natürlich geht dabei auch eine Menge schief. Später ziehen sie in die Schweiz, weil das für den Vater das ideale Trainingsgelände ist. Es wird deutlich herausgearbeitet, dass es für die Familie nicht einfach ist, ständig um das Leben des Vaters bangen zu müssen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Der Prinz und die Blumeninsel

Die Blumeninsel im Bodensee
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„...Auf Schloss Stenhammar war Lennart glücklich. Hier, in diesem kleinen, schmucken Schlösschen, fühlte er sich, anders als im stets kalten schwedischen Königshaus, geliebt und geborgen…“

Doch das Jahr ...

„...Auf Schloss Stenhammar war Lennart glücklich. Hier, in diesem kleinen, schmucken Schlösschen, fühlte er sich, anders als im stets kalten schwedischen Königshaus, geliebt und geborgen…“

Doch das Jahr 1914 sollte für den 5jährigen Jungen ein bitteres werden. Vor einem Jahr hatte ihn seine Mutter verlassen. Nun wird er mit der Freundin seines Vaters konfrontiert. Man schickt ihn zur Ausbildung zu seinen Großeltern ins Königshaus.
Die Autorin hat einen gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil ist leicht und locker.
Mit seiner Großmutter Viktoria von Schweden reist der kleine Prinz Lennart Bernadotte auf die Insel Mainau. Die Landschaft beeindruckt ihn. Er interessiert sich für Blumen, aber auch für die Geschichte der Insel. Das Geschenk der Großmutter, eine Kamera, sollte entscheidend für seinen späteren Lebensweg werden.
Nach dem Tode des Großvaters erbt Lennarts Vater die familieneigene Insel. Er kann nichts damit anfangen und erlaubt Lennart, sie nach seinem Willen umzugestalten.
Lennart verliebt sich in die Bürgerstochter Karin Nissvandt. Er setzt die Hochzeit mit ihr durch und muss auf all seine Privilegien sowie seinen Titel als Prinz verzichten. Als beide das erste Mal auf die Insel Mainau reisen, wird klar, wie viel Arbeit vor ihnen liegt.

„...“Märchenschloss ist ein gutes Stichwort“, versetzte Karin nachdenklich. „Es wirkt auf mich, als befände es sich im Dornröschenschlaf.“…“

Ausführlich beschreibt die Autorin, wie sich die Insel nach und nach entwickelt. Lennart versteht es, mit den ehemaligen Angestellten seines Großvaters ein gutes Verhältnis aufzubauen und sie von seinen Ideen zu begeistern. Die Insel tut auch seiner psychischen Verfassung gut.

„...Und ich habe das Gefühl, je mehr wir über sie erfahren, desto mehr liebe ich die Insel. Es ist, als würde ich gerade zu den alten Bäumen eine echte Beziehung aufbauen, so als wären sie menschliche Wesen...“

Den zweiten Weltkrieg verbringt die Familie in Schweden. Erst 1946 kehren sie auf die Insel zurück. Es gilt, die Kriegsfolgen zu beseitigen und neue Ideen umzusetzen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es endet im Jahre 1951, als sich die Familie endgültig entschließt, ganz auf die Insel zu ziehen.

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