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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.02.2026

Ein spannendes, Fußballabenteuer direkt am FC Bayern Campus

Team Campus (3). Talente im Fußballfieber
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Inhalt:
Lucki Kastner trainiert gemeinsam mit seinen Freunden Can Karagöz, Nils Brecher und Jeremy Fields am FC Bayern Campus und die Aufregung ist groß, denn ihr neuer Trainer ist ausgerechnet Ex-Bayernprofi ...

Inhalt:
Lucki Kastner trainiert gemeinsam mit seinen Freunden Can Karagöz, Nils Brecher und Jeremy Fields am FC Bayern Campus und die Aufregung ist groß, denn ihr neuer Trainer ist ausgerechnet Ex-Bayernprofi Hannes Gablonsky. Während sich alle auf dem Platz neu beweisen müssen, gerät Cans größter Traum ins Wanken: Seine schlechten Schulnoten gefährden seine Zukunft als Fußballprofi, denn am Campus gilt ganz klar „Schule geht vor“. Lucki, Nils und Jeremy setzen alles daran, ihrem Freund zu helfen. Zusätzlich bringt ein Probetraining frischen Wind in die Akademie: Der talentierte Karol kommt aus einem kleinen Dorf auf den FC Bayern Campus und stellt das bestehende Teamgefüge auf die Probe. Ob er seinen Platz findet und Teil der Mannschaft wird, entscheidet sich nicht nur durch sein Können am Ball.

Meinung:
Mir hat besonders gefallen, wie konkret und greifbar die Geschichte erzählt wird. Der FC Bayern Campus ist nicht einfach nur Kulisse, sondern ein zentraler Bestandteil der Handlung, der für viele junge Fußballfans einen echten Traumort darstellt. Durch die klare Verortung fühlt sich alles sehr nah an der Realität an, ohne dabei an Spannung oder Leichtigkeit zu verlieren. Lucki überzeugt als Kapitän, der Verantwortung übernimmt und versucht, seine Freunde zusammenzuhalten. Can ist dabei eine besonders starke Identifikationsfigur: talentiert, sympathisch, aber eben nicht perfekt. Dass seine schulischen Probleme ernsthafte Konsequenzen haben, verleiht der Geschichte Tiefe und zeigt glaubwürdig, wie schnell ein Traum ins Wanken geraten kann. Nils bringt mit seinem hitzköpfigen Ehrgeiz zusätzliche Reibung ins Team, während Jeremy mit seiner Schnelligkeit und seiner ruhigen Art für Ausgleich sorgt. Der neue Spieler Karol ist eine gelungene Ergänzung. Er steht für Veränderung, Konkurrenz und die Frage, wie offen ein eingeschworenes Team wirklich ist. Gerade diese Dynamik macht den Band spannend, denn hier geht es nicht nur darum, wer der Beste ist, sondern wer bereit ist, gemeinsam zu wachsen. Die Sprache ist altersgerecht, flüssig und sehr motivierend, und die Illustrationen von Philipp Ach fangen die Energie des Fußballalltags hervorragend ein. Für mich ist das Buch ein echtes Highlight für Kinder, die Fußball lieben – und für alle, die Geschichten über Teamgeist schätzen.

Fazit:
„Team Campus – Talente im Fußballfieber“ von Su Turhan erzählt ein spannendes, Fußballabenteuer direkt am FC Bayern Campus. Mit starken Figuren, wichtigen Botschaften rund um Freundschaft, Leistung und Schule sowie viel Fußballatmosphäre überzeugt der Band auf ganzer Linie. Die Geschichte ist mitreißend, nah an der Lebenswelt junger Fans und ideal ab 9 Jahren. Von mir gibt es verdiente 5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 08.02.2026

Flinn und Frieda sind zurück!

Es düst ein Rentier durch den Schnee
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Inhalt:
Frieda und ihre Familie freuen sich auf ruhige Weihnachtsferien im Schnee. Doch kurz vor der Abreise steht plötzlich ein großes Paket vor der Tür. Darin sitzt niemand Geringeres als Rentier Flinn, ...

Inhalt:
Frieda und ihre Familie freuen sich auf ruhige Weihnachtsferien im Schnee. Doch kurz vor der Abreise steht plötzlich ein großes Paket vor der Tür. Darin sitzt niemand Geringeres als Rentier Flinn, der seit Kurzem unter Flug- und Höhenangst leidet. Der Weihnachtsmann hofft, dass ausgerechnet Frieda, die sich schon im letzten Jahr so liebevoll um Flinn gekümmert hat, ihm erneut helfen kann. Also reist Flinn kurzerhand mit Familie Winterwald in den Skiurlaub. Zwischen Skifahren, Rodeln und jeder Menge Winterchaos keimt die Hoffnung, dass Flinn seine Angst überwinden kann, auch wenn dabei einiges aus dem Ruder läuft.

Meinung:
Ich habe dieses Buch mit einem breiten Dauergrinsen gelesen. Das Wiedersehen mit Frieda, Flinn und Familie Winterwald fühlt sich sofort vertraut an, fast so, als würde man alte Bekannte treffen. Besonders Flinn ist wieder ein absolutes Herzstück der Geschichte: liebenswert, verfressen, herrlich ehrlich und mit seinem unverwechselbaren Sprachfehler einfach urkomisch. Was mir besonders gefallen hat, ist der einfühlsame Umgang mit Flinns Angst. Sie wird nicht belächelt, sondern ernst genommen, ohne dass die Geschichte an Leichtigkeit verliert. Frieda überzeugt erneut mit ihrer kindlich-logischen Sicht auf die Welt, ihrem Mut und ihrer großen Empathie. Ihre Freundschaft zu Flinn ist warmherzig und glaubwürdig erzählt und bildet das emotionale Zentrum der Geschichte. Die vielen chaotischen Situationen sind pointiert, witzig und genau richtig dosiert. Ein großes Highlight sind wieder die Illustrationen von Susanne Göhlich. Sie fangen die winterliche Stimmung perfekt ein, sind voller liebevoller Details und erwecken die Figuren mit Mimik und Gestik großartig zum Leben. Text und Bild greifen wunderbar ineinander und machen das Buch zu einem echten Vorleseschatz für gemütliche Wintertage.

Fazit:
„Es düst ein Rentier durch den Schnee“ von Smilla Blau mit Illustrationen von Susanne Göhlich ist eine humorvolle, warmherzige Wintergeschichte mit viel Schnee, Witz und Gefühl. Das Wiedersehen mit Frieda, Flinn und der Familie Winterwald macht großen Spaß und eignet sich hervorragend zum Vorlesen ab 5 Jahren oder gerne auch zum Selbstlesen ab 8 Jahren. Ein echtes Wohlfühlbuch für die ganze Familie. Von mir gibt es auf jeden Fall 5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 08.02.2026

Eine Sports Romance, die leise unter die Haut geht und lange im Herzen bleibt

Rival Darling
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Inhalt:
Nach dem schmerzhaften Betrug durch ihren Freund Jeremy, den Kapitän des Eishockey-Teams ihrer Highschool, fasst die 17-jährige Violet Sinclair einen klaren Entschluss: Nie wieder einen Sportler ...

Inhalt:
Nach dem schmerzhaften Betrug durch ihren Freund Jeremy, den Kapitän des Eishockey-Teams ihrer Highschool, fasst die 17-jährige Violet Sinclair einen klaren Entschluss: Nie wieder einen Sportler daten. Um Jeremy zu zeigen, dass sie über ihn hinweg ist, lässt sie sich auf einen riskanten Plan ein. Durch Zufall begegnet sie Reed Darling, dem gefürchteten Kapitän der Ransom Devils und gleichzeitig Jeremys größtem Rivalen. Spontan bittet sie ihn, ihren Fake-Freund zu spielen. Was als Zweckgemeinschaft mit festen Regeln beginnt, wird jedoch zunehmend kompliziert, denn hinter Reeds geheimnisvollem Ruf verbirgt sich ein ganz anderer Mensch. Während Violet versucht, emotionale Distanz zu wahren, geraten echte Gefühle immer mehr außer Kontrolle.

Meinung:
Dieses Buch hat mich von den ersten Seiten an vollkommen abgeholt. Der Schreibstil von Alexandra Moody ist unglaublich flüssig und angenehm, sodass man förmlich durch die Seiten gleitet und ständig „nur noch ein Kapitel“ lesen möchte. Obwohl die Handlung insgesamt eher ruhig bleibt, fühlt sich nichts zäh an, da der Fokus klar auf den Figuren und ihren Emotionen liegt – und genau das funktioniert hier hervorragend. Violet Sinclair ist für mich eine große Stärke der Geschichte. Sie ist impulsiv, emotional, manchmal widersprüchlich und gerade deshalb so authentisch. Ihre Unsicherheit nach dem Betrug durch Jeremy ist jederzeit spürbar, ebenso wie ihr innerer Konflikt zwischen dem Wunsch nach Nähe und der Angst vor erneuter Verletzung. Ihre strikte Regel, keine Sportler mehr zu daten, wirkt dabei weniger wie Sturheit, sondern vielmehr wie ein Schutzmechanismus. Auch das angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter verleiht Violet zusätzliche Tiefe und lässt erahnen, dass sie schon länger mit emotionaler Distanz und ungelösten Konflikten kämpft. Reed Darling hat sich still und leise in mein Herz geschlichen. Nach außen wirkt er ruhig, reserviert und einschüchternd – ein Ruf, der durch zahlreiche Gerüchte noch verstärkt wird. Doch hinter dieser Fassade steckt ein unglaublich aufmerksamer, loyaler und sensibler Charakter. Besonders seine kleinen Gesten, wie seine Rücksichtnahme auf Violets Grenzen oder seine stille Unterstützung, zeigen, wie ernst es ihm ist. Man merkt deutlich, dass ihm die Fake-Beziehung emotional nähergeht, als er zugeben möchte. Dass er seine Gefühle dennoch nicht in den Vordergrund drängt, macht ihn für mich zu einer echten Green Flag. Ein absolutes Highlight ist Reeds Familie, insbesondere die Dynamik zwischen den Darling-Brüdern. Ihr starker Zusammenhalt bringt Wärme, Humor und Leichtigkeit in die Geschichte und bildet einen schönen Kontrast zu den Vorurteilen, die ihnen in Sunshine Hills entgegengebracht werden. Szenen wie das Abendessen bei den Darlings zeigen eindrucksvoll, wie sehr Violet sich nach genau dieser Art von Geborgenheit sehnt und wie gut sie eigentlich in Reeds Welt passen würde. Jeremy entwickelt sich im Verlauf der Geschichte immer mehr zu einer unangenehmen und belastenden Präsenz. Sein Verhalten wirkt kontrollierend, egozentrisch und zunehmend beängstigend, was ihn zu einem glaubwürdigen Gegenspieler macht. Die Enthüllungen über seine Vergangenheit und seine Verbindung zu Reed verstärken den Eindruck, dass von ihm noch entscheidendes Drama ausgehen wird. Auch die Nebenfiguren – allen voran Mia – fügen sich stimmig ein und verleihen der Geschichte zusätzliche emotionale Tiefe. Ja, die Liebesgeschichte zwischen Violet und Reed entwickelt sich stellenweise recht schnell und intensiv, doch das hat meinen Lesespaß kaum geschmälert. Der Reiz liegt weniger in überraschenden Wendungen als vielmehr im emotionalen Weg dorthin. Dieser erste Band der „Darling Devils“-Reihe ist eine gefühlvolle, cozy Sportsromance ohne Spice, die stattdessen auf Nähe, Vertrauen und innere Konflikte setzt. Und genau das macht sie so wirkungsvoll.

Fazit:
„Rival Darling“ von Alexandra Moody ist eine Sports Romance, die leise unter die Haut geht und lange im Herzen bleibt. Die Geschichte von Violet Sinclair und Reed Darling lebt von ehrlichen Gefühlen, starken Charakteren und einem emotionalen Knistern, das ganz ohne Spice auskommt. Trotz bekannter Tropes fühlt sich alles authentisch und nahbar an. Für mich ein absolutes Wohlfühl-Highlight, weshalb ich liebend gerne 5 von 5 Sternchen vergebe.

Veröffentlicht am 08.02.2026

Eine kluge, ehrliche und zutiefst ermutigende Lektüre

Hope in Action - Die Zukunft gehört uns
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Inhalt:
In ihrer Autobiografie erzählt Sanna Marin von ihrem Weg aus einfachen familiären Verhältnissen bis an die Spitze der finnischen Regierung. Sie beschreibt, wie Werte wie Gleichberechtigung, soziale ...

Inhalt:
In ihrer Autobiografie erzählt Sanna Marin von ihrem Weg aus einfachen familiären Verhältnissen bis an die Spitze der finnischen Regierung. Sie beschreibt, wie Werte wie Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Verantwortung ihr politisches Handeln geprägt haben – lange bevor sie Ministerpräsidentin wurde. Persönliche Erfahrungen werden mit zentralen politischen Herausforderungen unserer Zeit verknüpft: Klimaschutz, soziale Sicherheit, Demokratie, internationale Krisen und der Umgang mit öffentlichem Druck. Dabei geht es nicht nur um politische Entscheidungen, sondern auch um die Frage, wie Haltung entsteht und warum es entscheidend ist, sich nicht mit dem Status quo abzufinden. Das Buch versteht sich bewusst nicht nur als Rückblick, sondern als Einladung, selbst aktiv zu werden und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Meinung:
Dieses Buch hat mich nachhaltig beeindruckt – nicht, weil es laut oder spektakulär ist, sondern weil es ruhig, klar und konsequent wirkt. Sanna Marin schreibt mit einer bemerkenswerten Mischung aus Entschlossenheit und Nachdenklichkeit. Man spürt auf jeder Seite, dass hier keine Karriereerzählung um ihrer selbst willen entsteht, sondern ein ehrlicher Versuch, politische Arbeit verständlich, menschlich und wertebasiert zu erklären. Besonders überzeugend fand ich die Authentizität. Sanna Marin stilisiert sich nicht zur Heldin, sondern reflektiert offen über Unsicherheiten, Druck und Fehler. Gerade dadurch wirkt ihre Haltung umso stärker. Sie zeigt, dass Führung nicht bedeutet, keine Zweifel zu haben, sondern trotz dieser Zweifel Entscheidungen zu treffen und sie zu verantworten. Das hebt das Buch deutlich von vielen politischen Memoiren ab, die oft glatt, strategisch oder selbstverliebt wirken. Sehr eindrücklich sind die Passagen über soziale Herkunft und Chancengleichheit. Dass Sanna Marin ihren eigenen Weg klar mit einem funktionierenden Sozialstaat verknüpft, verleiht dem Buch Glaubwürdigkeit und Tiefe. Erfolg wird hier nicht als individuelles Wunder dargestellt, sondern als Ergebnis gesellschaftlicher Strukturen, die Menschen tragen können, wenn man sie schützt und weiterentwickelt. Auch der Umgang mit öffentlicher Kritik und medialen Angriffen wird reflektiert, ohne in Opferrollen oder Abwehrhaltungen zu kippen. Stattdessen bleibt ein Eindruck von innerer Stabilität und einer konsequenten Weigerung, sich verbiegen zu lassen. Genau das macht das Buch so inspirierend: Es ermutigt dazu, sichtbar zu sein, Haltung zu zeigen und nicht auf Zustimmung zu warten, bevor man handelt. Für mich ist diese Autobiografie vor allem ein Buch für junge Menschen – insbesondere für junge Frauen –, die sich fragen, ob Engagement, Politik oder gesellschaftliche Verantwortung für sie überhaupt möglich sind. Nach der Lektüre bleibt kein distanziertes Staunen zurück, sondern ein leiser, aber bestimmter Impuls: Man darf anfangen. Jetzt.

Fazit:
„Hope in Action – Die Zukunft gehört uns: Inspiration und Impulse von Finnlands jüngster Ministerpräsidentin“ von Sanna Marin ist eine kluge, ehrliche und zutiefst ermutigende Lektüre. Das Buch verbindet persönliche Geschichte mit politischer Vision und zeigt, dass Werte kein Hindernis, sondern eine Kraftquelle sind. Es inspiriert, ohne zu idealisieren, und motiviert, ohne zu belehren. Von mir gibt es daher 5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 08.02.2026

Ihre Liebesgeschichte steht im Drehbuch, aber die Chemie zwischen ihnen ist echt.

Let's Make a Scene
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Inhalt:
Cynthie Taylor und Jack Turner-Jones standen sich vor dreizehn Jahren zum ersten Mal an einem Filmset gegenüber, als sie beide noch am Anfang ihrer Karrieren standen. Hinter den Kulissen war ihre ...

Inhalt:
Cynthie Taylor und Jack Turner-Jones standen sich vor dreizehn Jahren zum ersten Mal an einem Filmset gegenüber, als sie beide noch am Anfang ihrer Karrieren standen. Hinter den Kulissen war ihre Zusammenarbeit geprägt von Reibung, Konkurrenz und Missverständnissen, doch vor der Kamera stimmte die Chemie so sehr, dass sie für die Öffentlichkeit eine Beziehung vortäuschen mussten. Nach dem Dreh brachen sie den Kontakt vollständig ab. Jahre später ist Cynthie eine gefeierte Schauspielerin, Jack ein erfolgreicher Serienstar – und ihr gemeinsamer Film längst Kult. Eine geplante Fortsetzung bringt sie erneut zusammen, inklusive Promotour, Fake-Dating und einem Dokumentationsteam, das jeden Moment festhält. Alte Wunden brechen auf, unausgesprochene Gefühle drängen an die Oberfläche, und plötzlich ist nichts mehr so klar getrennt zwischen Rolle und Realität.

Meinung:
Dieses Buch war für mich ein einziger, intensiver Wohlfühlmoment – einer von der Sorte, die leise beginnt und am Ende mitten ins Herz trifft. Diese Second Chance Romancehat mir genau das gegeben, was ich an großartigen RomComs liebe: Wärme, Humor, Sehnsucht und diese ganz besondere Magie, wenn zwei Menschen zur richtigen Zeit endlich ehrlich zueinander werden. Mit der letzten Zeile blieb so viel Gefühl zurück, dass ich wieder an die eine große, echte Liebe glauben will. Cynthie ist eine Protagonistin, die sich sofort echt anfühlt. Ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke, ihr trockener Humor und ihre Art, mit Schmerz umzugehen, haben mich tief berührt. Sie ist keine glattpolierte Hollywood-Figur, sondern eine Frau, die gelernt hat, sich zu schützen – manchmal zu sehr. Jack steht ihr dabei in nichts nach. Nach außen selbstsicher, charmant und kontrolliert, ringt er innerlich mit Selbstzweifeln, Angst und dem Wunsch, endlich er selbst sein zu dürfen. Besonders berührend fand ich, wie beide mit mentaler Gesundheit umgehen, wie unterschiedlich sich Angst äußern kann und wie viel Mut es braucht, Hilfe anzunehmen. Das wird sensibel, ehrlich und ohne Pathos erzählt. Die Dynamik zwischen Cynthie und Jack ist das Herzstück der Geschichte – und sie ist einfach großartig. Das anfängliche Gegeneinander, die bissigen Dialoge, die alte Wut, die unter der Oberfläche brodelt, und dann dieses langsame, vorsichtige Aufweichen: Gespräche, die länger dauern als geplant, Blicke, die zu viel sagen, Erinnerungen, die plötzlich nicht mehr nur schmerzen. Es gibt kein abruptes Umschlagen von Hass zu Liebe, sondern eine Entwicklung, die sich verdient anfühlt. Ja, das Thema Misscommunication sorgt zwischendurch für Frust – ich wollte die beiden mehr als einmal anschreien –, aber rückblickend trägt genau das zur Authentizität bei. Ich bin ein großer RomCom-Fan und liebe besonders die Klassiker der 1990er- und frühen 2000er-Jahre, und genau dieses Gefühl hat das Buch in mir ausgelöst. Es erinnerte mich teilweise an „Notting Hill“: diese Mischung aus Glamour und Verletzlichkeit, aus Humor und leiser Melancholie. Beim Lesen hatte ich teilweise auch die junge Emma Thompson vor Augen – klug, warm, mit Tiefe – und konnte mir Cynthie kaum anders vorstellen. Auch das Film-Setting und der Blick hinter die Kulissen eines Filmdrehs wirken nicht nur glamourös, sondern überraschend reflektiert, gerade wenn es um Erwartungen, Machtverhältnisse und öffentliche Rollenbilder geht. Die Rückblicke in die Vergangenheit sind klug gesetzt und sorgen dafür, dass man sowohl die jungen Versionen von Cynthie und Jack als auch ihre heutigen Ichs versteht. Man sieht, wie sehr sie gewachsen sind und warum es damals einfach noch nicht funktionieren konnte. Die Nebenfiguren bringen Humor, Leichtigkeit und dieses wunderbare Found-Family-Gefühl, das für mich jede gute RomCom abrundet. Der Spice ist präsent, aber genau richtig dosiert: emotional motiviert und niemals Selbstzweck. Für mich ist diese Second Chance daher nicht einfach nur eine unterhaltsame Liebesgeschichte, sondern ein Roman, der zeigt, dass Liebe manchmal Zeit braucht – und Mut.

Fazit:
„Let’s make a scene“ von Laura Wood ist eine warmherzige, emotionale und wunderbar nostalgische Second-Chance-RomCom. Mit Humor, Tiefe und ganz viel Herz erzählt die Autorin eine Geschichte über verpasste Chancen, Wachstum und die große Liebe zur richtigen Zeit. Für mich ein absolutes Highlight und ein echtes Wohlfühlbuch, weshalb ich liebend gerne 5 von 5 Sternchen vergebe.

Lieblingszitat:
„Als ich ihn anschaue, geht mir wieder einmal durch den Kopf, wie merkwürdig es ist, dass ich ihm nicht nur erzählen kann, was ich denke und fühle, sondern dass es ihn offensichtlich auch interessiert. Es steht ihm regelrecht ins Gesicht geschrieben. Ich bin sein Lieblingsroman – der, den er nicht aus der Hand legen kann.“ (S. 533)