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Veröffentlicht am 12.03.2026

Die Bücherdiebe des Graphischen Viertels zu Leipzig

Das Antiquariat am alten Friedhof
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"Das Antiquariat am alten Friedhof" von Kai Meyer ist der Ort, an dem der 4. Band um Geheimnisse des Graphischen Viertels angesiedelt ist. Der Roman erschien 2025 im Knaur-Verlag (geb., HC, 510 Seiten).

"Die ...

"Das Antiquariat am alten Friedhof" von Kai Meyer ist der Ort, an dem der 4. Band um Geheimnisse des Graphischen Viertels angesiedelt ist. Der Roman erschien 2025 im Knaur-Verlag (geb., HC, 510 Seiten).

"Die Bücherstadt Leipzig, 1930: Inmitten unruhiger Zeiten versammeln sich vier junge Männer in einem Antiquariat im Graphischen Viertel. Alle sind Söhne aus gutem Haus, alle sind vom Leben gelangweilt. Statt ihrem Studium nachzugehen, gründen Felix, Vadim, Julius und Eddie den "Club Casaubon". Getrieben von ihrer Leidenschaft für Literatur und der Lust am Abenteuer werden sie zu Bücherdieben, spezialisiert auf kostbare, okkulte Bände. Doch als die rätselhafte Eva zum Club stößt, werden sie immer tiefer in die Pläne erbarmungsloser Mächte hineingezogen.

Fünfzehn Jahre später, 1945: Nach dem Krieg arbeitet Felix als Bibliothekar für die Amerikaner, um Millionen von geraubten Büchern zu katalogisieren. Seine Mission führt ihn zurück in das zerstörte Leipzig. Die Freunde von damals sind verschollen - oder nicht wiederzuerkennen. Und ist Eva wirklich tot? Während die Stadt unter dem Druck der nahenden sowjetischen Besatzung steht, gerät Felix in ein Netz aus Intrigen und tödlichen Geheimnissen, das seinen Ursprung in den finstersten Winkeln seiner Vergangenheit hat."

(Quelle: Buchrückentext des Knaur Verlages)

Wie die Vorgängerbände, die in der Reihe um das Graphische Viertel bereits erschienen sind (und alle unabhängig voneinander äußerst lesenswert sind), geht es auch hier um Geheimnisse, um Freundschaft und Verrat im Bann der Bücher; wobei okkulte Bücher (die tatsächlich existieren, von denen ich aber noch nie gehört hatte) hier eine besondere Rolle spielen. Die vier Freunde nehmen eines Tages einen "Spezialauftrag" an, der sich als äußerst gefährlich erweisen sollte. Felix, das Hauptprotagonist, ist vor 15 Jahren nach Amerika ausgewandert und soll auf Patmos geraubte Bücher sichten und in Sicherheit bringen. Er ist Mitarbeiter der Publication Control Branch und wird eines Tages wieder nach Leipzig berufen (das er zerstört und voller Ruinen vorfindet; das graphische Viertel wurde 1943 dem Erdboden gleichgemacht), da dort ein ominöser Vorleser in amerikanischem Gewahrsam ist, der behauptet, es gäbe eine Privatbibliothek Hitlers und nur er könne Felix (und er möchte nur mit ihm sprechen) anvertrauen, wo sich diese befindet: Im Gegenzug verlangt er jedoch ebenfalls etwas. Ist der Mann hinter der Maske (das Gesicht wurde bei einem Luftangriff zerfetzt) wirklich Vadim Seewald, der Eigentümer des alten Antiquariats?

Dies und vieles mehr herauszufinden, ist Aufgabe des geneigten Lesers, der hier Zeitgeschichte zwischen 1930 und 1945 gepaart mit viel Spannung, Agenten, okkulten Büchern, einer Gruppe abenteuerlustiger Studenten und einer mutigen Frau konfrontiert wird. Diverse Personen selbst zu recherchieren (etwa den Zauberer Aleister Crowley), dem man im Buch kurz begegnet, oder die Geschichte des Krystallpalasts (Feierbabylon genannt) in Leipzig fand ich äußerst spannend. Meyer lässt den Leser lange im Dunkeln, was die Zusammenhänge der agierenden Personen betrifft, während die beiden Zeitstränge immer mehr aufeinander zulaufen und mehr und mehr Helligkeit ins (oft auch grausame) Dunkel bringen. Auch von "Litéraire automatique" hatte ich nie zuvor gehört. Schön fand ich, dass man Figuren aus früheren Bänden hier wiedertrifft: Cornelius Frey und noch jemanden tauchen im Roman auf. Die spannendsten Seiten waren für mich die Reise mit Eva im Lazarettzug quer durch die Karpaten, die es aus dem Osten kommend nach Deutschland gegen Kriegsende tatsächlich gab (über Bibliothekswaggons konnte ich leider wenig finden). Hier ist das Nachwort des Autors interessant, dessen Großvater als Arzt in diesen Lazarettzügen mitfuhr.

Um nicht zu spoilern, möchte ich nicht mehr über den Inhalt dieses grandiosen Romans erzählen, der den Leser ins historische Leipzig führt, auch nach Patmos und für eine kurze Zeit an die Amalfiküste. Man sollte sich diese spektakuläre, erdachte Geschichte, die jedoch reale Persönlichkeiten und eine atmosphärische Historie in Leipzig beinhaltet, selbst erlesen (inclusive einem fulminanten Ende und einem Showdown in der Villa Bittner, der es in sich hat.

Fazit:

Ich habe sämtliche Vorgänger mit Begeisterung gelesen und hatte den Eindruck, dass das meisterhafte und gekonnte Verweben verschiedener Genres (Historie, Mystery, Fantasy und Spannung) noch eine Steigerung erfahren hat, von mir also eine absolute Leseempfehlung für alle Fans dieses außergewöhnlichen Autors! 5*

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Linda Lundin's 1. Fall im winterlich-frostigen Lappland

Tod unter Nordlichtern
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Vorneweg möchte ich sagen, dass ich die Autorin bereits aus dem belletristischen Bereich kannte und sie wegen ihrer authentischen, atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen Lapplands sehr schätze ("Helle ...

Vorneweg möchte ich sagen, dass ich die Autorin bereits aus dem belletristischen Bereich kannte und sie wegen ihrer authentischen, atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen Lapplands sehr schätze ("Helle Tage, helle Nächte"). Daher war ich auf diesen Kriminalroman und den 1. Fall für Linda Lundin mehr als gespannt! Erschienen ist der Kriminalroman im Oktopus Verlag, Zürich (tb, 317 S., 2025).

Worum geht's?

"Jokkmokk am Polarkreis. Ein einsamer Landstrich. Die Zweige der Kiefern biegen sich unter den Schneemassen, auf dem zugefrorenen See finden Husky-Rennen statt. Man sollte meinen, bei Temperaturen bis zu Minus 25 Grad gehen nur die aus dem Haus, die unbedingt müssen. Aber die Einheimischen bereiten wie jedes Jahr vorfreudig den samischen Wintermarkt vor. Bis ein junger Mann aus ihren Reihen ermordet wird. Linda Lundin aus dem südschwedischen Lund tritt gerade erst ihren Job als Kriminalkommissarin des größeren Ortes Gällivare an, als sie für die Ermittlungen nach Jokkmokk berufen wird. Wer hat den 19jährigen Lucas getötet, der bei allen so beliebt war? War der tragische Tod seines besten Freundes Emil, der im Dezember im See ertrank, gar kein Unfall? Muss das Dorf mit weiteren Morden rechnen?"

(Quelle: Buchrückentext des Oktopus-Verlags)

Meine Meinung:

Ein spannender Kriminalfall entrollt sich vor den Augen des Lesers in Jokkmokk, einem sonst eher ruhigen Ort mit leichten Delikten. Es ist die Zeit des Wintermarktes und die Bewohner bereiten wie jedes Jahr das traditionelle samische Fest vor, als ein Mord geschieht: In einem früheren Café auf dem Berg wird Lucas gefunden, ein 19jähriger Abiturient, der bei allen beliebt war. Ein Schock für Per-Ante, den Enkelsohn der alten Satu, die fortan besorgt ist um die Sicherheit ihres Enkels. Als Julla, eine Journalistin, die einen Bericht über die Medizin der Samen schreiben möchte, in Jokkmokk eintrifft, kann sie sich bei Satu einquartieren und nimmt teil an den nun einsetzenden spannenden Ermittlungen. Linda, noch nicht lange im Polizeidienst und zur Kriminalkommissarin aufgestiegen, wird kurzerhand nach Jokkmokk zur Ermittlung berufen und lernt vor Ort, dass die Polizei dünn gesät ist - und zudem das Büro völlig ausgekühlt ist, da die Heizung ausfiel. Zur Seite steht ihr Bengt Karlsson (der sich neben Linda, die ebenfalls sehr sympathisch ist, zu meiner Lieblingsfigur entwickelt) und zwei weitere Hilfspolizisten. Doch der Fall ist vertrackt: Emil, Per-Ante und Lucas waren Freunde. Emil hatte einen Scooter-Unfall und ertrank auf tragische Weise im See. War es ein Unfall oder Mord? Was sind die Hintergründe, die dazu führten, dass Lucas wenig später erstochen aufgefunden wird; mit einem Messer, das eine - wenn auch in diesem Falle ungeschickte - samische Hand gefertigt hat? Ist der Besitzer der Mordwaffe, die von der Spurensuche gefunden wird, auch gleichzeitig der Mörder von Lucas? Und was hat es mit den vielen Kronen auf Lucas Konten auf sich: Woher hatte ein 19jähriger Abiturient so viel Geld auf der Bank?

All' diese Fragen stellen sich Linda und es macht Spaß und ist sehr interessant, auf welche Schlussfolgerungen sie und ihr Kollege Bengt kommen. Die Krimihandlung ist sehr spannend, durchwebt mit interessanten Charakter und stimmig: Sie ist aber auch weit mehr als "bloß" ein guter Krimi! Das Buch begeisterte mich wiederum mit vielen Fakten, die ich über die Samen nicht wusste (etwa, dass sie eigentlich 8 Jahreszeiten haben, die sich an den Rentieren orientieren). Auch ist es kulturell ein Gewinn, Hiltrud Baier, die selbst über zwei Jahrzehnte in Lappland zu Hause ist, vieles Interessante über die Kultur der Samen, hier z.B. des Winterfestes in Jokkmokk, zu lesen. So besucht man ein Eishotel, nimmt an einem Hundeschlitten-Rennen teil und ist immer wieder begeistert von den faszinierenden, wunderschönen Landschaftsbeschreibungen, die 'ganz nebenbei' in den Kriminalroman mit einfließen. Zum Ende wird es - wie meist in guten Krimis - besonders spannend und es gibt überraschende Wendungen, die so nicht vorhersehbar waren. Mir hat "Tod unter Nordlichtern" sehr gut gefallen und mir die nordische samische Kultur überdies näherbringen können.

Fazit:

Für den spannenden, unterhaltsamen und sehr atmosphärischen Kriminalroman, der auch kulturell eine Bereicherung darstellt (das Volk der Samen) vergebe ich die volle Punktezahl und 100° auf der Krimi-Couch sowie eine absolute Empfehlung. Ich freue mich bereits auf weitere Fälle von Linda Lundin im Hohen Norden!

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Fesselndes Familien- und Gesellschaftsportrait der deutschen Nachkriegszeit

Hanne. Die Leute gucken schon
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ch habe auch den zweiten Band begeistert zu Ende gelesen: Ein authentisches Stück Zeitgeschichte, in der man sich in die Nachkriegszeit der 50er und 60er Jahre zurückversetzt fühlt.

Die Autorin hat einen ...

ch habe auch den zweiten Band begeistert zu Ende gelesen: Ein authentisches Stück Zeitgeschichte, in der man sich in die Nachkriegszeit der 50er und 60er Jahre zurückversetzt fühlt.

Die Autorin hat einen fesselnden und auch berührenden Schreibstil und auch kritische Äußerungen kann man dem Buch entnehmen. Zum Beispiel das große "Schweigen" der Elterngeneration zum Geschehen (und Mitwirken?) im 2. Weltkrieg; der Tatsache, dass viele "Würdenträger" wie Richter u.ä. wieder auf ihren Posten sassen, als ob nichts gewesen wäre.

Die Stimmung der 50er und 60er Jahre wird in der Familie, der Minna und Hanna entstammen, sehr gut veranschaulicht und porträtiert. Besonders schön auch die Freundschaft zwischen Minna und Fannie - ihres Zeichens Sinti, die mit viel Glück als einzige den Horror des Dritten Reichs überlebte und sich schon immer mit Minna verstanden hat. Ein Kapitel, das recht düster ist, findet auch hier Raum:

Die TBC-Kranken der Nachkriegszeit, hier hat auch Hanne vieles mitzumachen, das ihre Persönlichkeit vermutlich sehr verändert hat. Sie wirkt sehr angepasst und naiv, findet jedoch später doch noch ihren Weg, wenn auch mit Hindernissen gespickt. Romy, ihrer aufmüpfigen Tochter, ist nun der 3. Band gewidmet, ich bin sehr gespannt darauf und freu mich schon!

Die Trilogie hat ihren Ursprung in der Familiengeschichte der Autorin Felicitas Fuchs aka Carla Berling, die darüber hinaus auch Krimis schreibt und Ostwestfälin ist. Chapeau von mir für den sehr gelungenen und fesselnd geschriebenen, authentischen Roman und die Trilogie! 5* und 95° auf der Histo-Couch.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Eine Hommage an die winterliche Küche der Provence

Provenzalischer Wintergenuss
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"Provenzalischer Wintergenuss" von Sophie Bonnet erschien 2025 im südwest-Verlag (HC, geb. 200 S.; UT: Die schönsten Rezepte und Traditionen aus Südfrankreich).

Auch im Winter zeigt sich die Provence, ...

"Provenzalischer Wintergenuss" von Sophie Bonnet erschien 2025 im südwest-Verlag (HC, geb. 200 S.; UT: Die schönsten Rezepte und Traditionen aus Südfrankreich).

Auch im Winter zeigt sich die Provence, sonst vor allem durch die Lavendelfelder, malerische Dörfer und viel Sonnenschein wie auch die lukullinarische Vielfalt bekannt, von ihrer beeindruckenden und zauberhaften Seite, die in diesem Koch- und Sachbuch auf vielen wunderschönen Fotos Form und Gestalt annehmen: Der Küche und den Traditionen dieses schönen französischen Landstrichs widmet die Autorin, auch für ihre Provence-Krimis bekannt, der winterlichen Provence, die in diesen Monaten (ohne die vielen Sommertouristen) nicht nur stiller und anmutiger erscheint, sondern auch urtümlicher und echter.

Zu den zahlreichen genussvollen und tollen typischen Rezepten aus der Provenceküche gesellen sich viele wunderschöne, atmosphärische und sehr gelungene Fotos der Autorin, die auch hier ihr Talent unter Beweis stellt. Die Rezepte gliedern sich in folgende Themen:

- La Magie de l'automne (Die Magie des Herbstes) - Délices d'hiver ((Leckereien des Winters)

- Marché de Noel (Der Weihnachtsmarkt) - Patisserie de Noel (weihnachtliche Zuckerbäckerei)

- Le gros souper (Hauptgänge/Festmenü) - Les treize desserts (13 Desserts)

- Salutations culinaires du Nouvel An (kullinarische Grüße zum Neuen Jahr).

Hinzu kommt ein übersichtliches Rezeptregister (deutsch) und ein Nachwort der Autorin.

Natürlich fehlt die (in ganz Frankreich geschätzte) Bûche de Noel nicht; die Zwetschgen-Walnusstorte werde ich mit Sicherheit noch nachbacken; das herbstliche Ofengemüse mundet köstlich und auch der Wildschweinschmortopf gehört zu unseren Favoriten. Auch der 'choux farci' (gefüllter Kohl) hat es uns sehr angetan, um einige köstliche Rezeptbeispiele zu nennen: Die "Kräuter der Provence" ergänzen bei uns auch untypische französische Gerichte (Suppen, Bolognes) und sind in vielen Rezepten ein wichtiger Bestandteil der typischen Küche à la Provence. Besonders punkteten auch bei uns die Datteln mit Walnussfüllung in der Weihnachtszeit. Insgesamt fand ich die Rezepte sehr ausgewogen (Herzhaftes und Süßes), zudem gut erklärt und nachzubereiten; für Provence-LiebhaberInnen ein 'must have'!

Fazit:

Tolle kullinarische und visuelle Reise durch die winterliche Provence, ergänzt mit stimmungsvollen Fotos zu Rezepten und Traditionen dieses wunderschönen südfranzösischen Landstrichs und tollen Rezepten: Eine absolute Weiterempfehlung von mir und 5* für dieses hervorragende und optisch sehr ansprechende Kochbuch!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ein Zuhause ist da, wo Freunde sind

Das Haus mit der kleinen roten Tür
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Das Cover dieses warmherzigen und wundervoll illustrierten Pop-up-Kinderbuchs hat mein Herz im Sturm erobert; ich vermutete eine schöne Kindergeschichte mit viel "Bild" für Kinder ab 4 Jahren und wurde ...

Das Cover dieses warmherzigen und wundervoll illustrierten Pop-up-Kinderbuchs hat mein Herz im Sturm erobert; ich vermutete eine schöne Kindergeschichte mit viel "Bild" für Kinder ab 4 Jahren und wurde alles andere als enttäuscht (zugegebenermaßen muss ich gestehen, dass ich in den letzten Jahren nicht sehr oft Kinderbücher gelesen habe, aber nach diesem traumhaften Cover und Kurzbeschreibung des Verlags einfach zugreifen musste!

"Das Haus mit der kleinen roten Tür" - das hier symbolisch für 'unser aller Türen' stehen mag und von Grace Easton sowohl geschrieben als auch zauberhaft illustriert wurde, hat Stephanie Menge übersetzt; es erschien (HC gebunden, 32 S.) bei Fischer Sauerländer, 2025.

Worum geht's?

Olivia, ein kleines Mädchen, wohnt in einem Haus mit einer roten Tür. Es ist still und dem Mädchen ist etwas einsam zumute; ganz hinten im Garten wohnt Maus in einem großen alten Baum. Bei einem Wintersturm, bei dem es heftig weht und schneit, fällt das Zuhause von Maus um und sie verliert damit ihre Wohnung (die wunderschön gezeichnet ist, mehrere Stockwerke hat und ein großes Lesezimmer ;) Olivia bemerkt dies und bietet ihr ein kleineres Zuhause an: Einen umgedrehten Blumentopf mit dem Nötigsten.

In der Nacht können beide kein Auge zumachen und die Maus fasst Mut, packt ihren Koffer und klopft an das Haus mit der kleinen roten Tür: Erfreut macht Olivia ihr auf und natürlich darf Maus bei ihr wohnen... So sieht man die beiden Kekse essend in der gemütlichen Küche und eine Freundschaft ist entstanden: Niemand von den beiden ist mehr alleine und sie wohnen jetzt zusammen....

Meine Meinung:

Das Kinderbuch trägt eine tiefe Botschaft, eigentlich mehrere in sich: Wenn jemand in Not ist, sollte man helfen. Wenn sich jemand alleine fühlt, unglücklich oder einsam ist und niemanden zum Reden hat, sollte man 'an die Tür klopfen' und denjenigen vielleicht besuchen. Beides sind sehr positive menschliche Verhaltensweisen, die man anhand dieses wunderschön gestalteten Buches einem Kind vermitteln und mit auf den Weg geben kann. Auch laden die wunderschönen, winterlichen Bilder dazu ein, dass Eltern und (Klein)kinder oder auch die Großeltern gemeinsam die Geschichte von Olivia und Maus lesen, darüber sprechen und die zahlreichen Klappen im Bild, die Pop-ups, öffnen und sich ansehen. Dies ist m.E. eine Wonne, dass die junge englische Autorin an alles gedacht hat, was ein wohnliches und gemütliches Zuhause ausmachen kann. Eine schöne Freundschaftsgeschichte für Kinder mit Miniaturwelten hinter den Klappen, in die man sich hineinträumen kann! Mein Urteil lautet daher: Pädagogisch wertvoll und 5 *!

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