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Veröffentlicht am 09.02.2026

Der Wolf, die Spinne und die Feder

Das Signal
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Nicht nur, dass Viola bei einem tragischen Kellereinsturz ihr Bein verloren hat und nun erst einmal lernen muss mit ihrem neuen Handicap zu leben, nein, auch ihr Mann beginnt durch sein merkwürdiges Verhalten ...

Nicht nur, dass Viola bei einem tragischen Kellereinsturz ihr Bein verloren hat und nun erst einmal lernen muss mit ihrem neuen Handicap zu leben, nein, auch ihr Mann beginnt durch sein merkwürdiges Verhalten Violas Misstrauen zu wecken. Eingesperrt in einem Haus, das für sie nicht nur überall Barrieren, sondern auch einen Wachposten in Pflegerinnen-Gestalt, bereithält, beginnt sich Ursula Poznanskis Hauptprotagonistin Viola in „Das Signal“ mit Hilfe von kleinen, versteckten GPS-Trackern einen Überblick über die Menschen in ihrem Umfeld zu verschaffen. Doch was wird sie dabei entdecken?

Ich bin großer Fan - insbesondere der stets innovativen, einfallsreichen und spannenden Jugendbücher - von Ursula Poznanski. Wie eigentlich immer, gelang es ihr auch diesmal wieder, mich durch ihren flüssigen und packenden Schreibstil sehr schnell an das Buch zu fesseln. Sowohl die Atmosphäre, als auch die starken Charaktere sind klasse gezeichnet, die Idee überaus vielversprechend und die Spannung zunächst auch definitiv vorhanden. Leider ließ diese dann aber, etwa ab der zweiten Hälfte des Buches, deutlich nach. Zwar konnte ich das Buch dennoch nicht aus der Hand legen, doch wurde die Story - zumindest für mich - dann immer vorhersehbarer und die großen Überraschungen blieben aus.

Fazit: Wenn sie auch nicht an die übrigen Poznanski-Bücher heranreicht, so ist „Das Signal“ dennoch eine spannende, wendungsreiche und durchaus fesselnde Geschichte, die sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Wer nicht denken will fliegt raus

Der unsichtbare Elefant
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In Max A. Edelmanns Roman „Der unsichtbare Elefant“ wirft der dramatische Tod des Düsseldorfer Rechtsanwalts Thomas Siebenmorgen, bei ganz unterschiedlichen Menschen, die gleichen Fragen auf. Was hat ihn ...

In Max A. Edelmanns Roman „Der unsichtbare Elefant“ wirft der dramatische Tod des Düsseldorfer Rechtsanwalts Thomas Siebenmorgen, bei ganz unterschiedlichen Menschen, die gleichen Fragen auf. Was hat ihn so verzweifeln lassen, dass er sich ausgerechnet an seinem Arbeitsplatz, vor den Augen seiner Kollegin, in den Tod stürzt? Welche Rolle spielte die Vergangenheit in Thomas Gegenwart und rief den unsichtbaren Elefanten auf den Plan?

Trotz der Schwere und Tiefgründigkeit der im Buch aufgegriffenen, unerwarteten Themen, schafft es der Autor durch seinen direkten und teils auch philosophischen Schreibstil, sie auf eine ganz eigene Weise, unkompliziert zu vermitteln. Traurig, bedrückend und leicht zugleich. Die Kapitel sind bewusst kurz gehalten und erinnern dadurch an Filmsequenzen, die ein Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, was in dem Zusammenhang ein ganz eigenes Tempo erzeugt. Obwohl die Story vielleicht nicht „die“ Spannung enthält, die der Klappentext verspricht, so ist es dennoch überaus spannend den drei „Ermittlern“, denen der Suizid keine Ruhe lässt, und auch den Eltern von Thomas, zu folgen. Nicht nur in die Gegenwart, sondern insbesondere auch in die Vergangenheit, wo bei allen Beteiligten sehr viel Schmerz, vor allen Dingen aber Unausgesprochenes und Verdrängtes zu finden ist. Während des gesamten Buches ist Mitdenken gefragt, weshalb das im Buch aufgegriffene Ausspruch von Beuys „Wer nicht denken will fliegt raus“ hier den Nagel auf den Kopf trifft.

Fazit: Ich hätte mir vielleicht ein etwas „aufklärenderes“ Ende gewünscht, das mich nicht ganz so ratlos und mit meinen eigenen Überlegungen alleine zurücklässt, bin vom Gesamtwerk aber durchaus angetan. Besonders die Hinweise auf Kunst, Musik und auch Märchen haben mir sehr gut gefallen. Der durchsichtige Elefant ist ein wirklich sehr eindringliches und nachhallendes Buch, in dem man selbst bei wiederholtem Lesen sicher noch einiges Neues entdeckt. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Raus in die Natur!

Tiere beobachten mit dem Wildtierguide
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Autor und Wildtier-Guide Patrick Hundorf lädt in seinem Buch „Tiere beobachten mit dem Wildtierguide“ ein zu einer ebenso lehrreichen, wie spannenden Entdeckungsreise quer durch unsere heimischen Wiesen, ...

Autor und Wildtier-Guide Patrick Hundorf lädt in seinem Buch „Tiere beobachten mit dem Wildtierguide“ ein zu einer ebenso lehrreichen, wie spannenden Entdeckungsreise quer durch unsere heimischen Wiesen, Wälder und Moore. Neben hilfreichen Beobachtungstipps gibt es neben Säugetieren und Vögeln, auch Insekten, Amphibien & Reptilien zu entdecken.

Nach langer Überlegung habe ich das Buch zusammen mit einem Fernglas als Geschenk für einen naturliebenden Teenager erworben, es zuvor gründlich studiert und war sowohl von der Aufmachung, als auch dem Informationsumfang schlichtweg begeistert. Da ich selbst auch eine große Natur- und Tierliebhaberin bin, hat mir besonders gefallen, dass Patrick Hundorf nicht nur eine umfangreiche Auswahl an beobachtenswerten Tieren vorstellt, sondern auch zur respektvollen Beobachtung „ermahnt“ und somit Rücksichtnahme vermittelt.

Mit Steckbriefen, schönen Fotos und Informationen zu Vorkommen, Verhalten und der besten Beobachtungszeit werden insgesamt mehr als 65 Arten vorgestellt. Die sowieso schon sehr ansprechende Aufmachung ist dabei wirklich gut strukturiert, übersichtlich gestaltet und durch nette Anekdoten des Autors aufgelockert. Dabei wird das Buch eingeleitet durch hilfreiche Informationen und Tipps rund um die Tierbeobachtung, wobei sogar Rechtliches nicht ausgelassen wird. Lediglich etwas zu den arteigenen Tierspuren hat mir an der Stelle etwas gefehlt, da diese ja auch nicht ganz unwesentlich, dafür aber sehr spannend sind! Dafür ist als Extra ein Dating-Kalender dabei und auf der KOSMOS-PLUS-APP kann man sich zusätzlich auch noch die Tierstimmen anhören.

Fazit: Ein sehr informatives und schönes (Einsteiger)Buch für Natur- und Tierliebhaber, das sich auch hervorragend als Geschenk eignet!

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Dankbarkeit

Dein Glück kommt von Herzen
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Als Mina nach dem Tod ihrer Oma das Ahnenbuch liest, wird sie mit dem Vertrauensbruch ihrer Mutter und dem weitervererbten Schweigen ihrer Familie konfrontiert. Der innere Schmerz lässt sie kurz aus dem ...

Als Mina nach dem Tod ihrer Oma das Ahnenbuch liest, wird sie mit dem Vertrauensbruch ihrer Mutter und dem weitervererbten Schweigen ihrer Familie konfrontiert. Der innere Schmerz lässt sie kurz aus dem Gleichgewicht geraten, doch Naturverbundenheit und eine Reise zu Wurzeln zeigen ihr schließlich einen versöhnlichen Weg, den sie achtsam und mit Dankbarkeit beschreitet.

Kathrin Sohst hat mit ihrem Buch „Dein Glück kommt von Herzen“ eine ganz wundervolle Kombination aus achtsamem Dankbarkeitsratgeber und beispielhaftem Roman geschaffen, um uns Lesern andere, friedvollere Wege aufzuzeigen. Dabei hat mir ihre eingebundene Naturverbundenheit ganz besonders gut gefallen. Inhaltlich ist die Geschichte in Jahreszeiten aufgeteilt, die sich symbolisch wunderbar auf die einzelnen Lebensphasen beziehen lassen. Leider leidet in meinen Augen der Verlauf der Handlung dadurch ein wenig, da er manchmal ein wenig lückenhaft erscheint. Allerdings ist die Erzählweise so herzerwärmend, dass ich darüber gern hinweg geschaut habe. Alles in Allem hat die Autorin hier ein sehr inspirierendes Kleinod geschaffen, das mich viele Male hat innehalten und nachdenken lassen. Schön fand ich auch die immer wiederkehrende Motivation Dankbarkeit zu üben, sowie den anschließenden Freiraum und die Möglichkeit, die ersten Seiten eines eigenen Dankbarkeitstagebuchs zu füllen.

Fazit: Zwar war mir das Buch an manchen Stellen ein wenig zu „glatt“, dennoch hat es sehr gut getan es zu lesen. Zudem ist es der Autorin durchaus gelungen positive Achtsamkeits- Impulse zu setzen und mich darin bestärkt, mein Leben in meinem eigenen Rhythmus zu gestalten. Und ja, auch über ein Dankbarkeitstagebuch denke ich natürlich nach.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Schnellscheisser oder Sitzpinkler?

Charakter? Nur eine Frage des Kackwinkels! Bist du Team Schnellscheißer oder Team Sitzpinkler? Psychotests fürs Klo
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Auf der Suche nach einer witzigen Beigabe zu einem Geburtstagsgeschenk bin ich, zunächst aufgrund des originell gestalteten Covers, bei - Charakter? Nur eine Frage des Kackwinkels! - von „Franziska Sorgenfrei“ ...

Auf der Suche nach einer witzigen Beigabe zu einem Geburtstagsgeschenk bin ich, zunächst aufgrund des originell gestalteten Covers, bei - Charakter? Nur eine Frage des Kackwinkels! - von „Franziska Sorgenfrei“ gelandet. Lustige kleine Psychotests fürs Klo die den Kackwinkel klären - das klingt doch mal nach einer überaus geistreichen Beschäftigung bei längeren Sitzungen

Im Vorfeld hätte ich ja nicht gedacht, dass ein Toilettengang die Inspiration für so viele Fragen und Tests bieten kann! Doch auf über 120 Seiten reiht sich hier tatsächlich ein Persönlichkeitstest an den Nächsten. Wobei nicht ganz, denn einige Seiten, wie der Bewertungsbogen und das Klo-Logbuch, dienen als kleines Gästebuch und einige andere Seiten enthalten u.a. natürlich auch noch die Auswertungen. Optisch ist der Inhalt wirklich sehr schön und abwechslungsreich gestaltet. Die Tests werden also nicht einfach nur fantasielos aneinandergereiht und hintereinander weg, bei stets gleichem Hintergrund, abgearbeitet. Das hatte ich zunächst befürchtet, doch hier hat man sich wirklich Mühe gegeben, auch was die kreativen Überschriften und Themen betrifft, die zwar lustig, aber nicht übermäßig eklig oder „geschmacklos“ sind.

Fazit: Insgesamt handelt es sich hier natürlich um kein ernst zu nehmendes Buch, sondern um eines, das es mit einer guten Portion Humor zu betrachten gilt - als lustigen Gäste-Klo-Gag oder eben zum verschenken. Alles in Allem auf jeden Fall eine lustige und ansprechend umgesetzte Idee!

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