Platzhalter für Profilbild

spraverlie

Lesejury Star
offline

spraverlie ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit spraverlie über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Ein Nicht-Ratgeber, der Augen öffnet, Denkanstöße liefert und wie eine Befreiung wirken kann!

Du musst gar nichts
0

Müssen oder nicht(s) müssen, das ist die hypothetische Frage!

Auf diesen Ratgeber, der partout keiner sein will, war ich sehr gespannt, machte er doch durch Aussagen wie „ich muss keine Challenge mitmachen“, ...

Müssen oder nicht(s) müssen, das ist die hypothetische Frage!

Auf diesen Ratgeber, der partout keiner sein will, war ich sehr gespannt, machte er doch durch Aussagen wie „ich muss keine Challenge mitmachen“, „ich schulde niemandem eine Erklärung“ und „ich darf widersprüchlich sein“ neugierig auf eine zum gängigen Gesellschaftsbild angenehm konträre Sichtweise.

Insbesondere interessierte mich an diesem Buch, wie der Autor es schafft, „die Glaubenssätze der Selbstoptimierungskultur ohne Zynismus und ohne erhobenen Zeigefinger zu zerlegen“ und deutlich zu machen, dass man nicht jedem Trend folgen muss und womöglich gerade dadurch bei sich selbst landet respektive bleibt.

Die Reflektionen zu den Ansprüchen unserer Zeit, zu dem Muss, online und am besten ständig präsent zu sein sowie an (un)sozialen Medien teilzuhaben, die Überlegungen des Autors zu den Ansprüchen, stets achtsam zu sein und sich beständig optimieren zu wollen, besser gesagt, zu müssen, all diese Gedanken waren und sind es, die mich das Buch mit Enthusiasmus haben lesen lassen.

Möchte ich mich diesem – wie der Autor den Druck nennt – „Lärm“ aussetzen? Bin ich nicht gut so wie ich bin? Muss ich jedem Trend folgen? Muss ich bei allem dabei sein? NEIN, das muss ich nicht! Ich muss gar nichts! Auch diese Rezension muss ich nicht schreiben, aber ich möchte es.

Das recht dünne Buch mit dem Untertitel „Für alle, die nicht mehr mitmachen wollen“ präsentiert in etwas mehr als 50 sehr kurzen, nur maximal eine Buchseite füllenden Kapiteln des Autors Gedanken zu diesem und jenem „Muss“, dem wir uns ausgesetzt sehen.

Bezugnehmend auf meine Anmerkung oben fühlt es sich für mich zwar nicht so an, als „zerlege“ der Autor die Glaubenssätze der Selbstoptimierung, er macht aber sehr wohl deutlich, worin genau die Zwänge bestehen, wie sehr wir diese schon lange, teils schleichend und unbewusst, verinnerlicht haben und wie befreiend es sein kann, sich davon zu lösen.

In klarem, prägnantem Schreibstil und in kurzen Sätzen bringt der Autor seine Ansichten auf den Punkt, sodass die Nicht-Ratschläge auf mich manchmal etwas zu komprimiert und nüchtern wirken. Gleichwohl ist es genau diese Konzentration auf das Wesentliche, die Denkanstöße gibt und eigene Gedanken ins Rollen bringt.

„Du musst gar nichts“ ist kein Ratgeber und will es auch gar nicht sein. Für mich ist es eher ein kleines, feines Nachschlagewerk, das mir in mancherlei Hinsicht die Augen geöffnet hat und das ich sicher immer mal wieder zur Hand nehmen werde, um das Gelesene erneut Revue passieren zu lassen. Mir ist bewusst, dass ich das nicht muss, aber ich weiß auch, dass ich es kann und möchte. Und ich bin dem Autor dankbar dafür, dass er dieses Buch geschrieben hat, wissend, dass ich nicht dankbar sein muss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2026

Zum 12. Mal „Prost, auf…“ heißt zum 12. Mal beste Regional-Krimi-Unterhaltung! Charakter- und humorvoll! Lesen, mitermitteln, Fall lösen!

Prost, auf die Fischer
0

Brunngries und die T-U-F-Methode = eine Heimat für mitermittelnde Leser:innen!

„Prost, auf die Fischer“ ist bereits Band 12 dieser bayerischen Krimireihe, die immer wieder beste Unterhaltung bietet, ...

Brunngries und die T-U-F-Methode = eine Heimat für mitermittelnde Leser:innen!

„Prost, auf die Fischer“ ist bereits Band 12 dieser bayerischen Krimireihe, die immer wieder beste Unterhaltung bietet, immer mit mindestens einem Mordopfer in immer wieder anderer örtlicher respektive beruflicher Umgebung, wenngleich die Polizeidienststelle in Brunngries der Dreh- und Angelpunkt der Ermittlungen ist.

Um der kriminellen Geschichte folgen zu können, sind keine Kenntnisse aus den Vorgängerbänden vonnöten; nur in Sachen Privatleben der Ermittler, deren Kollegen, Nachbarn, Bekannten und weiterer Einwohner dieses beschaulichen Örtchens im Chiemgau kann ein wenig Vorwissen nicht schaden; gleichwohl sind die Zusammenhänge problemlos nachvollziehbar.

Details aus diesem Buch werde ich natürlich nicht preisgeben, denn um ein wenig über den Fall zu erfahren, liest man den Klappentext, und für mehr sollte man das Buch selbst lesen.

Die Charaktere, die der Autor ersonnen hat und die in jedem Buch Teil des Ermittler-Teams sind, möchte ich aber kurz vorstellen: da sind die beiden Hauptfiguren, Hauptkommissar Constantin Tischler und Polizeihauptmeister Felix Fink, die den Kern des Teams bilden, Luise Brand, die Viel-mehr-als-Sekretärin der Brunngrieser Dienststelle, Polizisten, Spurensicherer und Gerichtsmediziner. Alle kennen sich, alle schätzen sich, nun gut, mal mehr, mal weniger, aber immer arbeiten sie Hand in Hand und zielführend, die Aufklärung des Falls oder der Fälle stets im Blick.

In kleinen, aber feinen Nebensträngen erzählt der Autor vom Privatleben der Ermittler, indem er eben diese auch private Gespräche führen lässt, und von neugierigen Nachbarn, alten und neuen Bekannten sowie von Geschäftsleuten und solchen, die es zu sein vorgeben, immer mit einem Schmunzeln und stets bestens unterhaltend.

In diesem 12. Fall habe ich die Ermittlungen schon fast als Nebensache empfunden, weil das ganze Drumherum so amüsant und vergnüglich ist, dass die T-U-F-Ermittlungs-Methode hinter der heimeligen Chiemgau-Atmosphäre fast in den Hintergrund tritt.

Trotzdem kommen die Ermittlungen nicht zu kurz. Mitunter ernst, mit Fingerspitzengefühl und Blick für das Wesentliche geht es kriminalistisch logisch, aber auch sehr gerne wohlwollend frotzelnd, sozusagen wertschätzend-neckend und mit Augenzwinkern zur Sache.

Als Leser erfährt man manchmal mehr als die Ermittler, ist ansonsten aber stets an deren Seite. Ich fühle mich nach dem Lesen aller Bände inzwischen wie ein Teil des Teams, was auch daran liegt, dass man hier wunderbar eigene Ermittlungen anstellen kann! Ob die bzw. der Hauptverdächtige dann wirklich die Täterin bzw. der Täter ist, das werden Tischler & Co. schon herausfinden.

Diese „Prost, auf…“-Reihe ist angenehm unterhaltende, zum Mitermitteln einladende und mit einer gefälligen Portion Lokalkolorit sowie wohlportioniertem Humor versehene leichte, feine und beste Krimikost!

Jeder Band ist, wie bereits erwähnt, für sich und ohne Vorkenntnisse lesbar und wirklich jeder Band ist lohnend! Ich hätte auf keinen der bis dato 12 Bände verzichten wollen!
Auf wen in Band 13 angestoßen wird, ist bereits bekannt; davon zu lesen, wird mir ein Vergnügen sein. Na denn, „Prost...“!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.12.2025

Wunderbar erzählte, fesselnd verflochtene Geschichten zweier Generationen! Bewegend, einnehmend, rätselhaft, spannend und hinreißend!

Rückkehr nach Fisherman’s Cove
0

Familie, Heimat, Liebe und Sehnsucht in zwei zu Herzen gehenden Geschichten!

„Rückkehr nach Fisherman´s Cove“ ist dank der Autorin schon meine vierte literarische Reise nach Schottland. Nach „Das Geheimnis ...

Familie, Heimat, Liebe und Sehnsucht in zwei zu Herzen gehenden Geschichten!

„Rückkehr nach Fisherman´s Cove“ ist dank der Autorin schon meine vierte literarische Reise nach Schottland. Nach „Das Geheimnis von Ardmore Castle“, „Das Rosencottage“ und „Die Liebenden von Islay“ war ich gespannt, welche Geschichte respektive welche Geschichten mich erwarten, wissend, dass ich wieder eine herrliche und absolut einnehmende Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart werde erlesen und erleben dürfen.

Beide Geschichten spielen auf der schottischen Insel Orkney, einem Archipel, das nördlich von Schottland im Nordatlantik liegt. Dieser Ort, der malerische Kulissen zu bieten hat, gleichwohl aber durch gemäßigte Temperaturen und ein raues Klima beherrscht wird, fordert den Protagonisten einiges ab.

Diesmal geht es nicht um Geschehnisse lang vergangener Jahrhunderte und die Gegenwart, sondern um eine Vergangenheit, die nur eine Generation zurückliegt, und das Hier und Jetzt.

Constanze Wilken erzählt in 2 parallel verlaufenden, sich immer wieder abwechselnden und geschickt miteinander verwobenen Erzählsträngen die Geschichte einer jungen Frau, die das geheimnisvolle Schicksal ihrer Mutter, der Hauptperson des historischen Teils, und den dubiosen Tod ihres Vaters zu ergründen sowie ihr eigenes Leben neu zu ordnen versucht.

Mehr zum Inhalt werde ich nicht preisgeben, damit diejenigen, die diesen Leseausflug nach Schottland noch vor sich haben, eben diesen völlig unvoreingenommen und somit voll und ganz genießen können.

Wie gewohnt bin ich dank des sehr angenehmen Schreibstils der Autorin sofort mitten im Geschehen, sowohl in dem der 1980er-Jahre als auch in dem aktuellen. In angenehm kurzen Kapiteln führt die Autorin durch ihre faszinierenden Geschichten und beschreibt sowohl die Figuren als auch die Orte und Landschaften, die Häuser und Ausblicke sowie die unwirtlichen Wetterbedingungen so bildhaft, dass man meint, die Szenerien vor Augen zu haben.

Was ich lese, ist ergreifend und spannend, geprägt vom nicht einfachen Leben früher und heute, erzählt von Neid und Streit, von Sehnsucht und, ja, auch von Liebe, früher wie heute. Ich bin fasziniert davon, wie ich in den Geschichten versinke, sodass ich mir zuweilen vor Augen führen muss, in welcher Zeit ich gerade lebe, sprich lese, denn die Geschichten sind weder gefühlig noch rührselig, sehr wohl aber gefühlsbetont und liebevoll. Mitunter bangt man um die Protagonistin, dann wieder fühlt man mit ihr und hofft für sie.

Eben dieser Wechsel zwischen den Zeiten und den beiden Hauptfiguren der Mutter und der Tochter sowie manch gefährliche oder gar riskante Situation sorgen dafür, dass man versucht, ist, schneller zu lesen, um mehr zu erfahren und den Geheimnissen auf den Grund zu gehen.

Constanze Wilken hat es auch mit diesem Buch wieder geschafft, spannende und emotionale Geschichten zu erzählen, Bilder vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen und mich für einige Stunden in ein anderes Land zu entführen. Dafür sage ich herzlichen Dank, gebe faszinierte 5 Sterne und hoffe inständig, dass ich beizeiten einen weiteren mitreißenden Roman aus ihrer Feder werde lesen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.11.2025

Erzählerisch geschickt, anspruchsvoll, fesselnd, spannend, zum Mitermitteln einladend und nach allen Regeln der Kunst überzeugend! 6 Sterne!

Der Bildersammler
0

Kunst der Dramatik, Kunst im Bilde, kunstfertige Ermittler!

„Der Bildersammler“ ist der zweite Thriller aus der Feder der Autorin, deren „Dunkeldorf“ ich vor einiger Zeit geradezu verschlungen habe.

Liliane ...

Kunst der Dramatik, Kunst im Bilde, kunstfertige Ermittler!

„Der Bildersammler“ ist der zweite Thriller aus der Feder der Autorin, deren „Dunkeldorf“ ich vor einiger Zeit geradezu verschlungen habe.

Liliane Skaleckis Schreibstil und ihre so wunderbar detaillierten Beschreibungen von Orten und Personen kenne ich also schon, sowohl aus dem bereits genannten ersten Thriller als auch aus ihrer leichteren Nordsee-Insel-Krimi-Reihe mit einer wissbegierigen und ermittelnden Köchin als Hauptfigur, erschienen unter ihrem Pseudonym Lili Andersen, sowie inzwischen auch aus ihrer zweiten und sehr charmanten Reihe, geschrieben als Liliane Fontaine, in der eine Ermittlungsrichterin mit Erfolg Kriminalfälle in Südfrankreich löst.

Aber zurück zu diesem Thriller: ich gebe keine inhaltlichen Details preis, sondern konzentriere mich in meinen Rezensionen - statt ausführlich den Inhalt wiederzugeben – lieber auf die eigenen Leseeindrücke, auf die Wirkung, die das Buch auf mich ausgeübt hat, und die höchsteigene Meinung zum Buch. Den Inhalt kann und sollte jede und jeder selbst erlesen und erleben!

Schon ein vorangestellter kurzer Auszug, sprich eine vorweggenommene dramatische Szene und der Prolog lassen nichts Gutes erahnen, nein, mehr als das, wesentlich mehr, denn sie lassen Schlimmes erwarten! Der Klappentext hat vorgewarnt, aber was ich dann lese, lässt mich erschaudern.

Von Anfang an kommt ein Gefühl von Gefahr auf, zuweilen subtil und andeutend, wiederholt ins Detail gehend und angsteinflößend, stellenweise Monströses offenbarend. Die durch Blicke in eine ersichtlich entartete Künstlerseele entstehenden und sich nachhaltig manifestierenden Eindrücke unfassbarer, nahezu bildlich beschriebener, grausamer Vorgänge wird man als nur selten Thriller lesender Krimifan fortan nicht mehr los…und will es auch nicht, denn die Geschichte vereinnahmt, packt und überzeugt!

Was die ohnehin schon durchgehende Spannung noch erhöht, sind die Wechsel zwischen den Ereignissen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Tat und Entdeckung, Morden und Kunst, Ermittlungen und Rückblenden. Dieses Vor und Zurück auf einem imaginären Zeitstrahl, mal um ein paar Tage, mal um Wochen oder sogar Monate, ist eine Herausforderung, genau wie dieser Thriller selbst. Eine Herausforderung, der ich mich stellen wollte und die ich nicht hätte missen wollen! Und es bedarf großer Sorgfalt beim Lesen der mal aktuellen, mal zurückliegenden Ereignisse, denn vieles, was anfangs unwichtig erscheint, könnte sich durchaus als wesentlich herausstellen.

Die Passagen, in denen die angenehmeren, weil sehr sympathischen Hauptfiguren agieren, Kunstrestauratorin Tessa von Linden und Kommissar Lennart Wiedmeyer, ermöglichen es mir, die Anspannung ein wenig zu lösen und durchzuatmen. Die beiden und auch ihr Umgang miteinander gefallen mir ausgesprochen gut und ihre Gespräche und ihr Gedankenaustausch, er mit kriminalistischer Erfahrung, sie mit Kunstsachverstand, geben mir die Möglichkeit, mitzuermitteln, Zusammenhänge zu suchen, Fakten zu sammeln, lose Enden der Geschehnisse zu verknüpfen und Überlegungen zu „kunst“schaffenden Mördern respektive mordenden „Künstlern“ anzustellen.

Bei alledem den Faden nicht zu verlieren, ist anspruchsvoll, denn das Netz aus Personen und Taten ist äußerst raffiniert gesponnen. Kaum ist ein Zusammenhang hergestellt, ein Detail entschlüsselt, kommen neue Fragen auf. So grausam die Geschichte selbst auch ist, so ist sie doch zugleich faszinierend und immens fesselnd.

Das Finale ist dank einer dramaturgischen Spannungsspitze packend und lässt sehr zur Beruhigung meines kriminalroman-affinen Herzens keine der bis hierher womöglich noch ungelösten Fragen offen. Gleichwohl entsteht der Wunsch, dass die Autorin auf „Dunkeldorf“ und „Der Bildersammler“ mindestens einen dritten Thriller folgen lassen möge und die Geschichte von Tessa und Lennart eine Fortsetzung erfährt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2025

Tierisch unterhaltsamer Wohlfühlkrimi, amüsant, lehrreich, menschelnd, schwarzhumorig, spannend! Zum Genießen, Schmunzeln und Mitermitteln!

Der Doktor und der liebe Mord
0

Mysteriöse Geschehnisse, mäandernde Gefühle, mörderische Gefahr, faszinierende Figuren + famose Fauna = fantastisch fabulierte mordsmäßige Gaudi!

„Der Doktor und der liebe Mord“ war nicht nur mein erster ...

Mysteriöse Geschehnisse, mäandernde Gefühle, mörderische Gefahr, faszinierende Figuren + famose Fauna = fantastisch fabulierte mordsmäßige Gaudi!

„Der Doktor und der liebe Mord“ war nicht nur mein erster Tierarztkrimi, sondern für mich auch das erste Buch des Autors. Entsprechend gespannt war ich, wie mir der Schreibstil und natürlich die Geschichte selbst gefallen würden. Und so viel sei vorweggenommen: es war ein tierisches Vergnügen.

Dass ich nichts Inhaltliches wiedergebe, mag verwundern, weil man in manchen Rezensionen teils ausführliche Inhaltsangaben findet, aber – mal ehrlich – wer will denn schon explizite Details der Geschichte erfahren, die es erst noch zu erlesen gilt?! Eben! Der Klappentext sollte genug Neugierde auf diesen herrlichen Wohlfühlkrimi wecken, der auch mit trefflichen Kapitel-Überschriften in Wort und Bild amüsiert und überzeugt.

Wie der Autor nach und nach die unterschiedlichsten Figuren in die kriminell-schwarzhumorige Geschichte einführt, manche – wie beispielsweise die Hauptfigur des Tierarztes Severin Herr - sofort sympathisch, andere (nicht nur) anfangs eher undurchsichtig, wie er es schafft, dass man am liebsten vor Ort und Stelle und mitten im Geschehen wäre, um dem einen zur Seite zu stehen und andere ins Visier zu nehmen, das ist so hochgradig unterhaltsam und medizinisch fast unauffällig lehrreich wie kriminell spannend.

Ich fühle mich hin und her geworfen zwischen gefährlichen Begegnungen, angespannten Situationen, aber auch tierisch unterhaltsamen Szenen und absoluten Wohlfühlmomenten! Dass vereinzelte Mitspieler etwas überzeichnet wirken, tut dem Unterhaltungswert keinen Abbruch, denn schon geht es mit der nächsten Szene weiter, sei sie nun riskant und gefährlich, menschlich mitfühlend oder tierisch empathisch, zum Fürchten oder zum Genießen.

Zwei Dinge möchte ich explizit erwähnen: zum einen die Tierarztpraxis mit dem daran angeschlossenen Gnadenhof, denn es gibt Orte in (Kriminal-)Romanen, von denen man sich wünscht, dass es sie wirklich gäbe, und dieses ist so einer! Ich wünschte, ich könnte meine Nase nicht nur ins Buch, sondern auch in den Wind der beschriebenen Szenerie stecken, die Orte und den Gnadenhof besuchen, die Tiere in natura kennenlernen und natürlich vor allem den sympathischen Charakteren des Romans begegnen. Zum anderen sind es eben diese Charaktere, sowohl menschliche als auch tierische, die der Autor ausgesprochen kreativ ins Leben gerufen und mit so prägnanten Eigenschaften ausgestattet hat, dass man keine dieser Figuren würde missen wollen.

Man muss aufmerksam lesen, um nichts zu übersehen, kann Vermutungen anstellen und eigene Rückschlüsse ziehen, bangt um den einen, zweifelt an anderen, und amüsiert sich immer wieder über manch skurrile Aktionen und unglaublich witzige, aber auch ans Herz gehende Äußerungen mancher Mitspieler sowie über eine oft zum Schmunzeln anregende Situationskomik, die in köstlich amüsanten Passagen die durchweg vorhandene Spannung angenehm auflockert.

Ich bin sehr angetan von der Raffinesse dieses Wohlfühlkrimis, von den Figuren, die ihn mit Leben füllen, und den durchweg unterhaltsamen und einnehmenden Schilderungen zwischenmenschlicher Ereignisse und tierischer Szenarien. Und das Finale, das mich nochmal ordentlich bangen ließ, lässt keine Wünsche offen.

Was bei dem Gedanken an das Gelesene bleibt, sind die Erinnerung an wunderbare Lesestunden und ein genüssliches Lächeln sowie der innige Wunsch, dass diese Geschichte eine Fortsetzung erfahren möge!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere