Wie Bilder sprechen
Lass den Tag nicht vorübergehenManchmal ist es gar nicht so leicht zu erklären, warum ein Buch einen nicht erreicht, selbst dann, wenn es eigentlich viele Elemente mitbringt, die man sonst sehr schätzt. So ging es mir mit diesem Roman.
Ich ...
Manchmal ist es gar nicht so leicht zu erklären, warum ein Buch einen nicht erreicht, selbst dann, wenn es eigentlich viele Elemente mitbringt, die man sonst sehr schätzt. So ging es mir mit diesem Roman.
Ich lese gerne leise Geschichten, solche, in denen nicht viel passiert, die sich Zeit nehmen, Figuren zu entwickeln und Stimmungen einzufangen. Auch hier hatte ich anfangs genau dieses Gefühl. Die ersten Dialoge waren fein beobachtet, hatten Tiefe und einen gewissen Charme, der mich neugierig gemacht hat. Gerade als selbst künstlerisch aktiver Mensch konnte ich mich in die Grundthematik gut hineinversetzen.
Und doch stellte sich mit der Zeit eine gewisse Distanz ein. Ich wurde mit den Figuren, allen voran mit Theodor, nicht wirklich warm. Es fehlte mir eine emotionale Verbindung, ein Mitfühlen, das mich durch die Geschichte getragen hätte. Obwohl ich nachvollziehen konnte, wie sehr er für seine Kunst lebt, blieb er mir seltsam fern.
Vielleicht lag es daran, dass die Handlung sehr ruhig bleibt, ohne mir genug innere Bewegung zu bieten. Oder daran, dass die Figuren zwar bedacht gezeichnet sind, aber für mich nicht ganz greifbar wurden.
So musste ich das Buch letztlich abbrechen, nicht, weil es schlecht geschrieben wäre oder keine Qualität hätte, sondern weil es schlicht nicht meine Geschichte war. Und manchmal ist genau das der ehrlichste Grund.