Die Frau und das Meer
Jenseits der WintersonneAn diesem qualitativen Hardcover-Buch, mit dem wunderschönen Cover-Motiv und dem neugierig machendem Titel konnte ich nicht vorbeigehen, ohne es gelesen zu haben. So bin ich gerne der Autorin "Veronica ...
An diesem qualitativen Hardcover-Buch, mit dem wunderschönen Cover-Motiv und dem neugierig machendem Titel konnte ich nicht vorbeigehen, ohne es gelesen zu haben. So bin ich gerne der Autorin "Veronica Skotnes" gefolgt und habe mich durch sie durch das Buch führen lassen. Schnell fand ich mich in einer sehr interessanten Erzählung wieder, in der sie über ihr Leben auf einem alten Segelboot und ihren Reisen im Nordmeer berichtet.
Ich habe viel Wissenswertes über das Polarmeer, über die Mitternachtssonne, über launische Stürme und über Begegnungen mit einheimischen Bewohnern der Inseln erfahren. Kaum zu glauben, dass die junge Seglerin nun schon drei Jahre alleine auf ihrem Segler lebt, und entlang der Finnmarksküste segelt. Sie berichtet ausführlich über ihre Erlebnisse und lässt Flora und Fauna nicht außen vor. Sie lebt im Einklang mit Wind und Wetter. Wir erleben mit ihr Frühling, Sommer, Herbst und Winter auf dem Boot oder an Land.
Veronica Skotnes trifft Menschen, die ihr von Sagen und Mythen genauso berichten, wie von der schwierigen Lokalgeschichte. Skotnes verschließt die Augen nicht vor der Meeresverschmutzung und der Existenznot vieler der dort noch lebenden Bewohnern.
Ich habe gerne dieses Buch gelesen, welches mich nun nachdenklich zurück lässt. Es ist nicht leicht in der rauen Gegend zu leben, und es ist nicht leicht alleine auf einem Segelboot zu leben, um diese Region zu bereisen. Es erfordert großen Mut und Durchhaltevermögen. Beides hat Skotnes reichlich, und sie beweist es täglich.
Im Buch befinden sich einige Illustrationen/ Zeichnungen, dennoch habe ich aktuelle Fotos, die passend den Text ergänzt hätten, sehr vermisst. Ebenso stelle ich mir unter anderem die Frage, wie diese außergewöhnliche Frau ihr Leben und die Reisen finanziert. Alleine vom Verkauf ihrer selbstgestrickten Norwegerpullover, wie im Klappentext kurz erwähnt ist, ist das Leben wohl nicht zu meistern.
Diese Geschichte ist interessant zu lesen, aber für eine rundum schlüssige Erzählung bleiben für mich einige Fragen offen. Etwas weniger Längen zwischendurch, dafür mehr Persönliches von Veronica Skotnes , und die Geschichte hätte mich vollumfänglich begeistert. Dazu noch Fotos, die den Text passend ergänzt und aufgelockert hätten, ein Nachwort mit möglichem Ausblick auf die weitere Zukunft der Seglerin, und aus diesem Buch wäre ein brillantes Schmuckstück geworden.