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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Endlich wieder ein Lesehighlight

Mont Lacroix (Band 1) - Longing for Lelibeth
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Diese Geschichte lebt von den Gegensätzen ihrer beiden Hauptfiguren, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Lelibeth strahlt Zielstrebigkeit, Selbstbewusstsein und innere Stabilität ...

Diese Geschichte lebt von den Gegensätzen ihrer beiden Hauptfiguren, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Lelibeth strahlt Zielstrebigkeit, Selbstbewusstsein und innere Stabilität aus – sie weiß, was sie will, und besitzt das sichere Fundament einer liebevollen Familie. Noah hingegen wirkt zunächst rastlos, unsicher und von einer inneren Leere geprägt, die ihn auf eine Suche schickt, deren Ziel selbst ihm nicht immer klar ist. Gerade diese Gegensätze machen das Aufeinandertreffen der beiden so spannend: Wo Lelibeth fest in ihrer Welt verankert ist, wirkt Noah wie jemand, der sich durch das Leben treiben lässt, bis er endlich einen Ort findet, an dem er Halt und Zugehörigkeit spürt.
Die Erzählung ist gleichermaßen emotional wie atmosphärisch dicht. Szenen der Wärme und Nähe stehen im Kontrast zu Momenten von Unsicherheit, Druck und Konflikt. Besonders deutlich wird, wie facettenreich die Figuren gezeichnet sind: Ihre inneren Kämpfe, Zweifel und Sehnsüchte werden so greifbar, dass man als Leserin förmlich spürt, wie intensiv die Emotionen in ihnen aufsteigen. Die Geschichte zeigt, wie Mut, Selbstbehauptung und die Unterstützung von Menschen, die einem nahestehen, selbst in schwierigen Situationen Hoffnung und Stärke schenken können.
Ein besonders reizvoller Aspekt ist die Art und Weise, wie zwischen Lelibeth und Noah ein lebendiges Knistern entsteht. Ihre Schlagabtausche sind witzig, feurig und voller ungesagter Spannung. Sie bringen Tempo und Lebendigkeit in die Handlung, gleichzeitig aber auch Tiefe und Intimität. Die Gegensätze der Figuren spiegeln sich hier emotional wider. Lelibeth findet in Noah Momente des Loslassens und der Ruhe, die sie sonst kaum kennt, während Noah in ihrer Nähe Halt und Klarheit entdeckt. Dieses Spiel aus Nähe, Spannung und gegenseitiger Wirkung der beiden macht ihre Beziehung besonders und glaubhaft.
Die Geschichte überzeugt zudem durch die feine Balance zwischen innerer Entwicklung, persönlichen Entscheidungen und subtiler Spannung. Geheimnisse und Konflikte erzeugen Neugier und fesseln den Leser, ohne dass die Handlung laut oder überdramatisiert wirkt. Stattdessen steht die menschliche Erfahrung im Vordergrund. Der Mut, für sich selbst einzustehen, die Angst vor Verlust, das Ringen mit eigenen Gefühlen und der langsame, oft schwierige Weg zur Selbstfindung.
Ein weiteres Highlight der Geschichte ist das historische Gebäude, in dem ein großer Teil der Handlung stattfindet. Es verleiht der Erzählung einen märchenhaften Charme und schafft ein Setting, das zugleich vertraut und zauberhaft wirkt. Alte Mauern, versteckte Winkel und kleine Details lassen eine Welt entstehen, in der man sich sofort verlieren möchte. Ein Ort, der gleichzeitig Geborgenheit, Geheimnis und Inspiration ausstrahlt. Besonders schön ist, dass auch die Nebencharaktere hier viel Raum bekommen. Sie sind herzlich, individuell und liebevoll ausgearbeitet, keine blassen Randfiguren, sondern echte Persönlichkeiten, die die Geschichte bereichern, zum Leben erwecken und die Atmosphäre des Hauses zusätzlich intensivieren. Ihre kleinen Eigenheiten, warmherzigen Gesten und witzigen Momente tragen dazu bei, dass das Setting sich wie ein lebendiger, fast greifbarer Ort anfühlt, in dem man gerne verweilen möchte.
Insgesamt ist es eine tiefgehende, emotionale Geschichte, die sowohl Herz als auch Kopf anspricht. Sie handelt von Selbstfindung, persönlichen Grenzen, der Kraft von Beziehungen und dem Mut, sich gegen äußere Erwartungen zu behaupten. All das ist eingebettet in ein Setting, das sowohl Wärme als auch realistische Herausforderungen bietet. Die Figuren wirken lebendig, ihre Entwicklungen nachvollziehbar, und die Erzählung schafft es, sowohl humorvolle als auch nachdenkliche Momente stimmig miteinander zu verbinden.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Spaß für Groß und Klein

Henri-Jette-Sausebahn
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Ich habe Henri-Jette-Sausebahn meiner Nichte vorgelesen, und wir beide waren sofort drin. Die Illustrationen sind bunt, freundlich und voller Leben, gleichzeitig mit diesem nostalgischen Charme, der an ...

Ich habe Henri-Jette-Sausebahn meiner Nichte vorgelesen, und wir beide waren sofort drin. Die Illustrationen sind bunt, freundlich und voller Leben, gleichzeitig mit diesem nostalgischen Charme, der an klassische Bahnabenteuer erinnert. Henri und Jette wirken richtig quirlig, man spürt förmlich, wie sie durch die Welt sausen.

Die Geschichte mit ihren Reimen ist lebendig und macht richtig Spaß beim Vorlesen. Besonders schön war zu sehen, wie meine Nichte bei den Abenteuern der Bahnen mitfieberte, lachte und die kleinen Details in den Bildern entdeckte. Für Kinder ab etwa vier Jahren ist das Buch perfekt: es vermittelt Freude, Bewegung und Freundschaft auf eine warmherzige und zugängliche Weise. Beim Vorlesen hat es richtig viel Spaß gemacht, und ich kann mir gut vorstellen, dass es auch beim zweiten oder dritten Mal genauso fesselnd bleibt.

Henri-Jette-Sausebahn ist lebendig, charmant und kindgerecht, ein Vorlesevergnügen mit Herz und Humor. Absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Mitgefühl und Selbstverständnis

Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank
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Dieses Buch hat mich leise, aber nachhaltig getroffen. Auf den ersten Blick wirkt die Idee mit den Schuhen im Kühlschrank fast verspielt, vielleicht sogar ein wenig komisch. Doch sehr schnell wird klar, ...

Dieses Buch hat mich leise, aber nachhaltig getroffen. Auf den ersten Blick wirkt die Idee mit den Schuhen im Kühlschrank fast verspielt, vielleicht sogar ein wenig komisch. Doch sehr schnell wird klar, dass hinter diesen Momenten etwas viel Größeres steckt. Opa Bär verliert nicht nur Dinge, sondern Orientierung, Sicherheit und ein Stück Selbstverständnis. Genau das macht die Geschichte so ehrlich.

Besonders gelungen finde ich, dass Demenz nicht erklärt oder benannt werden muss, um verstanden zu werden. Kinder erleben gemeinsam mit Benny, wie verwirrend und manchmal auch frustrierend der Umgang mit Opa Bär sein kann. Gleichzeitig wird gezeigt, wie verletzend ständiges Korrigieren sein kann, selbst wenn es gut gemeint ist. Diese Perspektive des Opas, der merkt, dass etwas nicht stimmt, es aber nicht greifen oder ändern kann, hat mich sehr berührt.

Die Geschichte nimmt Kinder ernst. Sie beschönigt nichts, überfordert aber auch nicht. Stattdessen schafft sie Raum für Fragen, für Gespräche und für Mitgefühl. Opa Bär wird nicht auf seine Krankheit reduziert, sondern bleibt eine liebenswerte, eigenständige Figur, mit der man lachen und mitfühlen kann.

Die Illustrationen tragen viel dazu bei. Sie sind warm, leicht schaurig-melancholisch und fangen Stimmungen ein, ohne sie zu erklären. Gerade die kleinen Details machen vieles greifbar, was Worte allein schwer ausdrücken könnten.

Für mich ist dieses Buch ein stiller, wichtiger Begleiter für Familien, in denen Demenz eine Rolle spielt oder spielen könnte. Es hilft, Verständnis zu entwickeln, ohne belehrend zu sein, und zeigt, dass Nähe und Geduld oft wichtiger sind als das richtige Wort zur richtigen Zeit.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Ich habs genossen

The Jewel Secrets (1). Um dieses Spiel zu gewinnen, musst du dich in deinen größten Feind verlieben
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Ich hatte schon nach wenigen Seiten das Gefühl, dass dieses Spiel keine Regeln kennt, denen man wirklich trauen kann. Alles wirkt kontrolliert, geplant und gleichzeitig gefährlich unberechenbar. Genau ...

Ich hatte schon nach wenigen Seiten das Gefühl, dass dieses Spiel keine Regeln kennt, denen man wirklich trauen kann. Alles wirkt kontrolliert, geplant und gleichzeitig gefährlich unberechenbar. Genau diese Stimmung hat mich von Anfang an in die Geschichte gezogen und nicht mehr losgelassen.
Die abgeschiedene Kulisse, das alte Schloss und das Erbschaftsspiel schaffen eine dichte Atmosphäre, in der Misstrauen fast greifbar wird. Man spürt ständig, dass hinter jedem Blick und jeder Entscheidung mehr steckt, als offen gezeigt wird. Die Rätsel und Aufgaben sind klug eingebaut und sorgen dafür, dass man als Leser permanent mitdenkt und versucht, den nächsten Schritt vorauszuahnen.
Darcy ist eine Figur, die sich leise entwickelt. Sie wirkt zunächst vorsichtig und beobachtend, doch mit jeder neuen Situation wächst ihr Mut. Ihre Gedanken und Zweifel sind nachvollziehbar und machen sie sehr nahbar. Besonders gefallen hat mir, dass sie nicht einfach alles hinnimmt, sondern beginnt, sich selbst und ihre Rolle in diesem Spiel zu hinterfragen.
Dorian bleibt lange schwer greifbar. Seine Art ist kühl, manchmal provokant, oft widersprüchlich. Genau das macht die Begegnungen zwischen ihm und Darcy so spannend. Zwischen den beiden liegt eine permanente Spannung, die weniger von großen Gesten lebt, sondern von Blicken, unausgesprochenen Gedanken und Momenten, in denen Nähe fast widerwillig zugelassen wird. Die romantische Entwicklung fühlt sich dadurch langsam, aber glaubwürdig an.
Was mich wirklich überzeugt hat, ist das Zusammenspiel aus emotionaler Nähe und latenter Bedrohung. Die Geschichte gibt einem nie das Gefühl von Sicherheit. Selbst in ruhigeren Momenten schwingt immer mit, dass dieses Spiel einen hohen Preis hat und dass nicht jeder bereit ist, ihn ehrlich zu zahlen.
Am Ende bleibt ein verwirrendes Gefühl von Unruhe und Neugier. Viele Fragen sind offen, vieles wirkt noch nicht abgeschlossen. Für mich ein starker Auftakt, der weniger durch laute Effekte überzeugt, sondern durch Atmosphäre, Spannung und Figuren, die man weiter begleiten möchte.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Gefühle und Spaß

Rival Darling
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Schon nach den ersten Seiten war klar, dass ich dieses Buch nicht so schnell wieder aus der Hand legen werde. Der Schreibstil ist so angenehm, flüssig und bildhaft, dass man sich ihm kaum entziehen kann. ...

Schon nach den ersten Seiten war klar, dass ich dieses Buch nicht so schnell wieder aus der Hand legen werde. Der Schreibstil ist so angenehm, flüssig und bildhaft, dass man sich ihm kaum entziehen kann. Ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen und habe völlig die Zeit vergessen. Was mich total gefreut hat, weil ich das bei wenig Büchern in der letzten Zeit hatte.
Violet hat mich von Anfang an abgeholt. Sie wirkt lebendig, manchmal impulsiv und ein wenig chaotisch, aber genau das macht sie für mich wirklich lebendig und auch greifbar. Ihre Emotionen fühlen sich echt an, besonders ihre Wut war für mich sehr nachvollziehbar. Auch die Beziehung zu ihrer Mutter hat sofort meine Neugier geweckt. Zwischen den beiden liegt eine spürbare Distanz, die Violet jedoch kaum mit Groll füllt, was ihre Figur nur noch interessanter macht. Man merkt schnell, dass hier vieles unausgesprochen ist und irgendwann an die Oberfläche kommen wird.
Reed war für mich auch sofort ein Highlight: Hello BookBoyfriend! Schon bei seinem ersten Auftreten hat er mich überzeugt. Nach außen wirkt er ruhig, grummelig und durch Gerüchte geprägt, doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine enorme Aufmerksamkeit und Sensibilität. Kleine Gesten und beiläufige Details zeigen, wie sehr er Violet wahrnimmt, das hat mich sehr berührt. Die Dynamik zwischen den beiden ist lebendig, unterhaltsam und von einer starken Chemie geprägt. Die Gefühle entwickeln sich stellenweise sehr schnell, fast ein wenig zu schnell, fühlen sich dabei aber trotzdem ehrlich und intensiv an.
Besonders viel Wärme bringt Reeds Familie in die Geschichte. Seine Brüder habe ich auch sofort ins Herz geschlossen. Der ruhige Grayson bildet einen schönen Kontrast zu Parker, der mit seinem Humor viele Szenen auflockert. Ihr Zusammenhalt ist spürbar und verleiht der Geschichte eine emotionale Tiefe, die mich zusätzlich berührt hat. So Familien-Dynamiken gefallen mir einfach richtig gut. Auch der Vater wirkt mit seinen Eigenheiten überraschend herzlich. Umso schwerer wiegt die Ablehnung, die ihnen in der Stadt entgegenschlägt. Sie fühlt sich größtenteils ungerecht an, auch wenn man ahnt, dass die Vergangenheit nicht ganz so einfach ist.
Ein weiteres starkes Element ist die Dual-POV. Sie erlaubt einen sehr intensiven Einblick in die Gedanken und Gefühle beider Figuren und sorgt dafür, dass man ständig mit ihnen mitfiebert. Gerade dieses ständige Aneinander vorbeireden, das Wissen um die Gefühle des jeweils anderen und das gleichzeitige Schweigen machen die Geschichte emotional, nervenaufreibend und erstaunlich echt.
Neben den Hauptfiguren haben mich auch viele Nebencharaktere überzeugt. Sie bringen Wärme, Humor und Tiefe in die Handlung und lassen die Geschichte lebendig wirken. Besonders schön fand ich die liebevollen Details wie die kleinen Symbole zu Beginn der Kapitel sowie die winterliche Atmosphäre, die perfekt zur Stimmung passt. Das Schulsetting fühlt sich für mich manchmal etwas fremd an, nimmt der Geschichte aber nichts von ihrer Wirkung.
Auch wenn ich stellenweise eine Ahnung hatte, wohin sich die Handlung entwickeln könnte, war das für mich völlig nebensächlich. Viel wichtiger war der Weg dorthin und der hat mich emotional vollkommen abgeholt und mitgenommen. Zugehörigkeit, Rivalität, Hoffnung und so viel potenzielles Glück liegen hier ganz nah beieinander, und genau das macht diese Geschichte so intensiv.
Insgesamt ist dieses Buch emotional, ehrlich und voller Wärme. Ich habe mich tief in der Gefühlswelt verloren und wollte sie am liebsten gar nicht mehr verlassen. Ich freue mich sehr auf die weiteren Teile und darauf, die Figuren weiter begleiten zu können. Normalerweise bin ich ein Fan von Reihen mit den gleichen Protas, aber hier kann ich die Welten der anderen Charaktere kaum erwarten.

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