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Veröffentlicht am 14.02.2026

Das Buch fesselte mich von der ersten bis zur letzten Seite

Die Witwe
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DS Washington Poe steht mal wieder vor Gericht. Nein, nicht als Zeuge, sondern als Angeklagter. Die Verhandlung steht kurz vor dem Abschluss, also der Urteilsverkündung. Plötzlich stürmen zwei Männer zum ...

DS Washington Poe steht mal wieder vor Gericht. Nein, nicht als Zeuge, sondern als Angeklagter. Die Verhandlung steht kurz vor dem Abschluss, also der Urteilsverkündung. Plötzlich stürmen zwei Männer zum Richtertisch und reden mit dem Richter. Der vertagt die Verhandlung und Poe muss gemeinsam mit den beiden Männern den Saal verlassen. Er soll einen Mord aufklären. Wobei ihm absolut nicht klar ist, warum er damit behelligt wird. Für ihn ist es eindeutig eine Tat im Milieu von Prostituierten und ihren Kunden.

"Die Witwe" ist also der vierte Band einer Reihe, in der Poe und Bradshaw die Hauptrolle übernommen haben. Washington Poe gefiel mir sehr gut. Er schert sich nicht um Vorschriften und hat eine gute Spürnase. Und seine Partnerin Bradshaw ist phänomenal. Das Buch hielt mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem. So viele falsche Fährten und Wendungen wurden geschickt platziert. Dass der Autor in der britischen Armee diente, merkt der Leser recht schnell. So fachkundig erklärt er sämtliche Zusammenhänge, die mit Soldaten und deren Aufgaben zu tun haben.

Es war mein erstes Buch um Washington Poe. Dass ich auch ohne Vorkenntnisse direkt in die Story eintauchen konnte liegt daran, dass die vorherigen Bücher nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall stehen. Bis auf einige Episoden aus dem privaten Umfeld. Trotzdem, auch wer mit diesem Band sowohl Autor als auch Ermittler kennenlernen möchte, kann der Handlung problemlos folgen.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Tauben flüstern mit ihren Flügeln

Der letzte Sommer der Tauben
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Es war der Tag, an dem das Feuer alle unislamischen Farben und Formen verschlingen sollte. Die Tauben flüchteten vor den lauten Tönen, welche die Rotoren der Flugzeuge verursachten. Sie flogen über das ...

Es war der Tag, an dem das Feuer alle unislamischen Farben und Formen verschlingen sollte. Die Tauben flüchteten vor den lauten Tönen, welche die Rotoren der Flugzeuge verursachten. Sie flogen über das Dach von Noah und seinen Eltern. Und nicht nur die Vögel hatten Angst. Auch Noah. Was wird nun aus ihrem Leben, ihrer Freiheit? Kehrt Bagdad wieder ins Kalifat zurück? Noahs Vater verkaufte bisher bunte Kleider und Wäsche. Die muss er komplett ausräumen und alle Kartons, welche die Gesichter oder gar Körperteilen von Frauen zeigen, übermalen. Nur noch Niqabs darf er künftig verkaufen. Alle anderen Waren bringt Noah zum Marktplatz. Hier wird eine riesiges Feuer entfacht und alles verbrannt.

Handys und unliebsame Bücher oder Alkohol sowie Zigaretten, nichts ist mehr erlaubt. Die Religionspolizei hat alle Macht und ihre Augen wachen über die verängstigten Menschen. Wer sich wehrt, wird zu Tode gesteinigt oder erschossen. Noahs Mutter und die schwangere Schwester dürfen nicht mehr ohne Begleitung das Haus verlassen. Es ist eine Situation, die wir uns hier in Deutschland gar nicht vorstellen können.

Welch ein berührendes Buch. Abbas Khider schreibt so einfühlsam und doch so klar, dass ich sein Werk kaum aus der Hand legen konnte. Obwohl das Thema traurig und von Verlusten geprägt ist. Sein feiner Humor schaffte es immer wieder, dass ich schmunzeln musste. Ja, und spannend ist der Roman auch. Besonders diese Empathie für seine Tauben, brachten mir den Jungen Noah besonders nah. Das Lesen des Buches ist ein Muss für alle, die hochwertige Literatur mögen.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Welch wunderschönes Buch, ich bin begeistert

Mathilde und Marie
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Es ist kein Ereignis, das sich lauthals ankündigte und in aller Munde war. Und trotzdem bewirkte der Einzug Maries in das Dorf Redu sehr viel. Dabei wusste sie gar nicht, dass sie hierher geraten würde. ...

Es ist kein Ereignis, das sich lauthals ankündigte und in aller Munde war. Und trotzdem bewirkte der Einzug Maries in das Dorf Redu sehr viel. Dabei wusste sie gar nicht, dass sie hierher geraten würde. Nur der Wunsch, das hektische und laute Paris zu verlassen, brachte sie zum Einsteigen in einen Zug. Ziel unbekannt. Warum sie dann ausgerechnet in dem verschlafenen Örtchen Redu landete? Das lag an der jungen Frau, die sie während der Fahrt kennenlernte. Die ist Isländerin und überredet sie nachdrücklich, doch mit nach Redu zu kommen. Einem Bücherdorf in den belgischen Ardennen.

Marie ist Hektik gewohnt und lebt eigentlich nur für ihre Arbeit. In Redu laufen die Uhren anders. Kein Smartphone, kein Fernsehen, kein Internet sondern nur Natur. Wie gut das tut, merkt Marie sehr schnell. Die Spaziergänge in der Natur geben ihr Kraft. Sie genießt den Geruch des Waldes und den Gesang der Vögel. Und hat zudem eine treue Begleiterin namens Anneliese. Nein, das ist keine Frau. Es handelt sich dabei um eine Labradorhündin, die Marie seit dem ersten Zusammentreffen abgöttisch liebt.

Ein wunderschöner, ruhiger Roman. Er zeigt deutlich, wie die Liebe zu Büchern verbinden kann. Redu ist kein Fantasiegebilde des Autors. Kenner bezeichnen es als eines der schönsten Dörfer in der Wallonie. Seit 1984 trägt es den Namen „Bücherdorf“. Warum Marie sich hier so wohl fühlt und wie es zu der Freundschaft mit Mathilde kam, das wird hier nicht verraten. Dass die Liebe zu Büchern dabei eine Rolle spielt, versteht sich wohl von selbst. Die Sprecherin Sabine Arnhold trug mit dazu bei, dass ich völlig in die Geschichte um Marie und Mathilde eintauchen konnte.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Eine starke Frau entkommt dem Tod durch die Gaskammer

Unter einem fremden Stern
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Schon der erste Blick auf das Cover ließ mich innehalten. Zu sehen ist eine junge Frau, die traurig zur Seite blickt. "Unter einem fremden Stern" ist ein autobiographischer Roman von der Autorin Lotte ...

Schon der erste Blick auf das Cover ließ mich innehalten. Zu sehen ist eine junge Frau, die traurig zur Seite blickt. "Unter einem fremden Stern" ist ein autobiographischer Roman von der Autorin Lotte Paepcke. Sie berichtet von ihrer Hochzeit mit ihrer großen Liebe Ernst. Er war Arier und sie Jüdin. Die Nationalsozialisten nannten es „Mischehe“. Zunächst wurde Lotte geschützt. Sie durfte mit ihrem Ehemann in Leipzig wohnen und selbst der gemeinsame Sohn Peter lebte bei ihnen. Doch bald fingen die Schikanen an und Lotte wurde als Jüdin erkannt und gedemütigt.

Lotte war eine intelligente Frau und stammte aus einem wohlhabendem Haus. Und trotzdem fiel es ihr leicht, sich unterzuordnen. Niemals auffallen und keineswegs die Stimme erheben, das konnte sie. Aber ihre Bemühungen verschonten sie nicht. Sie musste immer wieder vor den Handlangern der Nationalsozialisten fliehen. Nicht nur ihre Freundin kam im KZ ums Leben. Auch ihre Eltern und ihre stolze Großmutter wurden im Viehwaggon nach Auschwitz transportiert.

Das Buch hat mich berührt und auch die Kommentare von Tochter und Enkelin. Es brauchte einige Seiten, bis ich mich an den Stil gewöhnte. Heute wird völlig anders geschrieben und ich frage mich warum. Immer wieder musste ich das Lesen unterbrechen, da ich die Grausamkeit der Menschen damals nicht ertrug. Wie gut, dass die Autorin überlebte und nach dem Krieg ein fast normales Leben führen konnte. Sie lernte zum Glück Menschen kennen, die nicht den Nationalsozialisten hörig waren. Nein, sie halfen den Verfolgten und sorgten dafür, dass sie weiter leben konnten.

Auch wenn es viel mehr zu berichten gäbe. Ich möchte keineswegs dazu beitragen, dass dieses wertvolle Buch nicht gekauft wird. Es gibt leider immer weniger Zeitzeugen und nur ihre Aufzeichnungen tragen dazu dabei, dass die Taten der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Spannend bis zum Schluss

Abgrund
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Er ist betrunken und kann seine Umgebung nicht mehr so richtig wahrnehmen. Was will dieser Mensch von ihm? Er liegt auf der Rückbank des Autos von diesem Typen. Ihm ist schlecht. Dann hält das Fahrzeug ...

Er ist betrunken und kann seine Umgebung nicht mehr so richtig wahrnehmen. Was will dieser Mensch von ihm? Er liegt auf der Rückbank des Autos von diesem Typen. Ihm ist schlecht. Dann hält das Fahrzeug und er wird nach draußen gezogen. Die frische Luft tut gut. Den Schmerz in seiner Brust nimmt er zunächst nicht wahr und auch der Sturz in den Tod ist für ihn nicht real. Huldar und Team werden an den Tatort gerufen und sind sich sofort sicher, dass es sich hier um einen komplizierten Fall handelt.

Nachdem der Tote, ein reicher Investor, identifiziert wurde, wollen die Beamten seine Wohnung aufsuchen. Sie hoffen, dass sie hier eine Spur finden, die zum Mörder führt. Was sie entdecken, das ist ein völlig verstörter kleiner Junge. 4 Jahre alt. Was haben diese beiden Fakten gemeinsam? Zunächst einmal gar nichts. Aber Huldar wäre nicht Huldar, wenn ihm sein Bauchgefühl sofort etwas Anderes sagt.

Das Buch gefiel mir sehr gut. Spannend vom Anfang bis zum Schluss und keinerlei Längen. So liebe ich Thriller. Huldar glänzt mal wieder mit seinem Spürsinn und die Chefin mit ihrem kleinkarierten Denken. Einfach nur perfekt.

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