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Veröffentlicht am 05.03.2026

Der Preis der Schönheit

Rouge
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Ich bin 35 und hasse es älter zu werden. Ich versuche meine Jugendlichkeit so gut es geht zu erhalten. Ich benutze teure Drogerieprodukte und lasse, wenn es der Geldbeutel zulässt, ein paar mal im Jahr ...

Ich bin 35 und hasse es älter zu werden. Ich versuche meine Jugendlichkeit so gut es geht zu erhalten. Ich benutze teure Drogerieprodukte und lasse, wenn es der Geldbeutel zulässt, ein paar mal im Jahr Behandlungen bei meiner Hautärztin durchführen. Trotzdem bin ich nie zufrieden, trotzdem ist mein Profilbild bearbeitet. Wir leben in einer Welt, in der der Schönheitsdruck so enorm ist, dass man kaum mithalten kann.

Ihr seht schon, dieser Roman ist genau mein Thema. Denn hier geht es genau darum. Schönheit, Gesichtspflege, für immer jung sein. Doch was ist der Preis dafür?

Auch wenn Mirabelle und ihre Mutter Noelle stets ein gespanntes Verhältnis zueinander hatten, eine Gemeinsamkeit gab es immer: Schönheitspflege. Während Mirabelle wie eine Süchtige Videos von einem Beautyguru konsumiert, setzt ihre Mutter auf eine radikalere Methode. Eine, die sie letztlich das Leben kostete? Als Mirabelle zur Beerdigung anreist, begibt sie sich selbst auf den gefährlichen Pfad zur Perfektion.

„Bunny“ hatte mich ja gar nicht überzeugt und auch 𝐑𝐨𝐮𝐠𝐞 erinnert stellenweise etwas an den Vorgänger. Da gibt es Abschnitte, die sich einfach wie schräge Traumsequenzen lesen. Dieses mal hat es mich aber nicht so abgeschreckt, wohl weil mich das Thema einfach so interessiert hat.

Ich bin gerade dabei meine Pflegeroutine umzustellen und habe mir gedanklich immer wieder Notizen gemacht, wenn Belle ihre aufgezählt hat. Dabei stellt der Roman den Beautywahn durchaus kritisch dar, vor allem in Form einer Sekte, der sich Noelle verschrieben hatte.

Immer wenn es um diese Sekte, einer Art Spa, geht, driftet der Roman in diese erwähnten traumartigen Sequenzen ab. Ich denke da kann man viel hineininterpretieren und ich selber bin auch noch nicht ganz schlau daraus geworden.
Diese Sekte gibt es im Roman wirklich, sie ist nicht nur ein Hirngespinst. Ich konnte am Ende aber nicht sagen, ob das Geschehen Produkt eines Drogenrausches oder doch ein Fantasyelement in einem Roman war, den ich eigentlich nicht diesem Genre zuordnen würde.

Aber in „Rouge“ geht es nicht nur um Beautywahn, sondern auch um die mitunter schwierige Beziehung von Mutter und Tochter. Diese große Liebe und manchmal auch dieser Hass. Diese ganz besondere Verbindung. Daher hat mich auch das Ende tief bewegt.

Was ist die Moral von der Geschichte? Man kann es sich ja schon denken. Ich kann jetzt aber nicht sagen, dass ich geheilt bin von meinem Streben nach der besten Version von mir selbst. Ich würde aber auch nicht zum Äußersten gehen, wie die Figuren in diesem Buch.

Eine Art Running Gag war das wiederholte Auftauchen von Tom Cruise. Diese Gestalt nennt sich selbst allerdings Seth, was bestimmt auf die ägyptische Gottheit bezogen ist. Ich musste da immer schmunzeln, denn wir wissen ja...Tom Cruise...Sekte…

Auch wenn mir auch dieser Roman von Mona Awad stellenweise wieder zu abgedreht war, mochte ich ihn sehr viel lieber als „Bunny“. Es ist einer der wenigen Romane, wo mir am Ende die Tränen gekommen sind und das ist mir immer ein großes Plus wert.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Leichter Grusel für Einsteiger

Der Fluch von Carrow House
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Ich habe schon die meisten Spukhaus-Romane von Darcy Coates gelesen, aber ihr erster fehlte mir noch. 𝐃𝐞𝐫 𝐅𝐥𝐮𝐜𝐡 𝐯𝐨𝐧 𝐂𝐚𝐫𝐫𝐨𝐰 𝐇𝐨𝐮𝐬𝐞.

Auf Carrow House, einem entlegenen Herrenhaus, umgeben von Wasser und ...

Ich habe schon die meisten Spukhaus-Romane von Darcy Coates gelesen, aber ihr erster fehlte mir noch. 𝐃𝐞𝐫 𝐅𝐥𝐮𝐜𝐡 𝐯𝐨𝐧 𝐂𝐚𝐫𝐫𝐨𝐰 𝐇𝐨𝐮𝐬𝐞.

Auf Carrow House, einem entlegenen Herrenhaus, umgeben von Wasser und Felsen, arbeitet Remy als Fremdenführerin. Zahlreiche Touristen lassen sich nur allzu gerne durch die geschichtsträchtigen Räume geleiten, die Zeuge von grauenhaften Morden wurden.
Als Remy das Angebot bekommt, Teil einer Forschungsgruppe zu werden, welche die parapsychologischen Phänomene im Haus untersuchen will, zögert sie zunächst. Schließlich willigt sie ein und erlebt bald einen nie gekannten Horror.

Dieser Roman hat die beste Bewertung all ihrer Spukhaus-Romane und ich stimme zu, auch mir hat er besser gefallen als die anderen. Fand ich ihn gruselig?

Hm...es gab Situationen, z.B. als Remy nach ihrer Führung ganz allein das Haus abgeht. Die Vorstellung das machen zu müssen fand ich schon sehr gruselig. Auch all die anderen Horror-Szenarien fand ich sehr gelungen. Eine gute Mischung aus sämtlichen Filmklassikern, aber daher eben auch nichts neues für mich. Ich konnte den Roman also locker vor dem Einschlafen lesen.

Auch wenn ich es immer begrüßt habe, dass in Coates Romanen am Ende alles gut geht, hat es mich hier etwas genervt. Ich war positiv überrascht, dass die Autorin an vielen Stellen nicht zimperlich ist. Am Ende hat sie das aber alles revidiert und die Prise Romantik war für mich auch völlig Fehl am Platz.

Ich fand den Roman sehr unterhaltsam und toll aufgebaut. Nur das Ende war mir zu viel Happy End und der Grusel, naja...da bin ich nicht mehr böse, wenn es mich an der Stelle nicht überzeugt. Ich habe einfach schon zu viel aus dem Genre gelesen und gesehen.

Für Leser, die sich dem Thema Horror erst einmal annähern wollen, sind diese Romane aber der perfekte Einstieg.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Ein fast viktorianischer Winter

Schaurige Nächte
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Mein Super-Schnäppchen für 4,99 €! Ich hatte sowieso vor mir alle Teile dieser Reihe zuzulegen und auch wenn mir noch einer fehlt, bin ich mit diesem dem Ziel etwas näher gekommen.
Auch dieses mal haben ...

Mein Super-Schnäppchen für 4,99 €! Ich hatte sowieso vor mir alle Teile dieser Reihe zuzulegen und auch wenn mir noch einer fehlt, bin ich mit diesem dem Ziel etwas näher gekommen.
Auch dieses mal haben wir wieder 8 Kurzgeschichten bekannter Autoren, passend zur Winterzeit. Und da wir momentan einen waschechten, verschneiten Winter erleben, war das Büchlein geradezu perfekt für kalte Abende in einer gut geheizten Wohnung.

Einige Autoren waren mir wohlbekannt und auf die war ich ganz besonders gespannt. Hier eine Kurzfassung mit Bewertung:


𝐄𝐢𝐧𝐞 𝐒𝐭𝐮𝐝𝐢𝐞 𝐢𝐧 𝐒𝐜𝐡𝐰𝐚𝐫𝐳𝐰𝐞𝐢ß, Bridget Collins
Schach-Ass mietet Traumhaus inkl. aufdringlichen Gegner aus der Zwischenwelt.

Ein guter Start mit eingeschneitem Spukhaus als Setting.

4/5


𝐓𝐡𝐰𝐚𝐢𝐭𝐞𝐬 𝐌𝐢𝐞𝐭𝐞𝐫, Imogen Hermes Gowar
Guter Geist verhilft alleinerziehender Mutter zu Neuanfang.

Fand ich gar nicht winterlich, weil es die ganze Zeit regnet. Aber vielleicht war hier der australische Winter gemeint? Auch hier haben wir ein Spukhaus und diesmal einen glücklichen Ausgang.

4/5


𝐃𝐢𝐞 𝐀𝐚𝐥-𝐒ä𝐧𝐠𝐞𝐫, Natasha Pulley
Der Uhrmacher aus der Filigree Street feiert schaurige Weihnachten in einem spukenden Dorf.

Wer den Roman von Pulley mochte, wird sich hier auf ein Wiedersehen freuen. Ich war kein Fan von dem Roman, deswegen konnte mich auch diese Geschichte nicht überzeugen.

2/5


𝐋𝐢𝐥𝐲 𝐖𝐢𝐥𝐭, Jess Kidd
Lasterhafter Geist einer jungen Lady will zurück ins Leben.

Diese Geschichte fand ich fast schon ein bisschen witzig. Ein Möchtegern Frankenstein verliert die Nerven und hinterlässt einen enttäuschten Geist.

5/5


𝐂𝐡𝐢𝐥𝐥𝐢𝐧𝐠𝐡𝐚𝐦𝐬 𝐑𝐨𝐥𝐥𝐬𝐭𝐮𝐡𝐥, Laura Purcell
Beinahe-Schwiegerpapa gibt Warnungen aus dem Jenseits.

Über neues von Laura Purcell freue ich mich ja immer und auch wenn der Ausgang der Geschichte ungewiss bleibt, habe ich jede Seite mit Vergnügen gelesen.

5/5


𝐃𝐚𝐬 𝐇ä𝐧𝐠𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐬 𝐆𝐫ü𝐧, Andrew Michael Hurley
Zeitreise ins tragische Leben und Ableben eines ruhelosen Geists.

Die Einzige Geschichte, die eindeutig in der Neuzeit spielt. Sehr niederschmetternd und morbide. Trotzdem gut und wie etwas, das man irgendwo schon einmal gesehen hat…

5/5


𝐆𝐞𝐟𝐚𝐧𝐠𝐞𝐧, Kiran Millwood Hargrave
Hexe bedroht frischgebackene Mutter und ihr Neugeborenes.

Hexengeschichten haben ja einen ganz eigenen Horror und auch wenn die Hexe vermutlich nicht real ist, bangt man die ganze Zeit darum, dass niemand zu Schaden kommt.

5/5


𝐔𝐧𝐠𝐞𝐡𝐞𝐮𝐞𝐫, Elizabeth Macneal
Aufstrebender Hobbyforscher wird Opfer seines Sensationsfundes.

Auch nicht winterlich, spielt die Geschichte an der Küste, hat einen unausstehlichen Protagonisten und ist unangenehm sexuell aufgeladen.

3/5


Wie oft bei solchen Sammlungen etwas durchwachsen, aber bis auf eine Geschichte, habe ich alle gern gelesen und ein paar fand ich besonders herausragend.
Eine gute Option, wenn man zwischen dicken Romanen mal etwas leichteres braucht.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Interview mit einem Vampir...oder so

Das Reich der Vampire
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Eigentlich wollte ich dieses dicke Buch nicht unterwegs mitschleppen, aber letztlich habe ich es doch getan, um auch endlich mal fertig zu werden. Trotzdem muss ich sagen, dass sich die über 1000 Seiten ...

Eigentlich wollte ich dieses dicke Buch nicht unterwegs mitschleppen, aber letztlich habe ich es doch getan, um auch endlich mal fertig zu werden. Trotzdem muss ich sagen, dass sich die über 1000 Seiten von 𝐃𝐚𝐬 𝐑𝐞𝐢𝐜𝐡 𝐝𝐞𝐫 𝐕𝐚𝐦𝐩𝐢𝐫𝐞 verhältnismäßig schnell gelesen haben und natürlich hat die Handlung auch ihr übriges getan. Aber wie fand ich ihn denn nun eigentlich, diesen hochgelobten Vampir-Epos?

Der erste Teil der Trilogie beginnt mit unserem gefallenen Helden Gabriel, welcher in Gefangenschaft dazu gezwungen ist, seine Lebensgeschichte niederschreiben zu lassen. Dementsprechend können wir uns bereits denken, dass ziemlich viel von dem, was wir daraufhin zu hören bekommen, nicht gut ausgegangen ist. Spannend bleibt es trotzdem.
Gabriel ist ein Bleichblut, hat also einen Vampir zum Vater, besondere Kräfte und wird daher zu einem Silberwächter ausgebildet. Diese sollen den wütenden Vampiren den Garaus machen, aber das ist nicht einfach, denn unter Ihnen gibt es Vampirfürsten, die nahezu unbesiegbar sind.
Es gibt viel Schlachten die gekämpft werden müssen und viele Verluste zu betrauern. Doch eines treibt Gabriel an: Rache am mächtigsten aller Vampire. Auf seiner Reise begegnet er alten Bekannten und einer neuen Hoffnung, die den Tag zurückbringen und den Tod aller Vampire bedeuten könnte.

Ja, es ist wirklich ein epischer Vampir-Roman.
Ich bin von reinen Fantasywelten zwar kein großer Fan, aber Namen und Sprache ließen Länder wie Frankreich und Italien erkennen. Die sehr ansprechenden Illustrationen haben mich an Epochen wie Mittelalter, Renaissance und Barock erinnert. Also genau die Stilrichtungen, die ich bei Vampirgeschichten am meisten mag.

Auch wenn wir einen Einblick in das Leben dieser bitterbösen, adligen Vampire und ihrer Geschichte bekommen, war es mir ein bisschen zu wenig Lore. Gemessen am Titel, hätte ich gerne auch aus deren Sicht gelesen, ihre Pläne und ihren Alltag miterlebt. Stattdessen folgen wir Gabriels Lebensgeschichte und die allein hat es schon in sich, ist voller Rückschläge, Tragik und wenig Glücksmomenten.
Die meiste Zeit begleiten wir einen sehr mürrischen Gabriel, der mir zwar Leid tat, aber dennoch wenig Sympathien in mir geweckt hat. Zum Ende hin wurde es aber besser.

Eine Sache die sich durch den gesamten Roman zieht und dich mich schon bald einfach nur genervt hat, war die Gossensprache. Es mag ja zur Zeit, Stimmung und Charakter der Figuren gepasst haben, aber keine Seite ohne irgendein Schimpfwort. In der Hinsicht muss ich Annie Wilkes mal Recht geben.
Auch die explizite Brutalität, der auch Tiere zum Opfer fallen, ist nichts für zarte Gemüter und war mir oft zu viel. Es ist in vielerlei Hinsicht ein sehr männlicher Roman.
Das allseits beliebte Thema Spice hat hier ebenfalls seinen Auftritt und ich fand das eigentlich ganz gut geschrieben, wäre es nicht auch wieder untermalt gewesen von….Kraftausdrücken.

Eigentlich hatte ich während des Lesens beschlossen darauf zu verzichten, einen weiteren Teil zu kaufen, weil meine Bücherei den zweiten schon hat und das Buch a) nicht günstig ist und b) viel Platz wegnimmt. Aber...mir hat das Ende und diese eine Enthüllung dann so gut gefallen, dass ich vielleicht doch lieber alle Teile in meiner Sammlung haben will. Zunächst mache ich aber erstmal eine Pause, denn die 1000 Seiten waren zwar unterhaltsam, aber auch anstrengend.

Teil 1 bekommt von mir gute 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Erwartungen fast erfüllt

Große Erwartungen
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𝐆𝐫𝐨ß𝐞 𝐄𝐫𝐰𝐚𝐫𝐭𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 ist ein Roman den ich schon länger lesen wollte, seit ich den Trailer zu der Verfilmung von 2012 gesehen habe. Aber vor dem Film, erst das Buch, dachte ich mir. Ich finde Charles Dickens ...

𝐆𝐫𝐨ß𝐞 𝐄𝐫𝐰𝐚𝐫𝐭𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 ist ein Roman den ich schon länger lesen wollte, seit ich den Trailer zu der Verfilmung von 2012 gesehen habe. Aber vor dem Film, erst das Buch, dachte ich mir. Ich finde Charles Dickens passt gut in die Weihnachtszeit und deswegen habe ich es mir für diesen Monat aus der Bücherei ausgeliehen.

In der Geschichte geht es um den Waisenjungen Pip und wie er durch einen unbekannten Gönner in den Genuss von Bildung und Aussicht auf Wohlstand kommt und dabei auf so manches Hindernis stößt.

Das Buch war ein ganzes Stück Arbeit.
Es umfasst etwa 600 Seiten und das ist lang für einen Klassiker. Die lesen sich nie schnell weg und ich wollte zwischendurch lieber andere Bücher lesen. Aber bei Klassikern muss man am Ball bleiben.

Dabei enthält der Roman allerlei interessante Figuren und Themen.
Da hätten wir die geisterhafte Miss Havisham. Am Hochzeitstag verlassen, vegetiert diese in ihrem Brautkleid vor sich hin und verlässt nie ihre Villa, die noch immer für den großen Tag vorbereitet ist. Unter Spinnenweben und Schimmel, versteht sich.

Pip’s Leben beginnt sich zum Guten zu wenden, als er zu Miss Havishams Unterhaltung eingeladen wird. Dort trifft er auf die gleichaltrige Estella, in die er sich sofort verliebt. Aber Estella ist kaltherzig und arrogant.

Auch ein entflohener Sträfling, den Pip unter Nötigung geholfen hat, spielt immer wieder ein Rolle, genauso wie der furchterregende Anwalt Mr. Jaggers.

Aber unsere Hauptfigur ist Pip, den wir durch verschiedene Lebensphasen begleiten. Er steigt auf und fällt, wird sich im klaren darüber was im Leben wirklich zählt, leistet Wiedergutmachung und beweist sein gutes Herz.

Nicht ganz nachvollziehbar fand ich seine Liebe zu Estella, die allein auf ihrer Schönheit beruht und die allenfalls Ehrlichkeit und die Loyalität gegenüber Miss Havisham als gute Eigenschaften zu bieten hat. Das hat allerdings einen sehr interessanten Grund.
Was mich aber überzeugen konnte, waren die warmherzigen Männerfreundschaften in dieser Geschichte.

Leider fand ich, dass der Roman einige Längen aufweist und recht ausschweifend geschrieben ist. Manche Figuren waren aufgrund ihrer Ausdrucksweise derart schwer zu lesen, dass ich diese Zeilen, manchmal nur überflogen habe.
Abgesehen davon ist es aber eine sehr schöne Geschichte über Moral mit geradezu märchenhaften Passagen, einigen Überraschungen und einem wunderbaren, versöhnlichen Ende. Sicher nicht mein letzter Charles Dickens Roman.

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