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Veröffentlicht am 20.07.2024

Starke Anziehungskraft

Not in Love – Die trügerische Abwesenheit von Liebe
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Was für eine Anziehungskraft zwischen Rue und Eli - dabei haben die zwei Gründe, sich eigentlich nicht so sehr zu mögen. Doch nach und nach lernen sie sich kennen und entdecken mehr Gemeinsamkeiten als ...

Was für eine Anziehungskraft zwischen Rue und Eli - dabei haben die zwei Gründe, sich eigentlich nicht so sehr zu mögen. Doch nach und nach lernen sie sich kennen und entdecken mehr Gemeinsamkeiten als auf Anhieb gedacht. Rue, die sich eigentlich lieber von Menschen fernhält, lernt neue Seiten an sich kennen und muss die ein oder andere Annahme revidieren. Dabei gehts zwischen den beiden heiß her und es werden einige intime Situationen geschildert.
Ich habs sehr gern gelesen, da die Charaktere mal etwas anders angelegt waren, als bei den meisten Liebesromanen. Man taucht tiefer in die persönlichen Entwicklungen ein. Ich hatte das Glück eine Charakterkarte dazu zuerhalten, die für mich die zwei Protagonisten gut eingefangen hat.

Das Setting war ganz interessant, denn mit Chemielaboren kenn ich mich gar nicht aus. Einige Verfahren wurden kurz angeschnitten sowie Begriffe aus der Finanzwelt, die die Geschichte authentisch haben wirken lassen.

Der Erzählstil wechselt zwischen der Sicht von Rue und Eli hin und her. Jedoch wird nur Rue aus der Ich-Perspektive erzählt. Das irrierte mich zuerst etwas.

Ein Stern zieh ich ab, da mir die Story leider etwas zu vorhersehbar war. Insgesamt aber ein tolles Buch, das ich in zwei Tagen verschlungen habe.

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Veröffentlicht am 11.07.2024

Verliebt in Schweden

Mittsommercamp zum Verlieben
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"Mittsommercamp zum Verlieben" hat mich mitgenommen auf einen Trip nach Schweden. Das Land steht schon länger auf meiner Bucketlist und ist dank dem Buch noch etwas weiter nach oben gerutscht. Michaela ...

"Mittsommercamp zum Verlieben" hat mich mitgenommen auf einen Trip nach Schweden. Das Land steht schon länger auf meiner Bucketlist und ist dank dem Buch noch etwas weiter nach oben gerutscht. Michaela Metzner schafft es, Land, Kultur und Menschen einem näherzubringen - und das liegt nicht nur an den leckeren Rezepten für typisch schwedische Speisen auf den letzten Seiten des Buches. Ebenso fließen Kenntnisse über Bräuche und Redewendungen ein. Dieser Part des Buches hat mich sehr gut abgeholt.

Auf der anderen Seite wird die Geschichte von Bea erzählt, die Hals über Kopf nach Schweden auswandert und vor einigen Problemen steht. Zum Glück findet sie einen Job im Sommercamp und lernt so Ed kennen. Ihren Wikinger. Aber auch da erwarten Bea noch ein paar Konflikte, die es erst zu lösen gilt.

Die Geschichte war sehr schön, herzerwärmend und packend. Ich bin durch den Hauptteil des Buches geflogen. Die Charaktere waren gut aufgebaut und haben sich nach und nach entwickelt. Diesen Ed hätte ich zu gern im wahren Leben kennengelernt.

Leider hatte mich die Einleitung nicht komplett überzeugt, denn es wirkte, als müsste der Part schnell erzählt werden, um zum Hauptteil in Schweden zu kommen. Die Trennung von ihrem Ex-Partner und zack ist sie in Schweden. Das war mir etwas zu holprig.

Zum anderen wird am Ende resümiert, dass Bea Ed beim Kennenlernen so einschüchternd fand. Das war innerhalb der Geschichte kaum zu spüren. Das hätte für mich stärker ausgearbeitet sein können.

Insgesamt aber ein sehr schönes Buch über Persönlichkeitsentwicklung, sich-etwas-trauen und ein Sommer in Schweden.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Viel Hitze, noch mehr Schatten

Lights Out
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Schon der Einstieg in Lights Out ist atmosphärisch dicht und geheimnisvoll. Navessa Allen versteht es, von der ersten Seite an Spannung aufzubauen und Fragen aufzuwerfen, die einen förmlich durch die Kapitel ...

Schon der Einstieg in Lights Out ist atmosphärisch dicht und geheimnisvoll. Navessa Allen versteht es, von der ersten Seite an Spannung aufzubauen und Fragen aufzuwerfen, die einen förmlich durch die Kapitel treiben. Die Geschichte beginnt mit einem vielversprechenden Setting, das neugierig macht und eine düstere, leicht gefährliche Stimmung etabliert.

Die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren entwickelt sich schnell und intensiv. Zwischen ihnen knistert es früh – die Dialoge sind scharf, die Anziehung spürbar und die Energie deutlich „spicy“. Allerdings konnte mich genau dieser Aspekt nicht vollständig überzeugen. Während die Leidenschaft auf dem Papier stark inszeniert wird, blieb sie für mich emotional etwas auf Distanz. Einige Szenen wirkten überzeichnet oder ließen mich eher stirnrunzelnd als mitfiebernd zurück. Die Chemie war da, aber sie hat mich nicht immer erreicht.

Was das Buch jedoch besonders stark macht, ist der Aufbau der Handlung. Nach und nach erfährt man mehr über die Hintergründe der Figuren – ihre Vergangenheit, ihre Motive und die Gründe, warum sie so handeln, wie sie es tun. Diese schrittweise Enthüllung verleiht der Geschichte Tiefe und sorgt dafür, dass die Charaktere greifbarer werden.

Besonders überrascht hat mich die Entwicklung ab der Mitte des Buches. Mit Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte, schlägt die Geschichte eine deutlich düsterere Richtung ein. Aus einer leidenschaftlich angehauchten Lovestory wird zunehmend ein Mafia-Thriller, der die Spannung steigert.

Insgesamt ist Lights Out eine spannende Geschichte mit Twists und einer interessanten Genre-Mischung.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Zwischen Dunkelheit und Leidenschaft - leider zu oberflächlich erzählt

Our darkest Lies
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Our Darkest Lies beginnt vielversprechend: Die düstere Atmosphäre, die geheimnisvollen Charaktere und die unterschwellige Spannung ziehen einen sofort in den Bann. Anfangs wirkt die Geschichte intensiv ...

Our Darkest Lies beginnt vielversprechend: Die düstere Atmosphäre, die geheimnisvollen Charaktere und die unterschwellige Spannung ziehen einen sofort in den Bann. Anfangs wirkt die Geschichte intensiv und vielschichtig – man hat das Gefühl, dass sich ein tiefes, dunkles Geheimnis entfalten könnte.

Leider verliert der Roman im Verlauf etwas an Tiefe. Der Fokus verschiebt sich zunehmend auf die Dreiecksbeziehung der Hauptfiguren, wodurch andere spannende Ansätze in den Hintergrund treten. Es geht fast ausschließlich um die Dynamik zwischen den Protagonist*innen, was die Handlung oberflächlicher und vorhersehbarer wirken lässt. Auch das Ende überrascht kaum – es fühlt sich eher hastig und wenig überzeugend an.

Positiv hervorzuheben ist allerdings der hohe Spice-Faktor: Die erotischen Szenen sind intensiv, kreativ und deutlich anders als das, was man sonst in diesem Genre liest. Wer also nach emotionaler und körperlicher Spannung sucht, wird hier sicher fündig.

Insgesamt ein Buch mit starkem Beginn und ansprechender Sinnlichkeit, das jedoch erzählerisch etwas an Tiefe vermissen lässt.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Gefangen im Kreislauf

No Way Home
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T.C. Boyle versteht es wie kaum ein anderer, seine Leserinnen und Leser in die Welt seiner Figuren hineinzuziehen. Auch in No Way Home zeigt sich seine bildhafte, detailreiche Sprache, die Atmosphäre schafft ...

T.C. Boyle versteht es wie kaum ein anderer, seine Leserinnen und Leser in die Welt seiner Figuren hineinzuziehen. Auch in No Way Home zeigt sich seine bildhafte, detailreiche Sprache, die Atmosphäre schafft und Situationen fast schon greifbar macht.

Inhaltlich jedoch konnte mich der Roman nur bedingt überzeugen. Zwar steigert sich die Dramatik kontinuierlich, doch die Handlung wirkt in weiten Teilen wie ein Kreislauf: Die drei Hauptcharaktere verharren in ihren vorgezeichneten Rollen und finden keinen Ausweg. Dieses Feststecken führt zwar zu einer spürbaren Anspannung, lässt die Geschichte aber auch repetitiv erscheinen. Gerade weil die Lage sich zuspitzt, hätte man an einem bestimmten Punkt eine überraschende Wendung oder einen Bruch erwartet – etwas, das die Figuren und den Plot in eine neue Richtung zwingt. Diese Entwicklung bleibt jedoch aus. Mir fehlt die Entwicklung der Charaktere, aber vielleicht ist auch genau das Boyles Aufzeigen an menschlicher Schwäche.

So bleibt No Way Home trotz seiner sprachlichen Stärke erzählerisch ein Stück hinter den Erwartungen zurück. Wer Boyles Stil schätzt, wird die Lektüre dennoch genießen; wer auf eine dynamische, sich wandelnde Handlung hofft, könnte hingegen etwas enttäuscht sein.

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