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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2026

Wo Intrigen die Loyalität auf die Probe stellen

Iron Flame – Flammengeküsst
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Violet hat ihr erstes Jahr am Basgiath War College überlebt. Doch das eigentliche Training beginnt erst jetzt. Neue, brutale Prüfungen, politische Intrigen und ein Vizekommandeur, der sie gezielt unter ...

Violet hat ihr erstes Jahr am Basgiath War College überlebt. Doch das eigentliche Training beginnt erst jetzt. Neue, brutale Prüfungen, politische Intrigen und ein Vizekommandeur, der sie gezielt unter Druck setzt, treiben sie an ihre Grenzen. Gleichzeitig muss Violet entscheiden, wem sie wirklich vertrauen kann und ob ihr Herz dabei ihr größter Verbündeter oder ihr gefährlichster Verräter ist.

Iron Flame ist eine spannende Fortsetzung, auch wenn sie für mich nicht ganz an die Wucht von Fourth Wing heranreicht. Die Geschichte setzt nahtlos an und entfaltet sofort wieder diese vertraute Mischung aus Spannung, Gefahr und emotionaler Zerrissenheit.

Der zweite Band legt den Fokus stärker auf politische Machtspiele, Verrat und strategische Allianzen. Feinde treten deutlicher hervor, Bündnisse geraten ins Wanken, und Entscheidungen haben spürbare Konsequenzen für Reiter und Drachen. Gleichzeitig wird der Kontinent weiter geöffnet, und man erfährt mehr über die Strukturen und Hintergründe dieser Welt. Nicht jede Entwicklung war für mich vollständig nachvollziehbar, an manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass Informationen bewusst im Verborgenen bleiben, die mir geholfen hätten, bestimmte Situationen besser einzuordnen.

Die actiongeladenen Kämpfe, Intrigen und gefährlichen Missionen sorgen dennoch für ein konstant hohes Spannungsniveau. Emotionale Themen wie Loyalität, Verlust und Verantwortung erhalten mehr Raum und verleihen der Geschichte eine spürbare Schwere.

Mit der Liebesgeschichte zwischen Violet und Xaden hatte ich diesmal mehr Schwierigkeiten. Die Beziehung wirkt intensiver, aber auch konfliktreicher und teilweise einengend. Die Dynamik erschien mir stellenweise toxisch. Das passt vielleicht zur Situation, konnte mich emotional jedoch nicht so sehr überzeugen.

Ein absolutes Highlight bleiben für mich jedoch die Drachen und die Nebencharaktere, die dieser Geschichte so viel Herz und Tiefe verleihen.

Die Interaktionen zwischen Tairn, Andarna und Violet sind wieder einmal grandios. Die Drachen bringen Humor, Weisheit und eine ganz eigene Präsenz in die Geschichte. Besonders beeindruckt bin ich von der mentalen Verbindung zwischen Reiter und Drache sowie dem Zusammenspiel ihrer Kräfte. Hier zeigt sich erneut die besondere Stärke dieses Universums.

Doch auch die Nebencharaktere treten im zweiten Band stärker hervor. Sie entwickeln sich weiter, gewinnen an Profil und werden für Violet immer bedeutender. Es sind nicht nur ihre Drachen, sondern auch ihre Freunde und Verbündeten, die es ihr überhaupt ermöglichen, zu überleben. Mit ihren eigenen Konflikten, Loyalitäten und Entscheidungen tragen sie maßgeblich zur Dynamik der Geschichte bei. Für mich sind sie wahre Helden, denn ohne sie wäre Violets Weg nicht derselbe.

Fazit:
Iron Flame – Flammengeküsst erweitert die Welt deutlich und setzt stärker auf politische Komplexität und emotionale Konflikte. Die Geschichte bleibt packend, düster und voller Magie. Auch wenn das Mitfiebern bei der Liebesgeschichte nachlässt und manche Entwicklungen nicht ganz an den ersten Band heranreichen. Es ist eine gute Fortsetzung mit kleineren Schwächen, die mit einem nervenaufreibenden Cliffhanger endet, sodass ich jetzt schon auf die Fortsetzung hinfiebere.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Zwischen Verlust, Ostsee und Neuanfang

Windstärke 17
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Kurz nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Ida ohne großen Plan ihre Heimatstadt. Mit wenig Gepäck und viel ungeklärter Trauer steigt sie in den Zug, der sie weit weg nach Rügen bringt. Dort trifft sie auf ...

Kurz nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Ida ohne großen Plan ihre Heimatstadt. Mit wenig Gepäck und viel ungeklärter Trauer steigt sie in den Zug, der sie weit weg nach Rügen bringt. Dort trifft sie auf Menschen, die ihr Halt geben, ohne viele Fragen zu stellen. Zwischen Ostseewind, stillen Routinen und neuen Begegnungen beginnt Ida langsam, sich ihrer Trauer zu stellen und vorsichtig wieder Boden unter den Füßen zu finden.

Als Hörbuch hat mich Windstärke 17 vor allem durch die Sprecherin begeistert. Maximiliane Häcke passt mit ihrer ruhigen, eindringlichen Stimme perfekt zur melancholischen Grundstimmung der Geschichte. Sie transportiert Idas Gedanken und Gefühle so authentisch, dass es sich anfühlt, als würde Ida selbst ihre Geschichte erzählen.

Da ich die Vorgeschichte 22 Bahnen nicht gelesen habe, bin ich recht unvoreingenommen an das Hörbuch herangegangen. Für mich ließ sich Windstärke 17 sehr gut unabhängig davon hören. Bezüge zur Vergangenheit werden nachvollziehbar eingeordnet, ohne dass man das Gefühl hat, etwas Wichtiges zu verpassen oder verwirrt zurückzubleiben.

Die Handlung an sich hat mich sehr berührt – vor allem durch die dichte Melancholie, die über der gesamten Geschichte liegt. Trauer, Wut und Schuld sind jederzeit spürbar. Es war ergreifend, Ida auf ihrem Weg des Abschieds und des vorsichtigen Neuanfangs zu begleiten. Nicht jede ihrer Entscheidungen konnte ich vollständig nachvollziehen. Manche Verhaltensweisen wirkten auf mich etwas naiv, vor allem, wenn man ihren Hintergrund bedenkt.

Umso mehr haben mich die Menschen um Ida herum berührt. Knut, Marianne und Leif bringen Wärme, Alltag und Hoffnung in Idas Geschichte. Sie begegnen ihr mit Geduld und Offenheit, ohne sie verändern zu wollen. Hier hätte ich mir jedoch stellenweise noch etwas mehr Tiefe und Hintergrundinformationen zu den Nebenfiguren gewünscht, um sie noch intensiver kennenzulernen.

Fazit:
Windstärke 17 ist ein ruhiges, melancholisches Hörbuch über Trauer, Verlust und das langsame Wiederankommen im Leben. Getragen von einer großartigen Sprecherleistung entfaltet die Geschichte vor allem durch ihre Stimmung und Atmosphäre ihre Wirkung. Trotz kleiner Schwächen in der Figurenzeichnung bleibt ein nachdenkliches, warmes Hörerlebnis, das lange im Herzen nachklingt.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Zwischen Abschied und Neubeginn - Wenn das Blaulicht den Weg zurück ins Leben weist

Anatomy of a Broken Heart
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Nach dem Unfalltod ihrer großen Liebe Flynn hat Gracie nur noch ein Ziel: Leben retten, um den eigenen Verlust irgendwie zu bewältigen. Als angehende Notfallsanitäterin absolviert sie ihr Praxissemester ...

Nach dem Unfalltod ihrer großen Liebe Flynn hat Gracie nur noch ein Ziel: Leben retten, um den eigenen Verlust irgendwie zu bewältigen. Als angehende Notfallsanitäterin absolviert sie ihr Praxissemester auf einer Rettungswache und trifft dort ausgerechnet Holden wieder, Flynns früheren besten Freund. Zwischen Einsätzen, alten Wunden und unausgesprochenen Schuldgefühlen entsteht langsam eine neue Nähe, die beide vor die Frage stellt, ob Liebe nach so viel Schmerz überhaupt möglich ist.

Schon äußerlich hat mich Anatomy of a Broken Heart sofort angesprochen. Das Cover mit der DNA-Doppelhelix ist wunderschön gestaltet und passt perfekt zum medizinischen Thema sowie zur emotionalen Tiefe der Geschichte.

Als großer Fan von Serien wie Emergency Room oder Grey’s Anatomy hat mich vor allem das Setting auf der Rettungswache begeistert. Die Einsätze, der Arbeitsalltag und das Zusammenspiel des Teams werden sehr bildhaft und authentisch geschildert. Man fühlt sich mitten ins Geschehen versetzt, spürt die Anspannung der Notfälle und die besondere Dynamik innerhalb der Wache – das hat mich vollkommen abgeholt.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, was mir sehr gefallen hat. Dadurch entsteht ein tieferes Verständnis für die Figuren, ihre Gedanken und ihre Verletzlichkeit. Gerade bei einem so sensiblen Thema wie Trauer und Schuldgefühlen ist dieser Perspektivwechsel besonders wertvoll.

Mit Gracie als Protagonistin bin ich allerdings nicht sofort warm geworden. Ihre Motivation und ihre Gedankengänge sind nachvollziehbar, und ihr Wunsch, Leben zu retten, ergibt sich logisch aus ihrer Vergangenheit. Dennoch fehlte mir ein gewisses Maß an emotionaler Nähe, um mich ihr wirklich verbunden zu fühlen. Holden hingegen ist für mich ein sehr starker, einfühlsamer Charakter. Umso schade fand ich, dass seine Kapitel oft recht kurz gehalten sind. Gerade sein Umgang mit dem Verlust seines besten Freundes hätte aus meiner Sicht noch mehr Raum verdient. Hier bleibt meiner Meinung nach spürbares Potenzial ungenutzt.

Die Liebesgeschichte zwischen Gracie und Holden empfand ich insgesamt als sehr stimmig. Ihre Annäherung ist vorsichtig, von Zurückhaltung und inneren Konflikten geprägt, aber die Spannung zwischen ihnen ist jederzeit spürbar. Nichts wirkt überstürzt, sondern dem emotionalen Hintergrund der beiden angemessen.

Besonders gelungen fand ich das Ende des Buches. Der kleine Schockmoment ist gut eingebaut und unterstreicht die zentrale Botschaft der Geschichte: Trauma braucht Zeit, Auseinandersetzung und manchmal auch professionelle Hilfe. Dass dieser Aspekt ernst genommen wird, verleiht dem Roman Tiefe und sorgt für einen stimmigen, hoffnungsvollen Abschluss.

Fazit:
Anatomy of a Broken Heart erzählt sensibel von Verlust, Schuld und dem langsamen Weg zurück ins Leben. Es ist eine emotionale Romance mit starkem medizinischem Setting, authentischen Einsätzen und der wichtigen Botschaft, dass Trauer ihren Platz haben darf, aber nicht das Ende der eigenen Geschichte ist. Für mich ein gelungener Auftakt, der Vorfreude auf Band zwei weckt.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Macht, Geheimnisse und falsche Fährten

Das Ganymed-Fragment
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Im Jahr 2225 hat sich die Menschheit tief ins Sonnensystem ausgebreitet. Auf der Raumstation Ceres herrschen Konzerne, Korruption und Ausbeutung. Als auf Ganymed ein Minenarbeiter unter rätselhaften Umständen ...

Im Jahr 2225 hat sich die Menschheit tief ins Sonnensystem ausgebreitet. Auf der Raumstation Ceres herrschen Konzerne, Korruption und Ausbeutung. Als auf Ganymed ein Minenarbeiter unter rätselhaften Umständen stirbt, gerät der heruntergekommene Ermittler Alan Bishop in einen Fall, der weit größer ist als erwartet. Gerüchte über eine fremdartige Entdeckung machen die Runde – und plötzlich steht nicht nur Bishops Leben, sondern das Machtgefüge des gesamten Sonnensystems auf dem Spiel.

Das Ganymed-Fragment hat mich vor allem durch seinen klaren, atmosphärischen und sehr fesselnden Schreibstil überzeugt. David Reimer gelingt es, eine dichte Stimmung aufzubauen, die einen sofort in diese düstere Zukunft hineinzieht. Die Welt wirkt durchdacht und glaubwürdig, ohne mit technischen Details zu überladen.

Besonders gefallen hat mir das dystopische Sci-Fi-Setting. Megakonzerne bestimmen das Leben, Gesellschaftsschichten sind klar voneinander getrennt, und Hoffnung scheint vielerorts nur noch eine Illusion zu sein. Diese trostlose, industrielle Zukunft passt hervorragend zur Geschichte und verstärkt die bedrückende Grundstimmung.

Ein echtes Highlight ist für mich die Hauptfigur Alan Bishop. Nach außen wirkt er angepasst, beinahe gleichgültig, doch innerlich ist er von Zweifeln, Loyalitätskonflikten und moralischen Fragen geprägt. Seine Entwicklung im Laufe der Handlung empfand ich als sehr authentisch und nachvollziehbar. Dadurch gewinnt die Geschichte spürbar an Tiefe und emotionalem Gewicht.

Die Handlung selbst ist spannend aufgebaut. Immer wieder wird man auf falsche Fährten geführt, und je weiter Alan gräbt, desto unsicherer wird man, wem man überhaupt noch trauen kann. Diese Irrwege und Enthüllungen haben die Spannung kontinuierlich gesteigert.
Die Auflösung am Ende ist für mich schlüssig und rund und macht deutlich, dass es sich um einen soliden Auftakt einer größeren Geschichte handelt.

Der sogenannte „Alien-Faktor“ bzw. das Übernatürliche wird in diesem Band allerdings nur angerissen. Wer hier bereits sehr konkrete oder intensive außerirdische Elemente erwartet, könnte enttäuscht sein. Mich hat das jedoch nicht gestört, da es neugierig auf den zweiten Teil macht und bewusst Raum für Weiterentwicklung lässt.

Fazit:
Das Ganymed-Fragment ist eine gelungene Mischung aus Science-Fiction und Krimi. Es ist eine Geschichte, die nicht nur spannend unterhält, sondern auch zum Nachdenken über Macht, Intrigen, Verlogenheit und geheime Forschungen anregt. Mit seinem starken Setting, einem überzeugenden Protagonisten und einer durchgehend hohen Spannung ist der Thriller ein sehr empfehlenswerter Auftakt für alle, die düstere Sci-Fi mit Tiefgang mögen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Faszinierende Fae-Welt mit Magie, Geheimnissen und Emotion

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Die 20-jährige Emelin wird beim Wirken verbotener Magie erwischt und das ausgerechnet vom gefürchteten Silent Death, dem stummen Henker und Sohn der Fae-Königin. Doch anstatt sie zu töten, schlägt Creon ...

Die 20-jährige Emelin wird beim Wirken verbotener Magie erwischt und das ausgerechnet vom gefürchteten Silent Death, dem stummen Henker und Sohn der Fae-Königin. Doch anstatt sie zu töten, schlägt Creon einen gefährlichen Handel vor: Nur Emelins ungebundene Magie kann die tyrannische Herrscherin stürzen. Um unerkannt am Hof zu bleiben, soll sie die Geliebte des königlichen Henkers spielen. Doch schon bald ist es nicht nur eine Rolle, die sie spielt – und sie muss herausfinden, ob sie dem skrupellosen Krieger wirklich vertrauen kann.

Lisette Marshall entführt in eine atmosphärische, fesselnde Fae-Welt voller Magie, Intrigen und unterdrückter Gefühle. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, die Kapitel haben genau die richtige Länge und schon nach wenigen Seiten war ich völlig in der Geschichte versunken.

Besonders das Magiesystem hat mich fasziniert. Das Spiel mit den Farben, das zu Beginn noch wie ein kleiner Effekt wirkte, entfaltete mit jeder Seite eine beeindruckende Tiefe und Kraft. Aber auch die restliche Welt, mit ihren unterschiedlichen Wesen, einem geheimnisvollen Labyrinth und der spürbaren Bedrohung durch die grausame Königin, wirkte lebendig und detailreich.

Emelins Entwicklung hat mir sehr gefallen. Zu Beginn ist sie eine junge Frau, die versucht, sich anzupassen und zu überleben, doch im Laufe der Geschichte wächst sie über sich hinaus, stellt sich den Wahrheiten, die sie bisher nicht sehen wollte, und entwickelt eine bewundernswerte innere Stärke. Creon dagegen ist ein vielschichtiger, spannender Charakter. Er wirkt zunächst kalt und undurchdringlich, doch die wenigen Einblicke in sein wahres Ich machen ihn umso faszinierender. Da er nicht sprechen kann, finden er und Emelin andere Wege der Kommunikation, was ihrer Beziehung eine besondere Tiefe und Intimität verleiht.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist ein klassisches Enemies-to-Lovers-Szenario – voller Spannung, langsamem Vertrauen und einem Knistern, das auf jeder Seite spürbar ist.

Fazit:
„Fae Isles – Der Henker der Königin“ ist eine gelungene Fantasy-Geschichte voller Magie, Geheimnisse und einer Liebesgeschichte, die einen nicht loslässt. Die Welt ist farbenreich, atmosphärisch und voller interessanter Details. Für mich ein echtes Fantasy-Highlight und ein toller Auftakt – ich kann es kaum erwarten, weiterzulesen!

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