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Veröffentlicht am 28.11.2018

unterhaltsame, kurzweilige Geschichte

The Penthouse Prince
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"Kannst du so tun, als würdest du mich lieben, Camden? So tun, als wäre ich deine Sonne und dein Mond und als könntest du mir nicht widerstehen?“ (Jeanie zu Camden in The Penthouse Prince)

Worum geht’s?

Eigentlich ...

"Kannst du so tun, als würdest du mich lieben, Camden? So tun, als wäre ich deine Sonne und dein Mond und als könntest du mir nicht widerstehen?“ (Jeanie zu Camden in The Penthouse Prince)

Worum geht’s?

Eigentlich wollte Jeanie nur mit Camden, Boss der Firma, über ihren Abteilungsleiter reden und so ihre Kündigung verhindern. Doch soweit kommt sie nicht. Camden schlägt ihr einen unglaublichen Deal vor: Bei ihm leben, ein hohes Gehalt, neue Klamotten, ein Auto. Was sie dafür tun muss? Seine Verlobte spielen. Denn Camden will die Firmenanteile seines Vaters haben. Und der verlangt eine Hochzeit. Blöd nur, dass Camdens eigentliche Verlobte gerade fremdgeht und er sowieso nicht an Liebe und Ehe glaubt. So kommt Jeanie ihm gerade recht. Doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto aufwendiger wird die Scharade und desto schwieriger wird das Verhältnis der beiden zueinander…

The Penthouse Prince ist Band 1 der Billionaire Dynasties Buchreihe, ist allerdings in sich geschlossen und kann als One Shot gelesen werden.

Schreibstil / Gestaltung

Die Covergestaltung sagt mir nicht so sehr zu. Der nette Herr auf dem Cover passt nicht zu Camden, wie er im Buch dargestellt wird und wirkt eher, als würde er sich auf einer Escortseite präsentieren. Für das Buch habe ich mich definitiv nicht aufgrund des Covers entschieden. Das Buch besteht aus 31 Kapiteln und einem Epilog. Das Buch ist in der dritten Person geschrieben und wechselt nicht - wie oft bei solchen Büchern – zwischen den Charakteren. Die Schreibweise ist leicht und angenehm zu lesen, man kann das Buch in einem Rutsch durchlesen.

Mein Fazit

Für das Buch habe ich mich aufgrund des Klappentexts entschieden. Die Idee, dass ein CEO eine falsche Verlobte hat, ist nicht neu, dennoch dachte ich mir, dass die Geschichte durchaus lustig sein könnte. Gleich vorweg: Ja, diese Geschichte ist nicht innovativ, das Rad wird nicht neu erfunden und bis zu einem gewissen Grad ist der Verlauf auch vorhersehbar. Trotzdem konnte mich das Buch größtenteils überzeugen.

Camden und Jeanie sind zwei interessante Charaktere. Camden, der harte, glatte CEO ohne Gefühle, war mir anfangs sehr unsympathisch. Im Laufe des Buchs entwickelt er sich, zeigt verschiedene Facetten und vor allem erfährt man auch, was ihn antreibt, diese Fakebeziehung überhaupt zu führen. Spätestens bei der Hälfte des Buchs war ich verliebt in Camden. Jeanie besticht durch ihre Natürlichkeit. Anfangs von der Idee stark verunsichert, nutzt sie ihre Position, Camden die Stirn zu bieten, was sich niemand anderes traut. Sie ist aber auch die einzige, die hinter die Maske schaut, die Camden stets als Fassade trägt. Nicht nur einmal gibt es zwischen beiden witzige Dialoge und beide fangen an, sich miteinander zu arrangieren.

Während ich die Geschichte zwar von Anfang an unterhaltsam und angenehm zu lesen fand – man hat hier eine wirklich seichte, anspruchslose Unterhaltung -, erreichte nach der Hälfte das Buch auch mein Herz. Immer wieder lassen Situationen den Leser die Beziehung zwischen Camden und Jeanie neu betrachten. Mehr als einmal wollte man wahlweise Camden oder Jeanie und manchmal auch beide schütteln und aufs Offensichtliche hinweisen. Getrieben von der Hoffnung, dass alle Puzzleteile am Ende doch an ihren Platz fallen, las ich immer weiter. Doch je weiter man zum Ende kam, desto doller tat plötzlich mein Herz weh.

The Penthouse Prince wirkt wie eine Geschichte ohne viel Tiefgang, im Grunde genommen sogar relativ platt und anspruchslos. Tatsächlich verstecken sich aber verschiedene Aspekte in der Geschichte, die die Story interessant und ansprechend machen. Starke Charaktere, eine gute Portion Witz, knisternde Erotik in einer guten Dosis und jede Menge Herzschmalz und Herzschmerz. Einzig der Punkt, dass der zeitliche Zusammenhang der Geschichte sich in einem sehr engen Rahmen bewegt, störte mich etwas, da er die eh schon maue Glaubwürdigkeit, sich auf einen derartigen Deal einzulassen, noch weiter beschränkt.

Hier kann man auf jeden Fall bedenkenlos zugreifen, sofern man eine solide Liebesgeschichte mit Drama, Spaß und Erotik sucht, aber keine aufwendige Geschichte sucht.

***es folgen im Weiteren mögliche Spoiler***

Natürlich war es gewissermaßen von Anfang an klar, dass beide sich wirklich ineinander verlieben. Dennoch war ich von dem Weg dahin überrascht und begeistert. Camden zeigt verschiedene Facetten und sobald man erfährt, dass der Tod seiner Mutter ihn antreibt und sein übergeordnetes Interesse gar nicht Macht und Geld, sondern Rache an seinem Vater ist, betrachtet man ihn in einem anderen Licht. Seine Schlafprobleme, die ständige Müdigkeit – man leidet mit ihm und freut sich umso mehr, dass Jeanie ihm helfen kann. Aber auch Jeanie kämpft mir ihrer Vergangenheit und ist nicht bereit, Camden um Hilfe zu bitten. Dieser überrascht den Leser aber immer wieder, weil er stets ein Auge auf die Jeanie hat und ihre Probleme – ohne ihr Wissen – angeht und teilweise löst. Gegen Ende hin war ich schockiert, wie sich nach der Hochzeit das Verhalten der beiden zueinander änderte, nur weil Camden nicht die Eier in der Hose hatte, anzuerkennen, dass er fähig ist zu lieben und geliebt zu werden. Die letzten Seiten vorm Epilog waren wirklich hart und gingen mir an die Nieren und in die Augen. Umso schöner war dafür aber dann der Epilog.

[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise von Netgalley und dem Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Meine Meinung wurde hierdurch nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 12.02.2026

eine interessante Geschichte

Alchemy of Secrets
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„Wenn ihr beide euch sicher seid, dann schreibt hier eure Namen auf, mitsamt der verlangten Informationen, und der Uhrenmann wird sich bei euch melden.“.“
(Ein Mädchen zu Holland und Jake in Alchemy of ...

„Wenn ihr beide euch sicher seid, dann schreibt hier eure Namen auf, mitsamt der verlangten Informationen, und der Uhrenmann wird sich bei euch melden.“.“
(Ein Mädchen zu Holland und Jake in Alchemy of Secrets)

Worum geht’s?

Die meisten Studierenden glauben, dass die Geschichten der Professorin nur erfunden sind. Es gibt keinen Mann in Hollywood, den man anrufen kann, um zu erfahren, wann man sterben wird. Es gibt keine Hotelbar in Los Angeles, in der es spukt und der Teufel höchstpersönlich sich gerne die Zeit vertreibt. Und so etwas wie Magie gibt es ohnehin nicht. Aber ... keine von ihnen hat eine so tragische Vergangenheit wie Holland St. James. Holland hofft, mit ihrer Abschlussarbeit ihre Vergangenheit neu schreiben zu können. Und das, indem sie beweist, dass einige der berüchtigtsten Todesfälle im alten Hollywood in Wirklichkeit Morde waren – begangen von niemand anderem als dem Teufel selbst. Sie ahnt nicht, dass die Recherche sie in eine tödliche Welt voller jahrhundertealter Geheimnisse und unvorstellbarer Lügen führen wird. Und auf die Spur zweier extrem gefährlicher Männer, die beide bereit sind, alles zu tun, um eine Magie ausfindig zu machen, die Hollands Leben entweder für immer verändern oder völlig zerstören wird.

Alchemy of Secrets ist Band 1 der gleichnamigen Reihe. Die Geschichte ist nicht abgeschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Erzählerperspektive geschrieben und begleitet Holland.

Meine Meinung

Als absolut begeisterungsfähiger Mensch, der sich entschieden hat, auch mal andere Genres auszuprobieren (ich lese selten Romantasy und noch seltener reines Fantasy), bin ich eher zufällig bei Alchemy of Secrets gelandet. Mich hat das Setting des Buches einfach sehr angesprochen und ich habe bisher nur Gutes über die Autorin gehört, weswegen ich dem Buch eine Chance geben wollte, auch wenn es abseits meiner üblichen Buchvorlieben liegt. Und dieses Wagnis war es definitiv wert.

Alchemy of Secrets ist ein Buch, was so rasant und voller Twists ist, dass ich mich zwischendurch teilweise sammeln musste. Dafür kommt man aber auch wahnsinnig schnell durchs Buch, weil man wie in einem Sog ist. Hatte ich anfangs noch etwas Sorge, dass mich die Magie in dem Buch stören könnte, war dies gar nicht der Fall. Natürlich ist die ganze Handlung auf einer sehr unrealistischen Basis aufgebaut, aber die „Magie“ beschränkt sich eher auf Elemente wie der Fähigkeit, Türen zu öffnen oder Erinnerungen zu beeinflussen. Wir reden hier also nicht von Zaubersprüchen oder Fabelwesen. Im Kern der Geschichte geht es um Holland, die Folkelore 517 an der Universität besucht, wo es um urbane Legenden und Mythen geht. Holland möchte unbedingt ihr Todesdatum herausfinden – dies ist allerdings näher, als sie denkt. Der sogenannte Watch Man teilt ihr mit, dass sie an Halloween um Mitternacht sterben wird, wenn sie nicht bis dahin das legendäre alchemistische Herz findet. Ein straffes Zeitlimit, muss man sagen. Holland begibt sich auf die Suche und erfährt hierbei mehr über ihre Familie, über alte Hollywood-Mythen und sammelt versteckte Hinweise und verschlüsselte Botschaften, die ihr hoffentlich den Weg zum Herzen zeigen.

Das Buch war für mich eher ein Suspensebuch mit magischen Elementen, im Vordergrund steht definitiv die Suche nach dem alchemistischen Herz. Da dies regelmäßig seine Form ändern kann, gerät die Suche spannend und abwechslungsreich. Gleichzeitig führt das aber auch dazu, dass der Plot manchmal etwas wirr und fast schon überladen wirkt. Man hangelt sich von Hinweis zu Hinweis durch die Stadt. Es gibt viele Figuren, die alle recht funktional daherkommen und wenig für die Geschichte mitbringen. Selbst Holland bleibt blass, was möglicherweise auch an der Erzählperspektive liegt Und dann ist da noch die große Überraschung, was es mit dem Zeitablauf vor sich hat. Interessante Idee, gut umgesetzt, aber eben auch ein weiterer Aspekt, der das Buch recht komplex macht. Es gibt interessante Rätsel, die wirklich cool gemacht sind. Man begegnet (fiktiven) Filmstars und erkundet Schauplätze, die sich teilweise echt anfühlen. Das Buch hatte schon echt viel, was einen fesselt. In dem Buch gibt es sogut wie keinen Romantik-Anteil. Holland wird zwar von verschiedenen Männern, hauptsächlich Gabe und Adam, im Buch begleitet und es gibt jede Menge Geheimnisse und verborgene Aspekte, aber außer ein bisschen Tension fand ich hier nichts nennenswert Romantisches, fairerweise hat das Buch hiermit aber auch nicht geworben – sondern eben mit der Darstellung, dass es Fantasy ist. Allerdings gibt es durch die Geheimnisse immer wieder das Thema, wem man vertrauen kann, wer lügt und bei wem Holland sicher ist. Mich hat das Buch insgesamt jedenfalls schon gecatcht, auch wenn ich manchmal etwas die Übersicht verloren habe und vor allem zum Ende hin einige Sachen kamen, wo ich nicht so ganz überzeugt war, aber die Idee ist grandios und die Umsetzung gelungen. Ich bin gespannt, wie die Reihe weitergeht, weil noch sehr viele Fragen offen sind.

Mein Fazit

Alchemy of Secrets ist eine interessante Geschichte, die mit ihren vielen Elementen aber auch etwas undurchsichtig daherkommt. Der Plot ist rasant und voller Überraschungen, die magischen Elemente sind dezent und interessant. Manchmal habe ich allerdings ein wenig die Übersicht verloren.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 27.01.2026

behutsam erzählt, aber wenig Romance

Weil wir es uns versprochen haben
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„Wie viel Verrat konnte ein Herz ertragen, bevor es einfach aufhörte zu schlagen?“
(Gabriel über Keirra in Weil wir es uns versprochen haben)

Worum geht’s?

Kierra Hughes ist alles andere als glücklich, ...

„Wie viel Verrat konnte ein Herz ertragen, bevor es einfach aufhörte zu schlagen?“
(Gabriel über Keirra in Weil wir es uns versprochen haben)

Worum geht’s?

Kierra Hughes ist alles andere als glücklich, wie ihr Leben verlaufen ist, und sucht verzweifelt einen Ausweg für sich und ihre Tochter. Aber als sie auf einer Dinnerparty plötzlich Gabriel Sinclair wieder gegenübersteht, wird sie augenblicklich von ihrer Vergangenheit eingeholt. Gabriel, ihre erste große Liebe und der Mann, mit dem sie ihre schönsten Momente teilte. Die Gefühle von damals sind sofort zurück, und sich von ihm fernzuhalten scheint unmöglich - zu groß ist Kierras Sehnsucht nach einer Zukunft, in der sie doch noch zusammenfinden könnten. Aber Gabriel hatte einen Unfall und kann sich weder an Kierra, noch an ihre gemeinsame Zeit erinnern ...

Weil wir es uns versprochen haben ist ein Einzelband und in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Keirra und Gabriel geschrieben. Das Buch beinhaltet potenziell triggernde Thematiken aus dem Bereich häusliche Gewalt und Verlust.

Meine Meinung

Im vergangenen Jahr habe ich zunehmend die Bücher der Autorin für mich entdeckt und als ich den Klappentext von dem Buch hies las, war mir direkt klar, dass es einziehen muss. Jugendliebe, beste Freunde, durch einen Unfall getrennt – und dann begegnen sie sich eine Ewigkeit später wieder, während er unter Gedächtnisverlust leidet? Das klingt doch absolut emotional! Aber das Buch hat einen ganz anderen, nicht so schönen Fokus…

Keirra lebt in einer absolut unglücklichen Ehe, bei der psychische Demütigung und teils auch physische Verletzungen an der Tagesordnung stehen. Nach außen hin wirkt alles perfekt, aber hinter der Fassade brodelt es gewaltig. In vielen verschiedenen Szenen zeigt die Autorin die kleineren und größeren Ausraster von Ehemann Henry und zeichnet damit ein Bild, was einfach nur herzzerreißend ist. Keirra, eine wundervolle starke Frau, die in ihrem Job als Psychologin vielen Menschen hilft und tolle Ratschläge gibt, trifft für sich selbst leider nicht so gute Entscheidungen, denn sie bleibt in dieser lieblosen, betrügerischen und gewalttätigen Ehe – denn ihr Herz gehört Ava, ihrer kleinen Stieftochter, die Henry bewusst als Druckmittel einsetzt. Denn im Falle einer Trennung hat Keirra als nicht-leibliche Mutter keine Ansprüche. Und so begleitet der Leser Keirra durch die Geschichte, erlebt immer wieder die Rückschläge, die Ausraster, während man selbst wütend vor den Seiten sitzt und Keirra aus ihrem Umfeld zerren möchte. Aber die Autorin zeigt, dass alles eben nicht so einfach ist, wie man als Außenstehender immer glaubt. Die Geschichte ist an vielen Stellen belastend und ehrlich gesagt würde ich das ganze Buch auch eher als Drama mit kleinen Lichtblicken als wirkliche Liebesgeschichte einordnen, denn mit Gabriel gibt es hier zwar Hoffnung, aber seeehr lange geht es eben um Keirra und Henry, wo Gabriel vor allem als Gegenpol und vielleicht auch leichte Motivation und Unterstützer eine Nebenrolle spielt. Das ist gar nicht böse gemeint, denn Gabriel ist ein toller, sympathischer, regelrecht perfekter Charakter, die zum Beispiel auch viel für Ava tut und der Keirra immer zur Seite steht – ohne zu wissen, dass sie einst befreundet und sogar verliebt waren. Aber gleichzeitig ist es eben Keirras Weg und Keirra muss für sich allein den „Absprung“ schaffen, weswegen Gabriel eben nur als Supporting Act Teil des Buches ist. Der Grat zwischen „Gabriel als Retter“ und „Gabriel als Unterstützer“ ist hierbei wirklich schmal und ich bin froh, dass die Autorin ihn eben nicht als Löser aller Probleme etabliert hat, denn das hätte in meinen Augen Keirras eigene starke Persönlichzeit zu sehr untergraben.

Die langsam aufkeimende Liebesgeschichte von Keirra und Gabriel ist süß, keine Frage, aber ich sehe sie eben auch vor dem Hintergrund, dass Keirra eine Ewigkeit in dieser furchtbaren Ehe „gefangen“ war und deswegen hätte ich mir hier generell mehr Tiefe, mehr Aufarbeitung und mehr Reflexion gewünscht, bevor Keirra von einer Beziehung in die nächste kommt. Auch muss ich sagen, dass die Thematik um die Vergangenheit mit dem Unfall, der Schuld und dem Gedächtnisverlust für mich gar nicht so präsent vorkam, wie ich es erwartet (und erhofft) hatte. Das fand ich sehr schade, denn irgendwie wirkte es so schnell-schnell eingebaut und dann „zack, erledigt, weiter geht’s“. So fragt man sich nämlich fast, welche Daseinsberechtigung dieser Handlungsstrang überhaupt hatte, außer dass es etwas emotional war. Denn viel Dynamik oder Tiefe hat es nicht reingebracht, für Drama hat es auch nicht gesorgt. Geschadet hat es aber auch nicht, der Fokus des Buches liegt aber ganz klar in einem anderen Bereich und der ist hier recht gut gelungen.

Mein Fazit

Weil wir es uns versprochen haben ist ein behutsam geschriebenes, emotionales Buch, was allerdings mehr Drama als Romance ist. An einigen Stellen hätte ich mir mehr Aufarbeitung gewünscht und manchmal verklingen Aspekte einfach so, aber insgesamt ist es ein ergreifendes Buch, was sehr intensiv die Thematik psychische und physische Gewalt in einer Beziehung beleuchtet. Die Liebesgeschichte gerät dafür aber sehr seicht und konnte mich deswegen emotional nicht so abholen.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 23.12.2025

grenzwertig und spannend

Beautiful Venom (Vipers, Band 1)
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„Ich hasse diesen Blick. Und auch, dass sie ihn immer trägt, egal, was sie durchmacht. Er weckt in mir den Wunsch, sie in Stücke zu brechen. Sie zu zerschmettern. Sie so gründlich zu zerstören, dass sie ...

„Ich hasse diesen Blick. Und auch, dass sie ihn immer trägt, egal, was sie durchmacht. Er weckt in mir den Wunsch, sie in Stücke zu brechen. Sie zu zerschmettern. Sie so gründlich zu zerstören, dass sie nie wieder aufsteht.“
(Kane über Dahlia in Beautiful Venom)

Worum geht’s?

Ein Elite-College-Hockeyteam, das das Eis und die Schatten dahinter beherrscht – die Vipers sind Dahlias einzige Spur, um die Strippenzieher, die hinter ihrem Unglück stecken, aufzuspüren. Unter ihnen befindet sich Kane Davenport, eine einsame Green Flag in einem Nest voller Schlangen – und die einzige Möglichkeit, um an die Mannschaft heranzukommen. Doch zu spät wird klar, hinter seiner Fassade schimmern die giftigen Schuppen eines Raubtiers.

Beautiful Venom ist Band 1 der Vipers-Reihe. Die Geschichte ist in sich geschlossen, die Rahmenhandlung wird jedoch fortgeführt.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Dahlia und Kane geschrieben. Das Buch beinhaltet sehr expliziten Content, Thematiken aus dem Bereich des grenzwertigen Consents und zudem potenziell triggernde Themen, weswegen die Triggerwarnung gelesen werden soll.

Meine Meinung

Eine Dark Romance mit einem College-Setting und Sports Romance Vibes? Geprägt von einem Racheplan, getoppt mit einer geheimen Organisation und das alles von einer der Autorinnen, die alle als Top Dark Romance-Autorin betiteln? Als Beautiful Venom angekündigt wurde, war mir sofort klar, dass ich endlich mal ein Rina Kent Buch lesen muss und dies hier meins erstes sein wird. Aber ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet.

Um ehrlich zu sein: Direkt auf den ersten 100 Seiten hat mich das Buch ganz schön an meine Grenzen gebracht. Spannender Start, super interessante Grundhandlung (Schwester nach Attacke durch Unbekannte im Krankenhaus, nur eine Spur zu einer Geheimverbindung) und von Anfang an eine wahnsinnig intensive Verbindung zwischen Kane und Dahlia – und dann kam das Aufnahmeritual. An dieser Szene werden sich bestimmt einige Geister scheiden, da sie sehr intensiv und auf einem sehr schmalen Grad der Frage um Einvernehmlichkeit stattfindet, zudem Schmerzen und Gewalt beinhaltet und gleichzeitig den Start für eine etwas ungewöhnlichere Beziehung darstellt. In dem Buch geht es um diverse Bereiche von CNC (also einvernehmliches Nicht-Einvernehmen), Dub-Con (fargwürdiges Einvernehmen) und auch Primal Play, viele sexuelle Begegnungen finden etwa nach jagdähnlichen Szenen statt. Das fand ich am Anfang etwas verstörend und auch absolut fragwürdig, allerdings ist die Autorin sehr bemüht, im Laufe des Buches Dahlia ihre Gedanken diesbezüglich erklären zu lassen, was ich dann durchaus legitim fand. Muss nicht jedem gefallen, aber zumindest wurde es gut erklärt.

Abgesehen von dem hohen Spice-Anteil fand ich aber das Buch vor allem sehr spannend und teilweise überraschend humorvoll mit wunderbar sarkastischen Kommentaren. Die zweite Hälfte ist von vielen Enthüllungen geprägt, die einiges im anderen Licht erscheinen lassen, viele Fragen aufwirft und wahnsinnig große Freude auf Band 2 macht. Vencor als Kernpunkt und das schrittweise Aufdecken der Ideen, Umstände und Problematiken von der Verbindung und deren Einfluss war spannend und an einigen Punkten auch überraschend. Auch die Einblicke in die Kindheit und Jugend, die Kane, Preston und Jude so sehr verkorkst hat, ist gut gelungen und teils echt bedrückend. Auch wenn die Jungs allesamt noch etwas nebulös geblieben sind, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Es ist halt am Ende auch ein Dreiteiler, sodass noch nicht alles aufgedeckt werden konnte. Gegen Ende hin war mir die Geschwindigkeit der Entwicklungen etwas zu hoch, da unglaublich viel auf einmal und kurz hintereinander passiert, sodass einige Themen sich für mich nicht komplett ausspielen konnten und alles sehr gehetzt und am Ende dann abgehakt wirkte. Ich hoffe, dass man hier in den Folgebänden noch mehr Einblicke kriegt.

Was mich, abgesehen von den sexuellen Präferenzen, aber gut abgeholt hat, war die Liebesgeschichte. Sie passt zu Kane und Dahlia. Zwischen starken Hate-Vibes, Wut-Sex, bewussten Lügen und unbewussten Geheimnissen entwickelt sich hier eine starke Paarung, die von viel Traumata der Vergangenheit und Verletzungen geprägt ist. Kane ist nicht so kalt, wie er vorgibt zu sein. Dahlia ist zwar tough, aber findet in Kane jemanden, bei dem sie auch mal schwach sein darf. Beide tun sich auf eine verrückte Art und Weise gut, was auch viele der Entwicklungen erklärt und für mich eine gute Basis für viele Entscheidungen im Finale begründet. Das ist der Autorin gut gelungen.

Mein Fazit

Beautiful Venom ist ein spannender Auftakt, der Lust auf mehr macht. Die Vibes des Buches sind intensiv und die Spice-Szenen sicher nicht für jeden geeignet, aber es passt zu den Charakteren und ist in sich stimmig. Eine Geschichte voller Wendungen und Twists, die überraschend. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 23.12.2025

nicht so emotional wie erwartet

Falling Like Stars
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„Ich habe ihm diese Worte noch nie zuvor gesagt, und jetzt ist es zu spät, und ich weiß- schon in dem Moment-, dass ich sie nie wieder sagen werde.“
(Rowan in Falling like Stars)

Worum geht’s?

Es war ...

„Ich habe ihm diese Worte noch nie zuvor gesagt, und jetzt ist es zu spät, und ich weiß- schon in dem Moment-, dass ich sie nie wieder sagen werde.“
(Rowan in Falling like Stars)

Worum geht’s?

Es war schon immer Rowans Herzenswunsch, Kostümdesignerin zu werden. Doch nach einem schweren Schicksalsschlag begrub sie ihre Träume unter einem Berg aus Schmerz und Schuldgefühlen. Als sie bei ihrem Job als Produktionsassistentin an einem Filmset den gefeierten Hollywoodstar Zachary Butler trifft, spürt sie vom ersten Moment an eine tiefe Verbindung zu ihm. Denn auch Zach trägt unsichtbare Narben mit sich herum, und hinter der glamourösen Fassade des Schauspielers entdeckt sie einen Mann voller Herzenswärme und Aufrichtigkeit. Aber Rowan weiß, dass sie sich zuerst der Trauer stellen muss, die sie seit Jahren in einem selbstzerstörerischen Teufelskreis gefangen hält, wenn ihre Liebe eine Chance haben soll ...

Falling like Stars ist ein Einzelband und in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Rowan und Zach geschrieben. Das Buch beinhaltet expliziten Content und potenziell triggernde Thematiken aus dem Bereich Verlust und häusliche Gewalt.

Meine Meinung

Lange ist es her, dass ich ein Emma Scott Buch gelesen habe, nachdem ihre letzten Bücher eher dem Fantasy-Bereich oder zumindest Romance mit paranormalen Elementen zugeordnet werden konnten. Früher war Emma Scott eine meiner Lieblingsautorinnen und ihre emotionalen Bücher haben mich oft berührt. Entsprechend groß war meine Freude, nun wieder eine „normale“ Romance von ihr zu haben. Aber leider hat mich das Buch nicht so abgeholt, wie gehofft.
Der Einstieg ist ohne Frage emotional. Protagonistin Rowan verliert in ihrer Jugend ihre erste große Liebe bei einem Verkehrsunfall. Das Kapitel ist kurz und überschaubar, aber wichtig für viele ihrer Gedankengänge später in der Gegenwart – denn Rowan hat das Gefühl, nichts Gutes zu verdienen. In der Gegenwart arbeitet Rowan als Produktionsassistentin für Filmproduktionen, nachdem sie nach dem Unfall auch ihre Träume, Kostümdesignerin werden zu wollen, aufgegeben hat. Am Set lernt sie Zach kennen, weltbekannter Filmstar und vergeben am Eva – denkt man zumindest. Denn das einstige Glamourpaar lebt bereits in Trennung, die Eva aber nicht akzeptiert. Eine toxische, manipulative und missbräuchliche Beziehung, die im Laufe des Buches immer wieder thematisiert wird. Ein Novum, weil dieses Mal der männliche Part der leidende Part ist – ein wichtiges Thema, dass häusliche Gewalt kein Geschlecht kennt. Es gab viele Stellen, an denen man Zach in den Arm nehmen wollte, denn er ist wirklich ein lieber, sehr angenehmer und sehr vor allem sympathischer Charakter, der einfach nur in den Fesseln einer ehemaligen Beziehung gefangen ist, weil er selbst vielleicht etwas zu lieb ist und deswegen so Schwierigkeiten hat, aus der Beziehung final rauszukommen. Mit vielen kleinen und größeren Dramen, gewaltigen Lügen und einigen (offensichtlichen) Plottwists steckt die Autorin viel Energie in Eva und Zach.

Und das ist leider eines meiner Hauptprobleme gewesen. Denn bis wirklich 80% des Buches hängt Zach noch in dieser Beziehung, auch wenn er sich aktiv Hilfe sucht und zu verarbeiten versucht. Rowan und Zach als Paar können sich für mich nicht wirklich entwickeln, es ist eine Anziehung da, aber wenig Raum für mehr. Mit Rowans eigener Storyline, dass sie sich selbst nicht erlaubt, glücklich zu sein, und dass sie alles Positive aus Angst vor weiteren Verlusten von sich stößt, hat man ein weiteres Hindernis auf dem Weg der Beziehungsentwicklung und am Ende hat mir zwar die Dynanik zwischen Rowan und Zach gut gefallen und ich fand es toll, dass beide füreinander da waren und sich gegenseitig unterstützt haben, aber warum aus beiden, die gerade erst eine Freundschaft aufgebaut haben, direkt Liebende wurden – dieser Sprung hat mich im Buch zu sehr gefehlt. Das Buch war schön zu lesen, keine Frage. Aber diese durchschlagene Emotionalität, die man von der Autorin kennt, kommt hier gar nicht rüber. Der seichte Spannungsbogen des Buches passt zwar zur Stimmung, hat mir aber auch oft das Gefühl gegeben, dass die Geschichte sich im Kreis dreht.

Mein Fazit

Falling like stars ist allgemein eine schöne Geschichte, die aber bei weitem nicht an die Emotionalität der bisherigen Emma Scott-Bücher herankommt. Mir hat es gut gefallen, dass hier mal der Protagonist aus einer missbräuchlichen Beziehung kam, aber insgesamt waren Rowan und Zach für mich eher Freunde als Liebende, weil zu viele Probleme zu lange im Buch ungeklärt blieben und es am Ende zu schnell ging.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]