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Veröffentlicht am 14.02.2026

Berührender Roman über den Tierheimalltag

Die Stimme im Zwinger
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„Die Stimme im Zwinger“ ist ein Roman aus der Feder von Steffen Töllner.
Alex startet ihre Ausbildung zur Tierpflegerin in einem Tierheim, denn ihr größter Wunsch ist es, Tieren zu helfen. Als sie von ...

„Die Stimme im Zwinger“ ist ein Roman aus der Feder von Steffen Töllner.
Alex startet ihre Ausbildung zur Tierpflegerin in einem Tierheim, denn ihr größter Wunsch ist es, Tieren zu helfen. Als sie von Sam erfährt, einem Hund, der in ausgehungertem und traumatisiertem Zustand beschlagnahmt wurde und nur noch als Geist seiner selbst im Zwinger sitzt, ist für Alex klar, dass sie ihm helfen muss. Doch der Weg zur Besserung ist nicht einfach – Alex braucht Geduld, Vertrauen und Respekt. Entgegen aller Widerstände bleibt sie am Ball und trotz aller Rückschläge gibt sie nicht auf, auch wenn ihr Steine in den Weg gelegt werden.
Der vorliegende Roman hat mich bereits vom Prolog weg gepackt. Es wird eine fiktive Geschichte erzählt, die jedoch leider der Realität im Tierheimalltag sehr nahe kommt.
Dass der Autor selbst als Tierpfleger tätig ist und dies aus Leidenschaft, merkt man der Geschichte deutlich an.
Der Schreibstil nimmt einen gefangen. Er ist schnörkellos und zeigt authentisch den Alltag im Tierheim – die Sorgen, den Druck, die übermenschlichen Leistungen, die hier täglich vollbracht werden. Nicht nur die offensichtliche Tätigkeit mit und an den Tieren, sondern auch die stillen Arbeiten im Hintergrund wie Waschen, Säubern der Gehege oder auch das Bearbeiten von Rechnungen wird beleuchtet. Aber auch die schönen Momente des Erfolgs, für die die Tierpfleger mit ihrer ganzen Kraft sorgen.
Mich hat die Geschichte von Sam tief berührt und mich wieder einmal den Kopf über Menschen schütteln lassen, die ein Tier nur als Gegenstand betrachten, welches eigentlich gar nicht in ihr Leben passt und zurechtgestutzt werden müsste.
Den Satz „Ich mag Tiere mehr als Menschen“ habe ich selbst schon von einer Tierpflegerin gehört und nach der Lektüre dieses Romans kann man es noch einmal besser nachvollziehen.
Trotz all der Einblicke in den stressigen Alltag der Tierpfleger*innen ist dieser Roman eine sehr emotionale Geschichte, die mich tief bewegt und mein Herz erwärmt hat.
Von mir gibt es für diesen wichtigen Einblick und diese rührende Geschichte eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2026

Emotionale Familienzusammenführung auf der Flower-Ranch

Morgensonnenglück
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Mit „Morgensonnenglück“ ist ein neuer Wohlfühlroman aus der Feder von Petra Schier im HarperCollins-Verlag erschienen.

Die junge Allgemeinärztin Holly kehrt auf Wunsch des kranken Großvaters zurück in ...

Mit „Morgensonnenglück“ ist ein neuer Wohlfühlroman aus der Feder von Petra Schier im HarperCollins-Verlag erschienen.

Die junge Allgemeinärztin Holly kehrt auf Wunsch des kranken Großvaters zurück in ihre alte Heimat.
Doch nicht nur sie wird zurück an den Familientisch gerufen, sondern auch ihre Zwillingsschwester Ivy sowie deren gemeinsame Mutter Violet, mit der sie seit ihrer Kindheit kaum Kontakt hatten.
Der Plan der Großeltern, das Familiengut an Tochter und Enkelinnen zu überschreiben und daraus etwas ganz Neues zu machen, trifft zunächst auf völlig verschiedene Leben. Können die drei Frauen sich wieder annähern und trotz aller Geheimnisse, die ans Licht dringen, ihre Gegensätze überwinden und gemeinsam an einem Strang ziehen, um das Gut vor dem Verkauf zu retten?

Schon das Cover des Romans ist wunderschön gestaltet. Es zeigt ein altes Gutshaus inmitten der erwachenden Natur im Frühling. Es hinterlässt direkt ein warmes Gefühl bei mir.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und leicht zu lesen. Durch die geschaffenen Bilder kann man sich das kleine Örtchen Lissenborn in der Eifel, das alte Gutshaus, aber auch die Protagonisten sehr gut vorstellen. Die wunderschöne Sprache hat mich tief in die Geschichte eintauchen lassen.

Holly und Ivy sind als Zwillingsschwestern bei ihren Großeltern aufgewachsen. Ihre Mutter hat sie mit 16 Jahren bekommen, ist später nach Amerika ausgewandert und hat sich nicht weiter um ihre Erziehung gekümmert. Die Gedanken und Gefühle der beiden Frauen gegenüber ihrer heimgekehrten Mutter sind greifbar und authentisch. Doch war damals wirklich alles so, wie es den beiden erzählt wurde?

Ich finde es richtig gut, dass nicht nur eine Seite hier beleuchtet wird, sondern mehrere Sichtweisen aufgezeigt werden – die von Holly und Ivy, aber auch von deren Mutter Violet und den Großeltern.

Es kommen Stück für Stück Geheimnisse ans Tageslicht, die den Familienbund ins Wanken bringen, doch das Schöne an den Romanen von Petra Schier ist, dass die Protagonisten versuchen eine Lösung zu finden und es meist in einem Happy End mündet. Dies ist auch in diesem Roman wieder der Fall und ich habe mich die ganze Zeit auf der Flower-Ranch wohl gefühlt, mitgelitten und mich mitgefreut.

Sehr schön empfand ich auch die Liebesgeschichte von Holly und Raik Brunner – der ehemalige Jugendschwarm, der nun der Anwalt der Familie ist. Die langsame Annäherung und das Entstehen von Gefühlen wurden sehr passend in die Geschichte eingebaut.
Die Nebencharaktere wie die taffe, herzliche Angestellte Ruth haben ebenfalls einen großen Anteil daran, dass man sich einfach wohlfühlt beim Lesen.

Der Roman ist somit eine richtige Wohlfühllektüre ohne groß ausschweifendes Drama, aber mit stillen emotionalen Tönen, die einen berühren. Insgesamt die perfekte Mischung aus Liebe, Freundschaft und Familienbund vor uriger Kulisse.

Das Ende lässt mich außerdem auf eine baldige Fortsetzung hoffen!

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!!!

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Spannender 2. Fall für Rieker und Ahrens

Die Farbe des Bösen
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Kann ein Mix aus Krimi und Historischem Roman funktionieren?
Nach der Lektüre von „Die Farbe des Bösen“ von Ralf H. Dorweiler kann ich dies nur erneut bestätigen.
Es handelt sich hierbei um Band 2 aus ...

Kann ein Mix aus Krimi und Historischem Roman funktionieren?
Nach der Lektüre von „Die Farbe des Bösen“ von Ralf H. Dorweiler kann ich dies nur erneut bestätigen.
Es handelt sich hierbei um Band 2 aus der Reihe rund um Criminalcommissar Rieker und Richtertochter Johanna Ahrens.
Die Bände können zwar grundsätzlich unabhängig voneinander gelesen werden. Jedoch ist in meinen Augen das Lesen in der richtigen Reihenfolge zu empfehlen, da man nur so die Hintergründe der handelnden Personen und deren Entwicklung mitverfolgen kann.
Im nun vorliegenden 2. Fall beobachtet Johanna am Rande einer Protestaktion der Sozialisten, wie 2 Männer eine vermeintliche Leiche aus einem Fabrikgebäude tragen. Hermann Rieker inspiziert vor Ort ihre Beobachtungen, kann jedoch nichts Verdächtiges feststellen. Als jedoch kurz darauf auf einem nahe gelegenen Gelände eine Leiche gefunden wird, wird Rieker aufmerksam und beginnt zu ermitteln. Die Ausmaße des Verbrechens übersteigen seine Vorstellungskraft. Doch auch Johanna bleibt nicht untätig und beginnt in der Tapetenfabrik Trempin auf eigene Faust zu ermitteln.
Das Cover des Romans ist sehr passend zum Genre gestaltet. Es ist dunkel und geheimnisvoll und passt wunderbar in die damalige Zeit. Auch der grün hervorstechende Titel des Romans hat eine tiefere Bedeutung, die sich im Laufe des Romans ergibt.
Die handelnden Personen kennt man bereits aus Band 1.
Criminalcommissar Rieker muss sich als „Emporkömmling“ in der höheren Gesellschaft behaupten und kämpft immer wieder um Anerkennung. Dass er nicht wie sein Vorgesetzter genug Geld zur Verfügung hat, um sich angemessen zu kleiden, merkt man immer wieder. Doch Rieker findet gute Lösungen, um den äußeren Schein zu wahren.
Seine Ermittlungsarbeit war für mich sehr authentisch und nachvollziehbar. Er arbeitet sehr korrekt und verfolgt jede Spur, die ihn zur Lösung des Falles führen könnte. Doch auch seine geheimnisvollen Seiten kommen in diesem Roman immer mal wieder ans Licht. Dadurch wird er als Ermittler erst recht interessant.
Johanna Ahrens ist wie bereits in Band 1 auf eigene Faust unterwegs und schleust sich als Arbeiterin in die Tapetenfabrik ein. Hier wird sehr deutlich, dass sie aus ganz anderen Kreisen stammt. Sie ist zwar idealistisch und möchte die Sozialisten in ihrem Kampf um bessere Arbeitsbedingungen unterstützen, vergisst bei ihrem Handeln jedoch oft die Konsequenzen für andere. Natürlich begibt sie sich auch wieder selbst in Gefahr und bringt somit auch die Ermittler in die Zwickmühle.
Der Mordfall und die damit zusammenhängenden Enthüllungen waren für mich spannend zu verfolgen.
Dem Autor gelingt es hervorragend, die damalige Zeit atmosphärisch zu zeichnen. Nicht nur die Klassenunterschiede und damalige Traditionen, sondern auch der Stand der Medizin und Forensik waren interessant zu verfolgen.
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Einmal begonnen, wird man förmlich in einen Lesesog hineingezogen und kann das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders gefallen hat mir, dass mehrere Erzählstränge auf ein Ermittlungsziel zulaufen und man so als Leser die Chance hat, mitzuraten und Vermutungen aufzustellen.
Zum Schluss bekommt man erneut einen Cliffhanger, der mich ganz gespannt auf den nächsten Band warten lässt.

Fazit:
Dieser historische Kriminalroman hat mir beim Lesen richtig Spaß gemacht und ich kann ihn jedem ans Herz legen, der gute Ermittlungsarbeit in einem historischen Setting zu schätzen weiß. Von mir gibt es klare 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Gelungener Reihenabschluss!

Bussi Bussi - Kein Kind von Traurigkeit
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Da ist sie nun – die lang ersehnte Geschichte von Carmen. „Bussi Bussi – Kein Kind von Traurigkeit“ von Laura Roth ist der Abschluss der 3-teiligen Reihe rund um die Freundinnen Eva, Marina und Carmen.
Auf ...

Da ist sie nun – die lang ersehnte Geschichte von Carmen. „Bussi Bussi – Kein Kind von Traurigkeit“ von Laura Roth ist der Abschluss der 3-teiligen Reihe rund um die Freundinnen Eva, Marina und Carmen.
Auf die Geschichte von Carmen war ich sehr gespannt und wurde definitiv nicht enttäuscht.
Das Cover des Romans ist passend zu den beiden Vorgängerbänden gestaltet. So weiß man gleich, mit wem man es zu tun haben wird.
Carmen ist eine Lebefrau und lässt nichts anbrennen, doch nachdem ihre Freundinnen Eva und Marina wunderbare Männer an ihrer Seite gefunden und immer weniger Zeit für die gemeinsamen Mädelstreffen haben, merkt Carmen schnell, wie einsam ihr Leben eigentlich ist.
Als ihre Eventagentur dann auch noch rote Zahlen schreibt, muss eine Lösung her. Diese könnte in einem Auftrag für den Wiener Opernball bestehen, doch der Auftrag ist mit einem unmoralischen Angebot verbunden.
Der exzentrische Künstler Berti bringt Carmens` Überzeugungen ins Wanken, doch hat Liebe bei ihr überhaupt eine Chance?
Der Schreibstil der Autorin hat mich wieder direkt in seinen Bann gezogen. Die Story ist witzig, lebendig, scharfsinnig und gleichzeitig tiefgründig und emotional.
Carmen lernt man in diesem Roman nicht nur von ihrer oberflächlichen sexuell ausgerichteten Art kennen, sondern auch ganz andere Seiten von ihr kommen zum Vorschein. Dies machte sie für mich authentischer und ihr Handeln nachvollziehbar.
Berti ist in meinen Augen die perfekte Mischung aus Emotionen und Exzentrik.
Die Liebesgeschichte der beiden mit all ihren Höhen und Tiefen habe ich geliebt. Ich habe gelacht und mich gleichzeitig über die beiden geärgert. Es war wirklich alles dabei.
Die Nebenhandlungen mit der nach Wien zurückgekehrten Schwester Mercedes und deren Teenie-Tochter Romy haben die Geschichte aufgelockert.

Insgesamt war dieser Roman ein gelungener Abschluss dieser Reihe. Ich habe die 3 Freundinnen unheimlich gern begleitet und bin ein bisschen traurig, dass nun Schluss ist. Aber wer weiß, vielleicht lesen wir irgendwann man wieder was von den dreien in weiteren Büchern der Autorin. Ich würde mich freuen!
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und natürlich 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Gewalt bringt Gewalt hervor! Ein völlig neuer Blickwinkel auf die griechische Mythologie!

Medea
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„Medea – Die Hexe von Kolchis“ ist ein Roman aus der Feder von Rosie Hewlett. Nach ihrem Debütroman rund um Medusa beleuchtet sie nun in diesem fast 500 Seiten dicken Werk das Leben von Medea, die aus ...

„Medea – Die Hexe von Kolchis“ ist ein Roman aus der Feder von Rosie Hewlett. Nach ihrem Debütroman rund um Medusa beleuchtet sie nun in diesem fast 500 Seiten dicken Werk das Leben von Medea, die aus der griechischen Mythologie nur als die Hexe von Kolchis bekannt ist. Doch wie ist sie zu dem vermeintlichen Monster geworden, welches nicht davor zurückschreckt, die eigenen Kinder zu töten?
Anders als in der gleichnamigen Tragödie von Euripides setzt die Handlung im vorliegenden Roman bereits in der Kindheit von Medea an. Misshandelt, eingesperrt und gemieden wächst Medea in einem Umfeld auf, in dem sie einsam ist und ihre Gabe – die Magie – nicht verstehen und beherrschen lernt.
Ihr Vater benutzt sie als Waffe, gibt ihr jedoch keinerlei Anerkennung und Liebe.
Als sie dem attraktiven Helden Jason dazu verhilft, das Goldene Vlies zu erlangen, träumt Medea von der Liebe, nach der sie sich schon so lange sehnt. Doch ist Jason wirklich der Mann, der ihre Träume erfüllen kann oder benutzt er sie genauso wie ihr Vater nur dazu, an Ruhm und Macht zu kommen?
Jahrelang erträgt Medea das Versteckspiel und die wachsende Missachtung, doch als sie mit dem ultimativen Verrat konfrontiert ist, hält sie ihre Macht nicht länger zurück und nimmt grausame Rache.
Dieses Buch hat mich emotional extrem gepackt. Das Leiden, welchem Medea ihr Leben lang ausgesetzt ist, wird sehr authentisch vermittelt. Aufgrund der Ich-Erzählerperspektive ist man hautnah am Geschehen und der Gefühlswelt von Medea dran.
Medea als Protagonistin begeht Taten, die unverzeihlich sind, doch die Herangehensweise in diesem Roman lässt einen verstehen, warum sie zu der Frau geworden ist, die diese Taten vollzieht.
Der Blick auf die griechische Mythologie mit ihren Göttern und ihrer Magie ist dabei sehr gut in die Geschichte eingebaut.
Man verfolgt die Abenteuer der Argonauten genauso wie die vernichtende Macht der Sirenen auf die Männer.
An vielen Stellen im Roman musste ich schlucken aufgrund der Gewalt, der Verachtung und der Ungerechtigkeiten gegenüber Medea. Doch auch der Schluss war für mich emotional sehr bedrückend. Auch wenn man von Anfang an weiß, welche Taten Medea vollbracht hat, ist man doch nicht darauf vorbereitet.
Mir hat in diesem Roman die flüssige packende Schreibweise und der Blickwinkel auf Medea richtig gut gefallen.
Daher gebe ich 5 von 5 Sternen und ein Leseempfehlung für all jene, die die griechische Mythologie mal aus einer anderen Perspektive erleben möchten.

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