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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2026

Neue Reihe mit sympathischen Figuren

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Als Luisa Menkhoff die verschwundene Frau auf dem Flugblatt sieht, erkennt sie die Frau sofort. Nicole Klement war die Partnerin des Mannes, der Luisa im Alter von fünf Jahren entführte. Luisa wendet sich ...

Als Luisa Menkhoff die verschwundene Frau auf dem Flugblatt sieht, erkennt sie die Frau sofort. Nicole Klement war die Partnerin des Mannes, der Luisa im Alter von fünf Jahren entführte. Luisa wendet sich an die Polizei in München. Hier trifft sie auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist eine neu gegründet Cold-Cases-Einheit zu übernehmen. Licher, der Entführer von damals scheint auf Rache aus zu sein.Da Luisa ein eidetisches Gedächtnis besitzt und sich selbst an kleinste Details erinnern kann, hofft sie mit dieser Begabung der Polizei helfen zu können.
„Ungelöst – Die erste Zeugin“ ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Arno Strobel. Der erste Band ist auf jeden Fall schon ein Volltreffer geworden. Es geht gleich sehr spannend los und die Spannung kann sich auf einem sehr hohen Niveau halten. Eigentlich sind es sogar zwei Fälle, die es zu klären gilt, denn zudem wurde ein weiteres fünfjähriges Mädchen entführt. Auf geschickte Weise hat der Autor den cold case mit den aktuellen Ereignissen verwoben. Bei der Suche nach dem Täter geht es nicht nur spannend zu, sondern es gibt auch zahlreiche Wendungen, die nicht nur die Ermittler, sondern auch den Leser umdenken lassen. Besonders gelungen sind die beiden sympathischen Protagonisten. Hier freue ich mich schon richtig auf die Folgebände.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Kein klassischer Krimi, aber top!

Giftiger Grund
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Nach sieben Jahren Knast wird Joran entlassen. Doch der Start in die neue Freiheit gestaltet sich schwieriger als gedacht. Joran benötigt dringend das Geld vom damaligen Überfall auf eine Tankstelle. Anstelle ...

Nach sieben Jahren Knast wird Joran entlassen. Doch der Start in die neue Freiheit gestaltet sich schwieriger als gedacht. Joran benötigt dringend das Geld vom damaligen Überfall auf eine Tankstelle. Anstelle der Beute findet er in der mittlerweile stillgelegten Tankstelle jedoch eine Leiche. Und er ist auch nicht allein. Charu, eine Lost-Places-Fotografin hat den verlassenen Ort mit ihrer Kamera für sich entdeckt, ebenso wie Edda, ein kleines Mädchen im Schlafanzug und Gummistiefeln, die nachts die Tankstelle besucht. Drei Fremde, die sehr bald ein eigenes Geheimnis verbindet.

„Giftiger Grund“ ist zwar als Kriminalroman betitelt, hat aber eigentlich nichts mit einem Krimi im klassischen Sinn zu tun. Es gibt weder Ermittler, noch sonstige Polizeiarbeit. Spannend ist es trotzdem und unterhaltsam ebenfalls. Und auch die Figuren fand ich nicht nur sympathisch, sondern auch sehr interessant und ungewöhnlich. Es sind eher Randfiguren der Gesellschaft, die ihre eigene Geschichte haben und deren Wege sich hier durch ein zufälliges Aufeinandertreffen kreuzen.
Während man die Probleme von Joran und Charu von Beginn an kennt bzw. kennenlernt, fragt man sich die ganze Zeit, was die kleine Edda nachts zu einer verlassenen Tankstelle treibt. Hier bleibt es bis zum Ende spannend und man erfährt erst ganz zum Schluss ihr Geheimnis. Dennoch fand ich das Ende ein wenig zu überkonstruiert.
Erzählt wird das Ganze aus verschiedenen Sichtweisen, zu Beginn des Kapitels steht dabei die jeweils erzählende Person. Auch der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen. Knüwer nimmt kein Blatt vor den Mund, sondern schreibt sehr direkt und sagt wie es ist. Überraschen konnte er mich auch mit einigen Wendungen, die nicht vorhersehbar waren.
Auch wenn es kein Krimi im eigentlichen Sinn war. Der Autor konnte mich voll überzeugen. Eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Drachenabenteuer im Frühling

Was Drachen im Frühling machen
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Endlich ist der Winter vorbei und der Frühling hält wieder Einzug in dem Wald in dem Alfi, der kleine Niesdrache und seine Freunde leben. Doch kaum ist der Frühjahrsputz erledigt, beginnt es plötzlich ...

Endlich ist der Winter vorbei und der Frühling hält wieder Einzug in dem Wald in dem Alfi, der kleine Niesdrache und seine Freunde leben. Doch kaum ist der Frühjahrsputz erledigt, beginnt es plötzlich wieder zu schneien. Die Freunde sind sich sicher: Jemand muss den Frühling entführt haben und Schuld daran kann nur der Schneedrache sein. Gemeinsam machen sie sich daran den Frühling zu befreien.

„Was Drachen im Frühling machen“ ist ein Vorlesebuch, empfohlen für Kinder ab vier Jahren. Aufgeteilt ist es in 17 Kapitel, die sich hervorragend eignen um sie vor dem Schlafengehen vorzulesen. Dabei dominiert der Text sehr gegenüber den Bildern und ist vielleicht für die ganz Kleinen noch nicht so geeignet, die sich noch viele Bilder zu dem Text wünschen. Und es sind gerade die zauberhaften Illustrationen, die mir richtig gut gefallen haben. Mit viel Liebe zum Detail sind Lisa Rammensee hier wirklich schöne Bilder gelungen, die perfekt die Situation wiedergeben. Auch die fünf Tiere (Fussel, das Eichhörnchen, Coco, das Zwergkänguru, Timber, der Biber, Flip der Hase und natürlich Alfi) sind allesamt sympathische Figuren, die natürlich auch ihre Eigenarten haben. Es geht um Freundschaft und auch um Mut ein Abenteuer zu wagen. Und natürlich auch um den Frühling und welche schönen Dinge er mit sich bringt. Die Dialoge ist ebenfalls gelungen und der Humor kommt nicht zu kurz.
Alfi war mir und meiner Enkelin besonders ans Herz gewachsen. Ein witziger, kleiner Drache, den man einfach mögen muss. Zu meiner Freude habe ich gesehen, dass es auch ein Weihnachtsbuch rund um die fünf Freunde gibt. Das habe ich sofort auf meine Merkliste gesetzt und hoffe, dass noch viele weitere Drachenabenteuer entstehen.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Bitte mehr von Bob Oz

Minnesota
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Mit „Minnesota“ verlegt Jo Nesbø nicht nur den Schauplatz seines Krimis von Norwegen in die USA, sondern führt auch einen neuen Ermittler ein: Detective Bob Oz.
Bob ist ein Mann mit vielen Ecken und Kanten. ...

Mit „Minnesota“ verlegt Jo Nesbø nicht nur den Schauplatz seines Krimis von Norwegen in die USA, sondern führt auch einen neuen Ermittler ein: Detective Bob Oz.
Bob ist ein Mann mit vielen Ecken und Kanten. Seine kleine Tochter starb bei einem Unfall, darüber zerbrach auch seine Ehe. Seitdem versucht Bob seine Trauer im Alkohol zu ertränken oder mit exzessiver Arbeit zu kompensieren. Dabei bewegt es sich gerne auch mal über die Grenzen der Legalität hinaus, eine Waffe hingegen weigert er sich zu tragen.
Minneapolis, 2016. Ein Waffenhändler wird angeschossen und alles sieht zunächst nach einem Anschlag im Drogenmilieu aus. Doch es steckt weit mehr dahinter. Die Polizei jagt einen Mörder, der sich auf einem Rachefeldzug befindet. Dabei hinterlässt er falsche Spuren und ist ihnen immer einen Schritt voraus. Trotz seiner Suspendierung verbeißt Bob sich in den Fall und es gelingt ihm sogar sich dem Täter zu nähern.
Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zu Beginn des Buches lernt man den norwegischen Autor Holger Rudi kennen, der im Jahr 2022 in Minneapolis einreist und Recherche für eine True-Crime-Story betreiben will. Dabei folgt er den Spuren von Bob Oz. Was genau ihn jedoch antreibt, bleibt zunächst noch verborgen. Diese Zeitebene ist jedoch nur der Rahmen für die eigentliche Handlung, die im Oktober des Jahres 2016 angesiedelt ist. Zu Beginn jeden Kapitels erhält man die Information, in welchem Jahr man sich befindet, sodass man nie durcheinanderkommt und die Rahmenhandlung zudem nur einen geringen Teil einnimmt.
Wie aus den Romanen von Jo Nesbø gewohnt, schwingt auch in diesem Buch ein Stück Gesellschaftskritik mit. Hier geht es in erster Linie um die Waffenpolitik der USA, Rassismus und die Migrationspolitik. Schon die Erwähnung des Namens George Floyd lässt Erinnerungen an seinen gewaltsamen Tod in Minneapolis wach werden. Parallelen aus dem richtigen Leben, die einem vor Augen führen, dass vieles leider zum Alltag in den USA gehört. Zudem kam gerade vor wenigen Tag ein weiteres Opfer hinzu, dass ebenfalls durch Polizeigewalt in Minneapolis starb. An Authentizität mangelt es also dem Buch nicht.
Der meiste Teil der Handlung wird aus der Perspektive Bobs erzählt. Aber auch die Täterperspektive lernt man schon recht früh kennen und sie ist für den Leser gut nachvollziehbar.
Insgesamt ist Jo Nesbø wieder ein sehr spannender Fall gelungen, der einen aber auch ein wenig nachdenklich zurücklässt. Leider scheint es sich bei dem Buch um einen stand-alone zu handeln, was ich überaus schade finde. Bob Oz war mir richtig ans Herz gewachsen und hat durchaus das Potential für eine Serie. Harry Hole hätte einen würdigen Nachfolger gefunden.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Spannend und atmosphärisch dicht

Rostiges Grab
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„Rostiges Grab“ ist bereits der dritte Fall der schwedischen Krimireihe rund um Kommissarin Leonore Asker von der „Abteilung für hoffnungslose Fälle“.
Asker steht kurz vor einer Beförderung und der damit ...

„Rostiges Grab“ ist bereits der dritte Fall der schwedischen Krimireihe rund um Kommissarin Leonore Asker von der „Abteilung für hoffnungslose Fälle“.
Asker steht kurz vor einer Beförderung und der damit verbundenen Chance die Abteilung verlassen zu können. Da wird ihr der Fall des Graumädchens zugespielt. Vor 10 Jahren wurde in einem sumpfigen Waldgebiet, dem Rostskogen, eine junge Frau ermordet. Der Toten fehlte ein Finger. Das gleiche Merkmal wie bei einer 2000 Jahre alten Moorleiche, dem Graumädchen. Doch nun taucht der Finger plötzlich wieder auf und der Fall gewinnt erneut an Bedeutung.
Obwohl ich die beiden ersten Bände der Leonore Asker-Reihe nicht kannte, kam ich gut in die Geschichte rein. Es gibt zwar immer wieder Verweise auf Figuren aus den Vorgängerbänden, doch die machen eher neugierig auf die Vorgeschichte der Protagonisten.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, hauptsächlich aus Askers und der ihres Jugendfreundes Martin Hill. Da beide in diesem Fall wenig gemeinsam agieren, weiß man als Leser immer ein bisschen mehr und kann so über das Geheimnis des mystischen Rostskogens und den Mord miträtseln.
Das Spannungsniveau liegt hoch und es passiert auch ständig etwas. Dem Autor gelingt es perfekt die düstere und unheimliche Atmosphäre des Rostskogens und seiner seltsamen, fast gruseligen Bewohner einzufangen. Dazu gibt es immer wieder Passagen die mit dem Mythos des Graumädchens verbunden sind.
Dank des flüssigen Erzählstils, ist man praktisch an das Buch gefesselt. Es gibt immer wieder Wendungen und Überraschungen, doch den größten Cliffhanger gibt es am Ende des Buches. Hier lässt Anders de la Motte seine Leser verblüfft zurück und weckt zugleich die Vorfreude auf einen weiteren Band.

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