Profilbild von Newspaper

Newspaper

Lesejury Star
offline

Newspaper ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Newspaper über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2026

Paul macht einfach sein Ding

Paul bekommt kein Kätzchen
1

Also ganz ehrlich: Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Bilderbuch so zum Schmunzeln bringt. Aber Paul hat es geschafft.

In „Paul bekommt kein Kätzchen“ läuft nämlich nichts so, wie man es erwartet. ...

Also ganz ehrlich: Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Bilderbuch so zum Schmunzeln bringt. Aber Paul hat es geschafft.

In „Paul bekommt kein Kätzchen“ läuft nämlich nichts so, wie man es erwartet. Und genau das macht den Reiz aus. Paul ist kein braves „Ich-nehm-das-jetzt-hin“-Kind, sondern einer, der seine ganz eigenen Ideen hat und die auch durchzieht. Dadurch entsteht eine Geschichte, die herrlich chaotisch, überraschend und einfach richtig witzig ist. Die Dialoge sind locker, die Situationen manchmal total absurd aber genau so, dass Kinder es lieben. Und Erwachsene übrigens auch.

Was ich besonders mag: Zwischen all dem Humor steckt auch eine schöne Botschaft. Es geht darum, dass nicht immer alles nach Plan läuft und dass genau daraus etwas richtig Gutes entstehen kann. Ohne erhobenen Zeigefinger, einfach ganz nebenbei.

Für mich ist das ein Vorlesebuch, das man nicht nur einmal liest. Es lädt zum Mitdenken, Mitlachen und Mitreden ein. Und Paul? Der bleibt definitiv im Kopf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2026

Vatersuche mit Herzklopfen

Pepper
1

Manchmal beginnt eine Geschichte nicht mit einem großen Knall, sondern mit einer leisen Frage: Wer bin ich eigentlich und was fehlt mir?
Genau an diesem Punkt steht Pepper. Kurz vor dem Abi, mitten im ...

Manchmal beginnt eine Geschichte nicht mit einem großen Knall, sondern mit einer leisen Frage: Wer bin ich eigentlich und was fehlt mir?
Genau an diesem Punkt steht Pepper. Kurz vor dem Abi, mitten im ganz normalen Großstadtleben, stolpert sie über eine Wahrheit, die sich nicht länger wegschieben lässt: Sie kennt ihren Vater nicht. Und dieses Nicht-Wissen fühlt sich plötzlich größer an als alles andere.

Nils Mohl erzählt Peppers Geschichte mit einer Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang, die sich überraschend echt anfühlt. Pepper ist keine überzeichnete Heldin, sondern eine junge Frau mit Ecken, Unsicherheiten und diesem Drang, endlich Klarheit zu bekommen. Statt dramatisch Türen einzutreten, wählt sie einen ebenso mutigen wie schrägen Weg: Sie zieht undercover in die WG ihres Vaters ein, ohne dass er weiß, wer sie ist. Allein diese Ausgangssituation sorgt für Spannung, charmante Absurditäten und viele Momente zwischen Fremdscham und Mitgefühl.

Die WG wird dabei mehr als nur Kulisse. Zwischen Küchengesprächen, schrägen Mitbewohnern und alltäglichem Chaos entsteht ein Raum, in dem Pepper sich selbst neu beobachtet. Die Dynamik ist lebendig, humorvoll und manchmal wunderbar unangenehm. Und während sie ihrem Vater näherkommt, stellt sie fest, dass Identität kein festes Puzzlebild ist, sondern etwas, das sich entwickelt.

Besonders stark ist die Art, wie große Themen wie Herkunft, Zugehörigkeit und Selbstfindung in einer modernen, klaren Sprache erzählt werden. Nichts wirkt überdramatisiert, nichts künstlich auf cool getrimmt. Stattdessen entsteht eine Geschichte, die emotional berührt, ohne kitschig zu werden, und die zeigt, dass Erwachsenwerden oft bedeutet, unbequeme Fragen auszuhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2026

Ein Verschwinden, das alles verändert

This Story Might Save Your Life
1

Manche Bücher landen im Leben wie ein Podcast, den man eigentlich nur kurz anmachen wollte und dann stundenlang nicht mehr abschaltet. "This Story Might Save Your Life" gehört genau in diese Kategorie. ...

Manche Bücher landen im Leben wie ein Podcast, den man eigentlich nur kurz anmachen wollte und dann stundenlang nicht mehr abschaltet. "This Story Might Save Your Life" gehört genau in diese Kategorie. Tiffany Crum erzählt eine warmherzige, klug aufgebaute Geschichte, die leichtfüßig beginnt und sich Schritt für Schritt zu einem emotionalen, spannenden Rätsel entwickelt. Was zunächst wie eine charmante Story über zwei erfolgreiche Podcast-Hosts wirkt, entfaltet schnell eine tiefere Ebene über Nähe, Vertrauen und die Geschichten, die wir einander und uns selbst erzählen.

Joy und Benny sind nicht nur Co-Hosts eines gefeierten Podcasts, sondern auch ein perfekt eingespieltes Duo. Als Joy plötzlich verschwindet, gerät Bennys Welt aus den Fugen. Die Suche nach ihr wird zur emotionalen wie auch psychologischen Herausforderung. Besonders gelungen ist die Erzählstruktur: Perspektivwechsel und fragmentarische Einblicke sorgen dafür, dass man als Leser:in ständig neue Puzzleteile erhält und doch nie das Gefühl hat, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Die große Stärke des Thrillers liegt in seiner Balance. Spannung und Gefühl stehen gleichberechtigt nebeneinander, die Figuren wirken lebendig und nahbar, die Dialoge natürlich. Die Autorin schafft es, ernste Themen mit Leichtigkeit zu erzählen, ohne sie zu verharmlosen. Das Ergebnis ist ein Thriller, der unterhält, berührt und lange nachklingt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2026

Ein Traumjob mit dunklem Unterton

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
1

Ein Job, der nach Freiheit klingt: in fremden Häusern wohnen, auf sie aufpassen, gutes Geld verdienen. Für Cecilia ist Housesitting mehr als ein Nebenverdienst, es ist eine Flucht aus einem Leben, das ...

Ein Job, der nach Freiheit klingt: in fremden Häusern wohnen, auf sie aufpassen, gutes Geld verdienen. Für Cecilia ist Housesitting mehr als ein Nebenverdienst, es ist eine Flucht aus einem Leben, das gerade aus den Fugen geraten ist. Als sie einen besonders lukrativen Auftrag auf einer abgeschiedenen Insel annimmt, wirkt alles zunächst wie ein Glücksgriff. Luxus, Ruhe, Meerblick. Doch genau diese perfekte Kulisse wird schnell unheimlich.

Emily Rudolf versteht es, Spannung leise aufzubauen. Statt auf Daueraction setzt sie auf Atmosphäre, auf kleine Irritationen, auf das Gefühl, dass etwas nicht stimmt auch wenn man noch nicht sagen kann, was. Die Geschichte entfaltet sich Schritt für Schritt und spielt geschickt mit Erwartungen. Perspektivwechsel und neue Informationen sorgen dafür, dass man sich als Leser nie zu sicher fühlt.

Die Figuren sind bewusst nicht glatt oder eindeutig. Motive bleiben lange im Dunkeln, Sympathien verschieben sich, und moralische Klarheit ist selten. Das macht die Geschichte interessant, kann aber stellenweise auch fordern, weil man aufmerksam bleiben muss.
Stilistisch ist der Thriller modern und direkt, ohne Effekthascherei. Nicht jede Wendung fühlt sich gleich stark an, und das Tempo schwankt, doch insgesamt bleibt die Spannung konstant. Besonders die Kombination aus abgeschottetem Schauplatz und psychologischem Druck funktioniert gut.

"Die Housesitterin" ist kein klassischer Hochgeschwindigkeits-Thriller, sondern ein Buch, das über Stimmung, Misstrauen und zwischenmenschliche Dynamiken wirkt. Eine Geschichte, die weniger laut, dafür nachhaltig ist und die nach dem Zuklappen noch ein wenig nachhallt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2026

Zwei Außenseiter, ein Neuanfang: Wie Fürsorge zu Heilung führen kann

Der andere Arthur
1

Liz Moores "Der andere Arthur" ist ein tiefgründiger, einfühlsamer Roman, der auf faszinierende Weise zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann. Die Autorin lässt zwei Außenseiter ...

Liz Moores "Der andere Arthur" ist ein tiefgründiger, einfühlsamer Roman, der auf faszinierende Weise zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann. Die Autorin lässt zwei Außenseiter zu Helden werden und erzählt auf feinsinnige Weise von zerbrochenen Lebensentwürfen, wahrer Freundschaft und unerwarteten Neuanfängen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Arthur Opp, ein ehemals erfolgreicher Literaturprofessor, der mittlerweile mit 250 Kilo und einer jahrelangen Isolation in seinem Haus lebt, und der siebzehnjährige Kel, der in einem nahegelegenen Vorort lebt und sich mit der Sorge um seine kranke Mutter und der Angst um seine Zukunft herumschlägt. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein: Der eine hat sich in seine physischen und emotionalen Barrieren zurückgezogen, während der andere mit den Herausforderungen des Erwachsenwerdens und seiner familiären Verantwortung kämpft. Doch trotz dieser Unterschiede verbindet sie eine tiefe Einsamkeit, die sie auf unterschiedliche, aber letztlich ähnliche Weise prägt.

Die Begegnung der beiden Protagonisten entfaltet sich, als Kels Mutter nach Jahren des Schweigens mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur herantritt. Moore webt eine Geschichte, die nicht nur alte Wunden aufreißt, sondern auch neue Chancen eröffnet. Der Roman zeigt eindrucksvoll, dass sich in der Verantwortung für andere Menschen oft ein Weg zur eigenen Heilung finden kann.
Der Schreibstil von Moore ist zugleich präzise und poetisch, sie schafft es, die inneren Konflikte der Figuren auf eine Weise zu schildern, die den Leser tief berührt. Arthur und Kel sind keine klassischen Helden, sie sind gebrochene, komplexe Menschen, die mit ihren eigenen Dämonen kämpfen. Doch gerade in ihrer Verletzlichkeit und Unvollkommenheit liegt die wahre Stärke des Romans.

"Der andere Arthur" ist ein feinfühliger und kraftvoller Roman über die Möglichkeit von Veränderung, die Heilkraft von Beziehungen und die unvorhersehbaren Wege des Lebens. Moore gelingt es, mit einem klaren Blick auf das Leben der "Außenseiter" zu zeigen, dass es niemals zu spät ist, neue Verbindungen zu schaffen und Verantwortung für das eigene Leben und das Leben anderer zu übernehmen. Ein absolutes Highlight!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere