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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2024

beängstigende Vorstellungen

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Mir hat das Debüt von MUK als Krimiautor gut gefallen. Die Geschichte fängt ja eigentlich mit einem normalen Fall eines verschwundenen jungen Mädchens an. Aber dann passiert das, was heute leider fast ...

Mir hat das Debüt von MUK als Krimiautor gut gefallen. Die Geschichte fängt ja eigentlich mit einem normalen Fall eines verschwundenen jungen Mädchens an. Aber dann passiert das, was heute leider fast selbstverständlich ist: es taucht ein Video in den Sozialen Medien auf. Und damit ändert sich alles. Das Video ist auch der Grund, warum die BKA-Kommissarin Yasira Saad den Fall zugeteilt bekommt, obwohl sie ihn auch so bearbeitet hätte, denn sie ist eine sehr erfolgreiche Ermittlerin. Hier spielen jetzt viele Dinge eine Rolle, denn das Video setzt Handlungen in Bewegung, die man nicht so einfach ignorieren kann. Und diese Ereignisse sind gewaltig, sie verändern die Ermittlungsarbeit sehr. Mir gefällt die Protagonistin Yasira sehr gut. Sie ist super in ihrem Job, kommt sympathisch rüber und hat im Privatleben auch so mit ihren Problemen zu kämpfen. Dieser Fall ist natürlich sehr speziell und leider sehr medienwirksam, was die Arbeit doch um einiges erschwert. Aber ihr Team ist kompetent und sie steht voll hinter ihnen. Die Handlungen sind sehr gut nachvollziehbar und super spannend. Es ist ein beängstigendes Szenario das sich hier dem Leser enthüllt. Die Ereignisse sind leider sehr real und man kann den Bezug zur Realität leider nicht übersehen. Die Ereignisse hier in dem Buch und die Motivation dahinter sind sehr authentisch und mir macht die Vorstellung solcher Ereignisse echt Angst. Hier wird die technische Entwicklung eben mal mit ihren negativen Auswirkungen durch Menschen dargestellt. Obwohl man im Laufe der Geschichte eigentlich immer mal wieder auf falsche Fährten geschickt wird, ist das Ende zwar in bestimmten Punkten schlüssig, allerdings blieb in meinen Augen doch noch ein bestimmter Punkt offen. Das war für mich leider ein Minuspunkt, aber im übrigen ist die spannende und interessante Handlung absolut klasse. Die Personen, ihre Motivationen, die vielen unterschiedlichen Charaktere und die ganzen Handlungen sind schon sehr lesenswert und ergeben einen fesselnden Krimi. Obwohl ich nicht verstehe, warum das Buch mit "Roman" gekennzeichnet ist., für mich ist es ein klassischer Krimi / Thriller. Auffallend war aber auch der Einband des Buches. Ein wirklich sehr dicker Pappeinband, den man sehr gut in der Hand halten kann. Ungewöhnlich ist auch der Klappentext auf der Rückseite, denn wo sonst eine kleine Inhaltsangabe steht, ist hier nur der Hinweis: "Diesem Inhalt vertrauen" aufgedruckt. Es sagt sehr viel über das Buch aus, was man allerdings erst richtig versteht, wenn man das Buch gelesen hat. Aber dazu passt natürlich auch das Cover sehr gut.

Ich habe mich jedenfalls sehr gut mit diesem Buch unterhalten gefühlt, obwohl diese Geschichte etwas beängstigend ist, wenn man an die Themen darin denkt. Denn was dort als Fiktion beschrieben wurde, könnte auch Realität sein.

Ich kann das Buch mit einem guten Gewissen weiterempfehlen und werde es wohl einigen Menschen in meiner Umgebung ans Herz legen, denn das Thema ist sehr aktuell. Darüber sollten sich mehr Leute Gedanken machen und dieses Buch ist ein guter Einstieg, um das Interesse zu wecken.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

ein neuer Blick auf die Provence

Mord à la Lavande
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Dieser Auftakt zu einer neuen Krimiserie um den Krimiautor Maxim Marchal ist wirklich gelungen. Als erstes sind mir die schönen farbenfrohen und detailreichen Schilderungen der Umgebung natürlich ins Auge ...

Dieser Auftakt zu einer neuen Krimiserie um den Krimiautor Maxim Marchal ist wirklich gelungen. Als erstes sind mir die schönen farbenfrohen und detailreichen Schilderungen der Umgebung natürlich ins Auge gefallen. Das ist gerade bei dem winterlichen Wetter hier ein sehr schöner Einstieg. Wir sind in Aix en Provence angekommen und lernen den Krimiautor Maxim kennen. Mir hat besonders Spaß gemacht, wie er an seine Ideen kommt. Er beobachtet einfach mal so seine Mitbürger und die vielen Touristen in der Gegend und dabei fällt ihm so manches ins Auge, was evtl. für eine Buchidee in Frage kommen könnte. Ich hätte ihn gerne begleitet, aber durch die authentischen Beschreibungen kann ich mir alles gut vorstellen. Seine Beobachtungsgabe täuscht ihn nicht und so kommt er auf eine evtl. Spur. Er agiert natürlich nicht alleine, sondern nimmt die Unterstützung zweier motivierter Frauen in Anspruch, die er bei seinen internen Ermittlungen befragt hatte, Sabrina und Ginette. Auch diese beiden Damen sind nun an den Nachforschungen beteiligt und zusammen versuchen sie Licht ins Dunkel zu bringen. Und dabei stellen sie sich sehr gut an und bringen so einiges in Erfahrung. Mir haben die Vorgehensweisen der Freizeitermittler sehr gut gefallen. Sie bilden ein gutes Team und ergänzen sich, nicht nur charakterisch, sondern auch durch ihre unterschiedlichen Berufe und Verbindungen. Es kommt so einiges Zutage, was wirklich zu Verwirrungen führt und man auf falsche Fährten geschickt wird. Aber im Grunde passt doch alles zusammen und ich war über den Abschluss des Falls zufrieden. Es kamen interessante und wichtige Themen zur Sprache, die man so auch nicht in die schöne Gegend der Provence verortet hätte. Aber sie sind da und ich finde es gut, wie sie hier in diesem spannenden Provencekrimi eingearbeitet wurden. Mir waren auch die anderen Protagonisten mehr oder weniger sympathisch. Ich konnte die Lebenssituation der Bäuerin Odile z.B. gut nachvollziehen. Allerdings war sie vielleicht etwas zu gutgläubig. Dafür war ich über die Handlungen so manch anderer Personen hier doch überrascht. Die Tarnung war echt gut und darauf wäre erstmal niemand gekommen. Es war jedenfalls ein spannender Ausflug in die Provence mit überraschenden Einblicken. Und natürlich dem sympathischen Ermittlungsteam Maxim (der übrigens seltsamerweise einige Gemeinsamkeiten mit dem Autor Robert de Paca hat - diese Hinweise fand ich sehr amüsant), Sabrina und Ginette zu folgen, war eine fesselnde Angelegenheit. Und ich hoffe, bald noch mehr Fälle mit Maxim und Co. in der Provence zu lösen.

Das Nachwort war auch sehr interessant und genau der richtige Abschluß zu diesem schönen Krimi.

Ich hatte jedenfalls eine sehr unterhaltsame Auszeit in der Provence und habe die Spannung unter der Sonne genossen.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

der Lauf des Lebens

Wie Schiffe auf stürmischer See
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Der Titel passt wirklich sehr gut zu den geschilderten Lebensgeschichten der Protagonisten. Wir erfahren wie Grace ihr Leben mit den vielen unerwarteten Ereignissen meistert. Sie ist mir sehr sympathisch, ...

Der Titel passt wirklich sehr gut zu den geschilderten Lebensgeschichten der Protagonisten. Wir erfahren wie Grace ihr Leben mit den vielen unerwarteten Ereignissen meistert. Sie ist mir sehr sympathisch, obwohl sie mir zwischendurch doch etwas unüberlegte Handlungen vollzieht. Aber ihre jetztige Situation ist auch nicht einfach und sie muss erst mit allem klarkommen. Und dann gibt es ihren Vater Jack. der mittlerweile unter Demenz leidet. Sein Verhältnis zu seiner Tochter war nicht immer einfach, aber trotzdem ist sie zurückgekommen um ihm beizustehen. Obwohl... vielleicht war das "wieder nach Hause ziehen", für Grace auch eine kleine Rettung. Zusammen versuchen sie mit der Situation umzugehen. Das ist natürlich nicht einfach und schon taucht die nächste Person vor der Türe auf. Auch sie erzählt eine besondere Geschichte und bringt damit wieder viele Gefühle von Vater und Tochter zum Vorschein. Allerdings ist bei Jack im Moment die Vergangenheit realer als die Gegenwart. Sie alle stehen vor großen Fragen und Kreuzungen in ihrem Leben. Mir haben die Schilderungen der Personen und ihren Lebensituationen gut gefallen. Man lernt die Personen gut kennen und man kann ihre Emotionen nachvollziehen. Es ist kein einfaches Buch, denn die Probleme sind groß und vor allen Dingen sehr authentisch. Gerade das Thema Demenz hat mich sehr berührt, denn es ist auch in meinem Umfeld aktuell. Und auch die Probleme von Malin sind sicher für viele ein aktuelles Thema. Jeder der Protagonisten hat im Moment einen besonderen Lebensabschnitt zu bewältigen, der einiges an Entscheidungen verlangt. Die Erzählung ist sehr einfühlsam und gut nachvollziehbar. Man kann sich durch die detailreichen Schilderungen, ob es nun die Gefühle und Erlebnisse der Protagonisten betrifft oder die grandiosen Schilderungen der Natur, alles sehr gut vorstellen. Besonders gut haben mir die Kapitel aus der Sicht von Michael, dem Sohn von Jack gefallen. Sie bringen viele Antworten auf offene Fragen und man kann die Situation von Damals viel besser verstehen. Aber auch diese Eindrücke sind sehr emotional und man wird auch hier tief in die damalige Ansicht der Menschen zu bestimmten Themen eingeführt. Es sind eben Familienkonstellationen und die sind selten einfach. Ob nun die Probleme in Jacks Familie oder die Problematik in Malins Leben, alles ist sehr realistisch. Mir hat diese Geschichte jedenfalls gut gefallen. Es ist sehr interessant zu lesen. Man erlebt die Vielfalt der unterschiedlichen Lebensformen und die Auswirkungen auf diejenigen, die diese Entscheidungen einfach mittragen müssen, ohne Einfluß auf Entscheidungen zu haben. Und wie im echten Leben kommt es immer wieder zu unerwarteten Wendungen bzw. neuen Erkenntnissen. Das Leben ist eben kein gerader Weg. Aber das macht es auch so interessant.

Es waren sehr mitreißende Lesestunden und auch das Ende hat mich mit einem guten Gefühl zurückgelassen. Das Leben ist eben nicht immer einfach und trotzdem kann man etwas Positives daraus machen. Ich konnte die Protagonisten jetzt auch gut zurücklassen in ihrem neuen Lebensabschnitt.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Schicksalsschläge

Das Inselhaus
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Diese Geschichte führt uns nach Amrum. Wir erleben die tolle Natur und die Menschen auf dieser kleinen Insel. Anne kommt durch ein unerwartetes Erbe auf die Insel. Sie hat einen schweren Schicksalsschlag ...

Diese Geschichte führt uns nach Amrum. Wir erleben die tolle Natur und die Menschen auf dieser kleinen Insel. Anne kommt durch ein unerwartetes Erbe auf die Insel. Sie hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und ist noch dabei das alles zu verarbeiten. Und dann die Überraschung mit dem Haus auf der Insel. Sie fährt hin um Antworten zu bekommen. Aber es entwickelt sich doch alles ganz anders als geplant. Und bringt sehr wichtige Ereignisse ans Tageslicht. Mir hat die Geschichte um Anna sehr gut gefallen. Es ist eine sehr emotionale Geschichte und könnte leicht in seichte Bereiche abrutschen, aber die Autorin hat es durch die positiven und lebensbejahenden Charaktere der Protagonisten abgewendet. Mir gefällt es sehr gut, wie Anne mit der ganzen Situation umgeht. Und auch die anderen, wie der junge Mann Ben oder die beiden Frauen in dem Friesenhaus, kommen sehr authentisch und positiv rüber. Man kann die Stimmungen vor Ort immer gut nachvollziehen und wird so tief ins Geschehen hineingezogen. Mir hat die Geschichte jedenfalls schöne Lesestunden beschert und ich bin gespannt auf die Fortsetzung. Denn hier werden ja Lebenswege erzählt, die sicher noch nicht zu Ende sind. Und natürlich macht es Spaß, sich diese schöne Insel vorzustellen. Man könnte meinen, man wäre selber auf den Leuchtturm gestiegen. Und das Lesen in dem Strandkorb kann man auch gut nachvollziehen und würde sicher gerade jetzt dort auch gerne sitzen. Und es gab ja sogar noch eine kleine Geschichte in der Geschichte... die in kursiver Schrift geschrieben und auch interessant ist. Eine schöne Idee.

Alles in allem ist es ein schönes Buch für gemütliche Lesestunden.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

märchenhafter Thriller

Böser, böser Wolf
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Das Cover hat mir sehr gut gefallen. Die erhabene rote Schrift, die Rosenranken und der Mantel von Rotkäpchen sind wirklich gelungen und geben dem Cover einen eindrucksvollen Anblick. Und ein böser Wolf ...

Das Cover hat mir sehr gut gefallen. Die erhabene rote Schrift, die Rosenranken und der Mantel von Rotkäpchen sind wirklich gelungen und geben dem Cover einen eindrucksvollen Anblick. Und ein böser Wolf wird uns ja im Text auch immer begleiten. Ich war überrascht über die Geschichte. Es ist eine interessante Handlung, wobei "märchenhaft" es wirklich trifft. Die Wendungen, die die Geschichte zum Ende hin nimmt, waren nicht vorhersehbar. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet, aber es ist eben märchenhaft und da ist alles möglich. Die Protagonisten sind sehr interessant und vielschichtig. Man muss zwischendurch gut achtgeben, dass man den Faden behält. Es ist alles eben ganz anders als man denkt. Aber die Spannung begleitet uns vom Anfang bis zum Ende. Die Handlungen sind sehr detailreich beschrieben und man kann sich alles gut vorstellen. Die Geschichte ist abwechslungsreich und vielschichtig. Allerdings kommt einem erstmal alles sehr real und authentisch vor, doch dann wird man mit seltsamen Aspekten konfrontiert. Und schon muss man seine Vorstellungen wieder ändern. Mir ist die Protagonistin Lyla sehr sympathisch und ich leide mit ihr, als ihre so einige Dinge klarwerden. Die ganzen Hinweise auf Märchen finde ich sehr gut und die Umsetzung durch die entführte Schriftstellerin Katie fand ich schon außergewöhnlich. Es ist wirklich ein etwas anderer Thriller, der aber fesselt und den Leser mitfiebern lässt.
Ich hatte jedenfalls märchenhafte Lesestunden und kann das Buch mit einem guten Gefühl weiterempfehlen. Es ist eben mal was ganz anderes.

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