Spannend, düster, emotional
MedeaMedea stammt aus der griechischen Mythologie, als Nichte der Zauberin Circe, deren Fähigkeiten sie geerbt hat. Als der Held Jason auftaucht, folgt sie ihm - und stolpert von einem Gefängnis ins nächste. ...
Medea stammt aus der griechischen Mythologie, als Nichte der Zauberin Circe, deren Fähigkeiten sie geerbt hat. Als der Held Jason auftaucht, folgt sie ihm - und stolpert von einem Gefängnis ins nächste.
Zu Beginn hat mir Medea so leid getan, aufgrund ihrer Kräfte muss sie die G3walt ihres Vaters jahrelang über sich ergehen lassen und sich verstecken, bis er ihre Macht für ihre eigenen Zwecke m1ssbraucht. Ihre Einsamkeit, ihr Schmerz und die Unmöglichkeit, zu sich zu stehen , waren bedrückend.
Als der Held Jason auf der Suche nach dem goldenen Flies auftaucht, hilft sie ihm, ihre eigenen Prüfungen zu meistern, zB den Drachen, den sie selbst erschuf. Jason und die Argonauten, die in den Heldensagen bekannt sind, verlieren dadurch in meinen Augen sämtliche Achtung, denn sie haben keine einzige Prüfung ohne Medea geschafft.
Dass sie ihm folgt, verstand ich, um ihrer Freiheit willen. Auch wenn ich wünschte, sie hätte auf die Warnungen von Circe und Atalanta gehört, konnte ich Medeas Entscheidung absolut nachvollziehen - sie wollte einfach mehr vom Leben. Und dann fing das heftigste Gaslighting an. Jason hat sich durchweg manipuliert, mit ihrer Liebe für ihn gespielt und war der toxischste Mann, den man sich nur vorstellen kann. Es war so grausam, Medea dabei zuzusehen, wie sie sich selbst für ihn verliert und vom Volk für seine Taten an den Pranger gestellt wird.
Ihre 180 Grad Wendung hin zum Dunklen hat mich dann allerdings genauso schockiert, ganz besonders, was ihre M0rde betrifft, hier hat sie für mich sämtliche Sympathiepunkte verloren. Das würde ich gar nicht im Negativen sehen, denn zum einen muss die Autorin sich natürlich an die Storyline des Originals halten, zum anderen war es irgendwie einfach Medeas Weg, Vergeltung statt Loslassen zu wählen. Ich hätte mir nur gewünscht, sie hätte sich früher befreit, aber die Manipulation war einfach zu stark & sie hatte keinerlei Support.
Sprachlich war es großartig geschrieben, ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Es hat mich von Anfang bis Ende berührt, gefesselt und gecacht.
Es gab keine wirklichen Sympathieträger wie so oft in der gr. Mythologie, jeder ist gegen jeden, jeder leidet für sich, jeder entscheidet sich für den dunklen Weg, alle manipulieren einander und fallen sich in den Rücken. Dadurch hatte der Plot aber einen riesigen "omg"-Effekt, weil ich immer gehofft habe, dass nun doch eine gute Wendung kommt, nur damit es dann schlimmer und schlimmer wird.
Obwohl ich mir gewünscht habe, mehr mit Medea sympathisieren zu können, habe ich in Hinblick auf die Mythologie sehr viel gelernt, nicht nur über sie,sondern auch über Jason uns die Argonauten und Circe und die verschiedenen Königreicher, was es für mich sehr interessant gemacht hat.
Es ist definitiv kein rosa Bubble Roman, aber es war gewaltig und düster und heftig und wirklich fesselnd, mit einem großen Waruuuum.