Cover-Bild Der lebende Beweis
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 188
  • Ersterscheinung: 29.01.2026
  • ISBN: 9783751810630
Lola Randl

Der lebende Beweis

Roman

Der lebende Beweis erzählt von einer Frau Mitte 40, die eine zunehmende Entfremdung verspürt – von ihrer Umgebung, ihrer Familie und von sich selbst. Zurückgezogen auf den Dachboden ihres Hauses, blickt sie auf das Dorf, in das sie einst voller Hoffnung gezogen ist. In dem Versuch, die Welt um sich herum und ihre Position darin neu zu begreifen, beginnt sie eine »wissenschaftliche Untersuchung des kollektiven Bewussten und Unbewussten des Ortes«.

In Begleitung des gewissenhaften Dorfchronisten, der esoterischen Pastorin und zweier Außenseiter begibt sie sich auf eine Reise in die Untiefen des abgelegenen Fleckens. Die Grenzen zwischen Beobachterin und Beobachtetem verschwimmen. Je tiefer sie in die Mechanismen des Dorfes eindringt, desto klarer wird: Ihre Forschung gilt nicht nur dem Ort, sondern auch ihrer eigenen Natur – und der Natur des Menschen überhaupt. Sie selbst wird zur »porösen Stelle«, durch die längst verdrängte Gespenster an die Oberfläche drängen. Was als rationale Analyse beginnt, destabilisiert sich zunehmend – denn die Strukturen, die sie zu entwirren sucht, erfassen sie selbst.


Der lebende Beweis ist eine Reflexion über soziale Dilemmata und die Durchlässigkeit der Grenzen zwischen Innen und Außen, Individuum und Kollektiv. Formen wir die Welt, oder formt sie uns? Oder ist das überhaupt ein Widerspruch?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2026

Sehr schräge Innenschau einer sonderbaren Frau

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Dieses Buch lässt mich ratlos zurück. Vielleicht hat es eine Botschaft, aber wenn, dann verstehe ich sie nicht. Eine sonderbare Frau ist mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und ihrer Mutter aus der Großstadt ...

Dieses Buch lässt mich ratlos zurück. Vielleicht hat es eine Botschaft, aber wenn, dann verstehe ich sie nicht. Eine sonderbare Frau ist mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und ihrer Mutter aus der Großstadt aufs Land gezogen, in ein kleines Dorf im ehemaligen Ostdeutschland. So richtig wollte sie dort nicht hin und eigentlich wollte sie auch nicht mehr mit ihrem Mann zusammen sein, aber sie hat es halt gemacht, und dann haben sie Kinder bekommen:

"Eigentlich waren wir gerade dabei uns zu trennen, entwickelten in dieser Phase der Abkopplung aber ein seltsames Interesse an Häusern auf dem Land und stöberten abends im Bett durch die Angebote."

"Spüren sie nicht, dass ich ihnen die Mutter, Partnerin, Tochter nur vorspiele? Ist ihnen egal, dass ich nicht anwesend bin?"

"Liebe Kinder .... Jeder verwildert allein. Seid mir nicht böse. Ich kann euch nicht helfen. Ich treibe selbst ziellos durch den Kosmos. Eure Mutter."

Einen Liebhaber gibt es außerdem in der Nähe. Das ganze Buch ist allein aus der Sicht der Frau geschrieben, andere Sichten lernen wir nicht kennen. Die Frau bleibt dem Dorf und seinen Bewohnern fremd und fühlt sich fremd. Sie macht sonderbare Experimente, zum Beispiel legt sie eine Schere an einen öffentlichen Ort und beobachtet heimlich, ob jemand sie nimmt und was weiter damit geschieht. Dazu recherchiert sie zur Vergangenheit des Dorfes, etwa zu früheren Hexenverfolgungen. Ganz am Anfang findet sie auch ein Gehirn in einer Pfütze auf dem Kirchhügel und nimmt es mit, um es zu konservieren. Dazwischen gibt es banale Alltagsbegebenheiten wie Entlausungsversuche der Kinder in der Schule, die erst am mangelnden Bargeld dafür und dann an den Öffnungszeiten der Apotheke scheitern.

Möglicherweise verbirgt sich in diesem Buch irgendeine interessante tiefergehende Symbolik, die ich allein ohne Diskussion mit anderen Lesenden aber nicht entschlüsseln könnte. Zurück bleibt für mich das Psychogramm einer zutiefst verstörten (psychotischen?), selbstbezogenen Frau, die keine Verantwortung für ihre Entscheidungen übernimmt, ruhelos durch ihr Leben irrt und die ich nicht wirklich verstehen kann.

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