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Veröffentlicht am 14.04.2026

Tödliche Rätsel im Norden - Das Sonderdezernat ermittelt weiter

Tote Seelen singen nicht
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Glücklicher Weise geht es mit der dänischen Thrillerreihe weiter. Alle die schon mal einen Carl Mork Fall gelesen haben, werden verstehen, daß man sich über einen weiteren Fall freut und für alle neuen ...

Glücklicher Weise geht es mit der dänischen Thrillerreihe weiter. Alle die schon mal einen Carl Mork Fall gelesen haben, werden verstehen, daß man sich über einen weiteren Fall freut und für alle neuen Leser ist es vielelicht der Einstieg um auch die voran gegangenen Fälle lesen zu wollen.
Denn man dachte, nach dem 10 Fall, daß war´s dann wohl. Das Ende vom Sonderdezernat Q! Carl Mork, der Leiter, ging ins Gefängnis - was oder wie sollte es danach weitergehen? Doch es gibt ein neues Kapitel für das Sonderdezernat Q und seine Leserschaft.

Carl Mork saß ein Jahr lang unschuldig im Gefängnis und hat anschließend seinen Dienst im Sonderdezernat Q gekündigt. Er ist nun Autor und widmet sich dem Schreiben über die gelösten Fälle und seine Erlebnisse mit seinen Kollegen vom Sonderdezernat Q.
Seine leitende Position wird durch Helena Henry, einer toughen französischen Ermittlerin neu besetzt. Sie bezieht mit viel widerwillen von Seitens Rose, das alte Büro von Carl, im Kopenhagener Keller.
Assad ist zu Anfang eher verwirrt, würde sehr gern wieder mit Carl zusammen arbeiten und sehen das er zurück zum Sonderdezernat Q kommt. Doch Assad gibt Helena eine Chance sich zu beweisen.
Ausgerechnet Carl Mork ist derjenige, der dem Team den Neuen und somit Elften Fall besorgt.

Anfangs geht es um einen zuerst unscheinbar wirkendem Fall, der sich dann doch als ein eher merkwürdiger Todesfall eines alten Ehepaars entpuppt. Schon bald führt er das Team zu einem Sängerinternat und dessen Knabenchor.

Aus einem zu Anfang unscheinbarem Fall, wird ein Racheakt pre excellence.
Es geht um Eifersucht, Demütigung, Misshandlung, Verletzung, Hass, Angst, Anerkennung und das Gefühl geliebt zu werden.

Der Schreibstil und die Eigenarten vom Sonderdezernat Q und seinem Team, sind auch in diesem Fall wieder SUPER und so wie man sie über die 10 Fälle zuvor kennen und lieben gelernt hat.
Ich muss ehrlich sagen, mir fehlt Carl Mork auch und es fiel mir Anfangs etwas schwer ihn in diesem Teil, in einer anderen Rolle und eben nicht als Kommisar, zu erleben. Ebenso war ich etwas unsicher ob ich mich mit Helena als neuer Kommisarin wirklich anfreunden kann, aber ich habe ihr eine Chance gegeben und sie hat es wirklich gut gemacht. Wie man in diesem Buch erfährt, wird an Q12 und Q13 bereits gearbeitet. Und ich bin wirklich neugierig, wie es im Sonderdezernat Q und mit dem gesamten Team weiter geht. Von daher fieber ich den kommenden Fällen schon entgegen und werde weiterhin dabei bleiben.

Von mir eine absolut klare Lesemempfehlung. Ich bin und ich bleibe Sonderdezernat Q - Fan

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Zwischen Zärtlichkeit und Brutalität - ein emotionales Meisterwerk

Die Namen
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Die Namen – Emotional überwältigend, zutiefst berührend und großartig geschrieben!
Das Buch ist von der Ersten bis zur Letzten Seite einfach Ein Knaller!
Florence Knapp ist eine britische Autorin und DIE ...

Die Namen – Emotional überwältigend, zutiefst berührend und großartig geschrieben!
Das Buch ist von der Ersten bis zur Letzten Seite einfach Ein Knaller!
Florence Knapp ist eine britische Autorin und DIE NAMEN ist ihr erster Roman. Zuvor verfasste sie Sachbücher über das Quilten und dann schreibt sie diesen brutal ehrlichen und zutiefst berührenden Roman. Bevor sie Schriftstellerin wurde, war sie als Schneiderin tätig und spezialisierte sich auf Handnähtechniken, wie Quilten und das englische Paper Piercing.
Eine kurze Beschreibung zu Knapp und ihrer Person die ich auf auf ihrer Homepage gefunden habe: Ich lebe etwas außerhalb Londons mit meinem Mann, unserem Hund und manchmal einem (oder zwei) unserer jetzt erwachsenen Kinder. Einige meiner Lieblingssachen sind: Wörter, Fotokabinen, alte Fliesen, Regen, lange Telefonate, Kleidung mit Taschen, Buchbezüge, Grübchen (ich habe keine eigene, aber ich begehre die Wangen derer, die es tun), Häuser, die nachts beleuchtet sind, das Wort eiderdown, Notizbücher, Kaleidoskope, hausgemachte Suppe, Italien, Fotos machen, Buchchat, Hummus, Barre, Hauspflanzen.
Ich bin weniger scharf auf Gewürzflaschen, Fahren auf Autobahnen und Socken, wo die Ferse herunterrutscht.
Florenz x
Der Klappentext:
Ein Roman, Drei Vornamen, drei Lebenswege. »Der beste Debütroman seit Langem« SUNDAY TIMES
Kann dein Name den Verlauf deines Lebens ändern?
Es ist 1987 und Cora ist auf dem Weg zum Amt, um die Geburt ihres Sohnes anzumelden - und seinen Namen. Noch ahnt sie nicht, wie sehr dieser Moment ihr Leben und das ihres Sohnes prägen wird.
Coras Mann Gordon, ein allseits beliebter Arzt, erwartet, dass sein Sohn nach alter Tradition den Namen des Vaters bekommt - und somit den von Generationen herrischer Männer vor ihm. Ihre Tochter Maia möchte den kleinen Bruder Bear nennen, und Cora selbst bevorzugt Julian, in der Hoffnung, dass ihr Sohn sich so zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln kann.
Mit DIE NAMEN legt Florence Knapp einen unvergesslichen Roman vor, brillant, konstruiert, packend und anrührend zugleich, der um eine simple Frage kreist, die fast jeder sich schon einmal gestellt hat: Inwiefern prägen uns unsere Namen – oder sind sie wirklich einfach nur Schall und Rauch?
Florence Knapps Debütroman ist die bewegende und hoffnungsvolle Geschichte von drei Namen, drei Versionen eines Lebens und den unendlichen Möglichkeiten, die eine einzige Entscheidung auslösen kann. Es ist die Geschichte einer Familie und ihrer Liebe zueinander - egal, was das Schicksal bereithält.


Ich bin immer noch völlig überrascht, da aus dem eigentlichen Klappentext, in keinster Weise diese tiefe, berührende, mitreißende Geschichte zu erahnen ist.
Für mich ist dieses Buch mit Abstand eines der besten Bücher die ich seit langem gelesen habe. Aber ich schicke an dieser Stelle schon mal eine Triggerwarnung voraus. Es geht um häusliche Gewalt, Femizid und Missbrauch und das in einer sehr ehrlichen, brutalen und direkten Art. Man wird nicht verschont und durch den einzigartigen Schreibstil von Knapp, erlebt man das Geschehen an und in sich selber mit.
In diesem Buch werden drei Namen – Lebenswege wird über einen Zeitraum von 35 Jahren geschildert. Was wird aus Cora, Maia, Gordon, Bear, Julian? Was wird aus der Familie Atkin?
Cora – die Mutter, die ihre Kinder beschützen möchte, keinen Ausweg sieht und völlig gefangen ist.
Maia – die große Schwester, die in allen drei Lebensgeschichten ihren Bruder „begleitet“.
Gordon – „krachend und dumpf“, möchte von seinem Vater gesehen und Wertgeschätzt werden.
Bear – „weich, kuschelig und lieb, aber auch mutig und stark“ - ist ein ganz warmherziger Typ, der die Natur liebt und gerne für Harmonie und Fröhlichkeit sorgt.
Julian – „Himmelsvater“ – ist eher ein Einzelgänger, ein ruhiger und viel denkender Mensch der sich schwer tut Freundschaften zu schließen.
Dr. Gordon Atkin – ein sehr beliebter und angesehener Hausarzt, der alle Fäden in der Hand hält.

Die Idee, anhand des Namens, drei unterschiedliche Geschichten zu erzählen, finde ich großartig. Die Umsetzung ist fantastisch und einfach super gelungen. Es ist spannend und fesselnd. Man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und unbedingt wissen, wie es mit den einzelnen Darstellern weitergeht. Während dem Lesen stößt man auf „kleine verborgene“ Verbindungen innerhalb der verschiedenen Erzählstränge, womit alle Versionen miteinander verwoben sind.
Besonders beeindruckt hat mich, wie gut die Verletzlichkeit und die Stärke der Protagonisten zum Ausdruck kommen. Ich finde es unglaublich, wie die Autorin es schafft, Gewalt, Femizid, aber auch Freundschaft und zwischenmenschliche Beziehungen so präzise und eindringlich mit Worten einzufangen und ebenso die Gefühle an den Leser zu übertragen.
Schwer ertragbar war für mich, mir nochmal deutlich zu machen, wie viele Frauen/Familien von häuslicher Gewalt betroffen sind und wie „zurückgezogen“ und „versteckt“ sie Leben. Wie nicht nur die Partner von häuslicher Gewalt betroffen sind, sondern wie sehr es sich auf die gesamte Familie auswirkt. Wie es sich auf die Kinder überträgt, die sich sehr früh „Verhaltsregeln“ aneignen um sich "ruhig" zu verhalten, sich anpassen, klein machen, um jegliche Form von aufkommenden Ärger zu vermeiden. Dass neben dem Femizid auch das strukturelle Problem angedeutet wird - wie schwer es Frauen gemacht wird, sich zu wehren - finde ich ganz Stark. Außerdem gefällt mir außerordentlich gut, dass der Fokus so gar nicht auf dem Täter liegt.
Sehr gefühlvoll ist die Rolle der Großmutter Silbhe und ihrem Freund Cian. Die Momente von soviel Liebe, Hingabe und Verständnis braucht nicht nur die Leserschaft, sondern sie sind auch für die Geschichte essenziell wichtig.
Auf dem Einband sind Beschreibungen wie ...herzzerreißend, gefühlvoll, mitreißend, brillant, wunderbar und ergreifend, wunderschön geschrieben, klug und warmherzig, absolut originell, zu lesen. Neben all diesen Adjektiven gehören auf jeden Fall noch Brutal abgründig und Emotional sehr aufwühlend genannt. Das Buch hat mich total ergriffen und Emotional voll erwischt. Man erlebt eine Achterbahn der Gefühle. Diesen Roman zu lesen heißt: Zwischen Wut, Zorn, Angst, Ekel, Hass, Mitgefühl, Leid, einen Kloß im Hals, Freude, Liebe, Tränen, Hilflosikeit, Zuversicht, …hin und her geworfen zu werden. Manche Passagen sind schwer zu lesen und noch schwerer zu ertragen.
Wie Florence Knapp es geschafft hat viele Einzelheiten und Personen, miteinander zu verknüpfen ist einfach super gelungen.
Ich fand das Ende etwas Hollywood-Like, aber es hat mich nicht "geärgert" sondern sehr zufrieden zurück gelassen. Am Ende dem Leser aufzuzeigen, daß man, als Mutter, Schwester, Sohn, Freund, Partner - verzeihen, sich öffnen und selber verändern kann, egal, was man für eine Erfahrung oder Tat hinter sich hat, hat mich sehr glücklich gestimmt. Ich vergebe dem Buch wie der Autorin ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ und bekenne mich ganz offiziell dazu - dieses Buch gehört zu meinen Lieblingsbüchern 🥰.
Ich hoffe Florence Knapp wird sich noch vielen Geschichten annehmen und uns schriftstellerisch auf ihre Reise mitnehmen. Auf jeden Fall werde ich sie weiterhin im Auge behalten.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Nie wieder ist JETZT !

Der Fotograf von Auschwitz
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Die Menschen zu retten war für ihn unmöglich.
Zeugnis abzulegen unabdingtbar.

>>Mit meinem Beitrag möchte ich aufzeigen, was passiert ist, damit sich so etwas Schreckliches nicht noch einmal wiederholt.Nein, ...

Die Menschen zu retten war für ihn unmöglich.
Zeugnis abzulegen unabdingtbar.

>>Mit meinem Beitrag möchte ich aufzeigen, was passiert ist, damit sich so etwas Schreckliches nicht noch einmal wiederholt.<< Wilhelm Brasse

Warum?
Mit diesem Wort beginnen seit Wilhelm Brasses Ankunft in Auschwitz alle fragen. Warum dieses unfassbare Leid?
Warum greift niemand ein?
Als Häftling Nr. 3444 zum Erkennungsdienst abkommandiert, soll er die anderen KZ-Insassen fotografieren. Mit Mütze, ohne Mütze, im Profil.
Menschen, denen die Todesangst ins Gesicht geschrieben steht.
Menschen die kurze Zeit später in den Gaskammern verschwinden.
Als Brasse 1945 alle Fotos verbrennen soll, widersetzt er sich, um Zeugnis abzulegen von den unfassbaren Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Reiner Engelmann hat Wilhelm Brasse noch kennengelernt und schreibt sein Leben auf. Ein erschütterndes Dokument - gegen das Vergessen.

Es ist nicht einfach, sich all die Verbrechen und das Leid der Nazidiktatur vor Augen zu führen, aber es ist wichtig, daß wir über diese Zeit aufklären. Denn so etwas darf einfach NIE WIEDER passieren.
Nie war dieses Thema aktueller wie gerade in den heutigen Zeiten, wo der Rechtsruck, Rechtspopulismus oder Autoritarsierung solch ein globales Phänomen ist und als "Konjunktur des Rechtspopulismus" bezeichnet wird. Man aus Frust und Protest, falsche Entscheidungen trifft und sich von falschen Parolen verführen lässt.
Wilhelm Brasses letzten Worte in diesem Buch sind folgende:
>>Nein, ich empfinde keinen Hass gegen die Deutschen, und ich hoffe, dass die Menschen von heute, nicht nur die Deutschen, sondern auch aus allen anderen Nationen, nicht noch einmal gedankenlos einem solchen Führer hinterherlaufen.
Wir müssen unsere Augen öffnen und das früh genug erkennen. In einem Gespräch, gerade mit jungen Menschen, möchte ich keinen Hass verbreiten, sondern aufzeigen, was passiert ist. Damit sich so etwas Schreckliches, wie wir es erleben mussten, nicht noch einmal wiederholt.<<


Damit ist alles gesagt.

Ich lese immer mal wieder Biographien aus der Kriegszeit, über die Nazidiktatur, den Holocaust, weil ich es einfach wichtig finde, davor nicht die Augen zu verschließen, sondern sich damit auseinander zu setzen, Toleranz zu Leben und Dinge zu hinterfragen.
Das Buch Beginnt mit einem Vorwort:
Es ist nicht einfach, über Auschwitz zu reden.
Auschwitz - dieser Ort sympolisiert und materialisiert all das, was an Verbechen gegen die menschlichkeit während der Zeit der nazidiktatur millionfach verübt wurde.
Auf den Holocaust folgte zunächst Schweigen. Die Überlebenden, die Zurückgekehrten, waren fassungslos.
Was hatten sie durchgemacht?
Was hatte man ihnen angetan?
Wer waren die Täter?
Waren es Menschen, waren es zivilisierte Menschen?
Hatten sie ein Gewissen?
Wer hat die Befehle erteilt?
Hätten sie sich den Befehlen widersetzen können?
Wo lebtebn die Täter danach, als es vorbei war?
Lebten sie mitten in der Gesellschaft? Mitten unter uns?
Würde man ihnen begegnen? Sie wiedersehen?
Oder standen sie alle nachweislich vor Gericht? Wurden sie verurteilt?
Welche Strafen hatte man ihnen zugedacht für das Unaussprechliche und doch Geschehene?
War es vorbei? War es wirklich vorbei?
Fragen die immer wieder neu gestellt werden müssen.
Nicht weil die Holocaust-Überlebenden nichts zu sagen gehabt hätten, sondern weil sie für das, was sie erlebt und vor allem überlebt hatten, keine Worte fanden. Welche Worte hätten sie finden müssen für die Demütigung, ihre Qualen, ihre Ängste und die ständige Konfrontation mit dem Tod?
Welche Worte für das Glück oder den Zufall, nicht selbst durch einen Spatenhieb bei der Zwangsarbeit, durch die willkürlich abgefeuerte Kugel eines SS-Mannes, bei "medizinischen Experimenten" oder in der Gaskammer umgebracht worden zu sein? Oder am Galgen, wie Freunde, denen man beim Sterben hatte zusehen müssen. Jegliche Grundwerte waren außer Kraft gesetzt und durch eine Perfektionierung industrieller Massenvernichtung ersetzt worden.
Zudem fand das Schicksal der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland wenig Beachtung. Wer hätte ihnen geglaubt in jenen ersten Jahren oder Jahrzehnten? Wie viel Kraft hätre es gekostet, über ihre menschenunwürdigen Erlebnisse vor einer Öffentlichkeit zu sprechen, die das entweder nicht ertragen oder das Unvorstellbare gar relativiert hätte.
Heute gibt es nicht mehr viele Menschen, die über diese Zeit reden können. Wilhelm Brasse war einer von ihnen, der bis wenige Monate vor seinem Tod am
23. Oktober 2012 besonders jungen Menschen als Zeitzeuge, als Gesprächspartner, als unermüdlicher Mahner zur Verfügung stand.

Umsowichtiger ist dieses Buch, das nicht nur an sein Leben erninnert, sondern auch an die Grauen und die Unmenschlichkeit der NS-Herrschaft.
Ich wünsche diesem Buch über das Leben von Wilhelm Brasse im Konzentrationslager Auschwitz sehr viele Leser, lange und ausführliche Diskussionen und das, was Brasse mit seinem Engagement hinterlassen hat:
Nie wieder Diktatur! Nie wieder Konzentrationslager!
Max Mannheimer Oktober 2014

🥺

Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

Der Schreibstil dieser Biographie ist direkt und unverblümt. Am Ende findet man einige Kurzbiographien zu einzelnen Personen, für und mit denen Wilhelm arbeiten musste. Sowie einige Erklärungen zu speziellen Begriffen und Bezeichnungen aus dem KZ-Betrieb.
In dem Buch sind original Fotos von Wilhelm Brasse abgelichtet.
Als Wilhelm in Auschwitz ankommt, erkennt er ziemlich schnell, wie hart dort der tägliche Überlebenskampf ist. Als gelernter Fotograf wurde er dem Arbeitskommando Straßenbau zugewiesen. Doch Wilhelm war solche Arbeit nicht gewohnt und wusste, daß er das nicht lange überleben würde. Nach wenigen Wochen schlich er sich einfach in einem anderen Arbeitskommando ein. Das wiederholte Brasse einige Male und landete einige Monate später beim Erkennungsdienst um dort Porträtfotos von Häftlingen zu machen. Dadurch wurde er in einen besseren Block verlegt wo einiges "erträglicher" war. Irgendwann machte er nicht mehr nur Porträtfotos von Häftlingen, irgendwann kamen auch SS-Männer und wollten von Brasse fotografiert werden.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

"Wenn Gebete im Blut ertrinken"

Blutige Stille
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Linda Castillo ist vor allem bekannt für ihre Thriller- und Krimireihe der Polizeichefin Kate Burkholder, die in Ohio im Milliue der Amishen ermittelt.
Linda Castillo schrieb zahlreiche Romantik-Thriller ...

Linda Castillo ist vor allem bekannt für ihre Thriller- und Krimireihe der Polizeichefin Kate Burkholder, die in Ohio im Milliue der Amishen ermittelt.
Linda Castillo schrieb zahlreiche Romantik-Thriller und Liebesromane, doch den internationale Durchbruch, schaffte sie mir dem ersten Teil der Kate Burkholder Reihe – Die Zahlen der Toten.
Inzwischen gibt es 17 Bände zu dieser Reihe.

Zum Buch – Blutige Stille - Klappentext
Sie töteten alle Mitglieder der Familie Plank. Die Leichen des Vaters und der beiden Söhne fand man im Wohnhaus, die der Mutter und des Babys auf dem Weg zur Scheune. Doch niemand war auf das vorbereitet, was sie in der Scheune fanden. Die beiden Mädchen, gefoltert und misshandelt. Die Familie gehörte zur amischen Gemeinde in Painters Mill, Ohio, sie lebten getreu ihren Glaubensgrundsätzen von Schlichtheit und Bescheidenheit, waren gottesfürchtige Leute. Fernab von den Verführungen der Zivilisation. Oder enthüllt das Tagebuch der ältesten Tochter eine andere Wahrheit?
Spannungsgeladen und aufregend: Auch der zweite Thriller mit Polizeichefin Kate Burkholder ist Nervenkitzel pur. Ein Thriller, der Gänsehaut garantiert!


Painters Mills ist nicht nur Ort des geschehens, sondern auch Kates Heimatort, wo sie selber als Amishe aufwuchs. Es gibt die sogenannte „Rumspringa“, eine Zeit in der Amishe sich für oder gegen den Glauben und somit für ihre eigene Lebensweise entscheiden. Kate hat sich gegen den Glauben und die Amishe Lebensform entschieden und ist Polzistin geworden. Dadurch das sie aber die Amishe Sprache spricht und deren Regeln und Ansichten kennt und achtet, gelingt es ihr die Ermittlungen gut zu führen und so auch mit den Angehörigen und Zeugen in Kontakt treten zu können.

Wer hat die Familie Plank ermordert? Die Mädchen Gefoltert und Misshandelt?
Die Taten und brutal, bestialischen Misshandlungen, werden sehr detailiert beschrieben. Was nichts für schwache Nerven oder als Einschlaflektüre geeignet ist. Bei mir hat es Gänsehaut und auch ein mulmiges Gefühl ausgelöst.
Was ist der Grund für die Taten? Was hat die Familie getan, das man ihr so etwas antut?
Die Familie ist bekannt in der Amishen Gemeinde und lebt nach deren Regeln und Bescheidenheit auf ihrer Farm. Findet Kate Burkholder irgendwelche Hinweise im Tagebuch der ältesten Tochter?
Kate brennt die Zeit unter den Nägeln, sie will den Täter schnellstmöglich fassen und versucht ihm eine Falle zu stellen. Plötzlich taucht ein Augenzeuge auf. Kann Kate den Fall nun lösen?

Während all den Ermittlungen, muss Kate sich aber auch immer ihren privaten Herausforderungen mit ihrer eigenen Familie stellen. Denn die leben als Amishe und es stehen immer noch Dinge zwischen den Geschwistern die in der Vergangenheit liegen und nie ausgesprochen wurden.
Dann gibt es da auch noch den Kollegen Tomasetti, mit dem Kate sich sehr gut versteht. Da sie beide ein ähnliches Schicksal teilen. Ist das vielleicht mehr zwischen ihnen?

Linda Castillo versteht es total gut von Anfang an Spannung aufzubauen und diese auch durchweg zu halten. Sie schreibt so detailiert und bildhaft, daß man sich mittendrin und fast dabei fühlt. Man wird als Leser förmlich dazu eingeladen, sich an den Ermittlungen und Verknüpfungen gedanklich zu beteiligen.

Fazit: Etrem Spannend! Nervenkitzel pur! Aufwühlend! Klare Leseempfehlung ür jeden Thriller und Krimifan. Es ist nicht zwingend notwendig, die Bücherreihenfolge einzuhalten, oder alle Teile zu lesen. Da es immer abgeschlossene Fälle sind, kann man jederzeit Ein- oder Aussteigen.
Ich habe nun völlig Feuer gefangen und werde bei jeder Gelegenheit die sich mir bietet, weitere Linda Castillo – Kate Burkholder Fälle lesen und verschlingen.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Grausam intensiv - ein Thriller, der fesselt

Die Zahlen der Toten
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Linda Castillos Band eins der Kate Burkholder Reihe - Von der ersten bis zur letzten Seite, ein spannender, brutaler, blutiger Thriller, der einem Gänsehaut beschert.

Die verstümmelte Leiche der jungen ...

Linda Castillos Band eins der Kate Burkholder Reihe - Von der ersten bis zur letzten Seite, ein spannender, brutaler, blutiger Thriller, der einem Gänsehaut beschert.

Die verstümmelte Leiche der jungen Frau liegt auf einem schneebedeckten Feld. Ihr Mörder hat sie regelrecht abgeschlachtet und ihr eine römische Zahl in den Bauch ritzt. Fassungslos steht Kate Burkholder, die neue Polizeichefin im verschlafenen Painters Mill, Ohio, vor der grausig anmutenden Szenerie. Kann es wahr sein? Ist der, den sie damals den „Schlächter“ nannten, und der vor 16 Jahren mehrere junge Frauen auf bestialische Weise tötete, wieder zurück?
Für Kate steht jetzt alles auf dem Spiel: Sie muss den Mörder so schnell wie möglich finden. Doch dann muss sie auch ein Geheimnis preisgeben, das sie ihre Familie und ihren Job kosten könnte.

Ein Officer wird losgeschickt, entlaufene Rinder, eines Amishen wieder zurück auf die Weide zu treiben, bevor es noch zu einem Unfall kommt. Dabei entdeckt er eine bestialisch zugerichteten Frauenleiche. Sofort ruft er nach seiner Polizeichefin Kate. Selber ist Kate als Amishe in dieser Gegend aufgewachsen. Sie kennt die Amishen, ihre Regeln und spricht auch deren Sprache. Selber hat sie sich aber in ihrer Jugend gegen das Amishe Leben entschieden und wurde aus der Familie und Gemeinde verbannt. Kate ist hat den Posten der Pilzeichefin gerade erst angenommen und möchte natürlich ihre Kollegen, sowie auch die Gemeinde von ihren Fähigkeiten überzeugen.
Alles an dem Leichenfund deutet auf einen Serienkiller - Den Schlächter - der vor 16 Jahren schon in dieser Gegend gemordet hat. Doch Kate hat Angst, das man hinter ihr Geheimnis, das sie seit 16 Jahren mit sich trägt, kommt. Daher geht es in diesem Thriller nicht nur um den Mord, einen Serienkiller, sondern auch um Kates Vergangenheit.
Der Mord, die Verletzungen, die Autopsie werden sehr detailreich beschrieben. Das ist nicht für jeden Leser was, aber mich hat es total gefesselt und tief in die Geschichte gezogen. Kate als Charakter mit ihrer Empatie für die Amishen wirkte für mich total authentisch und hat mir sehr gut gefallen.
Ich wurde sehr schnell in diese Geschichte gezogen. Von Beginn an ist es spannend und sehr intensiv geschrieben. Mir fiel jede "zwangslesepause" echt schwer. Nach der Hälfte des Buches, habe ich mir Band Zwei - Blutige Stille besorgt.
Wer auf der Suche nach einem wirklich fesselnden, spannenden, packenden, nervenkitzel ist, hat hier genau das richtige gefunden.
Ich bin ein kleiner Linda Castillo Fan und werde sehr gerne weitere Bücher von ihr lesen.

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