Interessante Geschichte, die sprachlich und inhaltlich im letzten Drittel leider schwächelt
Wo das Schweigen wohntWas für eine Familiengeschichte.
Alma muss den Suizid ihrer Mutter Margret verarbeiten und bekommt zudem plötzlich einen Bruder vorgesetzt.
In Rückblenden wird das Leben vieler Protagonist*innen erzählt. ...
Was für eine Familiengeschichte.
Alma muss den Suizid ihrer Mutter Margret verarbeiten und bekommt zudem plötzlich einen Bruder vorgesetzt.
In Rückblenden wird das Leben vieler Protagonist*innen erzählt. Vielleicht ein wenig zu Vieler. Beginnend in den letzten Wirren des Zweiten Weltkriegs begleiten wir Margret auf ihrer Flucht aus Ostpreußen. Das Grauen, das auch nach Ende des Krieges nicht aufhört, ist kaum auszuhalten und doch musste ich immer weiterlesen. Margrets Abschnitt hat mich auch am meisten gefesselt.
Die Perspektiven ändern sich im Laufe des Buches. Alma kommt zu Wort, aber auch ihr Halbruder Bernd, ihre Tochter Bianca und weitere Personen. Und immer wieder kehren wir in die Gegenwart zurück, stoßen auf weitere Geheimnisse bzw. nähern uns ihrer Lüftung.
Mir waren es insgesamt zu viele Themen und zu viele Personen, dadurch fehlte es mir ab und an Tiefe und ich hätte mir mehr Geschichte zu wenigen Personen gewünscht.
So dramatisch der rote Faden im Laufe des Buches ist, so seicht verlor er sich am Ende. Das Happy End kam mir schnell und zu unglaubwürdig.
Es hatte für mich den Eindruck, als müssen das Buch in den letzten Seiten schnell zu Ende geschrieben werden.
Ein Mehrteiler hätte der Geschichte vielleicht gut getan.
Historisch ist das Buch sehr gut recherchiert. Ich habe oft pausiert, um mich mehr über Geschehnisse im Buch zu informieren. Das Buch liest sich insgesamt gut, lässt aber sprachlich im letzten Drittel nach.