Ein Buch zum Schmecken, Riechen, Sehen und Fühlen
MirabellentageMirabellentage
Anna hat ihr ganzes Leben im kleinen Blumfeld verbracht, erst bei ihren Eltern, dann in der Dorfgaststätte und dann viele Jahre als Haushälterin des nur wenig älteren Dorfpfarrers Josef. ...
Mirabellentage
Anna hat ihr ganzes Leben im kleinen Blumfeld verbracht, erst bei ihren Eltern, dann in der Dorfgaststätte und dann viele Jahre als Haushälterin des nur wenig älteren Dorfpfarrers Josef. Nun ist Josef tot und Anna steht nicht nur vor der Herausforderung, Josefs letzten Wunsch zu erfüllen, sondern auch sich neu aufzustellen.
Geschrieben wurde das Buch von Martina Bogdahn, einer in München lebenden Fotografin. Von ihr habe ich den Debütroman „Mühlensommer“ bereits gelesen.
Das Buch ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen. Es umfasst 338 Seiten. Nummerierte Kapitel hat es keine, aber es ist unterteilt in Sinnabschnitte, so dass man gut sinnvoll unterbrechen kann.
Ich muss ehrlich sagen, meine Erwartungen an dieses Buch waren hoch, vielleicht zu hoch, weil ich den „Mühlensommer“ so geliebt habe. An ihren Debütroman reichen die Mirabellentage nicht ganz ran. Mir waren die eingeschobenen Rückblicke zu viel und sie haben auch nicht immer meinen Humor getroffen. Die Handlung in der Gegenwart war mir viel zu viel im Hintergrund. Aber eines kann Martina Bogdahn und das hat sie hier auch wieder bewiesen: keine anderen Bücher kann man so sehr schmecken, riechen, sehen und fühlen und auch diese Charaktere sind wieder so schön gestaltet, dass man sie und eigentlich das ganze Dorf, das mit seiner sehr eigenen Dynamik so wunderbar beschrieben wurde, tief ins Herz schließen muss.