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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2026

Ein alpines Setting, technologische Experimente, Isolation

Das Signal
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Mit Das Signal liefert Ursula Poznanski einen Thriller, der sich leise anschleicht und dann gnadenlos zupackt. Schon das Grundszenario erzeugt ein unangenehmes Kribbeln. Ein alpines Setting, technologische ...

Mit Das Signal liefert Ursula Poznanski einen Thriller, der sich leise anschleicht und dann gnadenlos zupackt. Schon das Grundszenario erzeugt ein unangenehmes Kribbeln. Ein alpines Setting, technologische Experimente, Isolation und das Gefühl, dass hier etwas vollkommen aus dem Ruder läuft. Die Atmosphäre ist dicht, kühl und stellenweise beklemmend. Genau das macht den Reiz aus.

Besonders stark ist die psychologische Komponente. Es geht nicht nur um ein äußeres Bedrohungsszenario, sondern um Wahrnehmung, Manipulation und die Frage, wie stabil unsere Realität eigentlich ist. Poznanski spielt gekonnt mit Unsicherheit. Als Leserin beginnt man, an allem zu zweifeln – an Figuren, Motiven, sogar an den eigenen Schlussfolgerungen. Diese permanente Irritation hält die Spannung konstant hoch.

Die Charaktere sind differenziert gezeichnet, mit Ecken, Kanten und glaubwürdigen Schwächen. Niemand ist eindeutig gut oder böse, was die Dynamik zusätzlich verschärft. Das Tempo steigert sich sukzessive: Anfangs ruhig und beinahe sachlich, später immer intensiver, bis sich die Ereignisse überschlagen. Gerade diese kontrollierte Eskalation wirkt sehr durchdacht.

Stilistisch bleibt Poznanski klar, präzise und schnörkellos. Keine überflüssigen Ausschweifungen, jede Szene dient dem Spannungsaufbau. Für mich ist „Das Signal“ ein intelligenter Thriller über Technologie, Vertrauen und Kontrollverlust, der lange nachhallt.

Ein atmosphärisch starker, psychologisch raffinierter Thriller. Nur minimal hätte ich mir noch mehr emotionale Tiefe in einzelnen Momenten gewünscht.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein gelungener Kinderkrimi

Leserabe 2. Lesestufe - Auf heißer Spur - Die Detektive von Paris
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Ich habe dieses Buch gemeinsam mit meinem Neffen gelesen, und genau dafür eignet es sich sehr gut. Die Geschichte ist spannend genug, um dranzubleiben, ohne zu überfordern, und lädt immer wieder dazu ein, ...

Ich habe dieses Buch gemeinsam mit meinem Neffen gelesen, und genau dafür eignet es sich sehr gut. Die Geschichte ist spannend genug, um dranzubleiben, ohne zu überfordern, und lädt immer wieder dazu ein, gemeinsam zu rätseln und Vermutungen anzustellen. Besonders schön fand ich das Pariser Setting, das eine angenehme Atmosphäre schafft und der Geschichte einen eigenen Charakter verleiht.
Die Handlung ist klar strukturiert, gut verständlich und altersgerecht erzählt. Mein Neffe konnte der Geschichte problemlos folgen, während ich als erwachsene Mitleserin vor allem die Dynamik zwischen den Figuren und den Ermittlungsprozess geschätzt habe. Das Tempo ist ausgewogen. Es passiert genug, um die Spannung zu halten, ohne hektisch zu wirken.
Kleine Abzüge gibt es für mich bei der Tiefe der Figuren, hier hätte ich mir stellenweise noch etwas mehr Persönlichkeit oder Überraschung gewünscht. Für die Zielgruppe ist das jedoch gut gelöst und keinesfalls störend.

Ein gelungener Kinderkrimi, der sich hervorragend zum gemeinsamen Lesen eignet und Lust auf weitere Abenteuer der Detektive macht.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Tolles Worldbuilding und spannende Story

Imperia - you let the fire in
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Das Buch Imperia sieht nicht nur unglaublich schön aus, sondern beinhaltet auch eine wirklich fesselnde und spannende Story.
Ich bin direkt gut in das Buch reingekommen und habe es sofort geliebt. Die ...

Das Buch Imperia sieht nicht nur unglaublich schön aus, sondern beinhaltet auch eine wirklich fesselnde und spannende Story.
Ich bin direkt gut in das Buch reingekommen und habe es sofort geliebt. Die Protagonistin Jara ist stark, kämpferisch und bereit, alles für ihre beste Freundin Tohru zu riskieren. Sie entdeckt abseits von Imperia eine wundervolle Welt und verliebt sich dort in Aidan.

Besonders die erste Hälfte des Buches hat es mir angetan. Ich liebe die Welt, die die Autorin erschaffen hat! Alles ist stimmig, nachvollziehbar und genretypisch für eine Dystopie. Später kommen noch magische Gaben dazu, die auch sehr interessant und gut in die Geschichte eingebettet sind.

Leider war das Ende des Buches schreibtechnisch deutlich schwächer. Es gab viel zu viele Wortwiederholungen, was mir richtig leidgetan hat, da die Geschichte sehr darunter gelitten hat, zumindest aus meiner Sicht. Hätte man hier noch etwas mehr Überarbeitung ins Lektorat gesteckt, wäre das safe ein 5* read gewesen. So muss ich leider einen Stern abziehen, weil es leider nicht mehr so flüssig zu lesen war.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Tolle Charakterentwicklung

These Ancient Flames 1: Awake
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Dieses Buch fühlt sich an wie der Moment kurz vor einem Gewitter – die Luft ist aufgeladen, alles knistert, und man weiß, dass etwas Großes im Anmarsch ist. Alte Kräfte, schwelende Geheimnisse, Figuren, ...

Dieses Buch fühlt sich an wie der Moment kurz vor einem Gewitter – die Luft ist aufgeladen, alles knistert, und man weiß, dass etwas Großes im Anmarsch ist. Alte Kräfte, schwelende Geheimnisse, Figuren, die stärker mit ihrer Vergangenheit verbunden sind, als ihnen lieb ist – genau diese Mischung trägt die Geschichte.

Atmosphärisch hat mich das Buch sofort bekommen. Diese unterschwellige Bedrohung, das Gefühl, dass uralte Dinge wieder erwachen, zieht sich konsequent durch die Handlung. Die Welt wirkt größer, als man sie am Anfang greifen kann, und man spürt, dass hinter allem noch viel mehr steckt. Das macht neugierig und sorgt dafür, dass man wissen will, was wirklich hinter allem liegt.

Emotional war es für mich allerdings ein leichtes Auf und Ab.

Die Figuren bringen viel Potenzial mit – innere Konflikte, emotionale Wunden, Fragen nach Identität und Zugehörigkeit. Genau das sind eigentlich die Zutaten für starke, berührende Charakterentwicklung. Teilweise blitzt das auch auf, besonders in Momenten, in denen Verletzlichkeit durchscheint. Aber nicht alles wurde so tief ausgespielt, wie es möglich gewesen wäre. Manche Reaktionen oder Bindungen entwickelten sich schneller, als es sich innerlich ganz stimmig anfühlte.

Die Dynamik zwischen den Figuren hat Spannung, aber mir haben stellenweise diese kleinen, stillen Momente gefehlt, in denen Nähe wirklich wächst und nicht nur behauptet wird. Viel Intensität, viel Schicksal, viel „größer als wir“ – aber etwas weniger Raum für das ganz Persönliche.

Vom Pacing her ist das Buch insgesamt gut lesbar, mit klaren Spannungsmomenten, aber es gibt auch ruhigere Abschnitte, in denen die Geschichte eher vorbereitet als wirklich vorantreibt. Das stört nicht massiv, nimmt aber etwas Tempo aus dem Sog.

Insgesamt ist es ein starker Auftakt mit spannender Grundidee und viel Potenzial für die weitere Entwicklung der Reihe – aber emotional hat es mich noch nicht durchgehend gepackt.

Atmosphärisch intensiv und vielversprechend, mit kleinen Schwächen in der emotionalen Tiefe – aber definitiv fesselnd genug, um weiterzulesen.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Zwei Zeitebenen und eine Leinwand

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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In diesem warmherzigen, vielschichtigen Roman verknüpft die Autorin zwei Zeitebenen und die Schicksale mehrerer Frauen durch ein scheinbar unscheinbares Objekt: eine Leinwand, die über Jahre hinweg Erinnerungen, ...

In diesem warmherzigen, vielschichtigen Roman verknüpft die Autorin zwei Zeitebenen und die Schicksale mehrerer Frauen durch ein scheinbar unscheinbares Objekt: eine Leinwand, die über Jahre hinweg Erinnerungen, Geheimnisse und Lebenswege miteinander verbindet.

Die Handlung spielt in unterschiedlichen Zeiten und Rollen, wobei das Bild einer Leinwand zum zentrale Metapher wird. Wie Schichten aus Farbe auf einem Gemälde ist auch das Leben voller Erinnerungen, Glücksmomente, Traumata und Verluste. Die Autorin nutzt diese Metapher, um sehr feinfühlig Themen wie Herkunft, familiäres Erbe, Identität und persönliche Verantwortung zu erkunden.

Die Figuren sind stark verwoben mit ihren jeweiligen Lebenszeiten, die Geschichten wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit und schaffen so ein vielschichtiges Porträt von Menschen, die versuchen, ihr Leben zu verstehen und zu ordnen. Besonders die Frage, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben, steht im Zentrum der Erzählung.
Schröders Schreibstil ist dabei klar, warmherzig und sensibel, ohne dabei oberflächlich zu werden. Die ruhige Sprache und die feinen Nuancen der Darstellung laden den Leser ein, innezuhalten und über die eigenen Schichten des Lebens nachzudenken.

Fazit:
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Tite ist ein nachdenklicher, atmosphärisch dichter Familienroman, der durch seine Bildsprache und die verwobenen Lebensgeschichten berührt. Ein Buch, das sowohl die Schönheit als auch die Komplexität des Lebens in den Blick nimmt und zum Nachdenken anregt. Ideal für Leserinnen und Leser, die gerne in Generationenromane mit Tiefgang eintauchen.

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