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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Solider Abschluss der Dilogie

Dragon Princess 2: Inferno aus Staub und Saphiren
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Inferno aus Staub und Saphiren ist der zweite und abschließende Band der Dragon-Princess-Reihe und knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Bandes an. Ruby hat sich endgültig gegen den König und die ...

Inferno aus Staub und Saphiren ist der zweite und abschließende Band der Dragon-Princess-Reihe und knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Bandes an. Ruby hat sich endgültig gegen den König und die Erwartungen an ihre Rolle entschieden und kämpft an der Seite von Fynn und seiner Piratencrew für das Überleben der Drachen.

Im Vergleich zum Auftakt schlägt dieser Band deutlich düsterere und brutalere Töne an. Die Grausamkeit, mit der Menschen den Drachen begegnen, verleiht der Geschichte zusätzliche Härte und zeigt eine moralisch klar gezeichnete Welt. Das daraus entstehende Konfliktpotenzial wird jedoch nicht immer ausgeschöpft. Viele Auseinandersetzungen lösen sich überraschend schnell und mühelos auf, sodass trotz Action und Gefahren nur selten echte Spannung oder emotionale Tiefe entsteht.

Auch Ruby hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Ihre Entscheidungen wirken häufig unüberlegt, stellenweise sogar unsympathisch und bekannte Verhaltensmuster wiederholen sich zu oft. Was im ersten Band noch als kratzbürstiger Charme funktionierte, nutzt sich hier spürbar ab. Zwar wird die Vergangenheit der Figuren vertiefend beleuchtet, doch die Romantik tritt stellenweise in den Hintergrund.

Der Humor, der zuvor für Leichtigkeit sorgte, wirkt mehrfach bemüht und in manchen Momenten unpassend. Dennoch sorgen einige liebgewonnene Figuren weiterhin für humorvolle Momente und lockern die düstere Handlung etwas auf.

Insgesamt ist Dragon Princess 2 eine actionreiche Fortsetzung, die im direkten Vergleich zum ersten Band deutlich schwächer ausfällt. Dennoch bietet der Roman für Fans der Reihe sowie für LeserInnen, die rebellische Prinzessinnen, Drachen und Piratenabenteuer mögen, einen unterhaltsamen und zufriedenstellenden Abschluss.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Atmosphärischer Auftakt mit kleinen Schwächen

Gold und Schatten
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Livia ist gerade erst nach Paris gezogen und fühlt sich fremd und verloren in der neuen Stadt – bis sie den geheimnisvollen Maél kennenlernt. Zwischen den beiden entsteht schnell eine besondere Verbindung, ...

Livia ist gerade erst nach Paris gezogen und fühlt sich fremd und verloren in der neuen Stadt – bis sie den geheimnisvollen Maél kennenlernt. Zwischen den beiden entsteht schnell eine besondere Verbindung, doch Maél bleibt rätselhaft und scheint etwas zu verbergen. Gleichzeitig bemerkt Livia, dass sie plötzlich Botschaften von Pflanzen und Bäumen hören kann, was sie zunächst an ihrem Verstand zweifeln lässt. Nach und nach wird jedoch klar, dass hinter all dem ein viel größeres Geheimnis steckt...

Gold und Schatten ist der Auftakt einer Urban-Fantasy-Dilogie, die griechische Mythologie und eine zarte Liebesgeschichte zu einem atmosphärischen Jugendroman verbindet.

Livia ist eine sympathische Protagonistin und LeserInnen können gut mit ihr mitfühlen, während sie versucht herauszufinden, was mit ihr geschieht. Allerdings wirkt sie für ihre 16 Jahre oftmals vergleichsweise jung und schutzbedürftig, etwas mehr Selbstvertrauen und Abenteuerlust hätten ihrer Figur gutgetan. Maél bleibt lange geheimnisvoll, was ihn durchaus interessant macht, insgesamt wirkt er jedoch zu nett und etwas kantenlos.

Paris wirkt geheimnisvoll, lebendig und gleichzeitig voller verborgener Geschichte. Vor allem die Szenen in den Katakomben erzeugen Spannung und eine leicht unheimliche Stimmung.

Der Schreibstil von Kira Licht ist angenehm und leicht zu lesen. Einige Entwicklungen wirken jedoch vorhersehbar und das Tempo ist stellenweise eher langsam. Zudem fehlt es an manchen Stellen, besonders bei der Mythologie und den Hintergründen, an Tiefe.

Insgesamt ist Gold und Schatten ein solider Auftakt mit einer interessanten Idee und einer stimmungsvollen Kulisse, der jedoch noch etwas mehr Spannung und Tiefe hätte vertragen können. Für junge LeserInnen von romantischer Urban Fantasy dennoch eine unterhaltsame Lektüre.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Schönheit ist Macht

The Belles 1: Schönheit regiert
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Die Welt von Orléans wird von Hässlichkeit bestimmt und nur die Belles sind in der Lage, den Menschen Schönheit zu verleihen. Camelia ist eine von ihnen und fest entschlossen, am Königshof zur Favoritin ...

Die Welt von Orléans wird von Hässlichkeit bestimmt und nur die Belles sind in der Lage, den Menschen Schönheit zu verleihen. Camelia ist eine von ihnen und fest entschlossen, am Königshof zur Favoritin zu werden. Doch hinter den schillernden Palastmauern verbergen sich dunkle Geheimnisse. Als Camelia erkennt, wie mächtig und gefährlich ihre Gabe wirklich ist, steht sie vor einer Entscheidung: Bewahrt sie die Tradition der Belles oder riskiert sie ihr eigenes Leben, um ihre Welt für immer zu verändern?
The Belles entführt in eine außergewöhnliche Welt, in der Schönheit nicht selbstverständlich ist, sondern von wenigen Auserwählten erschaffen wird und zugleich das mächtigste Machtinstrument darstellt. Der Schauplatz Orléans ist bewusst überzeichnet, dekadent und künstlich inszeniert. Besonders die düstere Atmosphäre am Königshof sowie die Grausamkeiten hinter der glitzernden Fassade zählen zu den stärksten Momenten der Geschichte.
Camelia ist ehrgeizig, stolz und stark auf Anerkennung fixiert. Diese Eigenschaften machen sie nicht unbedingt sympathisch, aber durchaus zu einer interessanten Protagonistin. Ihre Entwicklung von der perfekten Belle hin zu jemandem, der das bestehende System hinterfragt, ist grundsätzlich gelungen, wirkt jedoch stellenweise inkonsequent, vor allem aufgrund des unausgewogenen Erzähltempos.
Der Einstieg zieht sich unnötig in die Länge, verliert sich in Wiederholungen und ausführlichen Erklärungen. Im weiteren Verlauf überschlagen sich teilweise die Ereignisse und Wendungen und emotionale Entscheidungen folgen Schlag auf Schlag, ohne ausreichend vorbereitet zu sein. Einige Nebenfiguren und politische Aspekte der Welt hätten mehr Tiefe verdient, ebenso die magischen Regeln der Belles, die nicht immer klar nachvollziehbar sind und bei Bedarf scheinbar flexibel ausgelegt werden. Dadurch bleibt ein Teil des Potenzials ungenutzt und das Machtgefüge wirkt weniger bedrohlich.
Themen wie Schönheitswahn, Objektifizierung und Machtmissbrauch sind deutlich erkennbar und als Gesellschaftssatire grundsätzlich spannend angelegt. Allerdings werden sie häufig sehr plakativ vermittelt, anstatt subtil ausgearbeitet zu werden.
Insgesamt ist The Belles ein atmosphärischer Fantasyroman mit einer starken Grundidee, der sein Potenzial aufgrund unausgereiftem Worldbuilding, teilweise schwacher Figurenzeichnung und eines ungleichmäßigen Tempos jedoch nicht vollständig ausschöpft. Für LeserInnen, die extravagante Settings und düstere YA-Fantasy mit gesellschaftskritischen Ansätzen mögen, aber durchaus einen Blick wert.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Stimmungsvolle queere Fantasy

A Midsummer's Nightmare
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Auf der schottischen Insel Hilma steht den Studierenden der altehrwürdigen Elite-Universität ein außergewöhnlicher Sommer bevor: Wie jedes Jahr proben sie die Aufführung eines Stücks von Shakespeare. Doch ...

Auf der schottischen Insel Hilma steht den Studierenden der altehrwürdigen Elite-Universität ein außergewöhnlicher Sommer bevor: Wie jedes Jahr proben sie die Aufführung eines Stücks von Shakespeare. Doch dieses Mal entdecken vier Mitglieder der Theatergruppe ihre übernatürlichen Fähigkeiten – und den rachsüchtigen Geist eines Mädchens, der im Gemäuer der Universität gefangen ist.

„A Midsummer’s Nightmare” von Noah Stoffers ist ein Dark-Academia-Roman, gelesen von Magnus Rook. Die Geschichte spielt an einem alten Elite-College auf einer schottischen Insel. Die Kombination aus akademischem Setting, schottischer Inselkulisse, Theatervibes und Übernatürlichem schafft eine dichte, mystische Stimmung, die gerade im Hörbuch gut zur Geltung kommt. Magnus Rook verleiht den Figuren viel Leben und Dynamik. Allerdings zieht sich das Hörbuch über weite Strecken und wirkt insgesamt eher langweilig. Die Handlung ist recht verzweigt und besonders im ersten Drittel geht es vorrangig um Identität, Leistungsdruck und Collegealltag, sodass es dauert, bis die Spannung richtig greift. Auch die angekündigte Verbindung zu Shakespeare, die viel Atmosphäre und Tiefe hätte bringen können, spielt letztlich nur eine untergeordnete Rolle.

Die Queerness bereichert die Handlung, doch die Hauptfigur bleibt unsympathisch und schwer zugänglich, sodass es schwerfällt, emotional mitzufiebern und Entscheidungen nachzuvollziehen.

Trotz der ansprechenden Atmosphäre, einiger interessanter Ansätze und der gelungenen Sprecherleistung vermag das Hörbuch nicht sonderlich zu fesseln und ist vor allem für Leserinnen und Leser empfehlenswert, die die Kombination aus Urban Fantasy mit Mystery-Elementen und Dark-Academia-Stimmung mögen.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Eine rachsüchtige Diebin & ein stummer Prinz

Kingdom of crystal Hearts
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Auf dem Kontinent Brillant lebt der Adel dank der Edelsteinmagie in Wohlstand. Elodie hat hingegen ihre ganze Familie in den Minen verloren und schlägt sich als Diebin durch. Als auf einem Turnier des ...

Auf dem Kontinent Brillant lebt der Adel dank der Edelsteinmagie in Wohlstand. Elodie hat hingegen ihre ganze Familie in den Minen verloren und schlägt sich als Diebin durch. Als auf einem Turnier des Königshofes ungeahnte Magie in ihr erwacht, zwingt die grausame Königin sie, ihre neuen Kräfte als die des magielosen Prinzen Rafe auszugeben.

„Kingdom of Crystal Hearts” entführt die LeserInnen in eine fantasievolle Welt, in der magische Edelsteine Macht, Reichtum und gesellschaftlichen Status verleihen. Die Zweiklassengesellschaft, der Unmut des einfachen Volkes, das in den Minen schuften muss, sowie eine rebellische Diebin, eine grausame Königin und ein stummer Prinz bieten viel erzählerisches Potenzial. Leider bleibt die Geschichte insgesamt hinter den Erwartungen zurück, da einige Aspekte zu oberflächlich erzählt werden. Die politischen Strukturen, die gesellschaftlichen Gegensätze und die Konflikte sind zu grob gezeichnet, um eine nachhaltige Wirkung zu entfalten, sodass einen die Geschehnisse nicht sonderlich mitreißen. Auch die emotionale Entwicklung zwischen Elodie und Rafe wirkt blass und wenig greifbar; echte Nähe oder spürbare Spannung entsteht kaum.

Das Magiesystem ist faszinierend, doch obwohl Edelsteine für die Handlung und das Machtgefüge zentral sind, bleiben die Regeln, Grenzen und Konsequenzen unklar. Magie scheint oft genau dann zu funktionieren, wenn es die Handlung erfordert, ohne dass eine nachvollziehbare Logik erkennbar ist.

Abgesehen von einigen verschachtelten Sätzen ist Sina Brings Schreibstil anschaulich und gut lesbar. Das Erzähltempo ist hingegen etwas schwankend: Nach einem spannenden Beginn verlangsamen längere Passagen mit inneren Monologen und Reflexionen den Fortgang der Handlung und das Ende wirkt sehr überhastet.

Insgesamt ist „Kingdom of Crystal Hearts” ein Fantasy-Abenteuer voller Intrigen und Konflikte mit einem interessanten Magiesystem, einer düsteren Atmosphäre und einer sich langsam entwickelnden Liebesgeschichte. Allerdings mangelt es der Geschichte an Tiefe und erzählerischer Ausarbeitung, wodurch die Spannung oftmals auf der Strecke bleibt.

Wer gerne Fantasy ohne große Komplexität liest, könnte von der Geschichte aufgrund der interessanten Ideen und der leicht düsteren Romantik zwischen Misstrauen und langsamer Zuneigung dennoch gut unterhalten werden.

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