Düstere Fantasy mit Schönheitsfehlern
To Kill A Shadow (Die verfluchten Lande, Band 1)Seit die Sonnengöttin und mit ihr die Sonne aus dem Königreich Asidia verschwunden sind, umgibt ein tödlicher Nebel das Land. Die 18-jährige Kiara kennt daher nur die Dunkelheit. Als sie von Kommandant ...
Seit die Sonnengöttin und mit ihr die Sonne aus dem Königreich Asidia verschwunden sind, umgibt ein tödlicher Nebel das Land. Die 18-jährige Kiara kennt daher nur die Dunkelheit. Als sie von Kommandant Jude Maddox für eine gefährliche Mission rekrutiert wird, muss sie schon bald im Nebel ums Überleben kämpfen ...
„To kill a shadow” ist eine Geschichte voller Dunkelheit, Geheimnisse und Gefahren, die leider hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ein Königreich in Dunkelheit, ein Kampf gegen Schatten und tödlicher Nebel suggerieren ein spannendes Fantasy-Abenteuer. Katherine Quinn hat jedoch zu viel Zeit darauf verwendet, eine düstere Atmosphäre zu kreieren und dabei Weltenbau und Charakterentwicklung vernachlässigt. Für eine High-Fantasy-Geschichte fehlen definitiv Informationen zur Welt. Schon nach den ersten Seiten fragt man sich, wie Menschen und Natur in völliger Dunkelheit überhaupt überleben, und dieses Gefühl, dass einem grundlegendes Wissen fehlt, begleitet einen durch die gesamte Geschichte. Auch die Charaktere sind zu oberflächlich gezeichnet. Kiara ist kämpferisch und durchsetzungsstark, allerdings wirkt sie zu perfekt, ein paar Ecken und Kanten hätten sie weitaus sympathischer gemacht. Jude erscheint kaltherzig und unnahbar. Seine Verschlossenheit und tragische Vergangenheit hätten ihn zu einer interessanten Figur und einem Sympathieträger machen können. Doch auch hier verschenkt Quinn Möglichkeiten, denn die Figur wirkt in ihren Handlungen nicht authentisch. Dadurch erscheint auch die recht vorhersehbare Liebesbeziehung, die ohnehin zu viel Raum in der Geschichte einnimmt, wenig stimmig.
Alles in allem ist es eine Geschichte mit interessanter Welt und spannender Idee, die jedoch aufgrund einer oberflächlichen Ausgestaltung, wenig Charaktertiefe und einem unausgeglichenen Erzähltempo viel Potenzial verschenkt und trotz aller Geheimnisse, Gefahren und Konflikte nur bedingt zu fesseln vermag.