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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2025

Düstere Fantasy mit Schwächen

Kingdom of Lies
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Als ihr Land vom Untergang bedroht war, schlossen die Menschen einen Pakt mit den Göttern. Diese beschützen sie vor den Fae, im Gegenzug wird allen Bewohnern nach der Geburt die Magie entzogen. Doch Prisca ...

Als ihr Land vom Untergang bedroht war, schlossen die Menschen einen Pakt mit den Göttern. Diese beschützen sie vor den Fae, im Gegenzug wird allen Bewohnern nach der Geburt die Magie entzogen. Doch Prisca ist immer noch im Besitz der Magie, was sie und ihre Familie in tödliche Gefahr bringt...
Kingdom of Lies beginnt düster und mitreißend mit einer überstürzten und gefährlichen Flucht, doch im weiteren Verlauf der Geschichte stellt sich schnell Ernüchterung ein, denn abgesehen von Priscas Magie ist die Handlung wenig originell. Darüber könnte man hinwegsehen, wenn die Geschichte spannend und glaubwürdig wäre, aber das Erzähltempo ist ziemlich unausgewogen, es gibt einige Handlungssprünge und Logikbrüche und entschieden zu viele Nebenfiguren, die im weiteren Verlauf der Handlung keine besondere Rolle spielen. Prisca ist eine durchaus sympathische Protagonistin. Allerdings wird sie mit zu wenigen Herausforderungen konfrontiert und vieles geht ihr zu leicht von der Hand. Das größte Manko der Geschichte ist jedoch Lorian, dessen Charakter entschieden zu dominant und besitzergreifend ist, wodurch die Liebesgeschichte unglaubwürdig und oft befremdlich wirkt. Auch die Textpassagen aus seiner Sicht tragen nicht dazu bei, ihn sympathischer zu machen, sondern nehmen eher noch mehr Spannung aus der Geschichte, da sie die überraschende Wendung am Ende des ersten Teils erahnen lassen.
Alles in allem ein eher durchwachsenes Leseerlebnis, da die Geschichte zwar alle gängigen Tropen vereint, diese aber oft nicht gut ausgearbeitet sind, so dass man nicht wirklich in die Handlung eintauchen kann. Auch das unausgewogene Erzähltempo und die teilweise unsympathischen Charaktere tragen nicht gerade dazu bei, dass man von der Geschichte gefesselt wird.

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Fantasievolle Geschichte mit spannendem Setting

Tage einer Hexe
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Als Hexe hat Kosara viel Erfahrung im Kampf gegen die gefährlichen Monster, die ihre Stadt in jeder Neujahrsnacht heimsuchen. Doch als der Zmey sie zu jagen beginnt, sieht sie sich gezwungen, ihren Schatten ...

Als Hexe hat Kosara viel Erfahrung im Kampf gegen die gefährlichen Monster, die ihre Stadt in jeder Neujahrsnacht heimsuchen. Doch als der Zmey sie zu jagen beginnt, sieht sie sich gezwungen, ihren Schatten gegen eine illegale Passage über die Mauer in die Nachbarstadt zu tauschen, in der die Monster nicht in der Lage sind, ihr zu folgen. In Belograd wird Kosara bald von einer Krankheit befallen, die schattenlose Hexen oft tötet. Nur die Wiedererlangung ihrer Magie kann sie heilen...

Tage einer Hexe ist eine fantasievolle, von slawischer Folklore inspirierte Geschichte mit einzigartigen Monstern und einem spannenden Setting. Die düstere Stadt Chernograd ist durch eine Mauer von der Außenwelt abgeschnitten, das Leben dort scheint beschwerlich, von Armut geprägt und zum Jahreswechsel lebensbedrohlich, da gefährliche Monster in die Stadt einfallen. In Belograd hingegen blüht der Handel, die Stadt wirkt bunt und voller Energie. Die gegensätzliche Atmosphäre der beiden Orte ist sehr gut getroffen, leider sind die Charaktere sehr flach und die Geschichte weist einige Ungereimtheiten und Längen auf. Kosara ist eine durchaus sympathische Hauptfigur, aber für eine erfahrene und kampferprobte Hexe verhält sie sich manchmal sehr naiv und widersprüchlich. Es ist schwer nachvollziehbar, dass sie sich trotz anfänglicher gegenteiliger Beteuerungen plötzlich von ihrem Schatten und damit der Quelle ihrer Macht trennt, um dem Zmey zu entkommen, obwohl sie sich jahrelang gegen ihn behaupten konnte. Hier fehlen der Hintergrundgeschichte gerade zu Beginn wichtige Details, um die Beziehung zwischen Kosara und dem Zmey richtig einschätzen zu können. Auch die Liebesgeschichte erreicht den Leser/die Leserin nicht, da Asen als Figur recht blass bleibt und seine Motive lange unklar sind.

Alles in allem eine phantasievolle und stellenweise durchaus spannende Geschichte, der es jedoch an Details und vielschichtigen Charakteren mangelt. Auch einige logische Brüche in der Handlung sorgen dafür, dass die Geschichte nur bedingt begeistern und berühren kann, aber dennoch dank der interessanten Handlungsorte und Monster gut unterhält.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Die Faszination von Verbrechen

Love Letters to a Serial Killer
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Hannah stößt in einem True Crime-Forum im Internet auf einen interessanten Fall. Die Community versucht die Morde an vier Frauen aufzuklären, die in einer Schlucht in der Nähe von Atlanta abgelegt wurden. ...

Hannah stößt in einem True Crime-Forum im Internet auf einen interessanten Fall. Die Community versucht die Morde an vier Frauen aufzuklären, die in einer Schlucht in der Nähe von Atlanta abgelegt wurden. Als ein Verdächtiger verhaftet wird, beginnt Hannah ihm voller Wut Briefe zu schreiben und erhält plötzlich eine Antwort...
Love Letters to a Serial Killer ist eine spannende Geschichte über die Faszination des Verbrechens und den Reiz der Gefahr, die leider mit einer eher unsympathischen Protagonistin aufwartet. Hannah ist frustriert von ihrem eigenen Leben und dem Eheglück ihrer Freundinnen. Die Mordfälle lenken sie von ihren Problemen ab, doch sie verliert sich immer mehr in den Verbrechen, taucht tief in das Leid anderer Menschen ein und ist geradezu besessen von der Aufklärung. In ihren Briefen lässt sie ihre Wut und ihren Frust an dem möglichen Täter aus und ist mehr als überrascht, als dieser zurückschreibt und einen völlig normalen und ausgeglichenen Eindruck macht. Fasziniert von der Möglichkeit, dass der gut aussehende William eine dunkle Seite haben könnte, trifft sie einige fragwürdige Entscheidungen.
Tasha Coryell ist es gut gelungen, eine Frau zu beschreiben, die eine ungesunde Besessenheit entwickelt und sich in einen Mörder verliebt, wobei Hannah oft zu bedürftig und hysterisch agiert, als dass man ihr Sympathie oder Verständnis entgegenbringen könnte. Der Verlauf der Geschichte ist recht vorhersehbar, aber dennoch kann man sich nicht vom Geschehen abwenden und verfolgt gebannt, wie die Dinge aus dem Ruder laufen.
Eine durchaus spannende Geschichte über eine gefährliche Obsession, die gleichermaßen fasziniert und verstört, aber aufgrund der unsympathischen Charaktere nur bedingt unterhält.

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Veröffentlicht am 23.08.2024

Mysteriöser Mord im Antiquariat

Mord in der Charing Cross Road
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In der antiquarischen Buchhandlung in der Charing Cross Road gehen neuerdings merkwürdige Dinge vor sich. Bücher verschwinden, Mitarbeiter meinen einen Geist gesehen zu haben und als dann noch ein Mord ...

In der antiquarischen Buchhandlung in der Charing Cross Road gehen neuerdings merkwürdige Dinge vor sich. Bücher verschwinden, Mitarbeiter meinen einen Geist gesehen zu haben und als dann noch ein Mord passiert, beginnt nicht nur Scotland Yard zu ermitteln, sondern auch Buchhändlerin Sally und Juniorchef Johnny.

Mord in der Charing Cross Road ist ein klassischer Ermittlerkrimi, der erstmals 1956 erschienen ist. Viele Romane aus dieser Zeit bieten zeitlos gute Krimi-Unterhaltung, Henrietta Hamiltons Reihenauftakt gehört leider nicht dazu. Die polizeilichen Ermittlungen sind ebenso farblos wie die meisten Nebenfiguren, die Gerüchte um einen Geist tragen weder zur Spannung noch zur Atmosphäre bei und wirken innerhalb der Geschichte eher störend. Die Ermittlungen von Sally und Johnny verlieren sich immer wieder in Nebenhandlungen, wie der Arbeit im Antiquariat und der sich entwickelnden Liebesgeschichte. Die Auflösung ist durchaus überraschend, wird aber quasi auf dem Silbertablett serviert, was gerade Leser/innen, die es lieben mitzurätseln, enttäuschen wird.

Alles in allem ein unterhaltsamer, aber mäßig spannender Roman, der aufgrund der anschaulich dargestellten Lebensweise der damaligen Zeit Leser/innen historischer Romane mehr begeistern wird als Krimi-Leser/innen.

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Veröffentlicht am 03.08.2024

Mäßig spannender Krimi

Verbrannte Gnade
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Als auf die Klosterschule ein Brandanschlag verübt wird, kann Schwester Holiday zwei Schüler aus dem brennenden Gebäude retten, doch für den Hausmeister kommt jede Hilfe zu spät. Unzufrieden mit den Ermittlungen ...

Als auf die Klosterschule ein Brandanschlag verübt wird, kann Schwester Holiday zwei Schüler aus dem brennenden Gebäude retten, doch für den Hausmeister kommt jede Hilfe zu spät. Unzufrieden mit den Ermittlungen der Polizei, macht sich Holiday selbst auf die Suche nach dem Täter und muss feststellen, dass die Spuren in ihre Richtung führen...
Margot Douaihy hat mit Schwester Holiday, einer queeren, tätowierten und kettenrauchenden Nonne mit bewegter Vergangenheit und einer Vorliebe für Punkrock, eine interessante Figur geschaffen. Leider hält die Faszination für diese ungewöhnliche Ermittlerin nicht lange an und was bleibt, sind traumatische Erinnerungen und halbherzige Ermittlungen. Schwester Holiday ist als Figur nicht wirklich greifbar, zwar erfährt man im Laufe der Geschichte viel über ihre Vergangenheit, doch was der Grund für ihren Eintritt ins Kloster war, wird erst gegen Ende erwähnt. Da sie sich nicht mit ihrem Glauben auseinandersetzt, sondern sich lieber in Erinnerungen und Selbstvorwürfen verliert, sind ihre Beweggründe nur schwer nachvollziehbar. So lehnt sie beispielsweise das Vaterunser ab, hat aber offensichtlich kein Problem mit einer patriarchalischen Kirchenstruktur. Auch eine charakterliche Entwicklung ist nicht zu erkennen, es wirkt eher so, als hätte sie lediglich ihre Straßenkleidung gegen die Ordenstracht getauscht und ihr Verhalten den äußeren Gegebenheiten angepasst, und das auch nur bedingt.
Die Nebenfiguren bleiben blass oder nur durch seltsame Angewohnheiten im Gedächtnis. Der Schauplatz New Orleans ist interessant, wird aber hauptsächlich als schwül und heiß dargestellt, obwohl die Stadt so viel mehr zu bieten hat. Der Kriminalfall ist recht einfach konstruiert, die polizeilichen Ermittlungen verfolgt man nur am Rande und Schwester Holidays eigene Ermittlungen sind fast belanglos und dienen vor allem der eigenen Unschuldsfindung. Die Auflösung ist zwar überraschend, aber eher zufällig.
Alles in allem ein mäßig spannender Roman, der lediglich mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur und teilweise geschliffenen Sätzen punkten kann, aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

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