Profilbild von AnnieHall

AnnieHall

Lesejury Star
offline

AnnieHall ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit AnnieHall über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2025

Düstere Fantasy mit Schönheitsfehlern

To Kill A Shadow (Die verfluchten Lande, Band 1)
0

Seit die Sonnengöttin und mit ihr die Sonne aus dem Königreich Asidia verschwunden sind, umgibt ein tödlicher Nebel das Land. Die 18-jährige Kiara kennt daher nur die Dunkelheit. Als sie von Kommandant ...

Seit die Sonnengöttin und mit ihr die Sonne aus dem Königreich Asidia verschwunden sind, umgibt ein tödlicher Nebel das Land. Die 18-jährige Kiara kennt daher nur die Dunkelheit. Als sie von Kommandant Jude Maddox für eine gefährliche Mission rekrutiert wird, muss sie schon bald im Nebel ums Überleben kämpfen ...

„To kill a shadow” ist eine Geschichte voller Dunkelheit, Geheimnisse und Gefahren, die leider hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ein Königreich in Dunkelheit, ein Kampf gegen Schatten und tödlicher Nebel suggerieren ein spannendes Fantasy-Abenteuer. Katherine Quinn hat jedoch zu viel Zeit darauf verwendet, eine düstere Atmosphäre zu kreieren und dabei Weltenbau und Charakterentwicklung vernachlässigt. Für eine High-Fantasy-Geschichte fehlen definitiv Informationen zur Welt. Schon nach den ersten Seiten fragt man sich, wie Menschen und Natur in völliger Dunkelheit überhaupt überleben, und dieses Gefühl, dass einem grundlegendes Wissen fehlt, begleitet einen durch die gesamte Geschichte. Auch die Charaktere sind zu oberflächlich gezeichnet. Kiara ist kämpferisch und durchsetzungsstark, allerdings wirkt sie zu perfekt, ein paar Ecken und Kanten hätten sie weitaus sympathischer gemacht. Jude erscheint kaltherzig und unnahbar. Seine Verschlossenheit und tragische Vergangenheit hätten ihn zu einer interessanten Figur und einem Sympathieträger machen können. Doch auch hier verschenkt Quinn Möglichkeiten, denn die Figur wirkt in ihren Handlungen nicht authentisch. Dadurch erscheint auch die recht vorhersehbare Liebesbeziehung, die ohnehin zu viel Raum in der Geschichte einnimmt, wenig stimmig.

Alles in allem ist es eine Geschichte mit interessanter Welt und spannender Idee, die jedoch aufgrund einer oberflächlichen Ausgestaltung, wenig Charaktertiefe und einem unausgeglichenen Erzähltempo viel Potenzial verschenkt und trotz aller Geheimnisse, Gefahren und Konflikte nur bedingt zu fesseln vermag.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2025

Düstere Fantasy mit Schwächen

Kingdom of Lies
0

Als ihr Land vom Untergang bedroht war, schlossen die Menschen einen Pakt mit den Göttern. Diese beschützen sie vor den Fae, im Gegenzug wird allen Bewohnern nach der Geburt die Magie entzogen. Doch Prisca ...

Als ihr Land vom Untergang bedroht war, schlossen die Menschen einen Pakt mit den Göttern. Diese beschützen sie vor den Fae, im Gegenzug wird allen Bewohnern nach der Geburt die Magie entzogen. Doch Prisca ist immer noch im Besitz der Magie, was sie und ihre Familie in tödliche Gefahr bringt...
Kingdom of Lies beginnt düster und mitreißend mit einer überstürzten und gefährlichen Flucht, doch im weiteren Verlauf der Geschichte stellt sich schnell Ernüchterung ein, denn abgesehen von Priscas Magie ist die Handlung wenig originell. Darüber könnte man hinwegsehen, wenn die Geschichte spannend und glaubwürdig wäre, aber das Erzähltempo ist ziemlich unausgewogen, es gibt einige Handlungssprünge und Logikbrüche und entschieden zu viele Nebenfiguren, die im weiteren Verlauf der Handlung keine besondere Rolle spielen. Prisca ist eine durchaus sympathische Protagonistin. Allerdings wird sie mit zu wenigen Herausforderungen konfrontiert und vieles geht ihr zu leicht von der Hand. Das größte Manko der Geschichte ist jedoch Lorian, dessen Charakter entschieden zu dominant und besitzergreifend ist, wodurch die Liebesgeschichte unglaubwürdig und oft befremdlich wirkt. Auch die Textpassagen aus seiner Sicht tragen nicht dazu bei, ihn sympathischer zu machen, sondern nehmen eher noch mehr Spannung aus der Geschichte, da sie die überraschende Wendung am Ende des ersten Teils erahnen lassen.
Alles in allem ein eher durchwachsenes Leseerlebnis, da die Geschichte zwar alle gängigen Tropen vereint, diese aber oft nicht gut ausgearbeitet sind, so dass man nicht wirklich in die Handlung eintauchen kann. Auch das unausgewogene Erzähltempo und die teilweise unsympathischen Charaktere tragen nicht gerade dazu bei, dass man von der Geschichte gefesselt wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.12.2024

Fantasievolle Geschichte mit spannendem Setting

Tage einer Hexe
0

Als Hexe hat Kosara viel Erfahrung im Kampf gegen die gefährlichen Monster, die ihre Stadt in jeder Neujahrsnacht heimsuchen. Doch als der Zmey sie zu jagen beginnt, sieht sie sich gezwungen, ihren Schatten ...

Als Hexe hat Kosara viel Erfahrung im Kampf gegen die gefährlichen Monster, die ihre Stadt in jeder Neujahrsnacht heimsuchen. Doch als der Zmey sie zu jagen beginnt, sieht sie sich gezwungen, ihren Schatten gegen eine illegale Passage über die Mauer in die Nachbarstadt zu tauschen, in der die Monster nicht in der Lage sind, ihr zu folgen. In Belograd wird Kosara bald von einer Krankheit befallen, die schattenlose Hexen oft tötet. Nur die Wiedererlangung ihrer Magie kann sie heilen...

Tage einer Hexe ist eine fantasievolle, von slawischer Folklore inspirierte Geschichte mit einzigartigen Monstern und einem spannenden Setting. Die düstere Stadt Chernograd ist durch eine Mauer von der Außenwelt abgeschnitten, das Leben dort scheint beschwerlich, von Armut geprägt und zum Jahreswechsel lebensbedrohlich, da gefährliche Monster in die Stadt einfallen. In Belograd hingegen blüht der Handel, die Stadt wirkt bunt und voller Energie. Die gegensätzliche Atmosphäre der beiden Orte ist sehr gut getroffen, leider sind die Charaktere sehr flach und die Geschichte weist einige Ungereimtheiten und Längen auf. Kosara ist eine durchaus sympathische Hauptfigur, aber für eine erfahrene und kampferprobte Hexe verhält sie sich manchmal sehr naiv und widersprüchlich. Es ist schwer nachvollziehbar, dass sie sich trotz anfänglicher gegenteiliger Beteuerungen plötzlich von ihrem Schatten und damit der Quelle ihrer Macht trennt, um dem Zmey zu entkommen, obwohl sie sich jahrelang gegen ihn behaupten konnte. Hier fehlen der Hintergrundgeschichte gerade zu Beginn wichtige Details, um die Beziehung zwischen Kosara und dem Zmey richtig einschätzen zu können. Auch die Liebesgeschichte erreicht den Leser/die Leserin nicht, da Asen als Figur recht blass bleibt und seine Motive lange unklar sind.

Alles in allem eine phantasievolle und stellenweise durchaus spannende Geschichte, der es jedoch an Details und vielschichtigen Charakteren mangelt. Auch einige logische Brüche in der Handlung sorgen dafür, dass die Geschichte nur bedingt begeistern und berühren kann, aber dennoch dank der interessanten Handlungsorte und Monster gut unterhält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2024

Die Faszination von Verbrechen

Love Letters to a Serial Killer
0

Hannah stößt in einem True Crime-Forum im Internet auf einen interessanten Fall. Die Community versucht die Morde an vier Frauen aufzuklären, die in einer Schlucht in der Nähe von Atlanta abgelegt wurden. ...

Hannah stößt in einem True Crime-Forum im Internet auf einen interessanten Fall. Die Community versucht die Morde an vier Frauen aufzuklären, die in einer Schlucht in der Nähe von Atlanta abgelegt wurden. Als ein Verdächtiger verhaftet wird, beginnt Hannah ihm voller Wut Briefe zu schreiben und erhält plötzlich eine Antwort...
Love Letters to a Serial Killer ist eine spannende Geschichte über die Faszination des Verbrechens und den Reiz der Gefahr, die leider mit einer eher unsympathischen Protagonistin aufwartet. Hannah ist frustriert von ihrem eigenen Leben und dem Eheglück ihrer Freundinnen. Die Mordfälle lenken sie von ihren Problemen ab, doch sie verliert sich immer mehr in den Verbrechen, taucht tief in das Leid anderer Menschen ein und ist geradezu besessen von der Aufklärung. In ihren Briefen lässt sie ihre Wut und ihren Frust an dem möglichen Täter aus und ist mehr als überrascht, als dieser zurückschreibt und einen völlig normalen und ausgeglichenen Eindruck macht. Fasziniert von der Möglichkeit, dass der gut aussehende William eine dunkle Seite haben könnte, trifft sie einige fragwürdige Entscheidungen.
Tasha Coryell ist es gut gelungen, eine Frau zu beschreiben, die eine ungesunde Besessenheit entwickelt und sich in einen Mörder verliebt, wobei Hannah oft zu bedürftig und hysterisch agiert, als dass man ihr Sympathie oder Verständnis entgegenbringen könnte. Der Verlauf der Geschichte ist recht vorhersehbar, aber dennoch kann man sich nicht vom Geschehen abwenden und verfolgt gebannt, wie die Dinge aus dem Ruder laufen.
Eine durchaus spannende Geschichte über eine gefährliche Obsession, die gleichermaßen fasziniert und verstört, aber aufgrund der unsympathischen Charaktere nur bedingt unterhält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.08.2024

Mysteriöser Mord im Antiquariat

Mord in der Charing Cross Road
0

In der antiquarischen Buchhandlung in der Charing Cross Road gehen neuerdings merkwürdige Dinge vor sich. Bücher verschwinden, Mitarbeiter meinen einen Geist gesehen zu haben und als dann noch ein Mord ...

In der antiquarischen Buchhandlung in der Charing Cross Road gehen neuerdings merkwürdige Dinge vor sich. Bücher verschwinden, Mitarbeiter meinen einen Geist gesehen zu haben und als dann noch ein Mord passiert, beginnt nicht nur Scotland Yard zu ermitteln, sondern auch Buchhändlerin Sally und Juniorchef Johnny.

Mord in der Charing Cross Road ist ein klassischer Ermittlerkrimi, der erstmals 1956 erschienen ist. Viele Romane aus dieser Zeit bieten zeitlos gute Krimi-Unterhaltung, Henrietta Hamiltons Reihenauftakt gehört leider nicht dazu. Die polizeilichen Ermittlungen sind ebenso farblos wie die meisten Nebenfiguren, die Gerüchte um einen Geist tragen weder zur Spannung noch zur Atmosphäre bei und wirken innerhalb der Geschichte eher störend. Die Ermittlungen von Sally und Johnny verlieren sich immer wieder in Nebenhandlungen, wie der Arbeit im Antiquariat und der sich entwickelnden Liebesgeschichte. Die Auflösung ist durchaus überraschend, wird aber quasi auf dem Silbertablett serviert, was gerade Leser/innen, die es lieben mitzurätseln, enttäuschen wird.

Alles in allem ein unterhaltsamer, aber mäßig spannender Roman, der aufgrund der anschaulich dargestellten Lebensweise der damaligen Zeit Leser/innen historischer Romane mehr begeistern wird als Krimi-Leser/innen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere