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Veröffentlicht am 17.02.2026

Avas Geschichte fängt bekannt an, zieht einen dann aber immer mehr in seinen eigenen Bann.

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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Darum geht´s:
Ava und ihre kleine Schwester Linn leben zusammen mit dem Vater in ärmlichen Verhältnissen. Die Familie muss oft hungern und lebt von den Dingen, die sie in der Natur finden können. Eines ...

Darum geht´s:
Ava und ihre kleine Schwester Linn leben zusammen mit dem Vater in ärmlichen Verhältnissen. Die Familie muss oft hungern und lebt von den Dingen, die sie in der Natur finden können. Eines Tages beschließt der Vater, das sie so nicht mehr leben können. Auf ihren Weg in ein besseres Leben verschwindet der Vater und die Mädchen irren ziellos im Wald umher. Nach einer Weile finden sie das Haus von Nebula. Diese lässt die Mädchen zusammen mit anderen Kindern bei sich wohnen. Sie bekommen Essen und müssen dafür arbeiten. Aber wer ist diese Nebula eigentlich und warum hält sie Linn vor Ava versteckt? Ist sie etwa eine der gefährlichen Hexen, wovor die Dorfbewohner seit langer Zeit warnen?

Meine Bewertung:
Das Buch beginnt sehr traurig, weil die Kinder so arm sind. Ihr Leben ist sehr hart, das ist wirklich kein Lesestoff, den man so einfach wegsteckt. Der Vater macht es mit seinen Verhalten beiden Mädchen gegenüber auch nicht leichter. Ab dem ersten drittel wird es dann für Ava und Linn besser und dann fangen die mystischen Elemente in diesem Buch auch an. Vorher erinnert das Buch doch sehr an Hänsel und Gretel. Zum Glück kommt dann eine Wendung zum spannenden Teil hin. Ab dort bekommt das Buch eine ganz eigene Dynamik und das Lesen macht auch mehr Spaß. Nebula ist nicht leicht zu durchschauen. Man fragt sich immer was möchte sie erreichen? Was hat sie davon und ist sie wirklich eine Hexe? Warum darf Linn nicht zu Ava? Es gibt so einige Fragen die geklärt werden müssen und die dazuführen, das man das Buch ganz schnell verschlingt. Das Buch hält auch bis zum Ende Fragen offen und bleibt durchgehend interessant und spannend. Was ich gut fand, dass es trotzdem einen Abschluss findet, auch wenn das hier Band 1 ist. Damit lässt es einen durch fiese Cliffhänger nicht unglücklich zurück.

Charakterlich passiert hier bei Ava als Hauptprotagonistin sehr viel. Sie entwickelt sich von einem schüchternen zu einem selbstbewussten Mädchen weiter. Ava muss lernen ihr inneres mehr zu akzeptieren und anderen zu vertrauen. Das fällt ihr sehr schwer, denn bisher musste diese unbekannte Seite von sich immer verstecken und lies niemand an ihr inneres heran. Nebula ist für Ava zuerst suspekt und böse, so nett doch da muss doch etwas dahinter stecken. Warum sollte sie sonst so gütig sein. Die Welt in der sie aufwuchs, das Kaiserreich, die große Stadt, dort sollte doch alles hell und sicher sein? Warum lassen die verlorenen Kinder von Nebula, Ava plötzlich an ihrer Gewissheit zweifeln? Ist es etwa doch sicher im Wald, bei all den anderen Kindern mit besonderen Fähigkeiten? Das Buch ist zudem auch gesellschaftskritisch, denn hier werden arme Menschen von den reichen unterdrückt.

Das Cover hat eine hübsche Goldverzierung und auch das Mädchen, welches in den Wald läuft, fängt die Stimmung des Buches gut ein. Es ist dunkel und mystisch. Aber die Lichtung auf die Ava zuläuft ist hell erleuchtet. Sie tritt sozusagen aus dem Schatten in das Licht. Das beschreibt auch Avas Weiterentwicklung in dem Buch gut.

Fazit:
Tauch ein in eine magisch-düstere Welt, in der nicht immer alles ist wie es auf den ersten Blick scheint. Avas Geschichte fängt bekannt an, zieht einen dann aber immer mehr in seinen eigenen Bann.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Ein Manga für Fans von Vintage Serien und hübschen Manga Ausgaben im HC Format

Königin der 1000 Jahre 1
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Irgendwo ist uns allen wohl in der Vergangenheit die Königin der 1000 Jahre oder aber der Zeichner des Werkes Leiji Matsumoto schonmal aufgefallen. Es gab da vor langer Zeit den Anime in Deutschland. Der ...

Irgendwo ist uns allen wohl in der Vergangenheit die Königin der 1000 Jahre oder aber der Zeichner des Werkes Leiji Matsumoto schonmal aufgefallen. Es gab da vor langer Zeit den Anime in Deutschland. Der Zeichner wird wohl den ein oder anderen auch etwas sagen, denn er hat für die Band Death Punk in den Videos mit seinen Zeichnungen mitgewirkt. Aus Matsumotos Feder stammt außerdem auch der Manga Captain Harlock.

Ich muss gestehen, dass ich das erste Kapitel zweimal lesen musste, bevor ich richtig in die Geschichte hineingekommen bin. Man wird spontan in die Geschichte hineingezogen und muss sich hier erstmal zurechtfinden. Wer ist wer und was passiert überhaupt.

Man muss zudem beachten, das dies ein älteres Werk ist und nicht mehr dem heutigen Manga-Stil entspricht. Das gilt für die Dialoge und auch den Zeichenstil. An den Zeichenstil muss man sich erst gewöhnen. Die Königin hat unendlich lange Wimpern und auch Hajime, der junge Protagonist ist seltsam gezeichnet (besonders die Augen). Zudem fand ich es schade, dass Matsumoto an seinem Charakterdesign bei den weiblichen Personen gespart hat. Alle sind einfach optisch die gleiche Person, also die Königin der 1000 Jahre. Mehr Frauen gibt es auch in diesem ersten Band nicht.

Carlsen hat am Ende vom Manga auch einen Hinweis gestellt, das sie Formulierungen aus dem originalen Text gestrichen und geändert haben. Das haben sie gemacht, weil es heute dem Zeitgeist nicht mehr entspricht und Gruppen von Menschen beleidigen könnte. Jetzt kenne ich den Originaltext nicht und kann nicht einschätzen, ob das die Story beeinflusst. Wer aber auf die originale Story Wort für Wort gehofft hat, wird wohl enttäuscht. Mir ist es egal, weil ich die alten Manga nicht kenne und ich doch hoffe das Carlsen hier den Wortlaut wie versprochen nicht allzu verändert hat. Aber wie ich den Verlag einschätze, hat man hier versucht so wenig wie möglich zu ändern.

Die Farbseiten gefallen mir natürlich am besten. Sie geben Story und Handlung nochmal eine ganz besondere Note. Ich mag die langen gelben Haare von Yayoi, sie kommen bei den Farbseiten natürlich besonders gut zur Geltung.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

24 Dates mit einem völlig Fremden, ob das gut geht?

24 Dates To Fall In Love
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Darum geht´s:
Romy arbeitet in einem Hotel an der Rezeption. Sie ist mit ihrem Jugendfreund Ben zusammen. Um ihre Beziehung mit Ben wieder anzukurbeln, hat sie für ihn einen Pärchenadventskalender mit ...

Darum geht´s:
Romy arbeitet in einem Hotel an der Rezeption. Sie ist mit ihrem Jugendfreund Ben zusammen. Um ihre Beziehung mit Ben wieder anzukurbeln, hat sie für ihn einen Pärchenadventskalender mit 24 Dates gebastelt. Doch Ben gesteht Romy, dass er eine andere liebt und die Beziehung beenden möchte. Über Umwege landet der Adventskalender bei Romys neuen Kollegen Oliver. Die beiden machen eine Wette - sie machen die Aktionen zusammen, wer sich verliebt hat verloren. Romy glaubt eh nicht das sie sich so schnell wieder verlieben wird, doch Oliver ist mit nur unglaublich attraktiv, sondern bei den Dates sehr charmant. Bei der Arbeit benimmt er sich allerdings wie ein richtiges Arschloch. Zu gewinnen sollte daher einfach sein oder?

Meine Bewertung:
Ich muss sagen, ich fand es richtig süß, dass Romy noch mit ihrem Jugendfreund zusammen gewesen ist. Schade das die Beziehung zugunsten von Oliver weichen musste. Mir hätte es auch gefallen, wenn Romy und Ben ihre vielleicht etwas alltäglichen Probleme über viele Umwege gelöst und ihre Liebe neu entdeckt hätten. Aber das scheint doch viel zu langweilig zu sein, für einen Roman. Der erste Teil des Buches schien mir einfach an den Haaren beigezogen. Man musste für den Plot den Ben einfach loswerden und hat dann den ersten banalen Grund für eine Trennung hergenommen. Vom Plot war es mir hier etwas zu flach. Na ja und dann ist Romy für das neue Abenteuer frei.

Oliver ist natürlich viel aufregender als der alte Freund (der ja eh praktischerweise an allen, was Romy mag, zu meckern hatte). Außerdem ist er geheimnisvoll und ärgert Romy total gerne. Man weiß anfangs nicht, woran man bei Oliver ist. Mal ist er nett, mal ist er ein Depp. Er bleibt auch den ganzen Roman über nicht deutbar. Man erfährt wenig über seine Beweggründe oder seine Persönlichkeit. Schade, ich hätte ihm gerne die Möglichkeit gegeben, ihn besser kennenzulernen.

Romy fand ich jedoch sehr sympathisch und lustig. Das Buch ist aus ihrer Perspektive geschrieben und Romy denkt viel über verrückte Sachen nach. Dadurch lernt man sie gut kennen und kann ihr Verhalten auch einschätzen. Egal was kommt, man freut sich mit Romy und leidet auch mit Romy. Schade das sie nicht mehr beruflich aus sich gemacht hat, sonst wäre sie wohl unabhängiger von Männern gewesen. Ihre Leidenschaften lebt sie völlig aus. Ihre Pferdeliebe kommt in dem Buch gut rüber. Die Szenen mit ihrem Pferd sind toll und liebevoll geschrieben. Ein Setting auf einem Reiterhof hätte hier auch gepasst. Wahrscheinlich mag die Autorin selber Pferde oder hat sogar ein eigenes. Weil Romy aber ein eigenes Pferd besitzt, hat sie halt auch ständig Geldsorgen. Pferde sind unglaublich teuer, das kann wohl jeder, der ein Pferd hat, nachvollziehen. Entwickelt sie sich charakterlich in dem Buch weiter? Vielleicht indem sie einen bedeutenden Fakt ihr Leben betreffend einsieht, der die Story zum Guten wendet.

Die Idee mit dem Adventskalender mit den 24 Dates ist süß und bringt den Vorteil mit, dass Romy und Oliver unterschiedliche Dinge miteinander unternehmen. Dabei kann man ich natürlich gut verlieben und kennenlernen. Eine gute Idee, um den Plot voranzutreiben. Passt natürlich perfekt in eine weihnachtliche Geschichte und macht natürlich Lust darauf, ebenfalls solche Dates zu erleben.

Die ersten Kapitel vom Buch und ein Fakt, der etwas was später kommt, haben mir nicht gefallen. Ansonsten war es lustig und unterhaltsam.

Fazit:
Insgesamt haben wir hier ein Cosy-Buch mit winterlichen / weihnachtlichen Setting für eine chillige Lesezeit. Für mich persönlich war stellenweise der Plot etwas flach.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Ein niedlicher Comic für kleine aber auch größere Rätselfans.

Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum
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Darum geht´s:
Stanley ist ein ehemaliger Detektiv in Rente. Eigentlich freut er sich auf sein ausgiebiges Frühstück als ein Zettel in sein Haus flattert. Dort steht, dass er für die Aufklärung eines Einbruchs ...

Darum geht´s:
Stanley ist ein ehemaliger Detektiv in Rente. Eigentlich freut er sich auf sein ausgiebiges Frühstück als ein Zettel in sein Haus flattert. Dort steht, dass er für die Aufklärung eines Einbruchs im Museum dringend benötigt wird. Missmutig nimmt er den Fall an - einmal ein Detektiv immer ein Detektiv. Jedoch muss Stanley feststellen, dass er selbst Opfer des mysteriösen Verbrechers wird und landet dann sogar im Gefängnis. Ob er den Fall trotzdem noch lösen kann?

Meine Bewertung:
Schon auf den ersten Blick verrät das Cover, das es hier um einen Detektiv und einen Fall im Museum geht. Auch sonst erfährt man einiges über die Geschichte, wenn man sie gelesen hat und entsprechend weiß, wonach man suchen muss. In dem Buch gibt es die Hauptgeschichte und dazu viele Wimmelbilder zum Entdecken und Miträtseln. Stanley ist eigentlich im Ruhestand, soll aber nochmal für einen Fall ins Museum. Eigentlich möchte er viel lieber seine Pfannkuchen essen, aber die müssen leider warten. Kaum im Museum angekommen, steckt Stanley mittendrin im Rätsel um den Einbuch im Museum. Wer aufmerksam liest, kann auch einiges entdecken. Vielleicht kommt man ja vorher dem Täter/der Täterin auf die Spur. Unmöglich ist es jedenfalls nicht. Am Ende bringt Stanley alle Beteiligten zusammen, um den Fall wie ein Detektiv das halt so macht aufzuklären. Dass persönlich ging uns aber etwas zu lang, weil die Lösung des Falls schon in der Mitte des Buches anfängt. Das ist, nachdem Stanley selbst unter Verdacht gerät und ins Gefängnis muss (etwas an den Haaren herbeigezogen aber ist ein Buch für Kinder). Dort hat er genug Zeit über den Fall nachzudenken und ihn zu lösen.

Am Ende lernt man noch etwas über den Künstler Piet Mondrain und sein berühmtes Bild was im Buch vorkommt. Ich kannte das Bild, aber vom Künstler selbst wusste ich nicht so viel daher fand ich die Informationen interessant.

Das Buch ist eine Mischung aus Comic und dem klassischen Bilderbuch für Kinder. Man merkt es auch am typischen Bilderbuchformat. Das was die Protagonisten sagen ist in Sprechblasen gedruckt. Es gibt auch einen übergeordneten Erzähltext, der beschreibt, was in den Bildern passiert. Der Text ist groß gedruckt und kann auch von geübten Erstklässlern gut selbst gelesen werden.

Man kann hier zusätzlich witzige Stellen entdecken z.B. ist das Gefängnis echt nicht ausbruchssicher. Die Insassen sind sehr ungezogen und machen, was sie wollen z.B. Löcher in die Decke bohren oder Essen aus der Zellentür schmeißen, weil es wohl eh nicht schmeckt.

Illustration:
Schöne, detailreiche Illustrationen geben dem Buch einen besonderen Charme. Es ist ein Detektivbuch, also muss man hier natürlich viel entdecken können. Die Zeichnungen sind klar strukturiert und farbenfroh illustriert. Stanley ist ein etwas grimmiger Ex-Kommentar, daher guckt er entsprechend grimmig. Die Ausdrücke der Tiere sind insgesamt gut vermenschlicht und stellenweise sehr unterhaltsam gezeichnet. Das Geschehen im Buch wird ebenfalls sehr lebhaft dargestellt. Es ist also eine Menge hier los, sodass man auch beim mehrfachen Lesen immer noch etwas Neues entdecken kann.

Fazit:
Ein niedlicher Comic für kleine aber auch größere Rätselfans.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Fantasy vom feinsten

Finsternis im Blut
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Meine Zusammenfassung:
Das Buch spielt in einer fiktiven Welt. Dort gibt es zwei Kontinente doch sie sind magisch voneinander getrennt. Auf dem neuen Kontinent Elise ist Magie verboten während sie auf ...

Meine Zusammenfassung:
Das Buch spielt in einer fiktiven Welt. Dort gibt es zwei Kontinente doch sie sind magisch voneinander getrennt. Auf dem neuen Kontinent Elise ist Magie verboten während sie auf dem alten Kontinent Amadal pulisert. Doch die Welt Elise wird bedroht, um ihre Welt zu retten muss Funke eine junge Schamanin kurz nach ihrer Ausbildung nach Amadal aufbrechen. Doch der Weg ist gefährlich und die Zeit drängt.
Noran ist ein junger Attentäter mit einem dämonischen Aussehen. Durch einen Fehler muss er sein altes Leben aufgeben. Er wird ausgesannt eine wichtige aber auch gefährliche Mission zu erfüllen. Auf seinen Weg begegnen ihn und seinen Mitstreitern starke Gegner und Herausforderungen die mehr als nur Geschick benötigen. Doch Noran ist stark und sein Wille unterschütterlich.

Dies ist der Auftakt zu einer mystischen Fantasyreihe, mit zwei Charakteren die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch eins vereinigt sie, ihr starker Wille und ihre geheimnisvollen Kräfte. Aber werden sie ihre Ziele erreichen?

Meine Bewertung:
Ich muss gestehen, dass mich der Teil der Geschichte rund um Funke, die angehende Schamanin, zunächst am meisten in den Bann gezogen hat. Sie ist außergewöhnlich, dabei aber erstaunlich nahbar. Ihre Zweifel sind nachvollziehbar, ihre Ängste greifbar – und trotzdem bewahrt sie sich eine bemerkenswerte innere Ruhe. Manchmal war sie mir fast zu gelassen, gerade in Momenten, in denen ich mir mehr sichtbare Emotion gewünscht hätte. Aber genau diese Kontrolle macht sie auch interessant – wie lange wird sie das durchhalten?

Ich hoffe sehr, dass sie in den nächsten Bänden ihr volles magisches Potenzial entfalten kann. Es scheint, als schlummere da noch viel mehr in ihr, als sie selbst ahnt.

Auch Noran ist eine Figur mit viel Potenzial. Er bleibt mysteriös, fast undurchschaubar. Sein Äußeres macht ihn zu einem Außenseiter, was ihn über die Jahre verbittert hat. Doch es ist nicht nur die Ausgrenzung – in ihm tobt ein inneres Monster, das nach Blut dürstet. Diese dunkle Seite, gepaart mit seinem Schweigen, macht ihn zu einer tickenden Zeitbombe.

Funke und Noran tragen beide Fähigkeiten in sich, die der Leser bislang nur erahnen kann. Sie sind noch verborgen, aber genau das weckt die Vorfreude auf das, was noch kommen mag.

Was mir beim Lesen aufgefallen ist: Oft konzentrieren sich mehrere Kapitel hintereinander ausschließlich auf einen der beiden Protagonisten. Das kann dazu führen, dass man sich etwas gedulden muss, bis es mit der anderen Figur weitergeht – besonders dann, wenn man emotional gerade stark bei der jeweils anderen Person ist. Zwar gibt es Kapitelüberschriften, allerdings wird dabei leider nicht kenntlich gemacht, wessen Perspektive gerade im Fokus steht. Das hätte ich mir zur besseren Orientierung sehr gewünscht.

Die Geschichte ist in der Erzählerperspektive verfasst. Gerade zu Beginn hatte ich einige Schwierigkeiten mit dem Worldbuilding. Es wirkte nicht ganz flüssig und etwas holprig, was den Einstieg erschwert hat. Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch daran, und es wurde im Verlauf auch deutlich besser und nachvollziehbarer umgesetzt.
Wie bei Fantasyromanen üblich gibt es auch für die Orientierung eine Karte der Welt. In diesem Fall zwei Karten eine vom neuen Kontinent Elise und die vom alten Kontinent Amadal. Im Anhang gibt es zusätzlich ein Verzeichniss mit Namen und Begriffen. Das ist ganz praktisch, wenn man mal vergessen hat wer wer ist, was bei so vielen Protagonisten schnell mal passieren kann.

Fazit:
Eine Fantasy-Reihe mit zwei sehr ungewöhnlichen und faszinierenden Charakteren. Sie sind noch recht wandelbar und scheinen ihre volle Macht selber noch nicht zu kennen. Das verspricht definitiv spannend zu werden.

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