Leider bleiben zu viele Fragen offen
Vergiss nicht zu tanzen, HannaEs war der 1.Juli 2002 als ihre Mutter starb. Hanna blieb eine lange Leidenszeit erspart. Und trotzdem. Sie war gerade mal 70 Jahre alt und viel zu jung. Anne blieb bis zum letzten Atemzug bei ihr. Auch ...
Es war der 1.Juli 2002 als ihre Mutter starb. Hanna blieb eine lange Leidenszeit erspart. Und trotzdem. Sie war gerade mal 70 Jahre alt und viel zu jung. Anne blieb bis zum letzten Atemzug bei ihr. Auch um die Durchsicht ihrer privaten Dinge kümmerte sie sich. Im Nachtschrank fand sie ein Tagebuch und ein Foto. Auf der Aufnahme ist die Mutter mit ihren Eltern und Brüdern zu sehen. Alle befinden sich vor einem Bauernhaus in Westpommern. Leider mussten sie von dort aus fliehen. Nach Deutschland, da die Russen das Land für sich beanspruchten. Dabei waren sie doch erst vor wenigen Jahren als Siedler aus dem Norden Deutschlands nach Westpommern gezogen.
Hanna wuchs behütet auf. Der Bauernhof ihrer Eltern war für sie das Paradies und ihr Großvater der beste Freund. In der Schule wurde sie mit der Einstellung von Nationalsozialisten konfrontiert und nicht nur sie konnte damit wenig anfangen. Der Vater wurde im ersten Weltkrieg verletzt und war seitdem „wunderlich“. Nur einer ihrer Brüder fühlte sich zur Partei Hitlers hingezogen. Hannas Eltern und ihr Großvater kamen mit den treuen Anhängern des „Führers“ überhaupt nicht zurecht. Auch ihre beiden Brüder nicht. Nur ein Bruder verinnerlichte die Ansichten der NSDAP.
Als dann die kleine Rosa auf die Welt kam, übernahm Hanna Verantwortung. Sie kümmerte sich rührend um die Kleine. Wickelte und fütterte sie. Wollte sie vor allem Ungemach beschützen. Den Schutz hatte Rosa nötig, denn sie war anders als andere Kinder. Warum das besonders zu jener Zeit gefährlich war wissen alle, die sich mit unserer Geschichte beschäftigen.
Das sehr ausführlich verfasste Buch über die Kindheit der Hauptperson las sich für mich so, als sei es für Kinder geschrieben. Die Flucht und das Leben danach fand leider keinen Platz in dem Roman und für mich blieben viele Fragen offen. Das Ende ist sehr stark komprimiert und daher nicht wirklich realistisch.