Cover-Bild Die Bastion der Tränen
Band der Reihe "welt bewegt"
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Orlanda Verlag GmbH
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 170
  • Ersterscheinung: 25.02.2026
  • ISBN: 9783949545856
Abdellah Taïa, Astrid Bührle-Gallet

Die Bastion der Tränen

Roman
Melancholisch und vielschichtig – Abdellah Taïa über eine verlorene Kindheit in Marokko

Nach dem Tod seiner Mutter kehrt Youssef, ein schwuler Lehrer, der seit über einem viertel Jahrhundert im französischen Exil lebt, auf Wunsch seiner Schwestern nach Marokko zurück, um sein Erbe zu regeln. Diese Rückkehr entwickelt sich für ihn zu einer emotional aufwühlenden Reise. Er wird mit Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend konfrontiert: an die Nähe zu seinen Schwestern, die Spannungen und Brüche innerhalb der Familie und vor allem an Najib – seinen Jugendfreund und Liebhaber, dessen Leben tragisch endete.

Während Youssef durch die Straßen von Salé wandert, rücken die prägenden Erfahrungen seines Aufwachsens wieder in sein Bewusstsein: Armut, Gewalt und die soziale Ausgrenzung aller, die – wie er selbst – den gesellschaftlichen Erwartungen nicht entsprechen.

Der Roman endet an der Bastion der Tränen, der alten Stadtmauer von Salé, einem Ort, an der individueller Schmerz und generationsübergreifendes Leid zusammenkommen. Hier steht Youssef vor einer existenziellen Entscheidung: sich seinem Schmerz zu ergeben, zu vergeben – oder den Weg der Rache zu wählen, wie Najib.

»Die Bastion der Tränen« stand 2024 auf der Shortlist für den Prix Goncourt und gewann im selben Jahr den Prix Décembre sowie den Prix Goncourt des Lycéens in Belgien. Außerdem wurde Abdellah Taïa 2024 der Prix de la Langue française für sein Gesamtwerk verliehen.

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Lesejury-Facts

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  • downey_jr hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2026

Eine schmerzhafte Kindheit in Marokko

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"Die Bastion der Tränen" von Abdellah Taïa erzählt von einem Leben, das von Schmerz geprägt ist.
Youssef, ein schwuler Lehrer, der seit Jahren in Frankreich lebt, kehrt nach dem Tod seiner Mutter auf Wunsch ...

"Die Bastion der Tränen" von Abdellah Taïa erzählt von einem Leben, das von Schmerz geprägt ist.
Youssef, ein schwuler Lehrer, der seit Jahren in Frankreich lebt, kehrt nach dem Tod seiner Mutter auf Wunsch seiner sechs Schwestern nach Marokko zurück, um das Erbe zu regeln. Zurück im Land seiner Kindheit wird Youssef mit schmerzhaften Erinnerungen konfrontiert; zum einen an das Leben mit seiner Familie und seinen sechs Schwestern, vor allem aber an seinen Jugendfreund und Liebhaber Najib, dessen Leben tragisch endete. Unterwegs auf den Straßen seiner Heimat blitzen alte Bilder von Schmerz, Leid, Armut und Gewalt auf.

„Meine Schwestern wussten über mich Bescheid. Sie wussten von den schrecklichen Dingen und den Vergewaltigungen, die ich erleiden musste, sobald ich einen Fuß aus dem Haus setzte. Sie taten nichts, um mich zu beschützen, nein, gar nichts. Aber zumindest urteilten sie nicht über mich. Sie waren bei mir in dieser Sache: der Homosexualität. Ich war ihr Homosexueller, der meiner Schwestern. Fremd. Seltsam. Komisch. Feminin. Nicht wie die anderen. Es war manchmal beglückend, nur für meine Schwestern diese Sache zu sein. Wir waren alle in der Homosexualität. Wir lachten. Wir tanzten. Ganz aufgeregt warteten wir gemeinsam auf die ägyptischen Filme im Fernsehen. Und danach ahmten wir die ägyptischen Schauspielerinnen und Schauspieler nach. Wir sprachen ihre Sprache. Die harte, höllische Welt da draußen machte uns keine Angst. Inzwischen weiß ich, dass auch meine Schwestern über mich urteilen. Mich verurteilen. Mich ablehnen. Was wir zusammen erlebt haben, war anscheinend nur eine Illusion. Sie tun, als würden sie sich für mich und für mein Leben interessieren. Ich glaube ihnen nicht mehr. Sie sagen leere Worte: Weißt du, Youssef, wir haben Angst um dich. Du bist ein Mann. Ein Erwachsener. Wir müssen eine Lösung für dich finden … Wenn wir Mädchen unter uns zusammenkommen, sprechen wir über dich und weinen.
Die Vorstellung, dass meine Schwestern meinetwegen weinen, alle gleichzeitig meinetwegen Tränen vergießen, erschüttert mich.“

Am Ende muss Youssef für sich selbst entscheiden, ob er die schmerzhafte Vergangenheit hinter sich lassen kann oder daran zugrunde geht wie Najib.

Obwohl mich das Schicksal von Youssef und auch von Najib sehr berührt hat; die unfassbare Gewalt, die sie in jungen Jahren in Marokko erleiden mussten, konnte mich das Buch nicht ganz begeistern. Etwa ab der Mitte empfand ich den Schreibstil sehr anstrengend, wie ein endloser Monolog. Trotz des emotionalen Themas hat mich das Buch leider nur bedingt abgeholt.

Vielen Dank an den Orlanda Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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