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Lin8208

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Weg mit der To-Do-Liste!

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello
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Das Buch habe ich aufgrund der Parallelen zwischen der Protagonistin und mir selbst gewählt. Und während des Lesens haben sich da definitiv mehr als nur ein paar Ähnlichkeiten gezeigt. Durch das Thema ...

Das Buch habe ich aufgrund der Parallelen zwischen der Protagonistin und mir selbst gewählt. Und während des Lesens haben sich da definitiv mehr als nur ein paar Ähnlichkeiten gezeigt. Durch das Thema des Buches treten die Charaktere sehr durchdacht auf. Besonders Protagonistin Lena zeigt sich äußerst vielschichtig und tiefgreifend.

Schon der Klappentext besagt, dass sich die Geschichte an jeden richte, die zu viel geben und sich selbst wiederfinden wollen. Diese Problematik des Überarbeitens, des Prefektionismus, der tausend To-Do-Listen etc. zeigt sich in der Protagonistin, die sich in einer malerischen Kleinstaft in Italien wiederfinden zu versucht. Zuerst strandet sie dort widerwillig (ihre Pläne werden schließlich durchkreuzt), und doch gibt ihr genau dieses 'Missgeschick' die Chance, sich mit sich selbst zu beschäftigen und zu erkennen, dass sie sich eigentlich etwas anderes für ihr Leben wünscht als den ständigen Druck, funktionieren und leisten zu müssen.

Der Aufbau des Buches gefällt mir in der Hinsicht sehr gut. Ich war vorbereitet auf einen fortlaufenden Roman mit dem Thema, sich selbst wiederzufinden. Jedoch beginnen Kapitel zusätzlich mit wunderschönen Gemälden und werden mit Affirmationen beendet. Ersteres setzt zusätzlich den italienischen Flair frei, während die Affirmationen die Hauptbotschaften der Kapitel zusammenfassen. Dies finde ich eine schöne Möglichkeit, um mit sich selbst und seinem positiven Mindset arbeiten zu können. Wobei für mich persönlich vor allem die Geschichte selbst sehr viel ausgemacht hat und bewirken konnte. Dadurch, dass ich mich selbst in der Geschichte und Lena schnell wiederfinden konnte, hat dies einige Gedankengänge angeregt. Dazu trägt auch der Schreibstil bei. Dieser ist sehr angenehm und beteiligt sich zudem am flüssigen Lesefluss. Schön ist vor allem auch, dass die Geschichte nicht einfach nur erzählt wird, sondern dass ganz viele Gedankengänge Lenas niedergeschrieben wurden. Auch der "innere Kritiker" kommt hier für Lena häufig zu Wort, und äußert an passender Stelle Zweifel.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Unbedingt lesen!

Zum ersten Mal
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Der Grund, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen, war für mich zunächst reine Neugier. Ich wollte erfahren, was die zwei Frauen Ende zwanzig zu diversen Themen rund ums Frausein und Erwachsenwerden ...

Der Grund, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen, war für mich zunächst reine Neugier. Ich wollte erfahren, was die zwei Frauen Ende zwanzig zu diversen Themen rund ums Frausein und Erwachsenwerden zu sagen haben. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht - eher positiv überrascht.
Im Verlauf des Buches werden anhand verschiedener Überkapitel unterschiedliche Themen angesprochen, die jeweils durch persönliche Erfahrungen aus verschiedenen Lebensaltern ergänzt werden. Bereits im Prolog wurde für mich deutlich, dass vermeintliche Tabuthemen hier bewusst enttabuisiert werden. Scham soll genommen und Raum geschaffen werden, um sich gesehen zu fühlen und sich wiederzuerkennen. Dazu trägt auch der angenehme, offene Schreibstil bei, der mir von Beginn an ein gutes Gefühl gab und es mir leicht machte, mich auf die Inhalte einzulassen.
Von Kapitel zu Kapitel merkte ich, wie ich an manchen Stellen immer wieder zustimmend nickte. Ehrlich gesagt wurde mir dabei erst richtig bewusst, mit welchen Tabus wir eigentlich „zu kämpfen“ haben. Die Gesellschaft trägt dazu sicherlich ihren Teil bei. Gerade deshalb fand ich es besonders wertvoll, wie einem beim Lesen die Augen geöffnet werden und man angeregt wird, sich selbst im Hinblick auf die angesprochenen Themen zu reflektieren.
An einigen Stellen wurden in mir ganz automatisch Gedanken angestoßen, die mich in mein eigenes Leben eingesogen haben - und genau das spricht in meinen Augen sehr für dieses Buch.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich der Einfluss von Jugendsprache beziehungsweise Elementen des „Jugendalltags“ - Jugendwörter, viele englische Begriffe zwischen dem Deutschen, Vapes und Ähnliches. Das spricht mich persönlich leider nicht besonders an, vor allem nicht in Büchern, selbst wenn ich manche dieser Begriffe im Alltag vielleicht ebenfalls verwenden würde. Dennoch kann ich deshalb nicht guten Gewissens Sterne bei der Bewertung abziehen, dafür hat mich das Buch insgesamt viel zu sehr begeistert.
Das Buch ist nicht deshalb gut, weil die Autorinnen ein außergewöhnliches Leben führen, sondern gerade weil sie es nicht tun. Sie betonen selbst zu Beginn, dass ihr Leben als weiße, heterosexuelle Frauen kein bemerkenswertes sei. Und genau darin liegt der Reiz: Jemand wie ich kann sich auf beinahe jeder Seite wiederfinden.
Um Scham und Ängste abzulegen, braucht es sicherlich mehr als nur ein Buch - schließlich bleiben die äußeren Umstände dieselben. Dennoch wünsche ich jeder Person, die dieses Buch in die Hand nimmt, dass sie sich verstanden fühlt, den Mut findet, über das ein oder andere vermeintliche Tabu zu springen, und lernt, mehr Vertrauen zu entwickeln.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Begeistert!

Restsommer
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Bevor ich dieses Buch in der Hand hatte, kannte ich die Autorin nicht. Aber ich bin immer wieder bereit mein Spektrum zu erweitern, und hier habe ich wieder einmal einen Glücksgriff gemacht. Der Debütroman ...

Bevor ich dieses Buch in der Hand hatte, kannte ich die Autorin nicht. Aber ich bin immer wieder bereit mein Spektrum zu erweitern, und hier habe ich wieder einmal einen Glücksgriff gemacht. Der Debütroman von Kea von Garnier scheint mir sehr gelungen. Vermittelt wird die Jugend in einer sommerlichen Kleinstadt-Atmosphäre und gibt mir schnell Hard-Land-Vibes von Benedict Wells (was ein sehr großes Kompliment ist). Und doch ist das Buch so ganz anders - vom Schreibstil her und irgendwie auch durch den allgemeinen Stil des Buches.
Besonders ist für mich auch das Setting des Bestattungsinstituts, in dem der Protagonist Dominik seinem Vater hilft. Die Arbeit darin ist spannend beschrieben, aber wirkt eher routinemäßig. Keas Schreibstil vermittelt Gefühle, tritt sehr beschreibend und fast schon poetisch in Kraft. So wird auch Dominiks Sehnsucht, ein anderes Leben führen zu wollen, aufgezeigt, bevor er diesen Gedanken überhaupt äußert. Das Buch hat einige Wendungen, die ich aufgrund von Spoilern nicht erläutern werde. Und trotzdem sind gerade diese für die Thematik des Buches entscheidend, und passen äußerst gut zur heutigen Zeit. Dominik verspürt den Wunsch aus seinem alltäglichen Leben auszubrechen, Abenteuer zu erleben, oder zumindest mehr Abwechslung im Alltag zu haben, entgegen der Vorstellungen und Erwartungen aller anderen. Selbst wenn man als Leser die Erfahrungen von Dominik gar nicht oder nur teilweise selbst erlebt hat, konnte ich in jeder Sekunde genaustens nachempfinden, was in ihm vorgeht, und konnte seine Sehnsüchte spüren. Dies erfolgt vermutlich auch durch die sehr gut ausgebauten Charaktere.
Im Allgemeinen steckt in dem Buch viel mehr, als ich im Vornherein dachte. Der Schreibstil ist klasse, nicht aufgesetzt, sondern irgendwie ehrlich, die Charaktere und das Setting überzeugend und die Thematik aktuell.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Absolut faszinierend!

Die drei Leben der Cate Kay
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Das gesamte Buch ist wie ein Memoir aufgebaut - inklusive eines Vorworts. Diese Idee gefällt mir ausgesprochen gut. Cate Kay führt durch ihre drei Identitäten ein sehr zurückgezogenes Leben, und nur wenige ...

Das gesamte Buch ist wie ein Memoir aufgebaut - inklusive eines Vorworts. Diese Idee gefällt mir ausgesprochen gut. Cate Kay führt durch ihre drei Identitäten ein sehr zurückgezogenes Leben, und nur wenige Menschen wissen, wer sie wirklich ist. Schließlich gelangt sie an den Punkt, ein Memoir über ihre drei Leben zu schreiben - und genau hier setzt meine Kritik an.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was mich stellenweise verwirrt hat. Die wechselnden Namen über den Kapiteln konnte ich nicht immer sofort zuordnen, wodurch ich zeitweise etwas den Überblick verlor. Doch Cate Kay konnte so die Erzählungen anderer Charaktere in ihr Memoir integrieren. Wie sie das geschafft hat schlüsselt sich bis zum Ende des Buchs nach und nach auf.
Die Memoir-Form dient hier also als erzählerisches Mittel, spiegelt jedoch ebenfalls eine realistische Situation wider, in der es um das Kontrukt des Lebens, Identitäten, Liebe, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geht.
Gleichzeitig muss man dem Perspektivwechsel zugutehalten, dass er einen spannenden und abwechslungsreichen Buchaufbau ermöglicht. Durch die unterschiedlichen Erzählstimmen entsteht ein vielschichtiges Bild der drei Leben Cates. Nicht nur sie selbst - in ihren drei Identitäten als Annie, Cass und Cate - kommt zu Wort, sondern auch Menschen, die eine prägende Rolle in ihrem Leben gespielt haben: ihre beste Freundin Amanda, die ihr neben dem Theaterspielen während der Schulzeit als einziges Halt gab; ihre Agentin Melody, die ihr Manuskript entdeckte und ihr erstes Buch erfolgreich machte; die Schauspielerin Ryan, die eine Figur aus Cates Roman in der Verfilmung verkörpern sollte; und einige mehr.
Die wechselnden Perspektiven formen diese Nebenfiguren genau so weit, dass sie nicht mehr oberflächlich erscheinen und ihnen genug Kontur verliehen wird. Vollständig erfassen kann man diese jedoch weitestgehend nicht. Dadurch bleibt der Fokus weiterhin vor allem bei Cate Kay. Die gezielt platzierten Bruchstücke runden die Charaktere also ab, während sie gleichzeitig entscheidende Details aus Cates Leben enthüllen.
Besonders gelungen fand ich auch die Auszüge aus Cates eigenem Roman, die zusätzlich Einblicke in ihre Persönlichkeit bieten. Passend zur Memoir-Form kommentiert Cate zudem selbst die Erzählungen anderer Figuren, was den Text noch lebendiger macht. Auch Stilmittel, wie die Apostrophe, ist sehr gelungen eingesetzt.
Zuletzt ist anzumerken, dass im Buch ein längeres Zeitgeschehen abgehandelt wird. Die Autorin hat es hierbei sehr gut geschafft, Annie, Cass und Cate als eine Persönlichkeit authentisch reifen zu lassen. Man lernt sie im Schulalter kennen, als junge Erwachsene und als erfolgreiche, erwachsene Frau, während sich ihr Leben über die Zeit hinweg wandelt - gewollt und ungewollt.
Es gibt unmengen an Merkmale, die dieses Buch auszeichnen, die ich hier jedoch gerade nicht alle herauschreiben kann. Aber lasst euch eins gesagt sein, dieses Buch lässt einen staunend zurück.
Insgesamt ist hier ein sehr fesselndes Buch über das Leben einer Frau entstanden. Auch wenn der Aufbau zunächst komplex wirkt, fügen sich im Verlauf des Lesens die vielen Puzzleteile nach und nach zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. So erhält man am Ende ein weitreichendes Porträt dreier - beziehungsweise einer Frau, deren Identitäten sich zu einem Ganzen verbinden.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Beeindruckend

Es kann so schön sein, das Leben
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Ich bin ohne bestimmte Erwartungen in das Buch gestartet, und wurde wirklich positiv überrascht. Der Autor erklärt das Dolce Vita-Prinzip mit eigenen Erfahrungen oder denen von Bekannten. Diese werden ...

Ich bin ohne bestimmte Erwartungen in das Buch gestartet, und wurde wirklich positiv überrascht. Der Autor erklärt das Dolce Vita-Prinzip mit eigenen Erfahrungen oder denen von Bekannten. Diese werden genaustens erläutert, belegt und mit Bildern beschmückt. Die Beschreibung ist so menschennah, dass ich sofort nachvollziehen kann, worauf der Autor hinausmöchte, insbesondere da er im Vergleich die Gewohnheiten der Deutschen heranzieht. An vielen Stellen erkennt man sich selbst wieder, reflektiert das eigene Verhalten und steigert damit zugleich das Bewusstsein für alltägliche Dinge, wie das tägliche Abendessen. Mit sehr angenehmen, verständlichen Schreibstil schafft Alexander Oetker ein Buch, welches als Leitfaden für ein langfristig glücklicheres und entspannteres Leben dient, in dem man mit sich selbst und anderen im Reinen ist, ganz nach dem Prinzip der Dolcen Vita.

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