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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2026

Willkommen im Club

Kein Bock Club
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„Kein Bock Club“ von Maria Popov, erschienen bei Kiwi Space, ist eine feministische Kampfansage gegen die tief verankerten allonormativen Erwartungen unserer Gesellschaft.

Bis heute überdauert die Annahme, ...

„Kein Bock Club“ von Maria Popov, erschienen bei Kiwi Space, ist eine feministische Kampfansage gegen die tief verankerten allonormativen Erwartungen unserer Gesellschaft.

Bis heute überdauert die Annahme, dass jeder „normale“ Mensch sexuell aktiv ist und sich „ausleben“ möchte. Tut man dies nicht, egal ob vorübergehend oder dauerhaft, wertet die Gesellschaft dieses Verhalten schnell als „Abweichung“ der „Norm“. Die Autorin zeigt auf warum dieses Denken problematisch ist, Individualität einschränkt und mit dem Patriarchat verbunden ist. In ihrem Buch räumt sie mit Vorurteilen auf, bricht mit veralteten Klischees und schafft einen Raum für sexuelle Selbstbestimmung, die nicht auf gesellschaftlichem Druck basieren darf.
Besonders gefallen haben mir die vielen Informationen rund um das Thema Asexualität. Der Gedanke, dass nicht automatisch etwas „wegfällt“, wenn man Sex teilweise oder ganz aus dem Leben streicht, sondern stattdessen Raum für andere Formen der Intimität entsteht, fand ich besonders spannend. Auch oder gerade, wenn man sich (wie ich) nicht auf dem asexuellen Spektrum bewegt, kann man hier unglaublich viel mitnehmen und lernen.
Beim Lesen merkt man, wie gut recherchiert wurde. So stützt die Autorin ihre Aussagen immer wieder mit Studien oder auch kulturellen Fakten. Mir hat „Kein Bock Club“ viel neues Wissen vermittelt, zur Selbstreflexion ermutigt und eine Tür zu alternativen Denkweisen geöffnet.
Ein großartiges Buch, welches noch lange nachhallen wird! Natürlich gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Ein leises Buch über große Leben

Die Riesinnen
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Ein leises Buch über große Leben
„Die Riesinnen“ von Hannah Häffner, erschienen bei der Penguin Verlagsgruppe, erzählt die Geschichte dreier Frauen, dessen Leben sich ineinander fügen wie Zahnräder in ...

Ein leises Buch über große Leben
„Die Riesinnen“ von Hannah Häffner, erschienen bei der Penguin Verlagsgruppe, erzählt die Geschichte dreier Frauen, dessen Leben sich ineinander fügen wie Zahnräder in einem Uhrwerk.

Es gibt Bücher, die liest man schnell und hungrig und andere, wie dieses, kostet man langsam Seite für Seite. Hannah Häffner hat ein Buch geschrieben, für das man sich Zeit nehmen sollte. Zeit um drei Leben zu erkunden. „Die Riesinnen“ lädt zum Verweilen ein und schafft es auf poetische Art und Weise ein Drei-Generationen-Poträt zu zeichnen. Eine Großmutter-Mutter-Tochter- Geschichte, die aufzeigt wie unsere Heimat uns prägt und nie verlässt. Über Selbstermächtigung, Zusammenhalt und der Frage nach dem Sinn im Leben. Jede einzelne Frau steht für eine eigene Reise, eigene Wünsche und Ziele, aber auch innere Kämpfe.
Der Sprachstil war unglaublich stark und konnte mich mit seiner malerischen Erzählweise überzeugen. Ganz automatisch, habe ich dieses Buch sehr langsam gelesen, anfangs war mir nicht ganz klar wieso und ich hatte Momente wo es mir etwas zu langatmig war, aber dann dachte ich mir: Es ist doch eigentlich nur sinnvoll, dass drei Leben nicht in wenige Tage Lesezeit passen.
Das Buch hat mich entschleunigt, hat mich durch Wälder und Jahreszeiten geführt, an Tränen und Schicksalen teilhaben lassen und mit seiner Klugheit immer wieder neu überzeugt.
Ein unglaublich starker Roman, der von mir eine klare Leseempfehlung bekommt!

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Eine positive Affirmation für jeden Tag

Es ist ein Geschenk, dass es dich gibt - Das Kartenset zum SPIEGEL Bestseller
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Das Kartenset „Es ist ein Geschenk, dass es dich gibt“ von Melanie Pignitter, erschienen im GU Verlag, ist seit ich es geschenkt bekommen habe mein täglicher Begleiter.
Die Größe der Schachtel ist kompakt ...

Das Kartenset „Es ist ein Geschenk, dass es dich gibt“ von Melanie Pignitter, erschienen im GU Verlag, ist seit ich es geschenkt bekommen habe mein täglicher Begleiter.
Die Größe der Schachtel ist kompakt und so eignet sich das Set auch, um es in der Handtasche zu verstauen. So kann man sich auch unterwegs einen liebevollen Gedankenimpuls „ziehen“.

Die 50 Karten sind allesamt unterschiedlich beschriftet und es gibt keine Doppelungen. Außerdem sind die Affirmationen abwechslungsreich und sind auch zu „ähnlich“. Positiv finde ich auch, dass die Botschaften nicht wie Glückskekssprüche wirken, sondern als hätte sich wirklich jemand Gedanken gemacht was einem Menschen gut tun könnte. Welche Botschaften Hoffnung schenken, Freude machen oder Ängste lindern.
Auch als Skill für die Skilltasche oder um sich selbst aufzumuntern finde ich die Kärtchen super.
Das Design gefällt mir ebenfalls und die Karten fühlen sich dazu auch hochwertig und stabil an. Die farbenfrohe Gestaltung verstärkt den positiven Effekt des Sets.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Düster, intensiv & spicy!

Terror at the Gates
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Der Fantasyroman „Terror at the Gates“, geschrieben von Scarlett St. Clair, erschienen im LYX Verlag, erzählt die Geschichte einer dystopischen, religiösen Welt, in der die Regeln der Kirche über allem ...

Der Fantasyroman „Terror at the Gates“, geschrieben von Scarlett St. Clair, erschienen im LYX Verlag, erzählt die Geschichte einer dystopischen, religiösen Welt, in der die Regeln der Kirche über allem stehen. Doch Lilith, eine Frau, die genug von dem patriarchalen System hat, will sich nicht länger unterordnen und beginnt ihren eigenen Weg zu gehen. Als sie schließlich einen magischen Dolch findet, beginnt eine Geschichte voller Chaos, Zerstörung und der Hoffnung nach Freiheit.

„Terror at the Gates“ ist der Auftakt der „Blood of Lilith“-Reihe, welche sich der biblischen Figur „Lilith“ widmet und eine neue, feministische Geschichte formt. Die Autorin hat einen starken, direkten Schreibstil, der sehr zielgerichtet ist. Hier und da hätte mir eine „poetischere“ Note gut gefallen.
Die Welt, in der man sich als Leser:in befindet, ist düster und voller dunkler Machenschaften. Das hat mir sehr gut gefallen, da es zu der Geschichte passt. Überall gibt es zwielichtige Geschäfte, skrupellose Leute und es herrscht eine angespannte Stimmung.
Die einzelnen Figuren sind alle kontrastreich zueinander geschrieben, einige Nebenfiguren bleiben jedoch leider etwas flach. Dafür sind die Hauptfiguren Lilith und Zahariev umso präsenter. Die Dynamik zwischen den beiden ist ab Seite 1 intensiv und geprägt von einem verdrängten Verlangen nacheinander. Die spicy Szenen in dem Buch waren für mich absolute Highlights, die mich komplett mitgerissen haben. Die Autorin schafft es, eine SO heiße Stimmung zu erzeugen, dass man sich komplett fallen lassen kann. Für mich ganz klar die besten spicy Szenen, die ich bisher in einem Buch gelesen habe.
Auch außerhalb von diesen Szenen ist die Anziehung zwischen Lilith und Zahariev eine treibende Kraft der Geschichte. So wechselt man nach jedem Kapitel aus Liliths Sicht zu einem kurzen POV von Zahariev. So bekommt man einen umfassenden Einblick in die Gefühlswelt beider Charaktere.
Kleine Schwachpunkte der Geschichte sind für mich die eher schwache Ausarbeitung des Magiesystems sowie der etwas langatmige Mittelteil. Dafür ist gerade der letzte Abschnitt unfassbar spannend und überrascht die Leser:innen mit einigen unerwarteten Wendungen. Mich hat dieses Buch absolut überzeugt und ich kann es kaum abwarten, Band 2 in den Händen zu halten. Trotz ein paar minimaler Schwächen eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Ein cozy Roman mit Ghibli-Flair

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Das Buch „Der Laden in der Mondlichtgasse“ von Hiyoko Kurisu, erschienen im Droemer Verlag, erzählt die Geschichte einer magischen Konditorei, die ihre Türen für verzweifelte Menschen öffnet und ihnen ...

Das Buch „Der Laden in der Mondlichtgasse“ von Hiyoko Kurisu, erschienen im Droemer Verlag, erzählt die Geschichte einer magischen Konditorei, die ihre Türen für verzweifelte Menschen öffnet und ihnen eine Lösung für ihre Probleme in Form verzauberter Süßigkeiten anbietet.

Irgendwo in einer Zwischenwelt betreibt der Halbmensch/Halbfuchs Kogetsu eine Confiserie, in der er traditionelle japanische Süßigkeiten anbietet. Für jedes menschliche Problem scheint es das passende Konfekt zu geben. Wer in Not ist, dem erscheint der Weg in die Mondlichtgasse, wo zwischen Neumond und Vollmond die Türen der Confiserie geöffnet werden. So treten Kapitel für Kapitel verschiedene Menschen ein, lassen sich von den Leckereien verführen und finden dadurch Wege, ihre individuellen Belastungen zu lösen.

Wer Ghibli-Filme liebt, wird auch dieses Buch lieben. Das Setting ist verträumt und schafft es, die Leser:innen in eine magische Welt zu entführen. Die Schicksale der Menschen sind nachvollziehbar dargestellt und immer wieder gibt es kleine „Aha“-Momente. Der Autor versteht es, eine gemütliche Atmosphäre zu erschaffen und gleichzeitig die Sorgen und Wünsche der Figuren ernst zu nehmen. Dabei bleibt das Buch stets leicht und angenehm zu lesen, ohne die cozy Grundstimmung zu verlassen. Besonders gut gefallen hat mir auch das Ende, in dem man die Geschichte von Kogetsu selbst erfährt und auch, warum er diese Konditorei überhaupt führt. Seine eigenen Hintergründe runden die Erzählung ab und verleihen ihr eine tiefere Bedeutung. „Der Laden in der Mondlichtgasse“ ist ein Buch, das ich mir sehr gut als Anime vorstellen könnte.

Ein kleiner Kritikpunkt sind einige wiederkehrende Phrasen. So wird der Weg in die Mondlichtgasse immer wieder auf die gleiche Weise beschrieben. Es wäre noch schöner und magischer gewesen, wenn es neben dem Weg über einen Schrein auch andere Zugänge gegeben hätte.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Es ist die perfekte Lektüre für zwischendurch. Perfekt zum Abschalten, Wohlfühlen und Träumen. Leicht, ohne langweilig zu sein und mit einer stimmungsvollen Mischung aus alltäglichen Problemen und verzauberter Welt. Eine klare Leseempfehlung!

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