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Veröffentlicht am 26.02.2026

Erneutes Meisterwerk!

Behüten
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Als großer Bewunderer von Kobi Yamada und seiner besonderen Art, Worte in kleine Lebensweisheiten zu verwandeln, habe ich mich voller Vorfreude auf "Behüten" eingelassen – und wurde vom ersten Moment an ...

Als großer Bewunderer von Kobi Yamada und seiner besonderen Art, Worte in kleine Lebensweisheiten zu verwandeln, habe ich mich voller Vorfreude auf "Behüten" eingelassen – und wurde vom ersten Moment an verzaubert. Gemeinsam mit der Illustratorin Elise Hurst erschafft er erneut ein Werk, das weit über ein gewöhnliches Bilderbuch hinausgeht. Ihre Zusammenarbeit ist inzwischen etwas ganz Besonderes, denn neben "Behüten" sind bereits zwei weitere Bücher des Duos erschienen: "Versuchen" und "Erkennen".
"Behüten" ist mehr als nur eine Geschichte – es ist eine leise und dabei so kraftvolle Einladung, an das Gute zu glauben, achtsam zu sein und die Welt mit offenen Augen zu betrachten. Dieses Buch ist ein weiterer Beweis dafür, wie meisterhaft Kobi Yamada Hoffnung in Sprache hüllt und wie eindrucksvoll Elise Hurst diese Hoffnung in Farben und Formen übersetzt.

Zitat: „Wir alle haben die Fähigkeit, uns zu strecken und den Himmel zu berühren.“ (Kobi Yamada und Elise Hurst: Behüten)

Der Autor und die Illustratorin:

Kobi Yamada ist Bestsellerautor und CEO von Compendium. Dieses Unternehmen wird von Menschen geprägt, die besondere Dinge kreieren. Er lebt mit seiner Freundin und den beiden Kindern im Land der fliegenden Lachse und hält sich selbst für den glücklichsten Menschen auf diesem Planeten.

Elise Hurst studierte zunächst in Melbourne Archäologie und Geschichte. Da sie aus einer künstlerischen Familie kommt, ist es nicht verwunderlich, dass sie inzwischen als Illustratorin, bildende Künstlerin und Autorin tätig ist und bereits einige Kinderbücher zum Leben erweckt hat.

Inhalt:

„Schau hin, wo etwas gebraucht wird.
Mach ausfindig, wo es ein Problem gibt.
Finde etwas, das dir am Herzen liegt
und das du behüten möchtest.
Tue jeden Tag ein klein wenig Gutes.“
(Klappentext)

Gedanken zum Bilderbuch:

Das Cover zeigt einen Jungen, der inmitten einer noch recht troslos wirkenden Gegen eine Pflanze pflegt. Die ersten Tiere wie Schmetterlinge und ein Fuchs schauen bereits vorbei, weil sie sehen, dass hier Großes entstehen kann. Das Bilderbuch von Kobi Yamada ist eine poetische Liebeserklärung an die Hoffnung – und an die Kraft, die in kleinen Gesten liegt. Schon beim ersten Aufschlagen entfaltet sich eine magische, farbgewaltige Welt, die die Leser:innen unmittelbar in ihren Bann zieht.

Die Illustrationen sind beinahe schon überwältigend. Vorherrschend ist ein sattes, lebendiges Grün – Sinnbild für Naturverbundenheit, Wachstum und Neubeginn. Alles wirkt im Einklang mit der Natur, tief verwurzelt und zugleich voller Zauber. In jener märchenhafte Landschaft gibt es unglaublich viel zu entdecken: Baumgesichter, winzige Lebewesen am Wegesrand, versteckte Details, die sich erst auf den zweiten Blick offenbaren. Immer wieder entfaltet sich eine Welle aus Farben, die sich über die Seiten ergießt oder ein farbiger Strudel, der die Seiten beherrscht und die Entwicklung der Geschichte visuell spürbar macht. Die Bilder tragen den Text nicht nur – sie erweitern ihn, vertiefen ihn, lassen ihn erstrahlen.

Auch sprachlich ist "Behüten" zutiefst berührend. Die Worte ermuntern und stärken, geben Kraft und machen Mut. Sie laden dazu ein, den Blick nach vorn zu richten – positiv, hoffnungsvoll und lebensbejahend. Dabei wirkt der Text nie belehrend, sondern sanft und tiefgründig. Er erinnert daran, dass jeder Mensch etwas verändern kann. Nicht jeder Versuch führt sofort zum sichtbaren Erfolg, manchmal bleibt das erhoffte Ergebnis aus. Doch selbst dann geschieht Veränderung – sei es in Form von Erfahrung, innerem Wachstum oder einem geschärften Bewusstsein für die Welt um uns herum.

Das Buch vermittelt eindrücklich, wie wichtig es ist, unsere Umwelt zu schützen, sie zu behüten und zu unterstützen. Es spricht von Ausdauer, von Vertrauen und davon, weiterzugehen, auch wenn der Weg steinig erscheint. Die zentrale Botschaft ist klar und kraftvoll: Kleine Gesten können Großes bewirken. Ein achtsamer Moment, ein guter Gedanke, ein mutiger Schritt – all das setzt etwas in Bewegung.

Zitat: „Wir alle sind Teil eines großen Ganzen, und wir alle haben die Macht, Gutes zu tun.“ (Kobi Yamada und Elise Hurst: Behüten)

Fazit:

"Behüten" ist ein Bilderbuch voller Wärme und Hoffnung. Es zeigt, dass selbst aus Trostlosigkeit etwas Wundervolles entstehen kann, wenn wir nicht aufgeben und an das Gute glauben. Ein tiefgreifendes, stärkendes Werk, das lange nachklingt und Herz wie Seele berührt. Ein würdiger Nachfolger nachdem bereits "Erkennen" und "Versuchen" mein Herz im Sturm erobert haben.

Zitat: „Und jetzt weiß ich … mit Liebe, harter Arbeit und Fürsorge ist eine bessere Welt möglich.
Lass uns anfangen.“
(Kobi Yamada und Elise Hurst: Behüten)

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Ein Bilderbuch über Liebe, die bleibt

Das unsichtbare Band - über die unzertrennliche Verbindung zwischen geliebten Menschen
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Manche Bilderbücher erzählen Geschichten, die weit über das Vorlesen hinausreichen und Gespräche anstoßen, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen berühren. Diese besondere Wirkung entfaltet auch "Das ...

Manche Bilderbücher erzählen Geschichten, die weit über das Vorlesen hinausreichen und Gespräche anstoßen, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen berühren. Diese besondere Wirkung entfaltet auch "Das unsichtbare Band" – über die unzertrennliche Verbindung zwischen geliebten Menschen auf eindrucksvolle Weise. Das Buch greift ein Thema auf, das viele Familien beschäftigt: Nähe trotz Abstand, Verbundenheit trotz Trennung – und die Frage, wie Liebe spürbar bleibt, selbst wenn Menschen (gerade) nicht beieinander sind.

Die Autorin und die Illustratorin:

Patrice Karst ist Schriftstellerin und alleinerziehende Mutter. In den USA ist sie vor allem durch ihre Vorträge bekannt, die auf großes Interesse stoßen. Mit "The Invisible String" erreichte sie ein breites Publikum und war damit auch in zahlreichen Fernseh- und Radiosendungen zu Gast. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Sohn Elijah in Los Angeles, USA.

Joanne Lew-Vriethoff ist eine preisgekrönte Illustratorin die in Malaysia geboren wurde. Sie wuchs in Los Angeles und New York auf. Heute lebt und arbeitet sie zwischen Malaysia und Amsterdam. Sie studierte Illustration am Art Center College of Design in Pasadena und war zunächst in der Fernseh- und Werbebranche tätig, bevor sie sich ganz der Illustration von Kinderbüchern widmete. Sie gestaltet Bilderbücher, Kinder- und Jugendbücher sowie pädagogische Werke. Ihre Illustrationen verbinden Verspieltheit und Ausdrucksstärke mit Sensibilität und Wärme. Dabei widmet sie sich sowohl humorvollen als auch ernsten Themen und legt besonderen Wert darauf, schwierige Inhalte behutsam und kindgerecht umzusetzen. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählt unter anderem die "Invisible String"-Reihe, die weltweit millionenfach verkauft und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.

Inhalt:

„Eine Mutter erzählt ihren Kindern, dass sie immer miteinander verbunden sind durch ein unsichtbares Band aus Liebe. Auch wenn du es nicht mit deinen Augen sehen kannst, kannst du es tief in deinem Herzen spüren und du weißt, dass du immer mit denen verbunden bist, die du liebst.

Hat jeder ein unsichtbares Band? Wie weit reicht es? Geht es jemals weg?

Dieses berührende Bilderbuch geht den Fragen nach den immateriellen, aber unauflöslichen Verbindungen zwischen uns nach und eröffnet tiefergehende Gespräche über die Liebe. Das Bilderbuch bietet auf fantasievolle Weise einen sehr einfachen Ansatz zur Überwindung von Einsamkeit, Trennung oder Verlust an. Imaginativ und kindgerecht vermittelt dieses Buch in diesen unsicheren Zeiten eine besonders überzeugende Botschaft, die Kinder leicht verstehen und annehmen können.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Bilderbuch:

Schon beim ersten Blick auf das Cover hatte ich das Gefühl, ein ganz besonderes Buch in den Händen zu halten. Es strahlt so viel Wärme und Zuwendung aus. Das goldene Band, das Mutter und Kinder umspielt, greift das zentrale Motiv der Geschichte sichtbar auf: Liebe als verbindende Kraft. Es vermittelt sofort Geborgenheit und lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten.

Auch sprachlich hat mich das Buch überzeugt. Die große Schrift, die kurzen und klar verständlichen Sätze sowie die angenehm gestalteten, nicht überladenen Seiten machen das Vorlesen sehr entspannt. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass genug Raum bleibt – Raum zum Nachdenken, zum Innehalten und dafür, dass Gedanken und Eindrücke einfach ein wenig nachwirken dürfen.

Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet und greifen die sensible Thematik sehr passend auf. Insgesamt wirken sie ruhig und harmonisch, doch immer wieder sorgen auch bunte, lebendige Farbakzente für kleine Lichtmomente. Diese Mischung gefällt mir besonders gut: Die Bilder geben der Geschichte einen sanften Rahmen, bringen aber zugleich Wärme und Lebendigkeit hinein. Für mich unterstreichen sie die Botschaft des Buches auf sehr stimmige Weise.

Inhaltlich zieht sich das Bild des unsichtbaren Bandes aus Liebe durch das gesamte Buch. Es steht für die Verbindung zwischen Menschen, die sich nahestehen – jederzeit und unabhängig von Entfernung. Die Mutter erklärt ihren Kindern behutsam, was dieses Band bedeutet und wie weit es reicht – sogar über den Tod hinaus. Ich finde, diese Bildsprache hilft dabei, mit Kindern über Nähe, Trennung oder auch Verlust zu sprechen – und gleichzeitig Sicherheit zu vermitteln.

Fazit:

"Das unsichtbare Band" ist ein warmherziges, einfühlsames Bilderbuch, das Kindern auf verständliche Weise ein Gefühl von Verbundenheit und Geborgenheit vermittelt. Die klare Sprache, die sanften Illustrationen und die starke symbolische Botschaft machen es zu einem wertvollen Begleiter – sowohl im (Familien)Alltag als auch in sensiblen Lebenssituationen. Gerade in Momenten von Trennung, Abschied oder Trauer kann es Trost spenden und Kindern die Sicherheit geben, dass Liebe bleibt – ob ein vertrauter Mensch nur für den Moment, eine kleine Weile nicht greifbar ist oder für immer fehlt.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Ein persönlicher Einblick, wie Rechtsextremismus Familien zerstört

Meine Familie, die AfD und ich
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Wieder möchte ich euch ein Buch ans Herz legen, welches ich auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt habe: "Meine Familie, die AfD und ich. Wie Rechtsextremismus uns entzweit – und wie wir dagegenhalten" ...

Wieder möchte ich euch ein Buch ans Herz legen, welches ich auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt habe: "Meine Familie, die AfD und ich. Wie Rechtsextremismus uns entzweit – und wie wir dagegenhalten" von Leonie Plaar.
Es ist die berührende Erzählung einer Frau, die mit ihrer Familie brach, weil diese sich zunehmend dem Rechtsextremismus und der Alternative für Deutschland (AfD) zuwandte – und dabei sogar die Rechte und das Wohlbefinden des eigenen Kindes hintanstellte.
Als das Buch bei mir eintraf, wurde mir bewusst, dass ich der Autorin schon seit einiger Zeit auf Instagram folgte. Mit ihren aufklärenden, klugen und präzise formulierten Beiträgen hat sie sich dort eine große Reichweite aufgebaut. Trotz des schmerzhaften Bruchs mit ihrer Familie setzt sie sich weiterhin für ein positives, offenes und solidarisches Miteinander in unserer Gesellschaft ein.

Zitat: „Die AfD hat also gar kein Interesse daran, die Probleme der Menschen zu lösen, denn zufriedene Menschen wählen keine Nazis.“ (Leonie Plaar: Meine Familie, die AfD und ich. Seite 28)

Die Autorin:

Leonie Plaar (geboren 1992) studierte Englisch, Geschichte und American Studies, ergänzt durch ein Zertifikat in Geschlechterforschung. Unter dem Namen @frauloewenherz.de ist sie online präsent und widmet sich historischen Themen, Queerness und Feminismus. Darüber hinaus arbeitet sie als freie Journalistin und berät Redaktionen, Unternehmen sowie Museen.

Inhalt:

„Leonie ist queer, politische Aktivistin, Historikerin – und Tochter eines AfD-Mitglieds. Bis sie den Kontakt zu den meisten ihrer Verwandten abbrach, hatte sie einen Platz in der ersten Reihe bei Gesprächen zwischen AfDlerWählerinnen, die dachten, sie wären unter sich. In den Diskussionen rund um das Erstarken der Neuen Rechten vergessen wir manchmal, dass die politischen Gräben sich auch durch Familien ziehen. Am Küchentischen, beim Grillabend oder unterm Weihnachtsbaum finden die wirklich entscheidendenn Gespräche statt, denn hier werden werte, parolen und Verschwörungstheorien vor dem Hintergrund familiärer Beziehungen verhandelt. Leonie macht die Radikalisierung deb AfD und ihrer Mitglieder in den letzten Jahren entlang ihrer persönlichen Familiengeschichte nachvollziehbar. Eine kluge Gesellschaftsanalyse und gleichzeitig die berührende Erzählung eines familiären Bruchs.“ (Klappentext)

Gedanken zur Autobiografie:

Das Cover spiegelt die Dunkelheit wider, die Plaars Jugend prägte: Vor schwarzem Hintergrund ist ihr Porträt zu sehen, der Titel hebt sich in weißen Lettern deutlich ab. Rosa Akzente – etwa beim Namen der Autorin und der Einordnung als Historikerin und Aktivistin – setzen bewusste Kontraste. Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass es sich um ein ernstes, autobiografisches Werk handelt.

Das Buch umfasst 13 Kapitel sowie ein Vorwort, einen Prolog und Anmerkungen. Elf der dreizehn Kapitel tragen typische Phrasen von AfD-Wähler:innen als Überschrift. Plaar geht deren Ursprüngen auf den Grund, analysiert sie und versucht, sie argumentativ zu widerlegen – auch im persönlichen Ringen mit ihrer eigenen Familie. Es geht um finanzielle Interessen, Diskriminierung, Queerfeindlichkeit, den sogenannten „Schuldkult“, Rechtsextremismus und immer wieder um die schwierige Beziehung zu ihrem Vater, den sie konsequent als ihren „Erzeuger“ bezeichnet.

Zitat: „Ich bin rückblickend immer noch verblüfft darüber, dass ich so lange um die Beziehung zu Menschen gekämpft habe, die vielleicht nur selten ein positives Wort über mich verloren, sobald ich den Raum verlassen hatte. […] Du kannst dich schwerer für andere einsetzen, wenn du selbst keine Luft bekommst.“ (Leonie Plaar: Meine Familie, die AfD und ich. Seite 56-57)

Bereits mit 15 Jahren outete sich Plaar. Ihre Familie betrachtete dies offenbar als Phase. Heute lebt sie offen queer – doch trotz der queerfeindlichen Politik der AfD wandte sich ihre Familie nicht von der Partei ab. Eigene (vermeintliche) Interessen wurden höher gewichtet als das Wohl des eigenen Kindes – obwohl diese Interessen von der Partei letztlich nicht einmal vertreten werden. Lediglich die Mutter distanzierte sich von der AfD, blieb jedoch im familiären Gefüge, sodass sie für Plaar keine verlässliche Vertrauensperson mehr sein konnte.

Besonders ergreifend ist die emotionale Last, die auf der Autorin ruhte. Gleichzeitig ist es erschreckend zu lesen, was manche Wähler:nnen bereit sind in Kauf zu nehmen, um sich vermeintlich sicher zu fühlen. Plaar beschreibt die Rhetorik von AfD-Sympathisant:innen und zeigt Wege auf, wie man Hass und Hetze argumentativ begegnen kann. Zugleich macht sie deutlich, dass nicht jeder Konflikt lösbar ist – und dass Selbstschutz manchmal bedeutet, Abstand zu nehmen. Mit ihrer Offenheit macht sie anderen Betroffenen Mut, ihren eigenen Weg zu gehen.

Zitat: „Geduld ist ein Luxus derer, die vom Hass der Rechtsextremen nichts zu befürchten haben.“ (Leonie Plaar: Meine Familie, die AfD und ich. Seite 183)

Fazit:

"Meine Familie, die AfD und ich" ist der erschütternde Bericht einer Frau, die bereits im Kindesalter mit rechtsextremen Parolen konfrontiert wurde. Über Jahre hinweg versuchte sie, ihre Familie zur Vernunft zu bringen – bis sie erkennen musste, dass sie für ihr eigenes Wohl Abstand von ihrer biologischen Verwandtschaft nehmen musste. Diese schmerzhafte Erfahrung hat sie zu einer starken, reflektierten und durchsetzungsfähigen Persönlichkeit gemacht. Heute kämpft sie auf andere Weise gegen Rechtsextremismus – mit Aufklärung, Analyse und persönlicher Haltung.

Ein wichtiges, bewegendes und hochaktuelles Buch.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Cool sein mit Herz

Die coole Bohne
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Manche Bilderbücher schaffen es, Kinder sofort zum Schmunzeln zu bringen – und Erwachsene gleichzeitig zum Nachdenken. "Die coole Bohne" von Jory John und Pete Oswald gehört genau in diese Kategorie. Wir ...

Manche Bilderbücher schaffen es, Kinder sofort zum Schmunzeln zu bringen – und Erwachsene gleichzeitig zum Nachdenken. "Die coole Bohne" von Jory John und Pete Oswald gehört genau in diese Kategorie. Wir kennen das Erfolgsduo bereits von anderen Titeln der Reihe, die wir auf unserem Blog schon vorgestellt haben – und bei uns zu Hause sind die Bücher längst echte Lieblingsbegleiter. Umso größer war die Freude, nun auch die Welt der coolen Bohne(n) zu entdecken und zu schauen, welche Botschaft dieses Geschichte bereithält.

Der Autor und der Illustrator:

Jory John ist ein New York Times Bestsellerautor für Kinder- und Jugendbücher. Er schreibt außerdem auch Bücher für Erwachsene und hat mit seinen Werken zahlreiche staatliche Buchpreise in den USA gewonnen. Er hat für diverse namhafte Zeitungen und Online-Portale geschrieben und war für sechs Jahre Programmleiter für 826 Valencia, ein Nonprofit Schreib- und Bildungscenter, das von Dave Eggers – einem bekannten, amerikanischen Schriftsteller – gegründet wurde.

Pete Oswald ist ein New York Times Bestellerillustrator und mit dem Annie Award nominierter Motion Designer. Neben seiner Arbeit als Illustrator für Kinder- und Jugendbücher, ist er außerdem auch für die Filmreihe Angry Birds bekannt, sowie den Oscar®-nominierten Film ParaNorman. Er ist ein leidenschaftlicher Maler und somit auch im Bereich der Bildenden Kunst aktiv. In der Pop-up-Galerieausstellung Pacific Abstract stellte er eine Sammlung von Gemälden aus, die von der kalifornischen Küste inspiriert sind.

Inhalt:

„Jeder kennt die coolen Bohnen. Sie sind sooooo cool. Und dann ist da die uncoole Bohne, die nicht dazu gehört… Immer an der Seitenlinie, versucht diese eine Bohne alles, um sich in die Gruppe einzufügen, doch ohne Erfolg – bis die coolen Bohnen ihr eines Tages zeigen, wie es gemacht wird.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Bilderbuch:

Auf dem Cover begrüßt uns eine Bohne, die gleichzeitig freundlich und richtig pfiffig aussieht – mit großen Augen und einem schelmischen Gesichtsausdruck. Im Hintergrund erkennt man einen Schulhof, was darauf hindeutet, dass es hier um typische Alltagssituationen geht, die viele Kinder kennen: dazugehören, bewundert werden und den eigenen Platz in einer Gruppe finden. Insgesamt wirkt das Cover verspielt und humorvoll, sodass man direkt Lust bekommt, aufzuschlagen und loszulesen.

In der Geschichte geht es um die „coolen Bohnen“ in der Schule – Bohnen, die jeder kennt und bewundert. Früher gehörte unsere kleine Bohne noch ganz selbstverständlich dazu, doch mit der Zeit verändert sich etwas: Die anderen wirken immer lässiger und souveräner, während sie sich selbst zunehmend unbeholfen und uncool fühlt. Die innere Kritik wird lauter und das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören, immer stärker. Also versucht sie alles, um endlich auch wieder cool zu sein – doch nichts klappt so richtig und das Selbstvertrauen sinkt immer weiter. Besonders schön finde ich dabei, wie die Geschichte die Perspektive kippt: Als die kleine Bohne einen richtig miesen Tag erwischt, sind es ausgerechnet die „Coolen“, die helfen – ganz selbstverständlich und in verschiedenen Alltagssituationen. Der Wendepunkt zeigt eindrucksvoll, dass Coolness nichts mit Überheblichkeit zu tun hat. Durch die Unterstützung gewinnt die kleine Bohne neuen Mut und fühlt sich wieder als Teil der Gruppe. Dadurch entsteht ein starker Aha-Moment: Vielleicht bedeutet cool sein gar nicht, perfekt auszusehen oder bewundert zu werden – vielleicht ist es viel cooler, freundlich zu sein, anderen beizustehen und niemanden stehen zu lassen.

Was ich an dem Schreibstil des Autors mag (auch schon bei seinen anderen Büchern): Jory John erzählt die Geschichte mit viel Tempo, Witz und einem feinen Gespür für kindliche Gedanken. Die Sätze sind kurz und pointiert und wirken beim Vorlesen richtig lebendig. Besonders angenehm finde ich, dass der Ton nie belehrend wirkt, sondern warmherzig und augenzwinkernd bleibt – so nimmt das Buch Kinder ernst und vermittelt seine Botschaft ganz nebenbei, ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen.

Und dann sind da natürlich die Illustrationen von Pete Oswald: farbenfroh, voller Energie und mit diesen typisch witzigen Details, die man oft erst beim zweiten oder dritten Durchblättern vollständig wahrnimmt. Die ausdrucksstarke Mimik der Bohnen, die kleinen Gags am Rand und die vielen liebevollen Mini-Anspielungen machen das Bilderbuch zu einem echten Hingucker. Besonders schön ist, dass die Bilder nicht nur die Handlung begleiten, sondern die Geschichte mit viel Humor erweitern. (Und ja: Die „Ray-Bean“-Spielerei ist herrlich und sorgt garantiert auch bei Vorlesenden für ein Grinsen.)

Fazit:

"Die coole Bohne" ist ein warmherziges, sehr lustiges Bilderbuch ab 3 Jahren, das auf kindgerechte Weise zeigt, wie schnell man sich selbst kleinreden kann – und dass echte Coolness nichts mit Auftreten, sondern viel mit Herz zu tun hat. Für uns reiht sich der Band nahtlos in die großartige Reihe ein: stark erzählt, wunderbar illustriert und mit einer Botschaft, die im Kita- und Grundschulalltag absolut relevant ist. Ein echtes Wohlfühlbuch mit Mehrwert – und für uns gesellt sich damit ein weiterer starker Band/Buch zu unserer Lieblingsreihe.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Klassiker in schmuckem Gewand!

Die Chronik der Drachenlanze
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"Die Chronik der Drachenlanze" erschien erstmals 1984 im englischen Original und umfasst mehrere Titel. Die ersten drei (bzw. in der deutschen Taschenbuchausgabe die ersten sechs) Titel "Drachen des Zwielichts", ...

"Die Chronik der Drachenlanze" erschien erstmals 1984 im englischen Original und umfasst mehrere Titel. Die ersten drei (bzw. in der deutschen Taschenbuchausgabe die ersten sechs) Titel "Drachen des Zwielichts", "Drachen der Nacht" und "Drachen der Dämmerung" sind nun vereint in einem Hardcover in edlem Design mit farbig gestaltetem Vor- und Nachsatzpapier. Fans der Reihe werden ihre Freude an dieser Schmuckausgabe haben.

Die Autor:innen:

Margaret Weis und Tracy Hickman sind zwei prägende Figuren der Fantasy-Literatur, die insbesondere mit ihrer Zusammenarbeit an den Drachenlanze-Romanen große Bekanntheit erlangten. Gemeinsam schufen Weis und Hickman mit ihren Erzählungen eine wegweisende Fantasy-Saga, die sowohl literarisch als auch im Bereich der Rollenspielkultur neue Maßstäbe setzte. Ihre Werke sind geprägt von epischen Abenteuern, komplexen Charakteren und einer lebendigen, detaillierten Welt, die Leser und Spieler gleichermaßen faszinieren.

Margaret Weis ist eine US-amerikanische Autorin, die vor allem durch ihre umfangreiche Arbeit an den Drachenlanze-Geschichten bekannt wurde. Ihre Zusammenarbeit mit Tracy Hickman führte zu einer Reihe von Romanen, die sowohl Fans der Literatur, als auch Rollenspieler begeisterten.

Tracy Hickman ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Mitautor der Drachenlanze-Geschichten. Hickman ist maßgeblich an der Konzeption und Gestaltung der Welt von Krynn beteiligt. Er gilt als kreativer Kopf hinter vielen der Drachenlanze-Geschichten. Seine Erfahrungen in der Welt des Rollenspiels sowie sein Talent für spannende Erzählungen haben in Zusammenarbeit mit Weis zu einer Fantasywelt geführt, welche bis heute eine treue Fangemeinde besitzt.

Inhalt:

„»Die Chronik der Drachenlanze« gehört ohne Zweifel zu den größten Klassikern der Fantasy-Literatur. Allein im deutschsprachigen Raum verschlangen hunderttausende Leser*innen die Romane über die Rückkehr der Drachen und die mächtigen Lanzen, welche als einzige Waffen die Bestien zu Fall bringen können. Endlich sind die Abenteuer der Helden der Drachenlanze wieder in gedruckter Form lieferbar. Alle drei Bände der Chronik der Drachenlanze gemeinsam in dieser prächtigen Sonderausgabe lassen die Herzen aller Drachenfans höherschlagen. Der hochwertig veredelte Einband, die farbigen Karten auf dem Vorsatz und die Schwarz-Weiß-Illustrationen im Innenteil machen dieses Buch zu einem echten Hingucker und einem begeisternden Geschenk.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Sammelband:

Das Cover zeigt einen gold schimmernden Drachen vor einem schwarzen Hintergrund. Auch das Dragonlance-Logo und der Titel sind mit Goldfolie versehen worden. Die Autorennamen hingegen stechen mit den weißen Lettern fast schon hervor. Drachenliebhaber werden hier sicherlich einen genaueren Blick drauf werfen.

Auf dem Vor- und Nachsatzpapier ist der Kontinent Ansalon in der Welt Krynn farbig abgedruckt, sodass man beim Lesen immer mal schauen kann, wo sich die Handlung gerade abspielt. Dabei sind die Namen der einzelnen Orte leider recht klein abgedruckt und man muss schon ein gutes Auge zum Entziffern haben.

Auf knapp 1300 Seiten mit etwas zarterem Papier werden die ersten drei Teile der Drachenlanze erzählt. Aufgrund der Dicke des Hardcovers liegt es beim Lesen doch recht schwer in der Hand und ist vielleicht eher ein Sammlerstück für Fans, als das Buch, was man zur Hand nimmt, um es zu lesen.

Den einzelnen Kapiteln sind wunderschöne Bilder vorangestellt, denen man die Liebe zum Detail ansieht und die das Herz höher schlagen lassen. Die ersten Buchstaben der Kapitel (die Initialen) sind außerdem schmuckvoll gestaltet und erinnern an Bücher aus alter Zeit, die noch handschriftlich vervielfältigt wurden.

Der Schreibstil ist klassisch und stark von der Fantasy der 1980er-Jahre geprägt. Margaret Weis und Tracy Hickman erzählen klar und handlungsorientiert. Die Sprache ist leicht verständlich. Die Figuren werden durch ihre Taten charakterisiert und nicht durch tiefgehende innere Monologe, was typisch für epische Abenteuer jener Zeit ist.

In Bezug auf die Gegenwärtigkeit wirken die Romane heute stellenweise vielleicht ein wenig altmodisch, da typische Rollenmuster und eine klare Gut-und-Böse-Abgrenzung bedient werden. Dennoch haben die Bücher natürlichen ihren Reiz von damals beibehalten. Die Leser:innen folgen einer dynamischen Truppe und erleben ein klassisches Fantasy-Abenteuer. Dabei entfaltet sich die Geschichte Stück für Stück und von Buch zu Buch weiter. Somit findet die Drachenlanze-Buchreihe mit dieser Sammelausgabe der ersten sechs deutschen Taschenbücher bzw. der ersten drei englischen Bücher eine verdiente Würdigung.

Fazit:

Vor allem Leser:innen, die epische Fantasy in ihrer ursprünglichen Form schätzen, werden Freude an der Neuauflage von "Die Chronik der Drachenlanze" haben. Die Geschichte bietet einen hohen Unterhaltungswert und die Ausstattung dieser Prachtausgabe ist ein echter Blickfang.

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