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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2026

Zwischen Nähe und Distanz

Not in Love – Die trügerische Abwesenheit von Liebe
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In Not in Love geht es um Rue, eine brillante, aber emotional zurückhaltende Frau, die sich bewusst von romantischen Gefühlen fernhält. Als sie auf Eli trifft, entsteht zwischen den beiden eine intensive, ...

In Not in Love geht es um Rue, eine brillante, aber emotional zurückhaltende Frau, die sich bewusst von romantischen Gefühlen fernhält. Als sie auf Eli trifft, entsteht zwischen den beiden eine intensive, zunächst rein körperliche Beziehung, die jedoch zunehmend komplizierter wird. Während beide versuchen, ihre eigenen Regeln nicht zu brechen, geraten sie in ein Geflecht aus Anziehung, Vertrauen und unausgesprochenen Gefühlen.

Ich muss sagen: Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Ich habe bisher alle Bücher von Ali Hazelwood geliebt und auch wenn ich im Vorfeld ein paar gemischte Meinungen gehört habe, kann ich mich den negativen Stimmen nicht anschließen. Ja, es ist anders als ihre bisherigen Werke, vor allem weil es deutlich mehr Spice enthält und insgesamt direkter ist. Aber für mich hat das der Geschichte keinen Abbruch getan. Im Gegenteil, es passt zur Dynamik zwischen den Figuren und wirkt nicht fehl am Platz.

Besonders spannend fand ich die Entwicklung der Beziehung zwischen Rue und Eli. Sie folgt nicht dem klassischen Muster, das man vielleicht aus anderen Hazelwood Romanen kennt. Auch wenn ich am Anfang ein wenig gebraucht habe, um mit Rue warm zu werden, war ich spätestens nach etwa einem Viertel des Buches komplett in der Geschichte drin.
Der typische Hazelwood Humor ist für mich trotzdem klar erkennbar geblieben. Diese Mischung aus trockenen Kommentaren, cleveren Dialogen und leicht nerdigem Charme hat mir wieder sehr gefallen. Dazu kommt ein spannender Plottwist, der der Handlung nochmal zusätzliche Tiefe gibt und das Ganze mehr ist als nur eine Romance mit körperlicher Anziehung.

Insgesamt ist Not in Love für mich ein gelungenes, etwas mutigeres Buch von Ali Hazelwood. Es weicht von ihren bisherigen Geschichten ab, ohne das zu verlieren, was ihre Bücher so unterhaltsam macht: sympathische Charaktere, Humor und eine Beziehung, die sich glaubwürdig entwickelt. Ich kann es definitiv weiterempfehlen, besonders an alle, die offen für eine etwas intensivere und etwas andere Liebesgeschichte sind.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Ein herrlich schräger Klassiker

Per Anhalter durch die Galaxis
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Arthur Dent führt ein ganz normales Leben, bis eines Tages nicht nur sein Haus, sondern gleich die ganze Erde zerstört wird. In letzter Sekunde wird er von seinem Freund Ford Prefect gerettet, der sich ...

Arthur Dent führt ein ganz normales Leben, bis eines Tages nicht nur sein Haus, sondern gleich die ganze Erde zerstört wird. In letzter Sekunde wird er von seinem Freund Ford Prefect gerettet, der sich als Außerirdischer entpuppt. Gemeinsam reisen sie per Anhalter durch das Weltall und begegnen dabei den absurdesten Figuren und Situationen.
Ich fand es ziemlich cool, endlich mal diesen Klassiker gelesen zu haben. Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und lässt sich wirklich schnell lesen, ich war überrascht, wie zügig ich damit durch war. Gerade weil ich eigentlich gar kein großer Science Fiction Fan bin, hat es mich positiv überrascht, wie gut es mir gefallen hat.
Was ich ein bisschen anstrengend fand, waren die vielen Charaktere und vor allem die oft sehr ungewöhnlichen Namen. Da musste ich mich teilweise konzentrieren, um den Überblick zu behalten. Trotzdem überwiegt ganz klar der positive Eindruck. Die Geschichte ist witzig, herrlich schräg und stellenweise ziemlich wirr, aber auf eine charmante Art, die einfach Spaß macht.
Insgesamt hat mich das Buch definitiv gut unterhalten und ich kann verstehen, warum es als Kultklassiker gilt.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Spannender Büro-Thriller

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Die Kollegin von Frieda McFadden spielt in einem Büro, in dem zwei sehr unterschiedliche Kolleginnen arbeiten. Natalie ist offen, beliebt und selbstbewusst, während Dawn eher zurückgezogen wirkt und von ...

Die Kollegin von Frieda McFadden spielt in einem Büro, in dem zwei sehr unterschiedliche Kolleginnen arbeiten. Natalie ist offen, beliebt und selbstbewusst, während Dawn eher zurückgezogen wirkt und von ihren Kollegen als etwas seltsam wahrgenommen wird. Als Dawn eines Tages plötzlich nicht zur Arbeit erscheint, obwohl sie sonst immer extrem zuverlässig ist, kommen Fragen auf. Nach und nach wird klar, dass hinter dem scheinbar normalen Büroalltag mehr Geheimnisse stecken, als man zunächst vermutet.

Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Besonders das Büro-Setting fand ich spannend, weil es eine sehr alltägliche Umgebung ist und dadurch eine interessante Atmosphäre entsteht. Auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Die Dynamik zwischen den Figuren sorgt dafür, dass man als Leser ständig überlegt, wem man eigentlich glauben kann.

Der Schreibstil von Frieda McFadden ist wie gewohnt sehr angenehm und flüssig. Das Buch lässt sich unglaublich schnell lesen und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Ich habe allerdings gemerkt, dass ich einige der Plottwists relativ früh geahnt habe. Ungefähr die Hälfte der Wendungen konnte ich kommen sehen. Ich weiß nicht genau, ob das am Buch selbst liegt oder daran, dass es inzwischen mein viertes Buch der Autorin ist und ich ihr typisches Muster langsam erkenne.

Trotzdem hat mich die Geschichte wieder sehr gut unterhalten. Die Handlung hat diese leicht verstörende und manchmal etwas verrückte Stimmung, die ihre Thriller so besonders macht. Insgesamt also ein spannendes und sehr gut lesbares Buch, das mich trotz vorhersehbarer Momente wieder überzeugt hat. Ich werde definitiv noch weitere Bücher der Autorin lesen

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Wunderschöne, tiefgründige Biographie

Wie schwer ein Menschenleben wiegt
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Die Biografie zeichnet das Leben von Sophie Scholl nach – von ihrer Kindheit und Jugend über ihre persönliche Entwicklung bis hin zu ihrem Engagement im Widerstand gegen das NS-Regime. Dabei wird nicht ...

Die Biografie zeichnet das Leben von Sophie Scholl nach – von ihrer Kindheit und Jugend über ihre persönliche Entwicklung bis hin zu ihrem Engagement im Widerstand gegen das NS-Regime. Dabei wird nicht nur ihr politisches Handeln, sondern auch ihr privates Umfeld, ihre Gedanken und Beziehungen ausführlich beleuchtet. So entsteht ein sehr nahbares Bild einer jungen Frau, deren Mut und Haltung bis heute beeindrucken.

Ich fand das Buch sehr interessant und angenehm zu lesen. Wenn man an Sophie Scholl denkt, erwartet man zunächst eine eher bedrückende Geschichte, weil man weiß, wie ihr Leben endet. Umso überraschender war es, wie schön es war, sie auch von ihrer privaten Seite kennenzulernen und so viel über ihren Charakter, ihre Zweifel und ihre Entwicklung zu erfahren. Das Buch hat mir einen sehr persönlichen Zugang zu ihr ermöglicht.

Es ließ sich gut lesen, auch wenn ich etwas Zeit gebraucht habe, um es durchzulesen. Die Sprache ist ruhig und klar, und die einzelnen Abschnitte sind so geschrieben, dass man immer wieder gern weiterliest. Insgesamt empfand ich die Biografie als sehr gelungen, informativ und gleichzeitig sehr nahbar – ein Buch, das Geschichte verständlich macht und Sophie Scholl als Mensch greifbar werden lässt.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Ehrlich und ungeschönt

Normale Menschen
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„Normale Menschen“ erzählt von Connell und Marianne, die sich in ihrer Schulzeit kennenlernen und über Jahre hinweg immer wieder in unterschiedlichen Lebensphasen aufeinandertreffen. Zwischen Nähe und ...

„Normale Menschen“ erzählt von Connell und Marianne, die sich in ihrer Schulzeit kennenlernen und über Jahre hinweg immer wieder in unterschiedlichen Lebensphasen aufeinandertreffen. Zwischen Nähe und Distanz, Missverständnissen und intensiven Gefühlen entwickelt sich eine Beziehung, die sich ständig verändert und nie ganz eindeutig ist. Der Roman begleitet die beiden auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden und zeigt, wie sehr sie sich gegenseitig prägen.

Ich habe das Buch relativ schnell gelesen, auch wenn ich am Anfang etwas gebraucht habe, um hineinzufinden. Der Stil ohne klassische Anführungszeichen bei der direkten Rede hat mich zunächst irritiert und das Lesen ein bisschen anstrengender gemacht. Nach einer Weile fand ich das aber sogar ziemlich passend, weil es der Geschichte einen eigenen Vibe und eine besondere Stimmung verleiht.

Die Handlung fühlt sich über weite Strecken ruhig und fast unspektakulär an – sie „plätschert“ eher vor sich hin. Genau das passt aber zum Kern des Buches: Es geht um ein ganz normales Leben und eine unperfekte Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich immer wieder verlieren und wiederfinden. Dieses Hin und Her hat mich teilweise echt geärgert, weil ich mir manchmal gewünscht hätte, sie würden einfach klarer miteinander umgehen. Gleichzeitig wirkte es dadurch unglaublich realistisch. Es fühlte sich an wie etwas, das im echten Leben genauso passieren könnte.

Gerade diese Echtheit hat mich am meisten überzeugt. Die Geschichte ist emotional, ohne dramatisch zu sein, und zeigt Beziehungen so, wie sie oft sind: kompliziert, widersprüchlich und nicht immer erfüllend. Beim Lesen hatte ich häufig ein leicht unbefriedigendes Gefühl – nicht im negativen Sinne, sondern eher, weil es kein klassisches Happy End oder klare Auflösung gibt. Vieles bleibt offen und läuft auf nichts „Großes“ hinaus. Ich glaube aber, genau das ist auch die Absicht des Romans.

Insgesamt hat mir das Buch ziemlich gut gefallen. Es liest sich angenehm, fühlt sich sehr authentisch an und bleibt auch nach dem Ende noch im Kopf. Ich würde ihm etwa vier von fünf Sternen geben – nicht perfekt, aber auf jeden Fall interessant und auf seine eigene Art sehr eindringlich.

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