Ein schön illustriertes Geschenk für Märchenfreunde
Die Puppe im Grase“Die Puppe im Grase - Norwegische Märchen” versammelt zwölf Märchen von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Moe. Illustriert wurden die Märchen von Kat Menschik (“Die Puppe im Grase” ist der 7. Band der ...
“Die Puppe im Grase - Norwegische Märchen” versammelt zwölf Märchen von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Moe. Illustriert wurden die Märchen von Kat Menschik (“Die Puppe im Grase” ist der 7. Band der “Illustrierten Lieblingsbücher”). Die Märchen sind sehr abwechslungsreich. Den Auftakt macht dabei das legendarische Märchen “Der Gertrugsvogel”, in dem die Herkunft des Schwarzspechtes erzählt wird. Tierisch geht es auch in “Das Kätzchen auf Dovre” zu, das von einem folgenschweren Missverständnis handelt. In dem titelgebenden Märchen “Die Puppe im Grase”, in “Eine Freiersgeschichte” sowie in “Peter und Paul und Eben Aschenbrödel” wird das märchentypische Motiv der Brautsuche benutzt - in ersterem mit einer besonderen Braut, in mittlerem moralisierend und in letzterem mit interessanten Lösungen der Werbungsaufgaben. In “Der Bursch und der Teufel” tritt die Nemesis des Menschlichen auf, wobei versucht wird, dieser ein Schnippchen zu schlagen. Sentenzartig geht es in dem kurzen Text “Einem jeden gefallen seine Kinder am besten” zu, in dem ein Jäger auf eine Schnepfe trifft. Das umfangreichste Märchen ist “Die zwölf wilden Enten”, das Parallelen zu dem Grimmschen Märchen “Die sechs Schwäne” besitzt: Eine Trollfrau gewährt einer Königin den Wunsch, eine Tochter zu gebären, verwandelt aber im Gegenzug die zwölf Prinzen-Brüder in Enten. Das Märchen dreht sich um die Errettung der Prinzen durch ihre Schwester, wobei die Schwester mehrere Aufgaben meistern muss. “Däumerling” wiederum thematisiert einen possenreißenden Däumling. Humorvoll geht es in “Die Lügenpresse” zu, in der eine Prinzessin im Lügen übertrumpft werden soll. Im folgenden Märchen “Das Huhn, das nach dem Dovrefjeld wollte, damit die Welt vergehen sollte” begegnen wir einem Huhn auf Weltrettermission; das Märchen endet mit einer schönen Pointe. Den Abschluss bildet “Die Prinzessin auf dem gläsernen Berg”, in dem auf interessante Art die Lösung einer Aufgabe (Klärung, warum eine Wiese kahl gefressen wird) mit einer Brautwerbung verknüpft wird. Sehr haben mir auch die Illustrationen von Kat Menschik gefallen. Diese fangen wichtige Motive des jeweiligen Märchen (handelnde Figuren, auftretende Tiere oder markante Gegenstände) stimmungsvoll ein. In den schön schattierten Illustrationen vermengen sich dunkle und eisige Blautöne mit klarem Weiß; zudem finden sich dosiert hervorstechende Akzentuierungen in Rot. Insgesamt ist “Die Puppe im Grase” eine schöne Sammlung mit unbekannteren Märchen, die grandios illustriert sind - ein perfektes Geschenk für Märchenliebhaber*innen.