Rückkehr nach Glennkill
WiddersehenDie Schafe sind zurück in Irland auf ihrer Weide. Doch dort ist nichts mehr, wie es einmal war. Das Gras ist nicht so hoch wie erinnert, der Dolmen steht noch, doch erinnert sich nicht, und die wundervollen ...
Die Schafe sind zurück in Irland auf ihrer Weide. Doch dort ist nichts mehr, wie es einmal war. Das Gras ist nicht so hoch wie erinnert, der Dolmen steht noch, doch erinnert sich nicht, und die wundervollen Kräuter sind samt und sonders von drei Fremdschafen weggefressen worden! Und als würde das nicht reichen, verschwindet Schäferin Rebecca und hinterlässt einen blutigen Finger, der offenbar nicht von ihr stammt.
Für die Schafe um Miss Maple ist klar: Hier ist ihr Spürsinn und ihre Kenntnis gefragt. Also macht sich die gesamte Herde auf, ihre vermisste Schäferin zu finden ...
Für mich ist es noch nicht ganz so lange her, dass ich "Glennkill" und "Garou" gelesen habe, sechs oder sieben Jahre. Ich habe mich über beide sehr amüsiert aber auch ein wenig geärgert. Die Auflösung des ersten Bandes gefiel mir gar nicht, und die Sache mit Rebecca in Teil 2 fand ich ehrlich nur so na ja und nicht wirklich als Höhepunkt - den eigentlich die Schafe haben sollten und nicht die Schäferin. Soviel verrate ich über dieses Buch: Hier hat für mich alles gestimmt.
Swann geht mit der gewohnten leichten Naivität der Schafe an das ganze heran, dennoch fädelt sie zwischendurch auch Szenen aus der Sicht von Menschen ein, und hier wirkt es weder störend noch übermäßig nach Author's Voice. Es liest sich natürlich, vor allem auch, damit der Leser das ganze Bild erhält, und nicht nur das aus der Sicht der Schafe. Würden die wissen, was tatsächlich hinter der ganzen Sache steht, ich wage schwer zu bezweifeln, dass sie solange mitgezogen wären.
Schön war auch, die alten Bekannten wiederzusehen, Mopple, Miss Maple und die anderen. Sie sind schon ein herrlich schräger Haufen ... äh Herde. Und natürlich, was mich persönlich sehr gefreut hat, ist Mardouc noch mit dabei. Als "Schaf auf Probe" darf die kleine Ziege sich mit am Rätselraten beteiligen, mit einigen sehr interessanten Beiträgen übrigens. An Mardouc ist wahrlich ein Einbrecher verloren gegangen. Und die Sache mit dem "Schaf auf Probe" war einfach göttlich.
Wie gesagt, ich will nicht zuviel verraten, doch dieses Mal liegt Miss Maple tatsächlich richtig. Und sie bekommt zudem Konkurrenz. Falls Swann weiterschreibt bin ich gespannt, was aus dem kleinen "runden" Lamm wird, denn bis jetzt ist es ein Einstein unter den Schafen und liegt eigentlich immer richtig. Miss Maple sollte wirklich aufpassen, sonst ist sie bald ihren Rang als das "klügste Schaf" der Herde (oder ganz Irlands) los.
Was mich absolut begeisterte war die wiederaufgenommene Storyhandlung um Mopple und dem Metzger. Wir erinnern uns, letzterer jagte Mopple ja in "Glennkill" bis dieser ihn von den Klippen stieß. Jas, er sitzt noch immer im Rollstuhl, und es sind seine Schafe, die die Weide annektiert haben zu Beginn.
Überhaupt ist dieser Band wie eine Rückkehr zu Glennkill. Die Handlung ist humorig und ernst gleichermaßen, die Suche nach Rebecca war bei mir mit nicht wenigen Lachtränen verbunden. Was das verblüffendste war, war vermutlich die Suche der Schafe nach einem Aushilfshirten und auf wen ihre Wahl dann fiel. Swann kehrt wirklich zurück in die Stärken, die "Glennkill" damals so groß gemacht haben, wollen wir hoffen, dass dieser Roman nicht untergeht in dieser so schnelllebigen Zeit auch für den Buchmarkt. Mich wundert eher, warum Dumont "Widdersehen" nicht schon zur Buchmesse herausgebracht hat.
Alles in allem ein herrliches Desaster ganz nach Schafsnatur. Mit viel Humor und einer Einfachheit der Worte, die den Leser schnell in den Bann zieht. Ein wirklich gelungener dritter Teil der Reihe.