Profilbild von Bella0070

Bella0070

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Bella0070 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Bella0070 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2026

Der Alptraum jeder Mutter

Wem du traust
0

Das dunkle Cover zeigt ein einsames Haus mit einzelnen beleuchteten Fenstern, die Stimmung wirkt bedrohlich, was auf den Inhalt des Buches einstimmt. Jedoch ist mir aufgefallen, dass ich ähnliche Cover ...

Das dunkle Cover zeigt ein einsames Haus mit einzelnen beleuchteten Fenstern, die Stimmung wirkt bedrohlich, was auf den Inhalt des Buches einstimmt. Jedoch ist mir aufgefallen, dass ich ähnliche Cover in letzter Zeit häufiger bei Krimis gesehen habe.

Eva und Susanne sind beste Freundinnen. Susannes 15-jährige Tochter Sofia passt regelmäßig auf Evas kleinen Sohn auf. Eines Abends kommt sie nach einem solchen Babysitterjob nicht nach Hause, obwohl Evas Mann Daniel sie eigentlich zurückgefahren hat. Auch ihr Fahrrad ist verschwunden. Lange bleibt unklar, ob Sofia freiwillig weggelaufen oder ob etwas Schlimmes passiert ist.

Als Mutter einer fast gleichaltrigen Tochter fühlte ich mich vom ersten Moment an emotional in die Handlung hineingezogen. Das Verschwinden des eigenen Kindes ist wohl der größte Alptraum jeder Mutter (und natürlich auch jedes Vaters). Umso leichter fällt es mir, mich in die beiden Protagonistinnen hineinzuversetzen. Evas und Susannes Gedanken, Ängste und Reaktionen erschienen mir durchweg nachvollziehbar und sehr glaubwürdig.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und angenehm zu lesen. Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel, die abwechselnd aus Evas Perspektive und der Sicht der Hauptkommissarin erzählt werden. Dadurch entsteht ein lebendiger Wechsel, der das Lesen sehr kurzweilig macht.

Immer wieder sorgen überraschende Wendungen und neue Hinweise dafür, dass die Spannung konstant hoch bleibt. Ich liebe Bücher, bei denen ich selbst miträtseln und eigene Theorien entwickeln kann. Genau das ist hier möglich.

Zwischendurch erhält man zudem Einblick in die Perspektive eines Verbrechensopfers, das unter Schmerzen leidet und große Angst vor dem Täter hat, der sich noch ganz in der Nähe befindet. Auch hier bleibt lange offen, um wen es sich handelt, was die Ungewissheit und damit die Spannung zusätzlich verstärkt.

FAZIT: Ein zutiefst fesselnder und emotionaler Krimi, der wirklich unter die Haut geht. Für mich eine ganz klare und von Herzen kommende Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Der Drache im Mensch

Dragonborn (Band 1) - Das Erbe des Feuers
0

Nach dem Tod ihres Vaters wächst Alex alleine bei ihrer Mutter auf, die einen strengen und kontrollierenden Erziehungsstil hat. Ihr ohnehin schon kompliziertes Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie ...

Nach dem Tod ihres Vaters wächst Alex alleine bei ihrer Mutter auf, die einen strengen und kontrollierenden Erziehungsstil hat. Ihr ohnehin schon kompliziertes Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie erfährt, dass sie in Wahrheit ein Drache ist. Auf der Insel Skralla soll sie lernen, ihre neue Natur und die gewaltige Kraft in sich zu beherrschen. Doch das erweist sich als weitaus schwieriger als gedacht. Gleichzeitig braut sich eine dunkle Bedrohung zusammen: Drak Midna verfolgt das Ziel, die Menschheit zu vernichten.

Der Schreibstil ist altersgerecht und einfach zu lesen. Ich befinde mich sofort mitten im Geschehen. Mir gefällt auch der Humor, der so nebenbei erzählt wird: endlich weiß ich, wer das Ungeheuer von Loch Ness ist.

Alex ist von Anfang an sympathisch. Sie ist verletzlich und überfordert mit der neuen Situation, das macht sie authentisch. Viele junge LeserInnen werden sich sicherlich mit ihr identifizieren können. Auch das ständige Hinterfragen ihrer selbst und der Druck, endlich die erhoffte Verwandlung zum Drachen zu vollziehen, haben sich für mich sehr echt angefühlt. Im Laufe der Geschichte konnte ich deutlich miterleben, wie sie an ihren Herausforderungen wächst und sich weiterentwickelt.

Zum Ende hin zieht die Spannung noch einmal deutlich an und die unerwarteten Wendungen haben mich wirklich überrascht. Jetzt bin ich umso neugieriger, wie es in der Fortsetzung weitergeht.

FAZIT: Ein packender Auftakt der Reihe mit einer glaubwürdigen und sympathischen Protagonistin, die sofort überzeugt. Für mich ganz klar eine Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2026

Beklemmender Weltenbau

To Cage a Wild Bird
0

To Cage a Wild Bird ist ein dystopischer Roman mit einem beklemmenden Weltenbau, der mich von Anfang an neugierig gemacht hat. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der Kopfgeldjägerin Raven, ...

To Cage a Wild Bird ist ein dystopischer Roman mit einem beklemmenden Weltenbau, der mich von Anfang an neugierig gemacht hat. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der Kopfgeldjägerin Raven, die in der untersten Schicht der Dreiklassengesellschaft Dividium lebt. Jedes Verbrechen wird dort mit der Inhaftierung in Endlock bestraft. In dieser Haftanstalt dürfen zahlungskräftige Kunden die Gefangenen zur Unterhaltung jagen und töten . Um ihren Bruder zu retten, lässt sich Raven bewusst verhaften, ohne wirklich zu wissen, welche Grauen sie dort erwarten.

Der Weltenbau ist klar strukturiert, leicht verständlich und sehr anschaulich beschrieben. Allerdings erfährt man nur wenig über die Hintergründe und Entwicklungen, die zu dieser dystopischen Gesellschaft geführt haben. Die Gewaltdarstellungen sind teilweise wirklich grenzwertig, da sie sehr detailliert beschrieben werden Das ist stellenweise nichts für schwache Nerven. Auch die spicy Szenen sind sehr explizit ausgearbeitet; für mich hätte das nicht ganz so ausführlich sein müssen.

Der Schreibstil ist angenehm leicht zu lesen, zugleich spannend und fesselnd. Ich war schnell in der Geschichte drin und hatte oft das Gefühl, unbedingt weiterlesen zu müssen. Die permanente Bedrohung in Endlock ist für mich beim Lesen deutlich spürbar und hat eine dichte, bedrückende Atmosphäre geschaffen.

Raven mochte ich von Anfang an: Sie ist mutig, kämpferisch und stellt sich immer vor die Menschen, die sie liebt. Besonders gefallen hat mir, dass auch ihre inneren Zweifel und Konflikte sichtbar werden. Das macht sie für mich authentisch und nahbar.

Und auch das Cover möchte ich nicht unerwähnt lassen: Ich finde es wunderschön und es ist definitiv ein Highlight in meinem Regal.

Der Cliffhanger am Ende ist wirklich gemein: Ich habe das Buch zugeschlagen und dachte nur: Das könnt ihr doch nicht ernst meinen! Man fühlt sich fast gezwungen, sofort zum zweiten Band zu greifen. Bleibt nur die Frage: Wann dürfen wir endlich mit der Fortsetzung rechnen?

FAZIT: Für mich ist es ein lesenswertes Buch mit einer spannenden, düsteren Atmosphäre. Allerdings sollte man wissen, dass Gewalt- und spicy Szenen sehr detailreich beschrieben werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2026

Wo sind die Drachen?

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
0

Tamsyn wächst am Hof des Königreiches Penterra als Prügelmädchen der Prinzessinnen auf. Seit ihrer Kindheit erträgt sie die Strafen, die eigentlich ihren königlichen Schwestern gelten. Doch schon bald ...

Tamsyn wächst am Hof des Königreiches Penterra als Prügelmädchen der Prinzessinnen auf. Seit ihrer Kindheit erträgt sie die Strafen, die eigentlich ihren königlichen Schwestern gelten. Doch schon bald werden die Prinzessinnen heiraten, damit endet auch Tamsyns Dienst und ein Leben in Freiheit scheint greifbar nahe zu sein. Doch dann wird sie gezwungen, anstelle einer ihrer Schwester das Ehegelübde mit dem gefürchteten und grausamen Grenzlord Fell zu schwören. Alle ihre Hoffnungen sind damit zunichte und die Reise in eine ungewisse Zukunft steht ihr bevor.

Ich muss zugeben, dass mich das ausnehmend hübsche schwarzrot Cover mit dem dazu passenden Farbschnitt schon vor der Leseprobe in seinen Bann gezogen hat. Doch auch die Geschichte hat mich restlos begeistert und ist für mich eines der ersten Lesehighlights am Beginn des Jahres 2026.

Der einfach zu lesende und flüssige Schreibstil hat es mir leicht gemacht, nur so durch die Seiten zu gleiten. Positiv empfinde ich die wechselnde Erzählperspektive von Tamsyn und Fell. Auf diese Weise wird das gleiche Geschehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und ermöglicht es dem Leser, sich in die Protagonisten einzufühlen. Die Charaktere der beiden sind authentisch und sehr gut beschrieben. Ich habe mit ihnen mitgefiebert und mit Spannung ihre sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte verfolgt.

Das Worldbuilding ist einfach nachzuvollziehen und nicht kompliziert. Spannend sind die Intrigen am Hof und diplomatischen Schachzüge. Auch die Idee, das Konzept des Prügelknaben in die Geschichte aufzunehmen, hat mich neugierig gemacht.

Zugegeben ist die Handlung teilweise voraussehbar, doch das hat mich persönlich nicht gestört. Ich habe mit Spannung darauf gewartet, wann sich endlich meine Vermutungen bestätigen. Wann kommen endlich die Drachen ins Spiel, es können doch nicht alle vernichtet sein?

Das Buch endet mit einem Cliffhanger und ich freue mich schon auf den zweiten Band.

FAZIT: Ein absoluter Pageturner!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2026

Spannende Unterhaltung

Das Signal
0

Ursula Poznanski beweist mit „Das Signal“ erneut ihr Talent für packende und fesselnde Thriller. Nachdem ich bereits mehrere ihrer Bücher gelesen habe, bestätigt auch dieser Roman meinen durchweg positiven ...

Ursula Poznanski beweist mit „Das Signal“ erneut ihr Talent für packende und fesselnde Thriller. Nachdem ich bereits mehrere ihrer Bücher gelesen habe, bestätigt auch dieser Roman meinen durchweg positiven Eindruck – enttäuscht wurde ich noch nie.

Der Schreibstil ist wie gewohnt leicht zugänglich und zieht mich von der ersten Seite an mitten ins Geschehen.
Der Ausgangspunkt der Handlung wirkt zunächst vertraut, da ich bereits mehrere Bücher mit einer ähnlichen Ausgangssituation gelesen habe: Nach einem Unfall, bei dem Viola ein Bein verloren hat, ist sie in ihrem außerhalb von Wien gelegenen Haus isoliert. Ihr scheinbar fürsorglicher Ehemann engagiert für sie eine eher kühle Pflegerin und ist selbst meist beruflich abwesend. Schon früh kommen Viola Zweifel, ob ihr perfektionistischer Mann eine einbeinige Ehefrau dauerhaft an seiner Seite akzeptieren kann. Sie beginnt, ihn zu beobachten und ihm nachzuspionieren – doch auch sie selbst hütet einige Geheimnisse.

Der Thriller ist aus der Ich-Perspektive erzählt, was dazu führt, dass ich mich als Leserin ebenso gefangen fühle wie Viola und mich intensiv in sie hineinversetzen kann. Ihr Charakter wirkt auf mich durchweg glaubwürdig und authentisch. Von der hilflosen Patientin und bemitleidenswertem Opfer entwickelt sie sich zunehmend zu einer selbstbestimmt handelnden Person, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt. Gerade diese Entwicklung macht das Buch für mich zu einem echten Lesehighlight.

Einige der Plottwists lassen sich im Verlauf der Handlung erahnen, andere hingegen treffen einen gerade zum Ende hin völlig unerwartet.

Fazit: Der Roman bietet eine äußerst spannende und gelungene Variation eines bekannten Genres, die trotz vertrauter Elemente mit überraschenden Wendungen überzeugt. Ein fesselnder Thriller, der bis zum Schluss packend ist. Definitiv eine Leseempfehlung wert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere